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USA 1987
Originaltitel:Flowers in the Attic
Länge:87:31 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jeffrey Bloom
Buch:Virginia C. Andrews, Jeffrey Bloom
Kamera:Frank Byers, Gil Hubbs
Musik:Christopher Young
SFX:Richard Albain
Darsteller:Louise Fletcher, Victoria Tennant, Kristy Swanson, Jeb Stuart Adams, Ben Ryan Ganger, Lindsay Parker, Marshall Colt, Nathan Davis, Brooke Fries, Alex Koba, Leonard Mann, Bruce Neckels
Vertrieb:Voulez Vous Film / Intergroove
Norm:PAL
Regionalcode:0
DVD-Start:10.02.2012 (Kauf)



Inhalt
Nach dem Tod ihres Mannes zieht die mittellose Corrine mit ihren vier Kindern zurück auf das riesige, abgelegene Anwesen ihrer Eltern. Es ist das erste Mal seit 17 Jahren, dass Corrine ihre strenggläubigen Eltern wiedersieht, denn als sich Corrine dazu entschloss ihren eigenen Onkel zu heiraten, wurde sie von ihren Eltern verstoßen. Während Corrine die Demütigungen ihrer Mutter ertragen muss, werden die vier Kinder auf dem Dachboden des Anwesens weggeschlossen ...

Bild
Format1,85:1 (anamorph)
NormPAL
 "Blumen der Nacht" wird im anamorphen 1,85:1-Format präsentiert, sieht allerdings nur passabel aus. Der Film ist bereits älter und anders als die Buchvorlage in Vergessenheit geraten, weswegen es nicht verwundert, dass keine übermäßigen Kosten in eine Neuabtastung investiert wurden. Der Schwarzwert ist solide, während die Farben zwar natürlich, aber etwas zu hell aussehen. Das starke Rauschen setzt der Schärfe zu und lässt das Bild weich erscheinen. Hinzu kommt ein hoher Rauschfaktor, der dafür sorgt, dass Konturen nicht optimal dargestellt werden. Sieht man darüber hinweg, darf man sich darüber freuen, den Film endlich im Originalformat sehen zu können, war doch die deutsche Videokassette im Vollbild und verbarg viele Bildinformationen.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Am deutschen Monoton scheiden sich die Geister: Einerseits ist eine gute Verständlichkeit gegeben, andererseits weisen die Tonhöhen deutliche Schwankungen auf und Dialoge neigen zum Zischeln bei S-Lauten. Wiederum macht ein dezentes, aber hörbares Rauschen in ruhigen Passagen auf sich aufmerksam. Alles halb so schlimm, hätte man einen Film aus den 1930er Jahren vor sich, doch "Blumen der Nacht" stammt von 1987 und hätte anders klingen müssen. Allen Anschein nach konnte der deutsche Ton nur von einem angegriffenen Tonmaster übernommen werden. Auch der ebenfalls in Mono vorhandene Originalton bringt keine Verbesserung, auch er erweist sich als wenig eindrucksvoll. Die Probleme der deutschen Fassung sind zwar nicht vorhanden, doch ist die Abmischung sehr flach und verhältnismäßig leise. Effekte sind kaum hörbar, weswegen Toneffekte wie der aufkommende Regen kaum wirken und Atmosphäre vermissen lassen.
 ++----

Extras
Extras
  • Deutscher Trailer (1:28 Min.)
  • US-Trailer (1:32 Min.)
  • Bildergalerie (1:16 Min.)
  • Trailershow:
    • Die Reise nach Transylvanien (1:23 Min.)
    • Killertomaten 2 (2:09 Min.)
    • Love Fighters (2:27 Min.)
    • Heathers (1:45 Min.)
    • Elvira (0:59 Min.)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Neben einer Trailershow mit weiteren Titeln gibt es den Originaltrailer sowie den vergleichsweise seltene, deutsche Trailer zum Film. Die ebenfalls vorhandene Bildergalerie mit Szenenfotos und die kleine Trailershow sind jedoch nicht der Rede wert.
 +------

Fazit
Basierend auf den gleichnamigen Bestseller von V.C. Andrews schuf Jeffrey Bloom einen schockierenden Psychothriller, der allerdings, wie bei Literaturverfilmungen üblich, der Vorlage nicht gerecht wird. Vieles lässt sich in Büchern eben besser und ausführlicher wiedergeben als in einem 90-Minüter. Zwar wird die erschütternde Thematik ansprechend wiederzugeben, jedoch in stark abgeschwächter Form. Wo Andrews in ihrem Buch viel tiefer in die Tabuzone vordringt, kratzt Bloom diese nur an. Daher sollte man möglichst erst den Film sehen und danach das Buch lesen, andererseits wird man wohl enttäuscht aufgrund der vielen verschwiegenen und verharmlosten Dinge.

Ähnlich wie im Buch bereitet der Film mit einleitenden Worten aus der Ich-Perspektive auf das Kommende vor. Der Zuschauer wird Augenzeuge einer gut situierten, 6-köpfigen amerikanischen Familie. Kurze Zeit später stirbt der Vater bei einem tragischen Unfall und lässt seine Familie mittellos zurück. Die Mutter, die nicht im Stande ist für ihre Familie allein zu sorgen, sieht sich gezwungen mit ihren Kindern zurück auf den Landsitz ihrer Eltern zu ziehen, um dort um Hilfe zu bitten. Von ihren Eltern verbannt, weil sie einst die Ehe mit einem Familienmitglied einging, werden sie und ihre Kinder in dem großen Haus widerwillig aufgenommen. Der Plan der Mutter ist es, die Liebe ihres im sterben liegenden Vaters wiederzuerlangen, um wieder ins Testament aufgenommen zu werden. Vorraussetzung ist, dass ihr Vater nichts von den aus der Blutschande entstammenden Kindern erfährt. So werden die vier Kinder in einem Zimmer mit geheimem Gang auf den Dachboden gesperrt und ein Martyrium beginnt ...

Jeffrey Bloom versucht die eigentlich komplexe Geschichte zügig voranzutreiben, lässt aber wichtige Faktoren des Buches außen vor, die eigentlich in den Film hätten hinein gemusst. Besonders der das heile Familienbild zelebrierende Beginn kommt deutlich zu kurz. Was sich im Buch langsam aufbaut, wird im Film in gerade einmal 5 Minuten abgehandelt und lässt kaum eine ordentliche Charakterzeichnung zu. Im Haus der Großeltern angekommen gelingt dem Film aber einen durchgehender Spannungsbogen, der über die anfänglichen Schwierigkeiten hinwegsehen lässt. Es kommen aber immer wieder Fragen auf, die nur unzureichend oder gar nicht geklärt werden: Was hat es mit dem Jäger bzw. Wärter des Hauses auf sich, der vor dem Landhaus in einer kleinen Hütte mit seinen Hunden haust? Warum unternimmt der Butler nichts gegen die perversen Spiele? Über derartige Fragen muss man wohl oder übel hinwegsehen und sich ganz auf das Schicksal der Kinder einlassen, die in Blooms Interpretation des Buches im Fokus stehen. Das reicht aus, um ein schockierendes Bild der Familie zu bekommen, doch die wirklich düsteren, inzestuösen Geheimnisse, die C.C. Andrews in ihrem Buch nach und nach preisgibt, sind in der Verfilmung nur angeschnitten.

Die Darsteller machen ihre Sache über weite Stecken gut, wenn auch nicht immer glaubhaft. Am besten gefiel mir Louise Fletcher in der Rolle der Großmutter. Durch ihr gouvernantenhaftes, fast schon sadomasochistisches Auftreten und ihren kalten, herzlosen Blick sorgt sie für ungute Gefühle. Damit ist "Blumen der Nacht" zwar ein spannender Psychothriller, der jedoch nicht an die literarische Vorlage heranreicht, für sich genommen aber ein bedrückendes Bild einer zerstörten Familie zeichnet. Technisch ist die DVD nur mäßig, angesichts des in Vergessenheit geratenen Films aber eine Empfehlung wert.



Bilder der DVD




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