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UK 1979
Originaltitel:Scum
Alternativtitel:Scum - Abschaum
Länge:92:27 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Alan Clarke
Buch:Roy Minton
Kamera:Phil Meheux
Darsteller:Ray Winstone, Mick Ford, Julian Firth, John Blundell, Phil Daniels, John Judd, Philip Jackson, Peter Howell, John Grillo, Ray Burdis, Alan Igbon, John Fowler, Bill Dean, P.H. Moriarty, Nigel Humphreys, Philip DaCosta
Vertrieb:I-On New Media
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:24.11.2006 (Verleih) / 09.11.2006 (Kauf)



Inhalt
Carlin, Angel und Davis, drei jugendliche Straftäter, werden in die berüchtigste Erziehungsanstalt Großbritanniens verlegt. Dort herrscht ein brutales System, das von der Gewalt der Wärter und der Insassen untereinander genährt wird. Carlin erkennt, dass es nur einen Weg für ihn gibt, um in diesem Höllenloch nicht unterzugehen: Er kämpft sich in der Hierarchie der Gefangenen nach oben und wird schließlich zum "Daddy", dem großen Anführer. Doch an der Spitze angekommen, will Carlin nicht einfach nur seine Zeit absitzen, sondern das System innerhalb der Gefängnismauern zerschlagen. Ein blutiger Gefangenenaufstand nimmt seinen Lauf ...

Bild
Format1.78:1 (anamorph)
NormPAL
 Das Bild ist zwar anamorph, aber nicht unbedingt ein Genuss beim Ansehen. Die Farben beispielsweise sind deutlich verblasst und haben einen starken Grünstich. Auch mit der Schärfe kann man nur bedingt zufrieden sein, denn die Optik ist ganzheitlich etwas weich. Defekte trägt die Vorlage nicht viele, das Alter ist an den anderen Faktoren aber trotzdem deutlich erkennbar und lässt an vielen Stellen einen Farbabgleich und eine Nachschärfung vermissen.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (En)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Will uns das Label mit der Dolby Digital 5.1-Spur etwa veralbern? Das Signal ist nicht mal Stereo würdig und die Qualität auch nicht konkurrenzfähig. Die Tonspur macht dem Alter entsprechend einen dünnen, nicht sehr klaren Eindruck. Der englische O-Ton erklingt da sauberer und erscheint mir auch etwas breiter angelegt, sodass man hiermit weitaus besser als mit der dumpfen Synchro bedient ist. Man hat sogar stellenweise den Eindruck, dass der O-Ton, welchen man mit deutschen Untertiteln anschauen kann, die Zeit ganz gut verkraftet hat und deshalb kaum Rauschen enthält.
 ++----

Extras
Extras
  • Trailer (1:04 Min.)
  • Trailer 2 (2:17 Min.)
  • Trailershow:
    • Blood & Bones (1:53 Min.)
    • Casshern (1:59 Min.)
    • Cutie Honey (1:59 Min.)
    • Deep Water (1:52 Min.)
    • Frozen Land (1:31 Min.)
    • Mysterious Skin (2:03 Min.)
    • Matando Cabos (2:21 Min.)
    • Shinobi (1:53 Min.)
    • The Heart Is Deceitful Above All Things (2:19 Min.)
    • Vares (1:38 Min.)
VerpackungKeepCase
 An Extras wurden zwei Originaltrailer beigesteuert und das Menu ist natürlich wieder in animiert.
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Fazit
Es nicht verwunderlich, dass die BBC 1977 die damalige TV-Erstproduktion dieses Stoffs, vom gleichen Regisseur wie "Abschaum" und mit großen Übereinstimmungen bei den Darstellern gedreht, zurückhielt, denn "Abschaum" begibt sich nicht auf die Unterhaltungsschiene, sondern schildert von der ersten Minute an die Folgen, die eine Jugendbesserungsanstalt auf ihre "Kundschaft" hat. Dabei bezieht Regisseur Clarke nicht nur ganz klar Position gegen das damalige Justizsystem, sondern vor allem gegen die Methoden, mit denen junge Menschen scheinbar resozialisiert werden sollten. Die unmenschlichen Bedingungen erwirken eher das Gegenteil und formen aus den Männern bzw. teils noch Kindern durch Unterdrückung, Erniedrigung und Misshandlung nur umso mehr Randexistenzen. Religiöser Eifer und harte Bandagen durch die Wärter sowie ein Machtgerangel und Rassismus unter den Häftlingen lassen die Frage aufkommen, ob die erzielte Fehlleitung vielleicht noch verheerender ist als all das, was im freien Leben auf die Menschen einwirken könnte. Das totale Versagen wird nicht nur klar an Individuen aufgezeigt, die am militärischen Drill und der Isolation zerbrechen, sondern in Form der Gefängnispsychologin zusätzlich personifiziert, welche weltfremd die größten Probleme ihrer Patienten übersieht und sich sprichwörtlich die rosa Brille aufsetzt. Trotz überwiegend junger Darsteller gelingt es dem Film ungemein gut, die Wut und die Enttäuschung auszudrücken, die sich aufstaut und sich gelegentlich in Gewaltausbrüchen entlädt. Clarke legt sichtlich Wert drauf, dass jene Szenen, beispielsweise eine Vergewaltigung oder ein Suizidversuch, ihre volle schockierende Wirkung auf den Zuschauer entfalten können, ohne die Anspannung und Atmosphäre zu häufig lösen zu müssen. So entwickeln sich neben dem Protagonisten, der sich vom Einzelgänger zum brutalen Gangführer wandelt, und einem Intellektuellen, der seine Überlegenheit sehr geschickt auszudrücken weiß, noch eine Menge anderer Nebenfiguren, die dem Zuschauer relativ schnell nahe gebracht werden. Später wurde diese filmische Tradition in Klassikern wie "Sleepers" oder Interner Link"Die Verurteilten" fortgesetzt und wem dort etwas für seinen Geschmack geboten wurde, der darf blind bei "Abschaum" zugreifen. Auch wenn es hier mitunter etwas härter und schroffer zugeht, weil der Film fast dokumentarische Wirkung erzielt.



Bilder der DVD




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