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USA 1967
Originaltitel:Gruesome Twosome, The
Länge:72:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Herschell Gordon Lewis
Buch:Allison Louise Downe
Kamera:Roy Collodi
Musik:Larry Wellington
Darsteller:Elizabeth Davis, Chris Martell, Gretchen Wells, Rodney Bedell, Ronnie Cass, Karl Stoeber, Dianne Wilhite, Andrea Barr, Dianne Raymond, Sherry Robinson, Barrie Walton, Marcelle Bichette
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:26.09.2003 (Kauf)



Inhalt
In einer kleinen Stadt betreiben Mrs. Pringle und ihr Sohn Rodney einen Perückenladen. Neues Material für ihre Echthaar-Perücken besorgen sie sich, indem sie junge Studentinnen aus der nahe gelegenen Universität skalpieren, die mit einer "Zimmer frei"-Anzeige angelockt werden. Natürlich bleibt das Verschwinden der Studentinnen nicht unbemerkt und Kommilitonen der vermissten jungen Frauen beginnen Nachforschungen zu betreiben. Nachdem zunächst der unbescholtene Hausmeister in Verdacht gerät, der heimlich Knochen zu vergraben scheint, kommt man schließlich dem Treiben des skurrilen Pärchens auf die Schliche ...

Bild
Format1.33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Auch mit Billig-Film-Bonus und Alterszuschlag möchte ich mal hier keine 4 Punkte mehr geben. Das Vollbild ist in Sachen Farben und Kontrast ganz gut geworden, schließlich hat man relativ kräftige Töne auf DVD gebracht. Hier stellen sich manchmal aber auch deutliche und sehr plötzliche Verfärbungen oder gar etwas Farbbluten ein. Auch sind die Farben stets etwas dunkel, was das Autorennen fast unkenntlich gestaltet. Auch auf Kratzer muss man sich verständlicherweise einstellen. Die meiste Zeit wird das Bild zwar nicht von ihnen angegriffen, es gibt aber wieder Stellen, die sehr schmutzig ausfallen. Mit der durchschnittlichen, detailschwachen Schärfe, der mittels Nachschärfung etwas nachgeholfen wurde, kann man sicherlich zufrieden sein. Die verwischenden Bewegungen sind mitunter aber nervig und kosten die DVD eine bessere Bewertung. Auch die Kompression bildet einige möglicherweise vermeidbare Muster, wobei keinerlei störendes Rauschen auftritt.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheEnglisch
UntertitelDeutsch, Holländisch
 Da auch hier, wie bei so vielen Titeln der Reihe, keine deutsche Tonspur existiert und es für eine Neuanfertigung nach 40 Jahren einfach zu spät ist, muss man vorlieb nehmen mit dem englischen O-Ton und deutschen Untertiteln. So schlecht ist das nicht, denn keine Synchro der Welt könnte die Naivität und den Trash-Appeal des Originals glaubhaft nachempfinden. Man hört einen etwas dumpfen, rauschigen und mitunter auch mal knacksenden Ton, der aber im Bereich des Möglichen für sein Alter liegt. Größere Ausfälle sind bis auf eine etwas stärker verzerrende Stimme nicht zu verzeichnen, mitunter klingen einige Szenenübergänge aber etwas holprig, was möglicherweise bereits der damaligen Vertonung entstand.
 ++----

Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Bildergalerie (13:56 Min.)
  • Bonusfilm "Sex Madness" (51:50 Min., s/w)
  • Trailer (15:12 Min.):
    • The Gruesome Twosome
    • A Taste Of Blood
    • The Wizard Of Gore
    • The Flesh Eaters
    • Blood Feast
    • Color Me Blood Red
VerpackungSuperJewelCase
 Mike Vraney (Something Weird Video), Jimmy Maslon (Shock Films) und Regisseur Herschell Gordon Lewis laden wieder einmal zum fröhlichen Audiokommentar ein, den man sich unbedingt anhören sollte. Lewis' kramt dank gutem Gedächtnis viele Anekdoten hervor, während Vraney und Maslon ihm die Bälle zuspielen. Auch die sehr ausführliche Bildergalerie mit Rundblick über allerlei Lewis-Werke sollte man gesehen haben. Sie wurde zusätzlich mit Radiospots und Songs aus diesen Filmen unterlegt. Weiterhin bietet die Trailershow Einblick in 5 weitere Filme aus der Collection.
Weniger zur Anti-Syphilis-Kampagne der 30er Jahre als zum sehr seichten Exploitation-Genre darf man den nicht mal eine Stunde währenden "Sex Madness" zählen. Hier dreht sich alles um ein junges Mädchen, welches sich infiziert, ein Kind erwartet und welches über die Folgen von Syphilis aufgeklärt werden muss. Statt Bett-Action geht's hier relativ zahm zur Sache, so dass das Schockierendste im gesamten Film wohl die Tanzshow zu Beginn sein dürfte und die Krankheit an sich, sonst verhält sich die Dramatik aber gemäßigt. Dank schlechter Tonqualität (nur englischer Originalton) waren einige Stellen des Filmes auch schwer zu verstehen. Das s/w-Bild ist auch von dürftiger Qualität, sehr viel mehr darf man aber eben nicht von einem frei erhältlichen Titel des Jahres 1938 erwarten. Insgesamt ganz gutes Bonusmaterial, aber leider nirgends deutsch untertitelt.
 ++----

Fazit
Mehr denn je ist "The Gruesome Twosome" ein unglaublich trashiges Lewis-Filmchen voller Füllmaterial, sinnloser Handlung, schlechter Darsteller und kruder Effekte. Wenn man in Betracht zieht, dass der gesamte Film innerhalb von 6 Tagen (!!) abgedreht war, wird sicherlich auch so einiges klar. Der kaum fassbare Beginn, in welchem sich zwei Schaufensterpuppen mit Perücken wie in einem Kasperle-Theater unterhalten - einfach, weil der Film sonst zu kurz gewesen wäre -, stellt den Zuschauer ernster Horror-Kost bereits auf eine harte Probe. Auch andere Szenen erweisen sich unglaublich dreiste Inserts, wie die skurril anmutende Szene, in der eine Frau ihren Freund bezirzt, ihn anbettelt, er solle sich um sie kümmern, während er nur mit den auf dem Tisch befindlichen Nahrungsmitteln wie Chips, Obst und Bier beschäftigt ist. Während sie uns also in Kalauer-Synchro die Ohren vollheult, sieht man die ganze Zeit nur den Tisch und Hände, die darauf herumwuschen, grandios! Um es vollständig zu machen: Weiterhin finden sehr züchtige Darstellungen im Schlafraum der weiblichen Studentinnen, eine Strandparty mit etwas Tanz-Action und eine recht harmlose Duschszene Verwendung, um die wie immer sehr heftigen, drauf haltenden Gore-Sequenzen, bei denen den Mädchen der Skalp geraubt wird, etwas zu verzieren. Die Geschichte ist relativ simpel und ein wenig als Komödie angelegt, denn eine ältere Dame und Besitzerin eines Perückenshops lockt junge Frauen auf Wohnungssuche in ihr Haus, um sie in den Keller zu bringen, wo ihr degenerierter Sohn sich um die Beschaffung bzw. Herstellung der Ware kümmert. Das Muttchen ist herzallerliebst, hat eine nicht zu übersehende Macke mit ihrem ausgestopften Schoßleoparden (treffenderweise benannt: Napoleon) und schmettert Lebensweisheiten und Sprichwörter wie ein lebender Glückskeks. Natürlich ist das Dreiergespann Mrs. Pringle, Rodney und Napoleon der eigentliche Star des Filmes und sticht die strunzdoofe Protagonistin Kathy aus, welche beim Aufschnüffeln des blutigen Gewerbes beinahe ihren Kopf verliert. Denn seien wir ehrlich: Kathy wird der Intellekt eines Vorschulkindes mitgegeben, so dass es fast schon ein Wunder ist, dass sie beim Gehen nicht über ihre eigenen Beine oder die ihres nervigen Freundes fällt.
Was aber noch viel erstaunlicher ist: Die Mischung aus billigsten Elementen konnte nicht nur damals an den Kinokassen ein beachtliches Ergebnis einspielen, sondern ist auch heut noch höchst vergnüglich anzuschauen. Möglicherweise braucht es einen Hang zum schlechten Film, vielleicht auch eine Freude daran, wie man in jeder Szene neue künstlerische Entblößungen entdecken kann, die trotz allem den typischen Charme von Lewis-Filmen tragen. Eignet sich also für jeden Lewis-Fan und natürlich auch als etwas anderes Geschenk zum Muttertag ...



Bilder der DVD




Druckbare Version
Gruesome Twosome, The
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