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D 1970
Originaltitel:Rote Sonne
Alternativtitel:Red Sun
aka. Rote Sonne - Lasst uns die Männer töten
Länge:85:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Rudolf Thome
Buch:Max Zihlmann
Kamera:Bernd Fiedler
Musik:Jean Sibelius
Darsteller:Uschi Obermaier, Marquard Bohm, Sylvia Kékulé, Gaby Go, Diana Körner, Peter Moland, Don Wahl, Hark Bohm, Henry van Lyck, Günter Lemmer, Axel Willschrei, Wolfgang Glück, Peter Berling, Elga Sorbas
Vertrieb:Galileo Medien
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:01.06.2003 (Kauf)



Inhalt
In der Wohngemeinschaft von Peggy (Uschi Obermeier) und ihren Freundinnen Silvy (Sylvia Keukle), Isolde (Gaby Go) und Christine (Diana Körner) herrschen tödliche Regeln: Jeder Liebhaber wird nach fünf Tagen umgebracht. Als Peggys alte Liebe Thomas auftaucht, wird das mörderische Frauen-Quartett ganz schön aus dem Konzept gebracht. Nachdem der fünfte Tag verstrichen ist, muss Peggy handeln, koste es was es wolle.

Bild
Format1,66:1 (Letterbox)
NormPAL
 Dem Alter entsprechend kann man mit dem leicht körnigen Bild zufrieden sein. Etwas unschön wirkt sich das Hintergrundrauschen aus, so dass auch die Schärfe nicht optimal ist. Wirklich gut erhalten sind die Farben, die zum großen Teil natürlich wiedergegeben werden und nur selten etwas flach wirken. Gelegentlich treten kleinere Defekte und Verschmutzungen auf. Der Kontrast arbeitet weitestgehend sauber, hat aber in hellen Szenen gelegentlich die Angewohnheit, etwas zu überstrahlen.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0
SpracheDeutsch
UntertitelDeutsch, Englisch, Französisch
 Die vorhandene Mono-Spur ist durchweg gut verständlich, wird aber von einem altersbedingten Rauschen begleitet. Zum deutschen Ton kann man sich noch Untertitel zuschalten in Deutsch, Englisch und Französisch, die alle oberhalb der Letterboxbalken eingeblendet werden. So sind diese auch für Besitzer von 16:9-TV-Geräten im Zoom-Modus gut lesbar.
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Extras
Extras
  • Einleitung Audiokommentar (0:27 Min.)
  • Audiokommentar von Thome u. Langhans
  • Videoclip von Amon Düül II "All The Years Round" (4:12 Min.)
  • Trailer "PARADISO" (1:34 Min.)
  • Kritiken (2:16 Min.)
  • Uschi und Rainer - das schönste Paar der APO (2:37 Min.)
VerpackungKeepCase
 Für diesen kleinen Klassiker hat man doch einiges an Bonusmaterial zusammenbekommen. Zwar sind die Laufzeiten nicht wirklich lang, aber manchmal liegt ja in der Kürze auch die Würze. Doch zuvor gibt's einen Audiokommentar mit Rudolf Thome und Rainer Langhans über die gesamte Filmlaufzeit. Hier kann man sich entscheiden ob man den Kommentar beim Film zuschaltet oder als Bild-im-Bild-Funktion. Wie ich finde eine gelungene Alternative. Danach geht's dann direkt in den Extrabereich, wo man ein sehr seltenes Video der Gruppe Amon Düül II zu sehen bekommt. Dieses Video entstand allerdings nach der Zeit, in der Uschi Obermaier in der Band mitwirkte. Unter dem Punkt "Kritiken" kann man einige Kritiken zu "Rote Sonne" hören und danach noch als Texttafeln lesen. Abgerundet wird das ganze durch die Mini-Dokumentation "Uschi und Rainer - das schönste Paar der APO" mit sehr seltenen Bildern. Zudem gibt's noch den Trailer zum Thome-Film "Paradiso".
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Fazit
"Rote Sonne" ist ein Film der 68er Generation, ein schönes Stück deutscher Zeitgeschichte und allein durch die Mitwirkung von Uschi Obermaier ein absolutes Kultobjekt. Gerade durch den Kinofilm "Das wilde Leben", der Anfang 2007 in den Lichtspielhäusern lief, wurde der Hype um die Ikone der 68er-Bewegung enorm gepuscht. Kein Wunder, dass man auch wieder auf "Rote Sonne" von Rudolf Thome aufmerksam wurde, in dem Uschi Obermaier ihre zweite (und auch letzte) Hauptrolle spielte. Dank Galileo wurde der Film in 2003 in einer neu geprüften Fassung wiederveröffentlicht. Ungeschnitten ist der Film schon immer gewesen, doch hatten die beliebten Moralapostel "Rote Sonne" mit einer Freigabe ab 18 Jahre geehrt. Möglicherweise hatte man seine Schwierigkeiten mit dem wahllosen Töten von Männern, wobei gerade dies extrem unrealistisch wirkt, denn so auffällig wie die Morde begangen werden, müsste schon längst jemand auf die Spur der Täter gekommen sein. Dies ist nicht nur aus heutiger Sicht mehr als unverständlich. Gut dass man dies wenigstens 33 Jahre später revidierte und dem Film mit einer Freigabe ab 12 entgegenkam. Neben Uschi fallen auch ihre drei Freundinnen, von Sylvia Kékulé, Gaby Go und Diana Körner gespielt, sehr positiv in ihren Rollen als mörderisches Quartett auf. Ebenso der männliche Part, dem Marquard Bohm das Leben einhaucht. Wobei "Leben einhauchen" schon ein bemerkenswerter Begriff ist, wenn man sich seine kongeniale Darbietung als Thomas ansieht. Er spielt seine Rolle so, wie viele junge Leute in der damaligen Zeit auch dachten. Eine durchgehende Leere und Gleichgültigkeit geht von ihm aus. Ein direktes "Leck mich am Arsch"-Syndrom der "Mir doch egal"-Fraktion, ein Lebenskünstler eben. Inszenatorisch und von der technischen Seite gesehen ist "Rote Sonne definitiv kein Meisterwerk. Viele Szenen wirken langatmig, gelegentlich sogar etwas dröge und auch Logikfehler und Anschlussfehler sind die Regel. Von den Effekten darf man zudem nicht viel erwarten, da die Pistolenschüsse in einem "Tatort" wesentlich realistischer klingen und deren Ergebnisse, bis auf das Ende des Films, auch ohne sichtbares Blut auskommen. Trotzdem funktioniert der Film durch seine Atmosphäre, seiner Thematik und wegen seiner Darsteller. Gerade auch für heutige Filminteressierte, die zur damaligen Zeit noch nicht bei ihren Eltern in Planung waren, wird das Retro-Flair seine Wirkung zeigen und die Sicht der kaputten Gesellschaftsschicht vermitteln.

Die DVD von Galileo kann trotz Schwächen in der Qualität überzeugen und sollte ein Pflichtkauf für alle Filmsammler und auch Uschi Obermaier-Fans darstellen. Etwas zu bemängeln gibt es bei der Menüführung, da diese doch etwas konfus ist. Die DVD selbst wurde komplett in rot gehalten, um die Titelgebung zu symbolisieren.



Bilder der DVD




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