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IT 1991
Originaltitel:Voci dal profondo
Alternativtitel:Urla dal profondo
aka. Stimmen aus dem Jenseits
aka. Voices from the Deep
aka. Voices from the Beyond
Länge:91:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Lucio Fulci
Buch:Lucio Fulci, Piero Regnoli, Daniele Stroppa
Kamera:Alessandro Grossi
Musik:Stelvio Cipriani
Darsteller:Duilio Del Prete, Karina Huff, Pascal Persiano, Lorenzo Flaherty, Bettina Giovannini, Frances Nacman, Paolo Paoloni, Sacha Darwin, Antonella Tinazzo, Damiano Azzos
Vertrieb:X-Gabu
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Giorgio Mainardi stirbt plötzlich aus unbekanntem Grund, doch den meisten seiner Familie ist das völlig egal, denn er war ein schrecklicher Mensch voller Brutalität, Gemeinheit und Egoismus. Aufgrund seines ungewöhnlichen Ablebens veranlasst man eine Autopsie. Es stellt sich heraus, dass Mainardi ermordet wurde. Aus dem Jenseits heraus nimmt er Kontakt zu seiner Familie auf, um den Mörder durch qualvolle Wahnvorstellungen zur Strecke zu bringen.

Bild
Format1.78:1 (anamorph)
NormPAL
 Für eine TV-Produktion ist das Format von 1.78:1 (nicht wie auf dem Cover mit 1.66:1 angegeben) zwar ungewöhnlich, abgeschnitten erscheint es deswegen aber nicht. Die Qualität erweist sich als nicht sonderlich toll, zum einen wegen der Vorlage bedingten Schärfe, die in Bewegungen durch Ghosting etwas verschwimmt und auch etwas detailschwach erscheint. Wenn der Opa der Familie mit milchigem Blick in die Runde schaut und deswegen die Ränder unscharf maskiert sind, ist das ok, in den restlichen Momenten erscheint mir das Material aber gern 10 Jahre älter als es tatsächlich ist. Der andere Besorgnisgrund liegt in der seltsamen Farbgebung. Die anamorphe Abtastung, die ohne sichtbare digitale Probleme kodiert wurde, scheint etwas neblig und trüb wegen überstrahlender heller Flächen und den schwächelnden Farben. Dadurch sind nicht nur die Traumsequenzen stilistisch verfremdet, sondern auch der Rest des Filmes. Einige Szenen sehen dagegen überraschend gut aus, es reicht aber noch nicht, um 4 Punkte zu erreichen. Rauschen ist nur wenig vorhanden oder zumindest nicht beeinträchtigend und Verschmutzungen findet man ebenso wenige, wobei kurzzeitige Häufungen davon auftreten.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch für nicht synchronisierte Szenen
 Sowohl die Synchro als auch die Qualität der deutschen Tonspur ist alles andere als gut. Bei den Sprechern hat man etwas gelangweilte, teils unterdurchschnittliche Personen engagiert, die den Film sicher nicht besser machen. Die Aussprache ist leise und verhalten, stark gehaucht, unrein und zischelt auch ein bisschen. Mancher Film aus den 60ern ist da kräftiger und angenehmer anzuhören. Die Musik klingt, wie der Rest, sehr dünn und wertet den Klang nicht gerade auf. Die englische Tonspur, in diesem Fall sogar das Original, klingt auch älter als man erwarten würde und besitzt eine Kernigkeit, die man von einem Früh-90er nicht erwarten würde. Da die deutsche Tonspur auf der italienischen Fassung beruht, die gegenüber der hier aufgespielten Fassung gekürzt war, fehlen kurze Übersetzungen, die nun deutsch untertitelt wurden. Diese Stückelei bringt aber auch Probleme mit sich, was besonders anhand der Trauerzeremonie nachvollziehbar wird. Die Übergänge zwischen den Sprachen erfolgen dort manchmal mitten im Dialog, was das Umschalten unerwartet macht. Auch die Musikstücke sind unterschiedlich getimt und somit gibt es auch hier harte Brüche zu hören. Glücklicherweise fällt dies nur in genannter Szene mehrfach auf, später werden die Inserts seltener. Trotzdem hätte das Label hier einfach komplette deutsche Untertitel für den englischen Ton bereitstellen sollen.
 ++----

Extras
Extras-
VerpackungGroße Hartbox
 Ein Hingucker ist das Cover der auf 666 Stück limitierten Hartbox nicht gerade und Bonusmaterial ist nicht vorhanden. Selbst die Kapitelanwahl wurde auf die einzige Menuseite gepackt.
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Fazit
Man kann sich sicherlich daran erinnern, wie einige Rezensenten Lucio Fulcis meisterlichen Interner Link"The Beyond" wegen seiner in kaum nachvollziehbarer Reihenfolge verbundenen Gewaltszenen kritisierten, die ihn von der reinen Erzählung lösten und etwas gewöhnungsbedürftig gestalteten. Während ich diese Kritik am Beispiel des 1981er Horror-Klassikers nicht nachvollziehen kann, kommt sie mir bei "Voices From Beyond" wieder in den Sinn. Denn hierbei greift er die Idee von grauenvollen Traumsequenzen wieder auf, begibt sich dabei aber inszenatorisch auf das Niveau eines Amateurs, was mir unerklärlich ist. Wie kann der Mann nur so einen grauenvollen Murks abliefern? Die fürs TV inszenierte Geschichte ist nicht nur lahm, sondern nutzt die selben Motive der im Sarg zerfallenden Leiche, die nach Aufklärung für seinen Mord um Hilfe ruft, immer und immer wieder. Zusammenhänge zwischen diesen Szenen und den vorsichtig ausgedrückt gähnend langweiligen Ermittlungsversuchen von Rosy, der ebenso hübschen wie strohdoofen Tochter des gekillten Egomanen, sind nur schwer zu finden. Die meisten Szenen entstanden wohl als Füllmaterial, um dem billigen Schrott mit all seinen unterdurchschnittlichen Darstellern und den unglaubwürdigen bzw. lachhaften Dialogen etwas zusätzliche Laufzeit zu verpassen. Während man sich am Anfang noch über die garstige Familie freut, welche das frühe und qualvolle Ableben ihres Giorgios begrüßen und sich nun wie die Geier um die Erbschaft streiten, und man dem Blondchen am liebsten mit einem Hammer das Brett vor dem Kopf abnageln möchte, reihen sich ab etwa der Hälfte nur noch unheilvolle Visionen aneinander, in welchen entweder die Feinde des Toten verfolgt werden oder Hinweise über den Mord ausgetauscht werden. Ein sehr kurzes Wiedersehen mit Zombies wird geboten - wohl wie alle SFX-Szenen ein Zugeständnis an die Fans vergangener Tage -, die Make-Up-Effekte für die Leiche sind ganz gut (wenn auch trashig) und die Autopsie zu Beginn hält den Gore-Fan auch etwas bei Laune, aber es gibt nun mal rein gar nichts, was das alles zusammenhält. Besonders der schreckliche Score verwandelt jegliche Anwandlung von Atmosphäre in ein missglücktes Unterfangen. Auch die Naivität, die die Geschichte an den Tag legt, gleicht einer Beleidigung gegenüber dem Zuschauer, der nun wirklich etwas mehr verlangt als diese spannungslose Geister-Mär.
Die DVD von X-Gabu enthält nun, nachdem bereits zwei deutsche DVDs des Titels erschienen waren, die ungekürzte Fassung, wobei jene Szenen den Film weder blutiger noch besser gestalten. Stattdessen muss man sich selbst als Fulci-Fan eingestehen, dass von seinem Talent in diesem schludrigen Werk nicht viel zu erkennen ist. Das Publikum, welches mit dem italienischen Genre-Film generell seine Berührungsängste hat, sollten gleich ganz die Finger von diesem lapidaren Schnellschuss lassen und sich etwas weiter zurück in die 70er und 80er Jahre vorarbeiten, auf die der reißerische Unterton des Covertextes durchaus zutrifft.



Bilder der DVD




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Voices From Beyond
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