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D, IT 1972
Originaltitel:Blutiger Freitag
Alternativtitel:Bloody Friday
aka. Violent Offender
aka. Violenza contro violenza
Länge:92:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Rolf Olsen, Lee Payant
Buch:Valeria Bonamano, Rolf Olsen
Kamera:Franz Xaver Lederle
Musik:Francesco De Masi
Darsteller:Raimund Harmstorf, Gianni Macchia, Amadeus August, Christine Böhm, Ernst H. Hilbich, Gila von Weitershausen, Daniela Giordano, Walter Buschhoff, Renate Roland, Horst Naumann, Ottone Mignone, E.O. Fuhrmann, Ursula Erber, Werner Heyking
Vertrieb:Best Entertainment
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:31.12.2001 (Kauf)



Inhalt
Der skrupellose Gangster Heinz Klett plant einen Banküberfall. Er flüchtet aus dem Justizpalast mit Hilfen eines Komplizen. Doch der Überfall geht schief und gipfelt schließlich in einer Geiselnahme. Auch die darauf folgende Flucht endet in einer blutigen Katastrophe ...

Bild
Format1.55:1 (Letterbox)
NormPAL
 Höchstwahrscheinlich wurde das Bild dieser DVD von einer Kinovorlage gezogen, wobei man keine Brandlöcher oder zu sehr verruckeltes Bild erwarten muss. Die Letterbox-Optik ist zwar nervös rauschend und trägt immer wieder kleinere Verschmutzungen, gerade Letzteres ist aber wenig schlimm. Zumal man kaum gewohnt ist, von Best einen doch so soliden Transfer zu bekommen. Das Bild ist nicht milchig oder zu dunkel, sondern sogar ausgeprägt farbig. Nicht vermeidbar ist dabei eine stellenweise Ausbleichung von Gesichtern oder eine Erhöhung des Rotanteils, aber insgesamt ist diese Komponente doch lebendig ausgefallen. Die Schärfe geht durchaus in Ordnung, ohne schwammig zu wirken oder zu überschärft zu erscheinen, da Konturen und Details gleich gut ersichtlich sind. Nur in Bewegungen entdeckt man leichtes Schwimmen und die Kompression sorgt wegen mittelmäßigem Einsatz für Blockrauschen und Treppenartefakte. Fürs Alter ist das Bild, welches links und rechts etwas eingeengt erscheint, doch ganz ordentlich.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Der deutsche Originalton besitzt eine ziemlich kernige Synchro, die von der schnoddrigen Mundart der Protagonisten profitiert. Ein Interview eines Journalisten vor dem Tatort ist nur deswegen so glaubhaft, weil die Passanten ihre Äußerungen im authentischen Straßendeutsch rüberbringen. Leider ist das Alter der Tonspur nicht zu verdecken. Rauschen drückt deutlich durch und vor allem die ordentlich zischenden Stimmen sind gewöhnungsbedürftig. Die Verständlichkeit bleibt dabei trotzdem weitestgehend erhalten und die hintergründige Musik klingt ausgeglichen und störungsfrei. Somit ist die Qualität doch etwas besser als man annehmen würde. Andere Sprachen als die Deutsche sind nicht vorhanden, werden aber auch nicht unbedingt nötig. Nur Untertitel wären fein gewesen, finden sich auf den DVDs des Anbieters aber ohnehin selten wieder.
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Extras
Extras
  • Slideshow (4 Bilder)
VerpackungKeepCase
 Sowohl mit dem lieblosen Cover als auch mit dem Standbildmenu kann man nicht punkten. Die Slideshow enthält ein Astro-Covermotiv, welches nicht besser ist, und drei Aushangfotos, was wirklich zu wenig ist, zumal die Bilder zu schnell weiterlaufen. Von den auf dem Cover angegebenen Biografien und der Filmzusammenfassung fehlt jegliche Spur.
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Fazit
- "Wir sollten für die Aktion 'n Karavan nehmen. Karavan ist gut, weil sie dann glauben, Baader-Meinhof und so. Da drüben werden wir sie hinlotsen und den Bluff mit dem Hubschrauber inszenieren." (Heinz Klett)
- "Du glaubst, dass sie kaufen das ab?" (Luigi Belloni)
- (lacht) "Sie müssen uns für brutal und dumm halten, für Hirn amputierte Idioten, mit denen sie es jetzt immer zu tun gehabt haben, dann laufen sie uns schon in die Klinge." (Heinz Klett)

Zum heutigen Freitag den Dreizehnten gibt es DEN passenden Film, nicht aber dumpfe Slasher-Fließbandware, sondern einen erquickenden Krimi, der, so könnte man glauben, vor italienischer Herkunft nur so trieft. Tatsächlich zeichnet sich für "Blutiger Freitag" Rolf Olsen aus, der sich auf gewagt inszenierte Stoffe festlegen konnte und den Stolz des deutschen Films um einen ungewöhnlichen Beitrag aufstockt. Das an diversen Banküberfällen und Geiselnehmerdramen der 70er orientierte, stark politisch ausgerichtete Werk ist wahrlich ein hammerhartes Freudenfest für den Exploitationfan. Direkte, unbarmherzige Umgangsformen, die in unerwartet harten Gewalteruptionen gipfeln, geschickt gesetzte Akzente zum sozialen und politischen Zeitgeschehen und eine durchweg packende Stimmung, wie sie nach anfänglicher Euphorie nicht fesselnder und düsterer sein könnte, scheinen direkt dem erfolgreichen Poliziotto entsprungen zu sein. Der rasierklingenscharf aufgelegte Raimund Harmstorf als brutaler Anführer des Coups und seine beiden Kumpanen (gespielt von Gianni Macchia und Amadeus August) stehen den schrotigen Charakteren der italienischen Mafia bzw. dessen Gegenseite in nichts nach. Auch die Methoden, die dem Zuschauer trotz unglaublicher 16er Freigabe mehrfach die Atemluft nehmen, sollen Erwähnung finden: Da wäre der schwerverletzte Radfahrer während einer Verfolgungsjagd, der sich mit letzten Kräften am Unfallwagen festklammert und von dessen Insassen heruntergeprügelt wird (!!), aber auch das Kind, das mit einer liegen gebliebenen Handgranate spielt und für einen explosiven Effekt sorgt. Ungezügelt und roh lebt die Kamera solche Momente aus, man hat also durchaus das Gefühl, einem realen Ereignis beizuwohnen, aber auch bemerkenswerte Experimente stechen hervor, wie die kontrastreiche Collage der Vergewaltigung. Zumal die innere Zerrissenheit ob der Richtigkeit dieser Tat von Heinz Kletts Kumpanen für die nötige Würze und Spannung in der Geschichte sorgt. Denn weniger die Actionszenen machen "Blutiger Freitag" zu einem so nachwirkenden Erlebnis als vielmehr die Gespräche zwischen Geisel und Geiselnehmer, in denen die Richtigkeit des Unternehmens pendantisch angezweifelt wird, was den unglückliche Verlauf weiterhin beeinflusst. Graumalerei auch innerhalb der Geiseln, die zusätzlich charakterliche Tiefe vom Drehbuch zugesprochen bekommen, welches wiederum an anderer Stelle vom zynischen Protest durchtränkt ist.

"Blutiger Freitag" ist höchst gefälliger Nerventerrorismus auf der flimmernden Mattscheibe, bei der Olsen so richtig schön auf die Kacke hauen darf und im brodelnden Gemisch einige heftige Seitenhiebe versteckt. Als Anhänger von Europloitation bzw. hervorstechend harter Gangsterfilme muss man nicht zweimal überlegen, ob das hier erste Wahl ist - ist es definitiv! Leider kratzt die deutsche DVD etwas am Status dieser Perle, denn die lieblose Aufbereitung zeugt nicht gerade von Wertschätzung. Andererseits ist die DVD ungekürzt, bereits ab 16 Jahren freigegeben, was ebenso kontrovers wie der gesamte Film sein dürfte, und billig zu haben.



Bilder der DVD




Druckbare Version
NewsKickstarter: "Blutiger Freitag" - Rettet Heinz Klett
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