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JP 2004
Originaltitel:Vitâru
Länge:85:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahren
Regie:Shinya Tsukamoto
Buch:Shinya Tsukamoto
Kamera:Shinya Tsukamoto
Musik:Chu Ishikawa
Darsteller:Tadanobu Asano, Nami Tsukamoto, Kiki, Kazuyoshi Kushida, Lily, Hana Kino, Gô Rijû, Jun Kunimura, Ittoku Kishibe, Masato Tsujioka
Vertrieb:Rapid Eye Movie
Norm:PAL
Regionalcode:2
DVD-Start:29.03.2006 (Verleih) / 31.03.2006 (Kauf)



Inhalt
Der Medizinstudent Hiroshi erwacht nach einem Autounfall Im Krankenhaus. Er kann sich weder an den Unfall noch an sein früheres Leben erinnern. Nachdem ihm ein Anatomiebuch in die Hände fällt, entdeckt er erneut seine Leidenschaft für die Medizin und nimmt seine Studien wieder auf. Als die Sektion einer Leiche auf dem Stundenplan des Anatomiekurses steht, findet er sich vor dem Körper einer jungen Frau wieder. Ohne zu wissen wer da vor ihm liegt, beginnt Hiroshi, sie aufzuschneiden, und erkennt, dass mit jedem Schnitt langsam ein Teil seiner Erinnerung zurückkehrt. Fieberhaft macht er sich nun auf die Suche, in der Hoffnung, sein verlorenes Leben im Körper der toten Frau wiederzufinden.

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 Das Schwierige an diesem anamorphen Transfer ist die wechselnde Bildqualität, welche eine Bewertung sehr schwer erscheinen lässt. Zu allererst fallen die unzähligen Farbfilter auf, welche man hier eingebaut hat. So wechselt das Bild ständig zwischen einem kühlen Blau über Grün bis zu warmen Rottönen. Eine natürliche Farbwiedergabe wird uns nicht wirklich geboten. Der Kontrast ist dabei ebenfalls sehr wechselhaft ausgefallen und wartet je nach Sequenz mit einem satten Schwarzwert auf, der aber immer wieder ins Gräuliche tendiert. Weiterhin werden hin und wieder Details in dunklen Szenen verschluckt, wobei auch dies als Stilmittel anerkannt werden kann, da andere Szenen durch einen schwächeren Schwarzwert detaillierter wirken. Da dies immer mit dem Wechsel der Farbtöne zusammenhängt, dürfen wir davon ausgehen, dass dies so gewollt war. Die Schärfe ist so wechselhaft ausgefallen wie der Rest vom Bild und fällt im Detailbereich deutlich ab. Wirken die Kanten noch sehr sauber, erscheint der Transfer im Ganzen jedoch recht weich und in den Totalen teilweise etwas unscharf und verwaschen. In Nahaufnahmen wird der Transfer zwar etwas besser, aber wirklich scharf erscheint das Bild nie. Die Kompressionen arbeiten sehr sauber und geben keinen Grund zur Klage. Außerdem ist die Vorlage frei von Defekten und Verschmutzungen, was für einen asiatischen Film schon als Seltenheit gilt.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Japanisch
UntertitelDeutsch
 Soundtechnisch sollte man bei einem Drama nicht allzu viel erwarten. Daher passiert das Meiste im Frontbereich. Aber auch hier hätten wir uns etwas mehr Dynamik und Räumlichkeit gewünscht. Die Dialoge wirken etwas zu dünn und dumpf und die Effektlautsprecher werden lediglich für den Score und einige Umgebungsgeräusche ansprechend genutzt. Hin und wieder werden die Rears und der Bass etwas mehr beansprucht, wobei man hier aber lediglich von einem ordentlichen Mix sprechen kann, dem es etwas an Wucht und Druck fehlt. Die Front bleibt einfach dominant und das, obgleich es genügend Sequenzen gegeben hätte, bei dem man die Möglichkeiten eines 5.1 Mixes effektiver hätte nutzen können. Die Dialoge in der japanischen Versionen passen sich besser dem Frontbereich an und wirken klarer und natürlicher. Aber auch die gesamte Abmischung wirkt nicht mehr so gedrungen und weiträumiger als bei der deutschen Version. So bleibt der japanische Track für Liebhaber nicht nur wegen des Originaltons interessanter. Selbstverständlich lassen sich noch deutsche Untertitel hinzuschalten.
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Extras
Extras
  • Poster
  • Making of (18:47 Min.)
  • Kinotrailer (2:35 Min.)
  • Musikvideo: Coco - "Blue Bird” (6:21 Min.)
  • Weltpremiere Venedig 2004 (10:45 Min.)
  • Japan Premiere (2:46 Min.)
  • Interview mit Shinya Tsukamoto (11:05 Min.)
  • Interview mit dem Maskenbildner (10:26 Min.)
  • Trailershow:
    • Nowhere to Hide (2:29 Min.)
    • Last Life in the Universe (2:20Min.)
    • Tokyo Fist (1:43 Min)
VerpackungDigiPack
 Den Zuschauer des Bonusmaterials erwartet ein nettes kleines Making of, das nicht wie bei den meisten Hollywood-Produktionen nur aus Lobeshymnen besteht. Dass der Kinotrailer mit drauf ist, sollte natürlich selbstredend sein. Auch die Einblicke in die beiden Premieren sind interessant und bringen die symphatischen Darsteller und auch Tsukamoto dem Zuschauer näher. Zwei Interviews und eine Trailershow des Anbieters runden diese tolle Veröffentlichung ab.
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Fazit
"Vital" ist ein nicht unbedingt leicht zu verdauender Film. In sehr ruhigen Bildern, die wiederum kurzweilig in schnelle Kameraschwenks umgewandelt werden, bekommt man eine Geschichte erzählt über eine Liebe, die über den Tod hinausgeht. Dieses Drama hat eine deutliche nekrophile Grundlage. Tadanobu Asano spielt Hiroshi Takagi, einen Mann, der nach einem Autounfall ohne Gedächtnis aus dem Koma erwacht. Irgendwie erinnert er sich aber an sein Medizinstudium und so fängt er quasi da an, wo er als letztes aufgehört hat. Nicht zuletzt dank seines Vaters, der seinen Lehrer gut kennt. Nun steht der Autopsiekurs an und Hiroshi wird einer Gruppe Studenten zugeteilt sowie einer Spenderleiche. Anfangs ist es nur der weibliche Körper von irgendjemanden, doch mit jedem Schnitt, den Hiroshi an der Leiche tätig, kehrt die Erinnerung zurück bis er merkt, dass der tote Körper vor ihm seine ehemalige Freundin ist. Tadanobu Asano Ausdruck in seiner Rolle ist unglaublich realistisch. Zuerst bekommt man einen charakterlosen Mimen zu sehen, der sich immer mehr in einen neuen Menschen verwandelt. Abgerundet wird das ganze dann in Rückblenden aus Hiroshis Vergangenheit. Auch diese ist, obwohl nicht des Lebens überdrüssig, vom Tode gekennzeichnet. Man möchte leben, doch ist der Reiz des Jenseitigen sehr stark geprägt, und so werden psychische Experimente mit der totalen Atemkontrolle durchgeführt, um zu sehen wie weit man gehen kann. Shinya Tsukamoto schuf einen anspruchsvollen und auch bildgewaltigen Film, der gerade durch Tsukamotos Kameraarbeit zu überzeugen weiß. Es hat schon Vorteile, wenn man alles selbst durchführt und streng seinen eigenen Regeln folgt. Auch wenn das Ende etwas eigenwillig wirkt und nicht so richtig der Funke überspringt, hat man es hier mit einem kleinen Meisterwerk zu tun. Definitiv nicht ein Film zum schnellen ansehen, dafür prägt er sich zu sehr ins Gehirn ein und regt auch deutlich zum Nachdenken an. Schön das solche Filme eine Veröffentlichung in Deutschland bekommen, und dann noch in einer guten Umsetzung.



Bilder der DVD




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