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JP 1999
Originaltitel:Tomie
Länge:94:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Cat 2b
Regie:Ataru Oikawa
Buch:Ataru Oikawa, Junji Ito
Kamera:Akira Sakoh, Kazuhiro Suzuki
Musik:Futami Hiroshi; Kimura Toshihiro
Darsteller:Miho Kanno, Mami Nakamura, Yoriko Douguchi, Tomorowo Taguchi, Kouta Kusano, Kenji Mizuhashi
Vertrieb:Universe
Norm:NTSC
Regionalcode:3
Bildformat:1.78:1 (Letterbox)
Tonformat:Dolby Digital 1.0
Sprache:Japanisch
Untertitel:Englisch, Kantonesisch
Specials:
  • Trailer (0:59 Min.)
Tsukiko Izumisawa leidet, seit einem Autounfall vor 3 Jahren, an Schlaflosigkeit. Seitdem wacht sie jede Nacht, schweißgebadet durch ihre Alpträume auf. Da sie sich an nichts erinnern kann, was vor dem Unfall gewesen ist, ist sie bei einer Hypnotherapeutin in Behandlung, um ihr Trauma zu besiegen. Diese Ärztin bekommt eines Tages Besuch von einem Polizisten, der ihr von einer Schulklasse erzählt, deren merkwürdiges Verhalten auf das Auftauchen einer neuen Mitschülerin zurückzuführen ist. Das Mädchen wurde von ihren Mitschülern getötet, anschließend zerstückelt und schließlich entsorgt. Ihr Name war Tomie Kawakami.
Vor 3 Jahren wurde ein weiterer Mordfall gemeldet, ein junger Mann hatte ein Mädchen umgebracht, ihr Name: Tomie Kawakami! Ihre Leiche verschwand spurlos vom Tatort. Sie wurde in der Wohnung von Tsukiko Izumisawa getötet, doch die kann sich an nichts mehr erinnern und in der Wohnung unter ihr ist vor kurzem ein neuer Mieter eingezogen, der offensichtlich einen psychischen Schaden hat ...
"Tomie" basiert auf den gleichnamigen Mangas von Junji Ito, der auch die Manga-Vorlagen zu "Uzumaki" und "Kakashi" geschaffen hat, beide wurden ebenfalls bereits verfilmt.
Der Film beginnt mit einer bedrohlichen Geräuschkulisse, gepaart mit einer Art Mini-Intro, das dem Zuschauer schon mal vorab einen winzigen Vorgeschmack auf das typische Tomie-Grundelement gibt, welches dem Kenner der Mangas sofort bekannt vorkommen dürfte. Grade wenn man sich von den psychedelisch hypnotischen Gitarrenklängen des Intros hat einlullen lassen und sich schon entspannt zurücklehnen möchte, bricht die Musik abrupt ab. Dies passt wunderbar zum Grundton von "Tomie", wo meist alles friedlich und idyllisch beginnt, sich aber dramatisch verändert sobald Tomie auf der Bildfläche erscheint.


Da der Film ohne Vorkenntnisse der Mangas etwas verwirrend ist, gehe ich kurz auf diese ein, daher enthält der folgende Abschnitt SPOILER.
Der Kernpunkt bei allen Tomie-Geschichten ist immer der gleiche. Das Mädchen Tomie taucht urplötzlich irgendwo auf und treibt ihr Umfeld in den Wahnsinn. Während Frauen meist mit Hass und/oder Neid auf sie reagieren, ist ihr das männliche Geschlecht komplett erlegen, was in der Regel dermaßen ausartet, dass sie von einem ihrer Verehrer umgebracht wird, da diese die Vorstellung nicht ertragen können, sie nicht für sich allein zu haben. Nicht selten werden auch störende Nebenbuhler eiskalt aus dem Weg geräumt. Tomie besitzt allerdings die Fähigkeit ihren Körper vollständig zu regenerieren, so dass sie jedes Mal wieder von den Toten aufersteht, egal wie sehr ihr Körper auch zerstückelt wurde. Kleiner Nebeneffekt dabei ist, dass jedes abgetrennte Körperteil zu einer kompletten Tomie wachsen könnte, was in den Mangas reichlich ausgelebt wird.
Die Antwort auf die Frage, wer oder was Tomie ist, wird weder in den Mangas noch in den Filmen beantwortet und das ist auch gut so. Auf diese Art bleibt es jedem selbst überlassen, sich eine Meinung zu bilden. Für mich ist sie praktisch die Verkörperung eines Alptraumes, das wunderschöne Mädchen, das den Mädchen den Freund stiehlt und das Mädchen, für das man als Junge im wahrsten Sinne des Wortes alles tut und ihren schlechten Charakter nicht wahrhaben kann, bis es zu spät ist. Sie wickelt alle um den kleinen Finger und bestimmt kaltherzig über Leben und Tod. Dabei entspricht sie so gar nicht den üblichen Fluch belasteten Geisterfiguren oder dem Standard-Serienkiller-Klischee, denn sie selbst macht sich normalerweise nie die Hände schmutzig und scheint auch gar kein direktes Interesse am Ableben anderer zu haben, sondern vielmehr ihre kranken Psychospielchen zu genießen.


Dieser erste Teil der mittlerweile auf sieben Teile gewachsenen Serie kann leider nur bedingt überzeugen, denn richtig unheimlich ist "Tomie" nicht, was eigentlich sehr schade ist, da in dem Charakter der Tomie durchaus enormes Potenzial steckt, welches hier bei weitem nicht ausgeschöpft wird. Auch kann man trotz diverser Darstellungen blutiger Leichen hier nicht von einem Splatterfilm sprechen.

Tomie wird als dämonisches, geisteskrankes, bösartiges Wesen dargestellt, wobei der Aspekt, dass ihr alle Männer wegen ihrer Schönheit verfallen und erst nach und nach verrückt werden, bis sie selbst schließlich von einem ihrer Anhänger umgebracht wird, beinahe völlig untergeht. Sehr interessant finde ich dabei aber, dass man Tomies Gesicht erst am Anfang des zweiten Filmdrittels sieht und selbst dann nur im Dunkeln. Genau das Gegenteil vom Manga also, in dem sie von Anfang an fast auf jeder Seite präsent ist und ihre übernatürliche Schönheit meist im Mittelpunkt steht. Dies ist wohl vor allem auf die Inszenierung zurückzuführen, denn dieser Film ist im Groben eine Fortführung der Kapitel 2 (PHOTOGRAPH) und 3 (KISS) des ersten Manga-Bandes.
Die beiden Kapitel gehören direkt zusammen und geben wieder, wie sich Tsukiko und Tomie kennengelernt haben, Tomie ihr dann den Freund ausgespannt hat, von diesem getötet wurde und schließlich wieder auferstand. Wobei der Manga um einiges härter, unheimlicher und auch blutiger ist. Kapitel 1 des ersten Bandes ist die Geschichte, in der Tomie von einer versammelten Klasse ermordet wird. Einige kleine Verweise auf diese Stories werden im Film gegeben, z.B. als Tomie am Schluss von den entstellten Bildern spricht. Leider wird der Zuschauer, der den Manga nicht kennt, hier etwas im Stich gelassen, auf den Schluss des Filmes gibt aber auch der Manga keine anständige Erklärung. Beim ersten Mal ansehen, als ich auch die Mangas noch nicht kannte, war ich dementsprechend einigermaßen verwirrt. Den Schluss halte ich aber gerade deshalb, weil nicht klar erklärt wird, für genial!


Visuell gibt es an dem Film nichts zu meckern. Es wurden viele natürliche Farben, hauptsächlich braune, rote und gelbe Farbtöne verwendet, was dem Film einen sehr warmen Look gibt. Die Kameraeinstellungen erinnern hin und wieder an Dario Argentos Werke, so z.B. die Szene in der Tsukiko beinahe ertränkt wird. Die Make-Up-Effekte sind dagegen leider ein Totalausfall, da sehr billig. Abgesehen vom Theme Song sticht auch die restliche Musik nicht sonderlich hervor.

Miho Kanno versucht ihr Bestes in der Rolle der Tomie, ist aber meiner Meinung nach eine absolute Fehlbesetzung. Hierzulande dürfte sie am ehesten aus "Eko Eko Azarak - Wizard Of Darkness", "Hypnosis" und "Dolls" bekannt sein. Der "Ironman" Tomorowo Tamaguchi spielt den Inspektor und dreht mal wieder voll auf. Durch Shinya Tsukamotos "Tetsuo"-Filme bekannt geworden, ist er einer der begehrtesten Schauspieler Japans und nach aktuellem Stand in fast 90 Filmen vertreten, von denen der Großteil als herausragend einzustufen ist. Ihm gegenüber spielt Yoriko Douguchi die Ärztin. Zu den Highlights aus ihrer Filmografie zählen der erste Teil der "Ju-On"-Reihe, das Drama "Love Letter" und Kiyoshi Kurosawas fantastischer "Cure".

Rauschmuster und Nachzieheffekte fallen negativ beim Bild dieser NTSC-DVD auf, ebenso wie starke Überschärfung (Edge Enhancement). Zudem ist die Vorlage voll mit kleinen Verschmutzungen. Desweiteren ist Zeilenflimmern oftmals sichtbar und in manchen dunklen Szenen verschwimmen Übergänge. Der Verzicht auf eine anamorphe Abtastung ist ebenso bedauerlich.
Beim japanischen Monoton kommt es selten zu leichten Tonknacksern. Die Dialoge sind klar verständlich und rauschfrei, was bei diesem dialoglastigen Film ausreicht. Eine gute 5.1-Abmischung wäre wünschenswert gewesen, aber in diesem Fall nicht zwingend erforderlich. Die englischen Untertitel bringen einige deutlich auffallende Fehler mit sich und werden manchmal wesentlich zu kurz eingeblendet, sodass man Sätze oft nicht auf Anhieb fertig lesen kann. Dies trübt den Filmgenuss gewaltig und kann schnell auf die Nerven gehen.
Für die Extras gibt es keine Punkte, da nur ein Trailer auf DVD vertreten ist.


Schlussendlich ist "Tomie" hauptsächlich für Liebhaber der Mangas empfehlenswert, da er ohne Vorkenntnisse der Story viel zu verwirrend ist, um ihn unvorbelastet genießen zu können. Die miserable Umsetzung der Hong Kong-DVD tut ihr Übriges dazu bei, einem die Freude an diesem interessanten Film zu vergreulen und macht ihn somit nahezu ausschließlich für Kenner interessant.


Film+++++-
Bild+-----
Ton+-----
Bonus------


Druckbare Version
Tomie
Tomie Re-Birth
Tomie Replay
Tomie: Another Face
Tomie: Forbidden Fruit
Tomie: Replay
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