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BE, FR, LU 2004
Originaltitel:Calvaire
Alternativtitel:Ordeal, The
Länge:87:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Fabrice Du Welz
Buch:Fabrice Du Welz, Romain Protat
Kamera:Benoît Debie
Musik:Vincent Cahay
SFX:Alain Couty
Darsteller:Laurent Lucas, Jackie Berroyer, Philippe Nahon, Jean-Luc Couchard, Brigitte Lahaie, Gigi Coursigni, Philippe Grand'Henry, Jo Prestia, Marc Lefebvre, Alfred David, Alain Delaunois, Vincent Cahay
Vertrieb:I-On
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Eine Autopanne in einem abgelegenen Waldstück zwingt den herumtingelden Sänger Marc Stevens (Laurent Lucas) die Nacht im Hotel eines gewissen Bartel (Jackie Berroyer) zu verbringen, einem mehr als seltsamen Kauz. Doch schon bald muss Marc feststellen, dass nahezu alle Personen in der Umgebung dieser Absteige sehr seltsame Wesenszüge an den Tag legen. Als Bartel ihm eröffnet, dass er mitnichten ein einfacher Gast ist, sondern sein Gefangener, beginnt für Marc eine Zeit gewalttätiger Grausamkeit. Denn um an das heranzukommen, was der mysteriöse Hotelbesitzer in dem Entertainer vermutet, bedarf es einer besonderen Foltermethodik ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Das Budget grenzt die Möglichkeiten ein, den Film auf DVD in herausragender Qualität vorzuführen. Die Bildschärfe erreicht maximal gutes Niveau, ist in den meisten Fällen aber etwas darunter angesiedelt. Sowohl Konturen als auch Details scheinen nicht ganz auf dem Stand der Zeit zu sein. Wobei hier nicht selten deutliche Unterschiede zwischen den Szenen auszumachen sind, was insbesondere die Farben betrifft. Hier entwickelt sich zumeist ein kühles, durch den harten Kontrast etwas grelles Bild mit vielen Schatten. Das ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, spricht aber nicht gegen die DVD oder gar den Film. Nur das Rauschen gestaltet sich noch etwas seltsam, denn einige Szenen sind stark grieselig, während sich in anderen die Ausmaße einer Filterung durch leicht schwammige Bewegungen äußern. So richtig kann ich mich nicht für eine Wertung zwischen 3 und 4 Punkten entscheiden., weil aber die düsteren Szenen überwiegen, die etwas abfallen, gibt es nur 3, auch wenn die Kompression wahrlich gut arbeitet.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 Der 5.1-Ton ist kein Surround-Wunder, sondern vielmehr ein gut aufgerüsteter Stereoton mit ein paar wenigen, dann aber bemerkenswerten Effekten und dem zusätzlichen Klangvolumen des Subwoofers, den man an ausgewählten Stellen deutlich heraushört. Die meiste Zeit über bleibt das Geschehen, wohl mangels Filmmusik, an der Front kleben und entwickelt wenig Dynamik, aber umso mehr freut man sich über kleinere Einlagen der Rear Speaker. Hat mir insgesamt gefallen, weil auch keinerlei Makel im direkten Klang zu finden sind, die Abmischung oder Synchronisation betreffen könnten. Für Freunde des O-Tons liegt dieser als französischer 5.1-Track mit ähnlichen Eigenschaften und deutschen Untertiteln bei.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar (1:49 Min.)
  • Making Of (27:00 Min.)
  • Trailer (1:49 Min.)
  • Trailershow:
    • Aro Tolbukin: In The Mind Of A Killer (2:00 Min.)
    • Blood & Bones (1:53 Min.)
    • Deadly Outlaw Rekka (1:19 Min.)
    • Frozen Land (1:31 Min.)
    • Memories Of Murder (1:55 Min.)
    • Preacher - Der Haschpapst (1:50 Min.)
    • Severed - Forest Of The Dead (1:16 Min.)
    • The Heart Is Deceitful Above All Things (2:19 Min.)
VerpackungKeepCase
 Der Audiokommentar hat mir ebenso wie das Making Of ausgesprochen gut gefallen, weil Fabrice Du Welz ein sehr redseliger, sympathischer Zeitgenosse ist, der jede Szene hinterfragt, seine Vorbilder stolz preis gibt und mir den Film in vielen Punkten noch ein Stück näher bringt. Das Making Of schlägt in die selbe Kerbe, zeigt Probeaufnahmen der Darsteller und auch ausführlich die Arbeit am Set, welche dann leider bei der deutschen Untertitelung ausgespart wird. Zuletzt bietet man uns noch den Trailer und eine Trailershow an.
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Fazit
Grad die Franzosen zeigen, dass das Backwood-Genre ganz und gar nicht tot ist, vielmehr aber für sattsam Tote sorgt. Da das europäische Kino sicher immer schon etwas besonders verhielt, greift "Calvaire" diese Tradition auf und präsentiert einen trockenen, überraschend runden und beeindruckenden Psycho-Terror ganz ohne Teenies und Partylaune. Die vorerst mit dem deutschen Interner Link"Con Game" gleich ziehende Geschichte um einen ländlich Gestrandeten, der erst freundlich auf einem Bauernhof aufgenommen wird, aber später merkt, dass in dieser Abgelegenheit die Gastfreundschaft und Menschlichkeit längst einem Vorhof zur Hölle gewichen ist, entwickelt sich zu einem kantigen, unangenehm intensiven Terror-Streifen, der trotz weniger Kunstblut als ähnlich geartete Produktionen doch deftig in Mark und Bein geht. Der hilfsbereite Pensionsbesitzer Bartel nutzt jede Täuschungsmöglichkeit, um die Kontaktmöglichkeiten seines Gasts zu unterbinden und er überschreitet schon bald die Linie der Privatsphäre seiner leichten Beute, des Künstlers Stevens. Die Psychose Bartels, der nie über die Trennung von seiner (imaginären) Frau hinweg kam, mag anfangs noch belustigend sein, doch bald wird daraus eine bittere Angelegenheit für Stevens, der diese Rolle einnehmen soll. Eindringlich wird davor gewarnt, das Dorf zu betreten, doch beim Streifzug durch die Wälder stößt Stevens auf die Dorfbewohner, die sich mit ihrem Vieh vergnügen. Doch was in anderen Filmen durchaus für Lacher angedacht ist, bleibt hier unangenehm bedrückend und ernst, denn die Backwood-Komik der kauzigen Gemeinde, einer reinen Männerdomäne, verhallt in der Stille der umliegenden, winterlichen Wälder. Es sind dann nicht etwa Effektszenen, die "Calvaire" so gefällig gestalten, sondern die makabren, extrem befremdlichen Momente, mit der der Regisseur die eingeschworene Gemeinde auf ihrem schmalen Grat zwischen bemühter Normalität und kompletten Wahnsinn beschreibt. Bilder wie jene in der Bar, als sich eine seltsame Tanzgruppe zusammenfindet oder die schwindlige Kamerafahrt durch die Dreierrunde am Weihnachtsabend werden sich einprägen, denn wo sonst sieht man Derartiges unkommentiert und völlig ohne musikalische Einmischungen? Also, nur keine Berührungsängste mit "Calvaire", hier lohnt sich ein Blick.



Bilder der DVD




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