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USA 1953
Originaltitel:War of the Worlds, The
Länge:81:53 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Byron Haskin
Buch:H.G. Wells, Barré Lyndon
Kamera:George Barnes
Musik:Leith Stevens
SFX:Jan Domela, Paul K. Lerpae, Barney Wolff u.a.
Darsteller:Gene Barry, Ann Robinson, Les Tremayne, Robert Cornthwaite, Sandro Giglio, Lewis Martin, Houseley Stevenson Jr., Paul Frees, William Phipps, Vernon Rich, Henry Brandon, Jack Kruschen, Cedric Hardwicke
Vertrieb:Paramount
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Dr. Clayton Forrester (Gene Barry) und Sylvia Van Buren (Ann Robinson) sind unter den Menschen, die fasziniert beobachten, wie ein Meteoriten-ähnliches Objekt auf die Erde stürzt. Doch dessen Besatzung ist alles andere als freundlich gesinnt. Der Angriff auf die Erde hat begonnen und die marsianischen Maschinen - "Schwanen"-förmige schwebende Fahrzeuge der Zerstörung, schön und beängstigend zugleich - hinterlassen eine Spur der Verwüstung.

Bild
Format1.33:1 (Vollbild)
NormPAL
 "Kampf der Welten" wurde mittels "Three-Strip"-Technik aufgenommen, wie es bereits Audiokommentar und Making Of verkünden. Bei diesem Verfahren werden die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau, aus welchen sich jede andere Farbe anteilig mischen lässt, jeweils auf einer einzelnen Filmrolle aufgenommen. Das hat im Vergleich zur Direktaufnahme des gesamten Bildes den Vorteil, dass während der Restauration, welche Paramount dem hauseigenen Titel schenkte, die Farben wesentlich besser wieder hergestellt werden können. Daher wird mit dieser DVD ein übertöntes, aber wunderbar coloriertes Bild geliefert, welches den Sci-Fi-Titel in sämtlichen, kräftigen Farbschattierungen schillern lässt. Auch der Kontrast ist für einen Film dieses Alters ungewöhnlich gut. Sämtliche Nachtaufnahmen sind bis ins letzte Detail erkennbar und sehr kontrastreich ausgefallen, während der Schwarzwert sehr satt bleibt. Daran können sich so einige aktuelle Produktionen ein Beispiel nehmen. Auch der sonstige Aufarbeitungsprozess des Materials ist überaus gelungen: Kein Kratzer oder Staubkorn scheint die Aufnahmen zu trüben, ebenso wie kein Rauschen existiert. Als Nebeneffekt tritt ein sehr beharrliches, stehendes Rauschmuster auf, welches derart fest ist, dass es nicht etwa die Bildqualität beeinträchtigt, sondern eher als Element des Bildhintergrundes gewertet wird. Die Bildschärfe kann trotz vieler Effektszenen, die bei damaliger Projektionstechnik meist für Detailverluste sorgten, ebenso vollends überzeugen, auch wenn nach heutigen Maßstäben maximal eine gute Schärfe erreicht wird. Das ist halb so schlimm, denn das hohe Niveau wird fast dauerhaft gehalten, wird von der Kompression nicht beeinträchtigt und kann nur durch einige Szenen, wie z.B. die etwas unscharfe Schlussmontage, negativ beeinflusst werden. 5 Punkte mögen insgesamt unverschämt hoch sein, aber wenn man 50 Jahre Alterung einbezieht, die man dem Film keineswegs ansieht und die Farben als stilistische Basis erkennt, ist es wohl redlich verdient.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Stereo (En), Dolby Digital 2.0 Mono (Deu, Frz)
SpracheEnglisch, Deutsch, Französisch
UntertitelEnglisch für Hörgeschädigte, Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Finnisch, Französisch, Holländisch, Isländisch, Norwegisch, Polnisch, Rumänisch, Schwedisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch
 Wie im Audiokommentar bereits erwähnt wird, wird der englische Ton hier wieder im lange Zeit verschollenen Stereogewand präsentiert, während die anderen beiden Spuren nur gedoppeltes Mono besitzen. Das Stereoklangbild ist nun nicht so breit wie bei aktuellen TV-Produktionen, den Unterschied zu Mono kann man aber sehr gut heraushören, besonders wenn die Außerirdischen durch die Luft klickern und schwirren und damit für einige nette Effekte sorgen. Die Restaurationsmaßnahmen werden besonders an der angenehm klaren Musik deutlich, mit kleinen Einbrüchen ist aber immer mal zu rechnen. Das Rauschen ist verhältnismäßig schwach und die Darstellerstimmen trotz altersbedingter Einbußen gut verständlich. Im Deutschen sind die Stimmen etwas knarziger und die unterliegende Musik etwas fragiler, aber auch hier wird eine relativ gute Umsetzung geboten. Dank reichlichem Angebot an Untertiteln kann man sich den Film in verschiedenste Sprachen übersetzen lassen. Die deutschen Untertitel halten sich mehr an das gesprochene Original, was zu merklichen Abweichungen zur deutschen Synchro führt.
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Extras
Extras
  • 12seitiges Booklet
  • 2 Audiokommentare
  • Der Himmel fällt herunter: Die Produktion von "Kampf der Welten" (29:59 Min.)
  • H.G. Wells: Der Vater des Science Fiction (10:29 Min.)
  • Das Mercury Theater On The Air präsentiert: Die Radioübertragung "Kampf der Welten" (59:11 Min.)
  • Original Kinotrailer (2:21 Min.)
VerpackungDigiPack
 Gleich zwei Audiokommentare bietet die DVD, den ersten davon mit den beiden Hauptdarstellern Ann Robinson und Gene Barry. Es ist kaum verwunderlich, dass Barry 50 Jahre nach Erscheinen des Filmes nicht mehr viel sagen kann (eigentlich sagt er fast gar nix), dafür unterhält uns die aufgeweckte Lady mit interessanten Informationen über die Entstehung des Filmes, die Wirkung auf sie und ihre Erfahrungen während der Dreharbeiten. Es entstehen zwar immer wieder mal kurze Gedankenpausen, Miss Robinson kann aber einige Details zutage fördern, die ein sehr gutes Erinnerungsvermögen beweisen. Auch im zweiten Kommentar wird nicht nur hohles Geplapper serviert, wofür der bekannte Regisseur Joe Dante (hier nur als Gast) und die beiden Filmhistoriker Bob Burns und Bill Warren sorgen. Ich war besonders gespannt drauf, Dante zuzuhören, der den Großteil der Erzählung übernimmt und ein wirklich hörens- bzw. dank deutscher Untertitelung auch lesenswertes Feature zaubert. Da die bekennenden Sci-Fi-Fans ihre Hausaufgaben gemacht haben, wird nicht nur Vergnügliches dargebracht, sondern auch eine Menge an Informationen rund um den Film. Bestens! Weiter gehts mit dem halbstündigen Making Of, welches natürlich frisch angefertigt wurde und verschiedenste Mitwirkende zur Sprache bringt. Hier wird uns auch die Entstehung der Spezialeffekte näher gebracht und der Kult um den Film aufgezeigt. Zu den Anfängen der Geschichte, nämlich zum berühmten Autor H.G. Wells geht ein etwa 10minütiges Special, welches sein Leben näher beleuchtet. Selbst die Radioshow von Orson Welles, bei der er die Geschichte in Form einer Nachrichtensendung aufführte und damit die etwas zu gutgläubige Hörerschaft in Panik versetzte, hat es mit auf diese DVD geschafft. Leider gibt es hier keine Übersetzung, die Tonqualität schwankt und man kann nicht spulen. Zuletzt lohnt es sich noch, einen Blick auf den Trailer zu werfen. Um die Sache abzurunden und neben den Extras und den passenden Menus noch etwas mehr präsentieren zu können, verpackte Paramount diese Special Edition in ein doppelt ausklappbares Digipack mit Titel-Prägedruck und legte ein 12seitiges Booklet mit umfangreichen Linernotes und Wissenswertem bei.
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Fazit
Die Marsianer greifen an.
Mitten ins US-Paranoia-Invasions-Kino der 50er traf dieser Film Byron Haskins nach einer Vorlage H.G. Wells. Die Invasoren aus dem Weltall, die schon 1938 per Hörspiel durch Orson Welles eine ungeheure Popularität erlangten, fallen in ihren rochenförmigen Raumschiffen samt Todesstrahlen über die Erdbevölkerung her und nichts kann ihnen widerstehen. Dieser unheimliche effektive kleine Chiller funktioniert deswegen so gut, weil er klein anfängt, um dann immer größere Kreise zu ziehen. Die typisch amerikanische Kleinstadt ist der Ausgangort für die Invasoren, die man durchaus freundlich empfängt, bis das erste Botschaftertrio atomisiert wird. Von da schalten sich alsbald Armee und Regierung ein und es wird zu größeren Kalibern gegriffen.
Der Film spielt sauber mit der Paranoia-Angst vor dem "Fremden" und hat einige wirklich gruselige Szenen, in denen die Hauptdarsteller Kontakt mit den unheimlich geformten Fremden haben. Die Kamera nimmt die visuelle Perspektive der Fremden ein und beschränkt sich andersrum auf blitzschnelle Andeutungen, die die Aliens um so schrecklicher wirken lassen. Gleichzeitig türmt die Welt (natürlich) Waffe auf Waffe, bis selbst die Atombombe leider versagen muss, nachdem das Volk schon auf biblische Art und Weise in die Wüste gezogen ist, was natürlich einen Großstadtexodus bedeutet, der in Chaos und Plünderung endet. (Gewisse Parallelen zu einem fast unbekannten Film namens Interner Link"Independence Day" sind übrigens unübersehbar.) Bemerkenswert sind die Zerstörungsorgien und der mahnende Umgang mit der A-Bombe auf uramerikanischem Boden, spätestens wenn der Held durch die brennende Stadt irrt und in allen Kirchen nach seiner Geliebten sucht, wird es zwingend.
Leider können nach 50 Jahren die Tricks nicht mehr so überzeugen, wie sie es damals vielleicht taten. Die Raumschiffmodelle in den Chaosszenen hängen mehr als überdeutlich an Fäden, auch wenn die Todesstrahlen relativ sauber getrickst sind. Die Stadtmodelle können überzeugen, den Landschaftsmodellen wiederum sieht man deutlich ihren Ursprung an, was die Illusion leider Gottes etwas zerstört. Immerhin kriegt man eine Zerstörungsorgie von beachtlichem Ausmaß zu sehen. Insgesamt einer der besseren Invasorenfilme der 50er mit einer schönen Pointe, wenn auch nicht absolute Spitzenklasse. Immerhin kein offensichtlicher Murks, soweit saubere Arbeit.



Bilder der DVD




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Kampf der Welten
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