Der Amateurfilm lebt und hat deutlich Hochkonjunktur. Aber gerade hier muss man die Spreu vom Weizen trennen. Die meisten Filme können getrost vergessen werden und sind es nicht würdig das man auch nur einen Cent in diese steckt. Doch diesmal ist dem jungen Regisseur Marc Rohnstock mit seinem Debütfilm "Dungeons of Evil" etwas gelungen, was anderen Jung- bzw. Amateurfilmern meistens nicht gelingt: Der Film funktioniert und macht sichtlich Spaß beim ansehen. Die Handlung ist nicht wirklich der Rede wert und man möchte hauptsächlich viel Blut und Gewalt zeigen. Dass natürlich nicht alles perfekt sein kann, sollte direkt gesagt sein, hier z.B. die Farbe und Konsistenz des Blutes oder mal eine zu lange Kameraeinstellung. Bitte bei der nächsten Produktion etwas schneller sein, gerade was die Gore und Splatterszenen betrifft, denn zu langes draufhalten könnte auf Dauer ermüdend wirken. Hier hätte man trotz der Laufzeit von nur 70 Minuten nochmals, gerade in den Effektszenen, etwas schneiden können, um die Handlung zu straffen. Aber ansonsten passt alles wunderbar und fügt sich zu einem Ganzen. Die Darsteller, welche gerade in Amateurproduktionen meistens aus dem Freundeskreis gecastet werden und sichtlich Mühe haben, ihren Rollen etwas wie einen Charakter einzuhauchen, können hier deutlich überzeugen. Gerade die ersten 10 Minuten im Dungeon vermitteln ein richtig schönes Schauergefühl und sind vom Regisseur mit der Kamera super eingefangen worden. Auch mit dem Soundtrack hat man sich sichtlich Mühe gegeben und dieser kann mit dem Geschehen im Film nochmals punkten. Dass der Film aus vielen Zitaten anderer Filme besteht, ist kein Beinbruch, da verhältnismäßig gut geklaut wurde, aber auch genug eigene Ideen in die Produktion eingeflossen sind. Entstanden ist der Film im Übrigen an 16 Drehtagen von April bis August 2004 und gedreht wurde auf Mini-DV. Man darf also gespannt sein was uns mit dem angekündigten "Graveyard Of The Living Dead" erwartet, in dem Marc Rohnstock sogar Timo Rose überzeugen konnte mitzuspielen. Kurzum ein gelungenes Debüt mit einigen Schwächen. Nur wie schon gesagt handelt es sich um eine Amateurproduktion, dies bitte unbedingt beachten. Story- und produktionstechnisch aber besser als der neueste Versuch, einen "Violent Shit" zu drehen. Alle Gorehound werden zudem sichtlich ihre Freude haben wenn im Dungeon die Post abgeht. Marc weiter so Du bist auf dem richtigen Wege.
Für alle Käufer der DVD sei noch angemerkt, dass es sich nicht um eine gepresste Scheibe handelt.
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