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FI 2006
Originaltitel:Paha maa
Länge:127:30 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Aku Louhimies
Buch:Aku Louhimies, Jari Rantala, Paavo Westerberg, Leo Tolstoy
Kamera:Rauno Ronkainen
Darsteller:Jasper Pääkkönen, Mikko Leppilampi, Pamela Tola, Petteri Summanen, Matleena Kuusniemi, Mikko Kouki, Sulevi Peltola, Pertti Sveholm, Samuli Edelmann, Saara Pakkasvirta, Pekka Valkeejärvi, Susanna Anteroinen, Niklas Hellakoski, Emilia Suoperä, Jonathan Kajander, Paavo Westerberg, Zoja Sazonov
Vertrieb:I-On New Media
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Ein Computerhacker, der von einem Einbruch in eine Datenbank träumt. Seine schwangere Freundin, die dagegen von einer Hochzeit träumt. Ein Lehrer, der seinen Jobverlust durch Alkohol zu ertränken versucht und ein Ausreißer, der mit einem gefälschten 500 Euro Schein eine Kettenreaktion auslöst, die nicht nur diese Personen in ein verhängnisvolles Chaos stürzt, sondern auch jeden um sie herum.

Bild
Format1.78:1 (anamorph)
NormPAL
 Kalte und düstere Färbungen charakterisieren diese Produktion. Dabei kommt oft ein gelblich-grünlicher Filter zum Einsatz und der Kontrast wurde gleichfalls mit sehr kräftigen Schwarzwerten versehen. Das anamorphe Bild ist frei von Verschmutzungen, zeigt kein Rauschen, erreicht die 4 Punkte aber nur grad so. Denn die Schärfe wurde scheinbar nicht komplett überarbeitet. So passiert es, dass sich unter gut aussehenden Aufnahmen auch mal Unschärfe breit macht. Sowohl Konturen als auch Details erscheinen dann weniger plastisch. Das scheint aber das einzige ernsthafte Problem dieses Transfers zu sein, der sonst einen guten Eindruck macht.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Finnisch
UntertitelDeutsch
 Es hätte vollkommen ausgereicht, den Ton nur in Stereo aufzuspielen, selbst der finnische O-Ton hat nicht mehr zu bieten als eine klar verständliche Wiedergabe auf der Front mit seltenen und dann auch nicht wirklich intensiven Musikeinspielungen über die Rears. Die deutsche Fassung wurde bis auf wenige Stimmen gut synchronisiert und versucht, die vorderen Boxen künstlich noch etwas auf die hinteren Lautsprecher zu zwängen, was nicht unbedingt eine Verbesserung mit sich bringt. Da bei "Frozen Land" ohnehin nur die Dialoge eine Rolle für den Ton spielen, sind drei Punkte als "gut" zu verstehen. Die deutschen Untertitel übersetzen die Originalspur, was uns einige neue Informationen über die wirklichen Dialoge (teilweise im Deutschen etwas vom Sinn ab) bietet, aber auch Probleme beim gleichzeitigen Hinzuschalten der deutschen Tonspur führen kann. Dort ist das Timing der Sprecher nämlich oft komplett anders.
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Extras
Extras
  • Wendecover
  • Making Of (29:12 Min.)
  • Deleted Scenes (29:12 Min.)
  • Trailer und TV-Spots (2:32 Min.)
 Das Making Of ist mit all seinen Interviews, bei denen die Darsteller auf einer bequemen Couch Platz nehmen und im Hintergrund Filmszenen abgespielt werden, sehr gelungen. Zwischendrin kommen natürlich auch die Macher zu Wort und es werden Aufnahmen vom Drehort gezeigt. Noch eine halbe Stunde mehr an Extras bieten die Deleted Scenes. Wer den Film mochte, kann hier noch einiges mehr an Tiefe in den Figuren entdecken, die aus Straffungsgründen vielleicht etwas oberflächlich behandelt worden. So lernt man beispielsweise das Schicksal des Chefs des Autohauses kennen, was noch mehr unterstreicht, dass in der Welt von "Frozen Land" keinerlei Unbescholtene existieren. Sämtliche Extras liegen im Originalton mit deutschen Untertiteln vor. Das Cover ist in zwei Varianten aufgedruckt und kann je nach Wunsch gewendet werden.
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Fazit
- "Die Welt ist ein großes Netzwerk." (Isto Virtanen)

Erdrückend und niederschmetternd! Dieser Eindruck stellt sich nach 5 Minuten ein und der Verdacht, hier etwas stilistisch Ähnliches wie den genialen Interner Link"Elevenfourteen" serviert zu bekommen, weicht schnell der Gewissheit, dass hier kein reines Unterhaltungskino aufgefahren wird, sondern ein soziales Drama, von der Idee her schon ähnlich "Elevenfourteen", sonst aber eher tief bewegend wie beispielsweise Interner Link"21 Gramm". Die Frage, wo man die tiefsten Abgründe der Zwischenmenschlichkeit wohl filmisch ergründen könnte, ist schnell beantwortet: Finnland, nordische Region ewiger Kälte und hier auch dargestellt als Land voller Trauer, als ob sich die Natur als Depression in den Gemütern der Menschen widerspiegelt. Klingt vorerst vielleicht etwas langweilig, aber die vielen Filmpreise, die "Frozen Land" im europäischen Raum abräumen konnten, lügen nunmal nicht. Die Geschichte beginnt fast harmlos, wie ein Lehrer seiner Klasse kürz vor der Pause noch Aufgaben mit auf den Weg gibt, geht aber bereits in den Folgeminuten hart an die Nieren: Aufgrund mangelnder Finanzen des Bildungsinstituts (huch, woher kenn ich das ....?) wird dem stets tüchtig hervorstechenden Herrn seine Kündigung überbracht. Das Bestürzen über diese Nachricht wird dem Zuschauer unglaublich nah und intensiv präsentiert: Im Gesicht des Entlassenen steht gleichfalls Entsetzen, Angst und Fassungslosigkeit geschrieben und die Welt um ihn herum wird plötzlich stumm, während sie über ihm einbricht. Diese Stimmung zieht sich fortan motivisch durch die folgenden zwei Stunden und ist nur der Beginn einer Reihe von zerbrechenden Existenzen, eingeleitet durch dieses Schlüsselereignis. Die Stärke von "Frozen Land" liegt nicht nur bei den Darstellern, die es schaffen, innerhalb der kurzen, ihnen zugesprochenen Zeit ihr Schicksal zu offenbaren, sondern besonders im Aufbau der kausalen Kette. Keine wilden Zufälle stürzen den beinahe trockenen Alkoholiker zurück ins Verderben, kein fingiertes Drehbuch muss die Tragödie einer Familie in Gang setzen, denn es sind fast schon banale Taten anderer, die diese Situationen anstoßen und damit das Unglück anziehen. Es muss auch nicht nachgeholfen werden, damit der Kreis zwischen all den Charakteren sich letztlich schließt, es sind glaubwürdige Konsequenzen. Und das macht "Frozen Land" vielleicht noch nachhaltiger in seiner Wirkung auf den Zuschauer, der vom schwarzen Humor (siehe Cover) wahrscheinlich ebenso wenig mitbekommen wird wie ich. Die Finnen haben's echt drauf, ich bin schier beeindruckt!



Bilder der DVD




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