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USA 1965
Originaltitel:Color Me Blood Red
Alternativtitel:Model Massacre
aka. Color Me Red
Länge:79:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Herschell Gordon Lewis
Buch:Herschell Gordon Lewis
Kamera:Herschell Gordon Lewis
Darsteller:Gordon Oas-Heim, Elyn Warner, Candi Conder, Pat Lee, Jerome Eden, Scott H. Hall, James Jackel, Iris Marshall, William Harris, Cathy Collins
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:24.10.2002 (Kauf)



Inhalt
Der exzentrische Künstler Adam Sorg hat mit seinen Bildern nur mäßigen Erfolg. Ein anerkannter Kritiker bescheinigt ihm zudem noch fehlenden Farbsinn. Durch eine Verletzung seiner Freundin Gigi gerät er an ein neues Rot für seine Gemälde: Menschenblut. Die neue Serie zieht ihn so in den Bann, dass auch sein eigenes Blut nicht mehr ausreicht ... er braucht mehr. Sein erstes Opfer wird Gigi, doch der Markt verlangt nach weiteren Bildern, so dass er sich um Nachschub für seine Kunstwerke kümmern muss. Irgendwann wird Adam aber unvorsichtig ...

Bild
Format1.33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Bei einem Film dieses Titels ist es natürlich wichtig, dass die Farbe Rot möglichst kräftig hervorsticht. "Color Me Blood Red" zeigt wie der Großteil der DVDs der "Herschell Gordon Lewis Collection" sehr satte, fast überwältigende Farben, die mitunter wie gemalt erscheinen. Der Schwarzwert passt sich dem an, jedoch kommt es schon vor, dass plötzlich dezenter Grünstich das Color Timing durcheinander bringt oder die Leuchtkraft etwas zurückgeht. Bei der Schärfe muss man dann schon differenzieren: Close-Ups sehen dem Alter entsprechend gut aus, bei größeren Entfernungen bzw. Aufnahmewinkeln verlieren sich die Details dann aber schnell und eine nicht zu übersehende Schwäche tritt in diesem Bereich auf. Das ist etwas schade, gefällt mir das Vollbild sonst doch ganz gut. Besonders natürlich wegen der Farben, aber auch, weil die meiste Zeit über nur wenige Kratzer auftreten. Andererseits ändert sich das auch kurzfristig und es wird deutlich, wie alt und billig das Material sein muss, denn Brandlöcher oder kurze Drop-Out-Attacken huschen übers Bild. Bei der Kompression wird dann nur Halbfertiges geboten, denn die Szenen am Meer hinterlassen deutliche Blöcke auf der Wasseroberfläche und Bewegungen verwischen generell etwas. Trotz Altersbonus nicht ganz 4 Punkte.
 +++---

Ton
FormateDolby Digtital 2.0
SpracheEnglisch
UntertitelDeutsch, Holländisch
 Der englische Ton ist hier teilweise unverständlich und ziemlich zerbröselt, so dass er noch ein ganzes Stück älter klingt als er tatsächlich ist. Leichte Verzerrungen machen sich breit in der selten eingesetzten Musik aber am meisten stört es mich, dass die Dialoge mehr als Nuscheln aufgenommen werden. Wer des Deutschen oder Holländischen mächtig ist, hat Glück, denn er kann Untertitel hinzuschalten, die Klarheit schaffen. Dass man hierfür keine deutsche Synchro erstellt hat, ist nicht weiter schlimm, hätte diese doch kaum die Stimmung des Films einfangen können.
 +-----

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Outtakes (10:28 Min.)
  • Bildergalerie (6:49 Min.)
  • Bonusfilm "The Hideous Sun Demon" (74:29 Min.)
  • Trailer (8:31 Min.):
    • Color Me Blood Red
    • Two Thousand Maniacs!
    • A Taste Of Blood
    • Blood Feast
    • Blast-Off Girls
VerpackungSuperJewelCase
 Dürfte mittlerweile bekannt sein, aber ich sag's nochmal: Wer Englischkenntnisse in geeignetem Umfang besitzt, sollte sich den Audiokommentar des Regisseurs geben, der, wie er nun mal als alter Haudegen ist, direkt, spannend und unterhaltsam sein eigenes Werk zerpflückt und sich seinen alten Kumpel Dave Friedman zuhilfe nimmt. Einige praktische Tipps für den angehenden Filmemacher fallen dabei natürlich auch noch ab. Die Outtakes sind übrig gebliebenes Material, teilweise ohne Ton. Auch wenn Lewis dafür bekannt war, nur sehr selten Restmaterial zu hinterlassen, weil meist alles im Film landete, sind hier einige der herausgenommenen Szenen, u.a. fehlgeschlagene Gore-Effekte, zu betrachten. Die Bildergalerie ist wieder eine allumfassende Lewis-Sammlung, die man bereits von anderen DVDs her kennt.
Ein Bonusfilm ist natürlich auch mit dabei. Die Qualität des 1959er "The Hideous Sun Demon" ist bei Weitem nicht die Beste und die nicht grad gut verständliche Sprachfassung dürfte auch einige Zuschauer abschrecken, aber grundsätzlich kann ich mich in Retro-Laune mit dem Inhaltlichen anfreunden. Es geht um einen Forscher, der bei einem Strahlenunfall (ein wenig Alkohol war wohl im Spiel, wie man dauernd zu hören bekommt) verletzt wird. Es scheint ihm aber nichts Sonderliches passiert zu sein, denn bald fühlt er sich wieder wohlauf. Nur mutiert er nun nach zu langer Sonneneinstrahlung zu einem grässlichen Monster, welches seinem Umfeld sicherlich nichts Gutes will. Ein Versteck im Schattigen lindert die Symptome, doch zieht es den Gebeutelten stets zurück zur seiner hübschen Bekanntschaft, die er kürzlich in einer Bar machte. Das kann nicht gut enden, denn die gemeinsamen Ausflüge finden bei hellichtem Tage statt ...
"The Hideous Sun Demon" macht einen sehr billigen Eindruck und die Gummimaskierung des Formwandlers sorgt ebenfalls für einige ungewollt komische Momente, insgesamt herrscht jedoch der ernste Unterton vor. Der Protagonist sucht Heilung von seiner Mutation, rutscht aber immer wieder in Situationen, die sein anderes Ich ans Licht und damit Gewalt und Schrecken über seine Mitmenschen bringt. So versteckt er sich irgendwann vor den Menschen, aus Angst, er könne noch mehr Schaden anrichten. So tragisch, wie sich das anhört, findet die Geschichte dann auch ein Ende, denn die Polizei ist ihm auf den Fersen.
Letztlich kein schlechtes Material, dass aber wieder mal alles nur auf Englisch vorliegt, nervt doch gewaltig.
 ++----

Fazit
Was muss man bitte rauchen/trinken/sich spritzen, um auf die Idee zu kommen, einen verrückten Maler mit Blut anstatt Farbe malen zu lassen? Lewis-Fans wissen jetzt schon, dass das ordentliches Filmblutvergießen und jede Menge schräge Szenen bedeutet, die man nicht verpassen will. Möchte man tatsächlich nicht, obwohl ich "Color Me Blood Red" nicht zu den besseren Lewis-Filmen zählen würde, denn er zieht sich teilweise wieder wie Kaugummi. Dem wirkt die interessante Grundidee ein wenig entgegen, besonders aber der Hauptdarsteller, der wie kein Zweiter vorher in einem Lewis-Film seine Rolle absolviert. Statt überzogener Bösewichtnummer à la Ray Sager (Interner Link"The Wizard Of Gore") oder seltsamer "Glöckner von Notre Dame"-Verkörperung wie Mal Arnold (Interner Link"Blood Feast") ist hier erstmalig Schauspieltalent bzw. die Ambition, etwas mehr in die Rolle zu bringen, erkennbar. Der launische Maler, optisch ein wenig Hitler-Double, verzieht nicht entgeistert die Miene, wenn er mordet, sondern zeigt psychische Schmerzen, mit denen er kämpft. Ansonsten wird aber das übliche Provisorium an Darstellern, Sets und Inhalten geboten, mit denen Lewis berühmt wurde. Badesport im Bikini (das Atelier liegt am Meer) war schließlich damals gefragt, also landet es auch im Film und denn Sinn (bzw. hier: Unsinn) des Pärchens, das stets im Partner-Look den Bildschirm füllt, ist auch nicht ganz verständlich. Aber was soll's, dafür hat der Film ein paar ganz andere Stärken und die liegen nicht mal im verhältnismäßig geringen Gore-Gehalt - Blut wird reichlich genutzt, aber darüber hinaus bleibt Lewis sauber -, sondern in der Erwartung des nächsten Kunstwerks des Malers und wer wohl als Nächstes seinen roten Lebenssaft dafür hergeben muss.
Laut Aussagen des Regisseurs, der diesem Film am wenigsten abgewinnen kann, gingen wohl eine Menge der Spezialeffekte ziemlich schief und aus Kostengründen konnte nicht nachgedreht werden, so dass wir auf einiges verzichten müssen. Was wäre wohl, wenn in jener Szene, in der Sorg mit einem Motorboot einen jungen Mann erlegt, wir diesen Effekt auch wie geplant zu Gesicht bekommen hätten - wäre "Color Me Blood Red" dann in die Riege der blutigen Horror-Filme einzureihen oder wäre er nur, wie hier zu sehen, ein "cheap cheesy fun movie", um es mal etwas kompakter auf Englisch auszudrücken? Interessant ist vielleicht noch, dass Sorg sich im Film mit einem Kunstkritiker herumschlagen muss, der erst durch die mit Blut gezeichneten, Grauen erregenden Malereien zufrieden gestellt werden kann. Irgendwelche Ähnlichkeiten mit dem Regisseur und seinem anvisierten Publikum? Ebenfalls sehr sehenswert ist der Abgang des Künstlers (war ja klar), aber das solltet ihr vielleicht selbst erleben ...



Bilder der DVD




Druckbare Version
Color Me Blood Red
IMDb.com OFDb.de (Color Me Blood Red)
IMDb.com OFDb.de (Hideous Sun Demon, The)



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