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D 2004
Originaltitel:Tears of Kali - Dark Side of the New Age
Länge:105:48 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Andreas Marschall
Buch:Andreas Marschall
Kamera:Heiko Merten, Michael M.Schuff
Musik:John Pananma, India Bharti
SFX:Dr.Jones Lab., Nikolaj Espinosa Ybach, Denis Becker
Darsteller:Michael Balaun, Jörg Büttner, Mathieu Carrière, Mai Christa, Chilcott Cora, Zöllner Crisjan, Peter Domsch, Maunsell Gabriel, Anja Gebel, Jandris Irena-Heliana, Bozatt Joey, Ulrich Lenk, Ebert Leon, Oefelein Leoni, Trunsch Marcel, Pietro Martellanza, Chole Micky, Ludwig Nicole, Celik Nuran, Thomas Otto, Magdalena Ritter, Groten Sharin, Adrian Topol, Bittner Udo
Vertrieb:Anolis / e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:25.11.2004 (Verleih) / 23.11.2006 (Kauf)



Inhalt
Anfang der Achtziger gründeten sich Poona in Indien eine Reihe von Kommunen und Selbsterfahrungsgruppen. Von der Raijnish.Sekte spaltete sich nach einiger Zeit die berühmt-berüchtigte Taylor-Eriksson-Gruppe, denen kein Experiment radikal genug war, ab. Obwohl niemand genau wusste, wer Taylor und Eriksson waren, woher sie kamen und was genau ihre Ziele waren, hatte die Gruppe einen großen Zulauf. Es gab seltsame Gerüchte über die Gruppe, über extreme Selbstfindungs- Experimente und das Verschwinden einiger Schüler. Dann Ende 1983 löste sich die Gruppe plötzlich auf. In drei Episoden, Shakti - Kali - Devi, um die eine Rahmenhandlung gefasst ist, werden die unheimlichen Geschichten der Taylor-Eriksson-Gruppe und deren Schüler erzählt, die ihre Grenzen in Selbstfindung, Sex und Gewalt neu definieren wollten. Was anfangs beginnt wie ein psychologisches Vexierspiel, entpuppt sich bald als purer Terror.

Bild
Format1.85:1 (Letterbox)
NormPAL
 Produktionsbedingt gibt sich das Bild recht wechselhaft, da die einzelnen Episoden in verschiedenen Stadien der Produktion entstanden sind und daher fällt das Gezeigte dementsprechend unterschiedlich aus, kann aber stets als gut bis sehr gut für seine Art bezeichnet werden. Die Farbgebung wirkt natürlich und der Kontrast kann ebenfalls auf weiter Strecke überzeugen, kränkelt aber stellenweise an seinem etwas zu schwachen Schwarzwert, der nicht immer optimal ausgefallen ist.
Auch gehen in dunklen Szenen einige Details verloren und insgesamt wirkt das Bild etwas zu dunkel. In der Shakti-Szene, welche nach der "verschollenen Folge" (siehe unsere Filmkritik) die erste Episode ist, wirkt der Kontrast gerade in helle Flächen sehr steil und neigt zu Überstrahlungen. Die Bildschärfe steigert sich von Episode zu Episode und wirkt in erster Linie angenehm scharf und bietet gerade in Nahaufnahmen eine gute bis sehr gute Detailschärfe. Diese gute Schärfe schwankt aber in einigen Szenen extrem und wirkt in den totalen wiederum sehr weich und unscharf. Meist sind dies aber Szenen, die Aufgrund eines Stilmittels oder des etwas zu starken Bildrauschen auffallen. Letzteres zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Laufzeit des Films und ist in unterschiedlicher Intensität zu bemängeln. Doch gerade dieses Rauschen ist produktionsbedingt bei vielen Independent-Filmen zu finden und resultiert nicht selten durch eine etwas schwache Ausleuchtung oder digitale Verfremdung im Bild. Letzteres sorgt auch für die passende Atmosphäre des Films, hat jedoch einige der oben genannten "Mängel" zur folge, die den Sehgenuss aber kaum mindern. Die Kompressionen leisten eine gute Arbeit und offenbaren weder Defekte noch Kompressionsartefakte, lediglich eine leichte Bewegungsunschärfe ist in einigen Szenen auszumachen. Für eine Independent-Produktion können wir mit dem Bild also voll und ganz zufrieden sein, leider wurde dem Bild aber kein anamorpher Transfer spendiert, was wohl technisch nicht möglich war. Schade eigentlich...
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Für eine Independent-Produktion bekommen wir hier einen wirklich beachtlichen Raumklang geboten, dessen einziger Schwachpunkt die Dialogwiedergabe ist. Da man hier auf eine nachträgliche Synchronisation verzichtete, wirkt die an sich gute Sprachverständlichkeit stellenweise etwas zu dumpf und zu leise. Auch die Höhen sind nicht immer perfekt, dies ist aber je nach Episode recht wechselhaft und trübt den Hörgenuss nicht wirklich. Wirklich gut ist hier aber die Kanaltrennung von Musik und Effekten ausgefallen. Mit einem effektiven Bass und einer dieser Produktion entsprechenden, hervorragenden Dynamik, werden wir in das Geschehen hineingezogen und der gekonnte Einsatz der Surroundeffekte sorgt für die passende Gruselatmosphäre. Die Rearspeaker werden stets zum richtigen Zeitpunk für die Nebengeräusche oder die Effekte eingesetzt und auch die Musik bietet eine räumliche Abmischung, was man z.B. sehr gut am Anfang der "Devi"-Episode hören kann. Mit einer Hollywood-Produktion kann dieser 5.1 Mix zwar nicht konkurrieren, aber im Independent-Bereich gab es bisher keine besseren bessere Abmischung und wo der Dialogbereich etwas Schwachbrüstig ist, so überzeugt die Abmischung der Effekte und der Musik umso mehr.
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Extras
Extras
  • 20seitiges Booklet
DVD 1:
  • Internationaler Trailer (1:50 Min.)
  • TV-Trailer (0:30 Min.)
  • Promo-Trailer (2:49 Min.)
DVD 2:
  • Kurzfilm "Der Kali-Prozess" (31:56 Min.)
  • Deleted Scene "Shakti" (2:37 Min.)
  • Videoclips:
    • She-Male Trouble - Ugly (2:59 Min.)
    • Tanzwut - Nein Nein (3:46 Min.)
  • Brüssel "Premiere Special" (5:31 Min.)
  • Behind The Scenes:
    • Shakti (8:44 Min.)
    • Poona 1983 (11:50 Min.)
    • Devi und Kali (7:14 Min.)
  • Featurette (13:36 Min.)
  • Behind The Scenes-Galerie (2:53 Min.)
  • Bildergalerie (3:59 Min.)
Audio-CD mit Soundtrack
VerpackungDigipack
 Gegenüber der Einzel-DVD hat sich bei der Special Edition mit zwei DVDs und einer CD eine Menge getan. Bereits äußerlich steigerte man sich durch ein Digipack, welches in einem Schuber verwahrt ist und ein 20seitiges Booklet einstecken hat. Hier sind u.a. Aufführungsdaten von diversen Festivals (inkl. abgefasster Ehrungen), eine Einleitung zum Film, ein längerer Text zum Film und ein Übersicht über die Discs zu finden. DVD nummero 1 enthält neben dem Film und Trailer noch einen frischen Audiokommentar des Regisseurs Andreas Marschall und des Produzenten Heiner Thimm, der sehr hörenswert ausfällt.
Auf Disc 2 darf man sich dann den gesamten (Kurz-)Film "Der Kali-Prozess" anschauen, der als kleine Fingerübung entstand, dessen positive Resonanzen die Macher aber dann dazu bewogen, einen Spielfilm daraus zu machen. Auch wenn man es nur als Vorabversion ansehen könnte, ist diese Produktion überaus spannend und sehenswert. Zur Entstehung des Hauptfilms sind drei kurze Making Ofs anwählbar, jeweils eine pro Episode. Hier gibt es keine dokumentarischen Zusammenschnitt, sondern einen "rohen" Einblick in die Arbeiten des Teams, der natürlich schon professionell aufbereitet wurde. Das Featurette setzt da fort und interviewt Marschall und Thimm ausführlich. Die Frage nach einer Fortsetzung wird auch angeschnitten - ich bin gespannt. Schade nur, dass die Darsteller nicht ins Gespräch genommen werden konnten, denn über diese findet man auf der DVD kaum Informationen. Eine Bildergalerie zeigt zusätzliches Behind The Scenes-Material, während eine weitere Szenenfotos abspult. Die auf den Festival-Versionen enthaltene Anschlusssequenz an die erste Episode, die nun aus Gründen der Geschwindigkeit entfernt wurde, ist ebenfalls im Bonusmaterial auffindbar. Zur Premiere des Films ins Brüssel sind verschiedene, interessante Aufnahmen gemacht wurden. Hier wurde teilweise aus hinterer Position gedreht, weswegen es vorkommen kann, dass z.B. beim angeschnittenen Interview Gäste im Bild stehen. So werden auch die Reaktionen der Zuschauer während des Films eingefangen. Auch zwei Musikvideos haben sich eingefunden. Die Soundtrack-CD enthält auf fast 80 Minuten 23 Titel, die von rockigen bis hin zum atmosphärischen, relaxten Klängen reichen.
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Fazit
Sieht man von Anja Gebels brutalem Auftakt ab, beginnt "Tears Of Kali" mit der ersten Episode in der Psychiatrie etwas trocken. Das Gespräch zwischen den zwei Frauen kann zwar schon das Interesse des Zuschauers wecken, wirft aber vorerst zu viele Teile der Geschichte in die Runde, die sich für den Zuschauer aneinanderreihen wie die Auflösung eines vertrackten Krimis. Doch aufgelöst wird hier nocht nichts, lediglich das Mysterium um die indischen Gottheiten und die zu ergründende Therapie-Kommune aufgebaut. Der langsame Aufbau hält aber nicht lange an, bald beginnt sich das Gespräch, das von Rückblicken im Schnipselformat komplettiert wird, zuzuspitzen und ein böse Wendung findet statt. Und sehr bald gesellt sich zum intensiven, fiebrigen Bilderrausch auch ein explizites Blutbad, welches damals im Kino wohl jeden Zweifler umstimmen konnte: "Tears Of Kali" ist ungewöhnlich harte, psychisch erdrückende Kost, die die anfänglichen Erwartungen bald bei weitem übersteigt.
Episode zwei setzt diesen ungewöhnlichen Stil heraus und setzt abermals auf ein inniges Zwiegespräch in ungewöhnlicher Umgebung. Hier wird abermals die Leistung der menschlichen Psyche über den Körper thematisiert. Auch hier löst sich die Atmosphäre durch Überblendungen, künstlerische Einstellungen von der Geschichte, die aber auch eine Überraschungen zu bieten hat. Der Erschreckendste davon bietet sich wohl dem Zuschauer mit dem bitteren Schlussgag, der abermals unerwartet die Gewaltschraube anziehen lässt. Wie bereits in der vorangegangenen Episode wird uns kein gängiges Täter-Opfer-Schema aufgetischt, sondern eine weitaus kniffligere, interessantere Beziehung, bei der das brutale Ende jeweils den (im Nachhinein betrachtet) logischen Schlusspunkt setzt, der die Betrachtungsweise weit über den Durchschnitt des Genres ansetzt und sich in eine Vision hineinsteigert, die aus der Feder eines Clive Barkers stammen könnte. Die Frage nach diesen beiden, sich stetig steigernden Episoden ist natürlich, ob man dies innerhalb der letzten Episode noch steigern kann: Kann man, denn diese ist durchtränkt von purer Angst und Terror, auch wenn es mit einer spirituellen Gruppensitzung noch recht harmlos beginnt. Auch hier bieten sich auf der kurzen Spielzeit interessante Hergänge an, die wieder von patenten Darstellern umgesetzt werden.
Natürlich durchzieht alle drei Kurzgeschichten nicht nur das selbe Thema, sondern auch der gleiche Hintergrund, die zwar von einer umschließenden Episode zusammengehalten werden, sich aber bereits durch die vielen Details selbst wie ein Puzzel zusammenfügen. Ich war damals bei Erstsichtung schwer beeindruckt von "Tears Of Kali" und bin es auch jetzt noch, denn was die deutsche Independent-Landschaft hier hervorgebracht hat, ist international wettbewerbfähig und kann die oftmals nur auf Gorespektakel reduzierten Werke bei Weitem übertreffen.

Das 3er-Set bietet alles was das Herz begehrt und trumpft neben seiner schönen Digipack Verpackung und informativen und gut designten Booklet, mit reichlich Bonusmaterial und einer schönen Soundtrack-CD auf. Technisch wurde zwar im Vergleich zu Vanilla-Disc nichts verbessert, die Bild - und Tonqualität war aber damals schon recht ansehnlich. Hier lohnt sich ein Neukauf allemal.



Bilder der DVD




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Tears of Kali - Dark Side of the New Age
Tears of Kali - Dark Side of the New Age
News"Tears of Kali" - die ersten Bilder
IMDb.com OFDb.de (Tears of Kali)
IMDb.com OFDb.de (Kali Prozess, Der)



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