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USA 2006
Originaltitel:Hillside Cannibals
Alternativtitel:Blutgericht der Menschenfresser
aka. Hillside Cannibals: The Legend of Sawney Bean
Länge:79:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Leigh Slawner (als Leigh Scott)
Buch:Steve Bevilacqua
Kamera:Lincoln Lewis
Musik:Mel Lewis
SFX:Richard G. Calderon
Vertrieb:MIG Filmgroup / Cine Club
Norm:PAL
Regionalcode:2,4,5
DVD-Start:10.04.2007 (Kauf)



Inhalt
Fünf junge Leute machen sich bewaffnet mit Bier und Gras den Weg hinaus in die Prärie, um dort zu feiern und etwas Spaß miteinander zu haben. Doch die Feier nimmt ein schnelleres Ende als geplant, als sie von einer Horde Wilder angegriffen und verschleppt werden. Einem der Opfer gelingt die Flucht, und sie findet in dem bewaffneten Vater eines ehemaligen Opfers des Clans einen wehrhaften Mitstreiter. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, um die restlichen Gefangenen zu befreien ...

Bild
Format1,78:1 (anamorph)
NormPAL
 Die vorliegende Low Budget-Produktion wartet mit meist sehr kräftigen Farbtönen auf und lässt vor allem einen erdigen Sepia-Look dominieren, der für die passende Atmosphäre sorgen soll, schlussendlich durch den extremen Rotfilter aber viele Details verschluckt. Einige wenige Szenen wirken wiederum recht natürlich und zeigen eine eher "normale" Farbgebung, wobei man immer den Produktionsstandard im Auge behalten sollte. Der Kontrast geht dabei gerade noch in Ordnung, wirkt jedoch hin und wieder deutlich zu hart und verschluckt in den unzähligen dunklen Szenen wichtige Details. In anderen Sequenzen wirkt der Kontrast aber sehr schwach, tendiert ins Gräuliche und lässt das Bild sehr ausgewaschen und farbarm erscheinen. Da dies aber Stilmittel sind bzw. an dem Material liegt, worauf gedreht wurde, fällt eine objektive Bewertung sehr schwer. Die Schärfe befindet sich dabei auf einem mittelmäßigen Niveau und der gesamte Transfer wirkt sehr weich und detailarm. Selbst die Kantenschärfe ist nur unterdurchschnittlich und lässt das Bild kaum plastisch erscheinen. Bildrauschen ist hierbei bis auf kleinere Ausnahmen wegrationalisiert worden und wer genau hinschaut, wird sehr schnell merken, dass stehende Rauchmuster für deutliche Bewegungsunschärfen sorgen. Zudem lässt sich Blockrauschen und leichte Artefaktebildung im Hintergrund ausmachen und lediglich Verschmutzungen oder Defekte sind dem Transfer fremd. Ingesamt für einen Low Budget-Film grundsolide, aber deutlich zu detailarm.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (nur engl.) , Dolby Digital 2.0 Stereo
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Der deutsche Ton ist leider absolut unbrauchbar. Dies liegt nicht allein an der mäßigen Synchronarbeit, bei dem die wenigen Dialoge dermaßen unmotiviert abgelesen werden, so dass man schnellstens auf die englische Spur wechseln möchte, sondern auch am katastrophalen Klangteppich, bei dem z.B. die Windgeräusche als Loopversion immer und immer wieder im Hintergrund zu hören sind, solange bis man verzweifelt gleich die Anlage ausschaltet. Zudem wurden die Geräuschkulissen lauter als die Dialoge abgemischt, was die Verständlichkeit mindert und die Stereofront sehr unnatürlich und blechern wirken lässt. Weiterhin fällt auf, dass einige Sätze erst gar nicht zu Ende synchronisiert wurden und die Darsteller munter die Lippen bewegen, ohne dass auch nur ein Laut heraushallt. Die Hoffnung liegt also im englischen Dolby Digital 5.1-Mix, doch leider wurde dieser sehr leise abgemischt, wodurch man deutlich über die Norm aufdrehen muss, weil man ansonsten weder etwas von den Dialogen, noch vom restlichen Mix hört. Räumlichkeit wird hierbei dann auch nur minimal durch Umgebungsgeräusche erzeugt, welche aber kaum der Rede wert sind. Somit sind beide Tonspuren alles andere als gelungen, wobei man zumindest beim englischen Mix mit der Anhebung des Klangpegels etwas erreichen kann. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten.
 ++----

Extras
Extras
  • Audiokommentar mit Cast & Crew
  • Making of (13:19 Min)
  • Deutscher Trailer (1:49 Min.)
  • Englischer Trailer (0:55 Min.)
  • Trailershow:
    • Fist of the Northstar (2:01 Min.)
    • Shootfighter (1:07 Min.)
    • Der Tödliche Schatten des Mr. Shatter (1:58 Min.)
    • Angel Town (2:02 Min.)
    • Run and Kill (2:59 Min.)
    • Intruder (2:27 Min.)
  • Hidden Feature
VerpackungKeepCase mit Wendecover
 Neben dem sehr informativen und unterhaltsamen Audiokommentar mit Cast und Crew, welcher leider nicht deutsch untertitelt wurde, findet sich hier noch der deutsche und englische Trailer, eine Trailershow weiterer Cine Club-Ttel, sowie ein 13minütiges Making of mit deutschen Untertiteln. Hier bekommen wir ein netten, aber sehr kurzen Einblick hinter die Kulissen, bei dem auch die Macher zu Wort kommen. Ingesamt etwas mager, der Audiokommentar ist aber wirklich hörenswert und zeigt, dass alle Beteiligten beim Dreh mehr Spaß hatten als wir beim Betrachten des Werkes.
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Fazit
Es war abzusehen, dass nach dem erfolgreichen Interner Link"Hills have Eyes"-Remake von Alexandre Aja neben der kürzlich im Kino angelaufenen Interner LinkFortsetzung, ein Rip-off die Runde machen würde. Billige Low Budget-Plagiate sind ja keine Seltenheit, aber schon lange war ein Film nicht mehr uninspirierend und langweilig als "Hillside Cannibals", der auf einem Mythos des angeblich im 15. Jahrundert lebenden Kannibalenanführers Sawney Bean aufbaut, dabei aber genauso wenig punkten kann wie der langweilige, aber zumindest deutlich besser produzierte Interner Link"Evil Breed" oder der 1972 entstandene "Tunnel der lebenden Leichen", welche beide, wie schon Wes Craven den Mythos um Sawney aufnehmen und auf ihre Weise interpretieren. Dabei bin ich fest der Meinung, dass es ohne Ajas Remake heute kein "Hillside Cannibals" geben würde und man hier lediglich die schnell Mark machen wollte. Dass dies glückt, wage ich zu bezweifeln, denn Regisseur Leig Scott macht all das falsch, was man nur falsch machen kann - er verschießt sein gesamtes Pulver bereits in den ersten paar Filmminuten, befördert nahezu alle Protagonisten auf hektische Art und Weise ins Jenseits und macht sich dabei erst gar nicht die Mühe, die namenlosen Darsteller dem Publikum vorzustellen. Und nun wird es anstrengend, denn Scott widmet sich nur noch den herumgrunzenden Kannibalen, welche der menschlichen Sprache nicht mächtig sind. Von daher erfahren wir auch nicht das Wieso und Warum hinter der Geschichte. Hier soll einfach nur getötet und gefoltert werden, alles andere scheint nebensächlich.
Das wäre dann auch nicht weiter schlimm, denn die Welt hat schon genügend gute Terrorfilme hervorgebracht, bei dem sich ein oder zwei Opfer durch 80 Minuten Handlung kämpften, ohne dass der Film dabei an Spannung einbüßen musste. Doch leider wird das Klassenziel hier nicht erreicht, denn es gibt keine Spannung und trotz einer gut gewählten Location und dem Einsatz diverser die Atmosphäre unterstützenden Filter fehlt es dem Film einfach an allem. Bereits nach wenigen Minuten geht einem das Gegrunze auf die Nerven und die fehlenden Informationen über die Herkunft der degenerierten Sippe, dessen Anführer Sawney Bean, der vom Regisseur selbst gespielt wird, machen das Gezeigte nicht erträglicher. Vielmehr wirkt der Film durch und durch unfreiwillig komisch, was unter anderem an den Schreien und dem Gegrunze der Kannibalen liegt. Zudem entbehrt das Gezeigte jeglichen Sinn und Logik, und viel zu viele Fragen kommen während des Betrachtens auf, werden niemals beantwortet und schlussendlich sollte es nicht einmal für einen Partyfilm reichen. Da können nicht einmal die teilweise recht harten Goreeffekte etwas wieder gut machen, welche zudem dermaßen mies ausgeleuchtet wurden und mit einem extremen Farbfilter überzogen wurden, dass man ohnehin kaum was erkennt. Nein "Hillside Cannibals" haben wir nicht gebraucht und die Produktionsfirma Asylum sollte in Zukunft ihre Projekte sorgfältiger auswählen.

Die DVD bietet eine solide Bildqualität, zumindest wenn man auf den Produktionsstandard Rücksicht nimmt. Beim Ton greift man aber vollends ins Klo und liefert uns eine sehr bescheidene deutsche Synchronisation mit einer ebenso schwachen Soundabmischung, bei der sich das ständige Wiederholen der Windgeräusche als ein nerviges Unterfangen herausstellt. Lediglich im Bereich Extras bietet man uns ein wenig und zudem erscheint die DVD mit einem Wendecover. Zu einer Kaufempfehlung reicht das dann leider doch nicht, dafür sind Film und Umsetzung einfach zu schwach.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Hillside Cannibals (Unrated Director's Cut)
IMDb.com OFDb.de







 
 
Marc Schulz am 22.04.2007
Bewertung:

Hügel der erlahmenden Augen
The Asylum ist mittlerweile dafür bekannt, dass man Genre-Filmen der Majors eine Low Budget-Version hinterher wirft. So ist "Hillside Cannibals" nichts anderes als die billige Version von Interner Link"The Hills Have Eyes". Und da gerade der zweite "Hills"-Teil mit Erfolg in den Kinos gestartet ist, verwundert es auch nicht, dass Asylum ihren eigenen Kuchen backen, um etwas von den Erfolgszutaten abzubekommen. Dies ist aber realistisch betrachtet nicht sonderlich geglückt, denn im Gegensatz zu den eigenständigen Produktionen wie z.B. Interner Link"King of the Ants" oder Interner Link"Evil Eyes", versucht man bei "Hillside Cannibals", sich zu sehr an den großen Vorbilder zu orientieren. Hierbei vernachlässigt man die eigentliche Handlung, was dem Film schon nach kürzester Zeit den Todesstoß verpasst, da das vorhandene Potential direkt verschossen wird und man danach einfach nur noch das Treiben der Kannibalen präsentiert. Erläutert wird die Geschichte niemals, so erfährt man über diese Menschenfresser rein gar nichts. Sie sind einfach da und damit muss man eben leben. Auf den versuchten Überraschungsmoment, dass der örtliche Sheriff dem Clan freundlich gesonnen ist und mit ihnen unter einer Decke steckt, wird auch nur auf unbefriedigender Weise eingegangen. Wirklich nervend ist das dauerhafte Gegrunze der Kannibalen, die der normalen Sprache nicht mächtig sind. Hier wäre auch eine zumindest kleine Erklärung schön gewesen. Aber Regisseur Leigh Scott verschenkt lieber seine geklauten Ideen. Die Darsteller geben in der verlorenen Handlung aber das bestmöglichste ihres Könnens und versuchen wenigstens durch Mimik ein wenig Spannung in das Geschehen rein zubringen. Was bei Asylum meist funktioniert und mindestens zu einem netten Trash-Film heranreift, ist mit "Hillside Cannibals" leider nicht geglückt, dennoch habe ich noch die Erwartung, dass man bei den kommenden Produktionen wieder punkten kann.



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