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JP 1999
Originaltitel:Nihon kuroshakai
Länge:104:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Takashi Miike
Buch:Ichiro Ryu
Kamera:Naosuke Imaizumi
Musik:Kôji Endô
Darsteller:Sho Aikawa, Samuel Pop Aning, Yukie Itou, Michisuke Kashiwaya, Kazuki Kitamura, Dan Li, Ryuushi Mizukami, Ren Osugi, Tomorowo Taguchi, Naoto Takenaka, Kôji Tsukamoto, Hua Rong Weng
Vertrieb:I-On
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Ryuichi hat das Leben auf dem Lande satt und beschließt, sich gemeinsam mit seinem Bruder und einem Freund nach Tokyo abzusetzen. Dort angekommen schlagen sie sich zunächst im Rotlichtviertel Shinjuku durch, bis sie an die Prostituierte Anita geraten, die sie um ihre gesamten Ersparnisse bringt. Um an Geld zu gelangen, verkaufen sie auf offener Straße Drogen, wodurch sie immer tiefer in den Sog der Unterwelt geraten. Ryuichi aber hat ganz andere Pläne: Er will nur genug Geld machen, um mit einem gefälschten Pass nach Brasilien auszuwandern. Dieses Geld will er sich bei einem Überfall beschaffen, was den Anfang vom Ende für die Freunde bedeutet.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Falls man bereits "Rainy Dog" und "Shinjuku Killers" als deutsche DVD sein Eigen nennt, dann weiß man, worauf man sich bei dieser Scheibe einstellen muss. Das anamorphe Bild ist abermals verwaschen, was auf die detaillose Vorlage als auch das Ghosting geschoben wird, und besitzt einen höchst dürftigen Kontrast, den man eigentlich nur schwerlich als solchen bezeichnen darf. Die überwiegend düster gehaltenen Szenen verschwimmen des Öfteren in einer undefinierten grauen Masse ohne erkennbaren Schwarzwert und die Farben haben nicht selten einen extremen Stich. Natürlichkeit ist hier ein Fremdwort. Einzig, dass man sich hier nicht mit Defekten rumplagen muss, kann man positiv werten. Dafür ist aber sowohl ein nervöses Rauschen als auch ein dauerhaft präsentes Blockrauschen aktiv, was die unterdurchschnittliche Präsentation gänzlich versacken lässt.
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Ton
FormateDolby Digitaln 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 (Jap)
SpracheDeutsch, Japanisch
UntertitelDeutsch
 Eine halbherzige Angelegenheit ist auch der deutsche Ton: Die Synchro regt wegen einiger seltsamer Stimmen eher zum Abschalten an und der 5.1-Upmix wurde wohl eher dafür gemacht, um ihn als Feature auf der Hülle anpreisen zu können, weniger, um damit wirklich mal die hinteren Lautsprecher zu befeuern. Es ist fast so, als ob ein guter Stereoton weniger Wert wäre als ein schlechter 5.1-Ton, was diese DVD hier widerlegt. Vom Surround merkt man nicht viel und auch das, was die Stereofront bietet, ist nicht gerade aufregend. Schuld daran mag vielleicht wieder eine wenig brauchbare Vorlage gewesen sein, aus der man einfach nichts mehr zaubern kann, ohne großartig hinzuzumixen, was man hier glücklicherweise unterlassen hat. An Störungen oder Rauschen ist nichts zu vernehmen und die Stimmen bleiben bestens verständlich, es fällt mir aber selten ein Unterschied zu einem Fernsehfilm auf. Zumindest ist die deutsche Tonspur nicht mit Piepen belegt wie die japanische, die man möglicherweise schon im Vorfeld zensiert hatte. Ob die deutschen Untertitel nun das Original übersetzen oder sich noch einige Freiheiten erlauben, entzieht sich meiner Kenntnis, aber großes Vertrauen hab ich in die Eindeutschung nicht. Trotz des Unmuts darüber sind rein qualitativ 3 Punkte möglich.
 +++---

Extras
Extras
  • Interview Takashi Miike (13:13 Min.)
  • Trailer "Shinjuku Killers" (1:27 Min.)
  • Trailer "Ley Lines" (1:42 Min.)
  • Trailer "Rainy Dog" (1:28 Min.)
  • Trailershow:
    • Agitator (1:04 Min.)
    • Black Angel (1:08 Min.)
    • Casshern (2:03 Min.)
    • Deadly Outlaw Rekka (1:22 Min.)
    • Dead Or Alive Final (1:33 Min.)
    • Freeze Me (2:02 Min.)
    • Gozu (1:26 Min.)
    • No Blood No Tears (1:56 Min.)
    • Save The Green Planet (2:18 Min.)
    • Happiness Of The Katakuris (2:10 Min.)
 Die I-On-DVD im Pappschuber ähnelt den Veröffentlichungen der ersten beiden Teile, hat sie doch neben Trailershow und den drei "Black Society Trilogie"- Trailern lediglich den dritten Teil des Takashi Miike-Interviews zu bieten. Dieses Interview ist dafür aber wieder einmal durchaus interessant, wenngleich man sich, wie schon bei den beiden anderen DVDs, über die teils schlampige Umsetzung der Untertitel ärgert. Die meisten Sätze bleiben lang genug am unteren Bildrand stehen, um sie gleich dreifach zu lesen, andere hingegen sind gerade mal zwei Sekunden zu sehen.
 +-----

Fazit
Mit "Ley Lines" schließt Takashi Miike seine Black Society Trilogie ab, drei inhaltlich lose zusammenhängende Filme über Schicksale in der Unterwelt. Im Gegensatz zu den beiden ersten Filmen Interner Link"Shinjuku Killers" und Interner Link"Rainy Dog" wird der Zuschauer im Falle von "Ley Lines" Zeuge, wie die Protagonisten überhaupt in kriminelle Bahnen gelangen. Davon abgesehen zeigt der Film aber genau wie seine Vorgänger die Ausweg- und Hoffnungslosigkeit der Killer, Drogendealer und Yakuzas auf. Auch wenn Ryuichi hier ein Ziel verfolgt, bleiben die Methoden und der Weg - und schließlich auch dessen Ende - eine triste Darstellung eines von Gewalt geprägten Lebens. Wie schon in "Shinjuku Killers" spielen die Nationalitäten und Abstammungen auch hier eine große Rolle, Tokyo wird als regelrechter Schmelztiegel dargestellt, der ein unglaubliches Gewaltpotenzial birgt. Zweifelsohne gehört "Ley Lines" zu den ernsthaftesten Werken Miikes, die abgefahrenen Situationen und Charaktere, für die er so berühmt ist, sucht man hier vergebens. Dafür bieten sich raue Bilder, die umso realistischer in ihrer Brutalität sind, auch wenn Miike sich in Sachen Gewaltdarstellung einmal mehr eher verhalten zeigt. Neben diesen dreckigen Bildern der Straßen Tokyos dürfen wir aber auch phantastische Sonnenuntergänge und in wunderbare Farben getauchte Landschaften bewundern, die vor allem dann auftauchen, wenn uns der Film wieder mal ein wenig Hoffnung schenken will.
Auch in den etwas action-lastigeren Szenen gibt es einiges zu bestaunen. So lässt die Kameraarbeit gleich an mehreren Stellen die Kinnlade heruntergleiten, ganz besonders als die Drei in den Zug nach Tokyo einsteigen und die Kamera sie durch das Bahnhofsgebäude bis in den Waggon hinein verfolgt. Bei all den schönen Bildkompositionen verlangt "Ley Lines" dem Zuschauer aber auch einiges ab, denn die Erzählweise ist schon ausgesprochen unkonventionell. Speziell in der ersten halben Stunde reihen sich allerlei kurze, scheinbar voneinander isolierte, Szenen aneinander, deren Zusammenhang nur selten ersichtlich ist. Freilich werden die einzelnen Handlungsstränge zu einem späteren Zeitpunkt zusammengeführt, allerdings dürfte diese Eigenschaft den Film für Mainstream-Gucker nahezu unerträglich machen. Wer sich aber mit den ungewöhnlichen Filmen Miikes arrangieren kann, wird sicherlich Gefallen an dieser Studie einer sehr kurzen kriminellen Karriere finden.



Bilder der DVD




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