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UK, USA 1997
Originaltitel:Event Horizon
Länge:92:01 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Paul Anderson
Buch:Philip Eisner
Kamera:Adrian Biddle
Musik:Michael Kamen, Orbital, Prodigy
SFX:AMX Studios, Cinesite, Mass. Illusions
Darsteller:Laurence Fishburn, Sam Neill, Joely Richardson, Kathleen Quinlan, Sean Pertwee, Jason Isaacs, Peter Marinker, Jack Noseworthy
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Wir schreiben das Jahr 2045. Einige Jahre zuvor verschwand das Forschungsraumschiff "Event Horizon" spurlos. Jetzt wurde ein Signal empfangen und die amerikanische Raumfahrtbehörde reagiert sofort. Ein kompromißloser Captain (Laurence Fishburne), seine Elite-Crew und der Konstrukteur des vermißten Raumschiffs (Sam Neill) werden auf die Suche nach der Quelle des Signals geschickt. Ihr Auftrag: den Mega-Raumkreuzer zu finden und zu bergen. Was sie finden, ist unvorstellbarer Terror. Was sie retten müssen, ist ihr Leben. Denn irgendjemand oder irgendwas wartet nur darauf, sie in eine neue Dimension unvorstellbaren Schreckens zu stoßen.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Der anamorphe Widescreen-Transfer wird hier als "digital remastered" angegeben. Doch wie soll man etwas verbessern, was schon damals kaum zu toppen war? Diese Frage wird ein in Kürze folgender Bildvergleiche beantworten, wobei bereits gesagt werden sollte, dass bei der neuen Abtastung auf die Farbfilter von damals verzichtet wurde, was unter Fans recht zwiespältig aufgenommen wird. Doch abgesehen von dieser "kleinen" Änderung, welche vom Regisseur so gewollt war, schliddert "Event Horizon" auch diesmal wieder haarscharf an der vollen Punktzahl vorbei.
Paramount hat nahezu alles richtig gemacht. Die satten und kräftigen Farben wirken immer sehr harmonisch und nie überladen. Selbst der Kontrast liefert hier Referenzwerte ab und offenbart nahezu jedes noch so kleinste Detail, wurde absichtlich hin und wieder etwas hart gewählt, wartet dafür mit einem exzellenten Schwarzwert auf. Auch die Schärfe befindet sich auf einem hohen Niveau - das Bild wirkt meist sehr plastisch und detailliert, überzeugt mit einer hervorragenden Kantenschärfe und lediglich die dezent eingesetzten Rauschfilter schmälern die Detailschärfe ein wenig und lassen somit einige Szenen eine Spur zu weich wirken. Dies und das immer noch leicht vorhandene Grieseln im Hintergrund sorgen auch dafür, dass wir schlussendlich keine volle Punktzahl vergeben können. Die Kompressionen arbeiten jedoch absolut sauber und die hin und wieder auftauchenden Defekten in Form von dezenten weißen Punkten trüben den Sehgenuss zu keinem Zeitpunkt.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Türkisch
 Die damalige Soundabmischung zog uns ja schon förmlich die Schuhe aus - dies hat sich auch bei der Neuabmischung nicht geändert, außer dass der Dolby Digital 5.1 Mix Gesellschaft in Form einer DTS-Spur bekommt.
Der deutsche Dolby Digital Track überzeugt vor allem durch die Vielzahl an direktionalen Effekten, welche in "Event Horizon" in jeder erdenklichen Form mehr als perfekt ausgenutzt werden. Dabei sind es nicht einmal die gut platzierten Surroundeffekte, welche vor allem in den Schocksequenzen das Publikum aus den Sesseln hieven. Die gut portionierten und sich nahezu ständig im Einsatz befindenden Umgebungsgeräusche, Geisterstimmen und nicht zuletzt der atmosphärische Score tragen dazu bei, dass "Event Horizon" auch nach 10 Jahren noch ein wahres Sounderlebnis ist und sich nicht hinter aktuellen Produktionen zu verstecken braucht. Das kann sie ja auch gar nicht, denn der druckvolle Tiefenbass sorgt schon allein dafür, dass die Wände zu zittern beginnen und stets im richtigen Moment die Atmosphäre des Filmes unterstrichen wird. Die englische Version klingt noch eine Spur voluminöser, verliert jedoch in der Dialogwiedergabe, da die Stimmen hier etwas zu dumpf wirken, was in der deutschen Fassung nicht der Fall ist. Der DTS-Track klingt eine Spur dynamischer und vor allem druckvoller als die Dolby Digital-Fassung. Beide unterscheiden sich ansonsten aber nicht voneinander. Optional lassen sich deutsche, englische und auch türkische Untertitel hinzuschalten.
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Extras
Extras
  • 16seitiges Booklet
  • aufwendige Sonderverpackung (limitert auf 5000 Stück)
Disc 1: Hauptfilm
  • Audiokommentar mit Regisseur Paul Anderson & Produzent Jeremy Bolt
Disc 2: Bonusmaterial
  • Das Making of Event Horizon (103:03 Min., 5teilig):
    • 1. In den Rachen der Dunkelheit (14:57 Min.)
    • 2. Der Körper de Biestes (22:50 Min.)
    • 3. Liberate Tutume Ex Infernis (19:56 Min.)
    • 4. Analyse der Hölle (18:42 Min.)
    • 5. Der Schoß der Angst (26:38 Min.)
  • Geheimnisse:
    • Entfernte Szene "Briefing" (2:49 Min.)
    • Erweiterte Szene "Medizinische Station" (0:55 Min.)
    • Erweiterte Szene "Der brennende Mann" (6:20 Min.)
  • Die Ungesehene Event Horizon:
    • Nicht gefilmte Rettungsszene (2:57 Min.)
    • Konzeption der Kunst (3:53 Min.)
  • Punkt ohne Wiederkehr:
    • Der sich drehende Korridor (1:54 Min.)
    • Versammlung der Crew (1:16 Min.)
    • Das Filmen von Kabeln (1:38 Mn.)
    • Das innere Dunkel (3:29 Min.)
  • Original Kinotrailer (2:21 Min.)
  • Videotrailer (1:48 Min.)
 Musste man sich bei der Erstauflage lediglich mit einem Trailer zufrieden geben, spendiert Paramount diesmal einen ganzen Batzen an Zusatzmaterial. Neben dem beiliegenden Booklet, mit 16 Seiten an Hintergrundinformationen zum Film, finden wir auf der Hauptfilm-Disc einen Audiokommentar mit Regisseur Paul Anderson und Produzent Jeremy Bolt. Dieser wurde wie der gesamte Rest des Bonusmaterials von Paramount mit deutschen Untertiteln versehen. Leider halten die beide nur wenig Infos für uns parat und geben sich recht redefaul. Mal hier ein Kommentar, mal da eine Bemerkung - alles sehr trocken und kaum unterhaltsam. Zudem erzählen die beiden ständig, was sie hätten besser machen können, wenn da nicht die Zensur, das Studio oder die liebe Zeit dazwischen gefunkt hätten. Damit sich das Anhören lohnt, müsste dieses Feature wesentlich lockerer und flotter sein, aber so macht es kaum wirklich Spaß.
Auf der zweiten DVD finden wir zu Beginn ein fünfteiliges, knapp 103 Minuten langes Making of, welches Extra für die Special Edition produziert wurde und eine Menge an Hintergrundinformationen für sein Publikum bereit hält. Hier sprechen Cast & Crew sehr ausführlich über den Film und dessen Produktion, geben dabei umfangreiche Auskünfte über Kameraarbeit, Special Effects, Set-Design etc. Auch die Schwierigkeiten, mit denen das Team während des Drehs zu kämpfen hatten, sowie der Druck des Studios werden hier erläutet. Leider gibt es kaum Einblicke hinter die Kulissen, sondern meist nur kurze Fragmente aus dem fertigen Film zu sehen. Unter "Geheimnisse" finden wir drei geschnittene bzw. erweiterte Szenen mit optionalem Kommentar von Paul Anderson. Hier sehen wir auch ein paar Sequenzen der herausgeschnittenen Höllenszenen, für die Andersons Team um die halbe Welt Reisen mussten, um diese schlussendlich in einer alten Salzmine in Rumänin zu finden. Eigentlich schade, dass das Material damals nicht vernünftig gelagert wurden, sonst hätten wir heute wahrscheinlich die Unrated-Version auf DVD gehabt.
Unter dem Punkt Die ungesehene Event Horizon finden wir frühe Storyboardskizzen und Bilder des Produktionsdesigns, welche von Regisseur Paul Anderson dokumentiert werden. Zum Schluss finden wir neben dem Original Kino- und Videotrailer, noch das 4teilige Featurette Punkt ohne Wiederkehr, bei dem Anderson die vier Minidokus mit Einblick in die Dreharbeiten kommentiert.
Wie wir sehen, lassen die Extras kaum zu wünschen übrig, auch wenn wir uns zusätzlich noch Artwork-Bilder, mehr Interviews, sowie deutlich mehr Einblicke hinter die Kulissen gewünscht hätten. Beim Audiokommentar hätte man sich auch mehr Mühe geben können, denn die beiden Schlaftabletten Anderson und Bolt machen das Ganze nicht sonderlich interessant. Dafür knallt uns Paramont im Gegensatz zur einfachen Doppel-DVD-Edition aus den USA eine wirklich fantastische Box vor den Latz. Die stabile und detailliert aufbearbeitete Kunststoffbox mit aufklappbarem Oberteil wurde an allen Ecken und Kanten liebevoll designt und enthält zusätzlich ein Digipack in CD-Größe, in der sich die beiden DVDs und das Booklet befinden. Umschlungen wird dieser noch von einer durchsichtigen Plastikhülle, bei der wir uns noch den "Event Horizon"-Schriftzug gewünscht hätten.
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Fazit
Böse Zungen nennen Paul W. Anderson den Uwe Boll der Vereinigten Staaten und machen im Vorfeld alles schlecht, was aus dem Hause Anderson kommt. Egal ob sein Spielfilm-Debüt "Shopping", seine trashige, aber durchaus spaßige Gameverfilmmung Interner Link"Mortal Kombat", seine etwas glatte Version des Zombiehorrors Interner Link"Resident Evil" oder der äußert gelungene Interner Link"Alien vs. Predator", Anderson wird von jeher stark kritisiert und meiner Meinung sogar recht unfair behandelt. Er macht weiß Gott keine Meisterwerke, liefert aber solide und vor allem unterhaltsame Actionkost ab, bei der er immer wieder beweist, dass er sein Handwerk versteht, sich aber lieber Hilfe beim Schreiben der Drehbücher holen sollte. Auch "Event Horizon" spaltete er das Publikum in zwei Lager, erntete bei diversen Festivals große Anerkennung und war in der ersten Fassung ein Dorn im Auge der Studios, die Andersons Version von "Shining" im Weltall für zu brutal hielten. Hier hieß es dann kürzen und glätten, bis das Studio zufrieden war. Am liebsten hätte man bei Paramount ja eine PG-13-Variante, also eine Kinderversion gehabt, gegen die sich aber das komplette Team sträubte, denn eine Geistergeschichte, wie sie in "Event Horizon" erzählt wird, ist keine Gute-Nacht-Geschichte für Kinder.
Dabei ist die Story um ein Forschungsschiff, welches durch Dimensionskrümmung innerhalb kürzester Zeit lange Strecken zurücklegen kann und dabei direkt in der Hölle landet, nicht sonderlich originell, wartet dafür aber mit einem verdammt gruseligen Setting auf, sowie einem bombastischen Score, der das Publikum uneingeschränkt in dessen Bann zieht und so schnell nicht mehr los lässt. Die Hölle tut sich auf und verwandelt die Event Horizon in einen fliegenden Sarg, bemächtigt sich deren Insassen und lässt sie ganz Interner Link"The Shining"-like in besessene Psychopathen verwandeln, welche sich schlussendlich fast selbst umbringen, vornweg Sam Neil (Interner Link"Vergessene Welt") als Schöpfer der Event Horizon.
Besessen von Wahnvorstellungen wird er zum Fleisch gewordenen Todesboten der Horizon und setzt Laurence Fishburnes Crew ordentlich bei. Nicht nur, dass jeder mit seinen eigenen Schreckensvisionen, sowie den eigenen Ängsten zu kämpfen hat, nein, Dr. Weir wandelt durch die düsteren Gänge seines Raumschiffes und treibt ein böses und blutiges Spiel mit dem Rescue & Escape Team. Abgesehen von der beklemmenden Atmosphäre, welche in erster Linie an Interner Link"Alien" erinnert, die aufwendigen Kulissen und hervorragenden Leistungen der Darsteller, sind es vor allem die harten Schockmomente, sowie die rasanten Schnitte, die Andersons Science Fiction-Horror-Schocker ausmachen. Dem Zuschauer bleibt kaum Zeit zum Atmen und hat sich die Atmosphäre erst einmal bis zum Maximum gesteigert, werden wir überflutet von einer Bildgewalt, die man in den 90er Jahren bisher vergebens suchte und "Event Horizon" in vielerlei Hinsicht zu einem Vorreiter der neuen Horrorfilm-Generation machte, welche anhand von wilden, fast schon unkontrollierten Schnittfolgen, sowie perfekt eingesetzten Soundfragmenten sein Publikum das Gruseln lernen sollte. Heute bedient man sich nur allzu gerne diverser Elemente aus Andersons wohl bestem Film in seiner Laufbahn und so entstand die oftmals verhasste MTV-Ästhetik, welche heutzutage leider viel zu oft nur als Mittel zum Zweck missbraucht wird.

"Event Horizon" ist Horror für die Augen und die Ohren, eine Horrorodysse durch den Weltraum, der es leider ein wenig an Innovation mangelt. Dennoch: Wer es mal wieder so richtig düster und beklemmenden mag, der ist auf der Event Horizon perfekt aufgehoben. Die deutsche auf 5000 Stück limitierte Special Edition aus dem Hause Paramount überzeugt in fast allen Belangen und lässt in puncto Bildqualität und Präsentation die US-DVD alt aussehen. Zwar wäre ein wenig mehr Bonusmaterial wünschenswert gewesen, aber die innovative Verpackung macht hier einiges wieder wett. Zudem stimmt der Preis und lässt einen Neukauf nicht sonderlich schwer fallen. Ein Blickfang also durch und durch ...



Bilder der DVD




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Event Horizon
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