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USA 2004
Originaltitel:Dead Birds
Länge:87:17 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Alex Turner
Buch:Simon Barrett
Kamera:Steve Yedlin
Musik:Peter Lopez
SFX:Almost Human Inc., Difarm Inc., Girl Studio
Darsteller:Henry Thomas, Nicki Aycox, Isaiah Washington, Michael Shannon, Patrick Fugit, Mark Boone Junior, Muse Watson, Melanie Abramoff, Donna Biscoe, Brian Bremer, David Dwyer, Danny Kamin
Vertrieb:Sony
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Als eine Bande Krimineller während des amerikanischen Bürgerkriegs nach einem Banküberfall Unterschlupf in einem verlassenen Haus sucht, haben die Männer noch keine Ahnung von den Schrecken, die sie dort erwarten. Denn das einsam gelegene und vermeintlich verlassene Haus ist alles andere als ein sicherer Zufluchtsort ...
Im Laufe der Nacht braut sich draußen ein mächtiges Gewitter zusammen, und die Mitglieder der Bande werden von Visionen der Greueltaten geplagt, die sich in dem alten Gebäude abgespielt haben. Plötzlich ertönen aus dem Brunnen Stimmen, Visionen von übel zugerichteten Leichen verfolgen die Banditen, und unter der Treppe sind unheimliche Geräusche zu hören. Männer verschwinden spurlos, unerklärliche Morde geschehen. Während die Angst innerhalb der Gruppe wächst und die übernatürlichen Kräfte im Haus sich immer deutlicher offenbaren, wenden sich die Männer gegeneinander und wecken den Zorn der im Haus gefangenen Seelen.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 2004 entstanden, da darf man einiges erwarten. Kann man auch, wie die trotz deutlichem Rauschen auf manchen Flächen gute Qualität zumindest zu Beginn zeigt. Mehr als 4 Punkte werden es aber nie werden, denn bereits Tagszenen sehen aus wie bei Regenwetter aufgenommen und die dunklen Szenen, also alles ab der 16. Minute, sind nicht mehr ganz so scharf und auch etwas zu finster, weil man inhaltlich bedingt keinen Zugriff auf elektrischen Strom hat und die Ausleuchtung somit auf natürliche Lichtquellen beschränkt bleibt. Ebenso erscheinen die Farben manchmal künstlich gedämpft bzw. in ein einheitliches, schwaches Braun gehüllt, bleiben aber über die gesamte Spielzeit hinweg auf einem Level. Auch die Kompression arbeitet unerkannt, wie man es von Sony gewohnt ist, also alles im grünen Bereich.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch, Französisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Arabisch, Französisch, Türkisch
 Hört man nur die Dialoge, verhält sich der Klang noch sehr zurückhaltend, aber sehr bald kommen die ersten Wettereffekte hinzu, sorgen für Feuer auf den vorderen Lautsprechern und ein wenig Lebendigkeit auf den Hinteren. Die Atmosphäre des Filmes bestimmt sich oft durch den Soundtrack, der sich neben gutem Klang, einem angenehmen Bass und bester Verständlichkeit besonders in den Schocksequenzen gut einbringt. Direktionale Lautbewegungen gibt es dabei nur selten, beispielsweise aber, wenn geisterhafte Stimmen mehrfach im Kreis zirkulieren. Die deutsche Fassung kommt sogar noch etwas besser als die Englische weg, weil die Dialoge reiner und deutlicher ausgeführt sind.
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Extras
Extras
  • Trailer (1:56 Min.)
  • Entfallene Szenen (mit opt. Audiokommentar):
    • Bankgeschäfte (1:48 Min Min.)
    • Auf dem Weg zu Hollister (1:06 Min.)
    • Tote Kreatur im Kornfeld (1:03 Min.)
    • Angekommen im Haus (1:44 Min.)
    • Annabell versorgt Sams Schulter (2:21 Min.)
  • Im Haus der Grauens (27:12 Min.)
  • Audiokommentar des Regisseurs
  • Audiokommentar Besetzung / Filmemacher
 Making Of mal anders, mal unterhaltsam und nicht so gedrungen, wie die meisten langweiligen Features in dem Bereich: Die Independent-Produktion zeigt sich auch als solche und in den ersten Minuten dürfen wir den Regisseur, der sein erstes großes Projekt mit "Dead Birds" umsetzte, den Produzenten und weitere Mitwirkende bei der Vorproduktion im Hotelzimmer, beim Rumspaßen und auch beim abendlichen Pub-Besuch zuschauen, was eine sehr lockere Stimmung rüberbringt. Später geht man natürlich dazu über, die Arbeiten am Set und ein paar Interviews einzuflechten. Auch der Audiokommentar des Regisseurs Alex Turner ist empfehlenswert, in der er beispielsweise seine Referenzen in bestimmten Szenen offenlegt, dabei aber auch anmerkt, dass es ihm lieber gewesen wäre, er könnte diesen Audiokommentar mit ein wenig mehr zeitlichen Abstand zu seinem Werk sprechen. Mit dem Kommentar der Darsteller Henry Thomas, Nicki Aycox, des Produzenten Simon Barrett und des Komponisten Peter Lopez gibt es durch Turners Zutun natürlich ein paar Überschneidungen, aber auch hier kann man gern reinhören und dank deutscher Untertitel mitlesen. Die geänderten bzw. entfallenen Szenen unterscheiden sich nicht wesentlich von den fertigen Teilen im Film, aber auch hier kann man sich die Unterschiede und Beweggründe für einen Umschnitt mittels Audiokommentar erklären lassen. Zuletzt ist noch der Trailer auf DVD untergebracht.
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Fazit
Hier geht's ja gleich von Beginn an heiß her: Ein paar Banditen räuchern einen kleinen Trupp Armisten aus, die gerade Geld in eine Bank einzahlen möchten - aber wie! Ein Kopfschuss lässt oberhalb der Schultern kaum noch etwas übrig, durchschnittene Hälse versprühen feinen Blutregen und das alles mit einer 16er Freigabe. Raue Sitten bei der Prüfstelle wie auch hier im ländlichen Gebiet im Jahre 1860. Humor, den die schützende Staatsmacht verstehen müsste, findet man zu keiner Sekunde in "Dead Birds", knochentrocken oder gar langweilig ist er deswegen freilich nicht. Die etwas stark an Interner Link"Scarecrows" angelehnte Geschichte um eine Diebesbande, die mit fetter Beute auf dem Weg nach Mexiko noch Zwischenstopp in einem alten Herrenhaus macht, entwickelt sich gleichfalls rasant wie auch spannend, und das ohne irgendetwas Neues erfinden zu müssen, also bitte nicht später dran hochziehen, dass man das schon x-Mal hier und da gesehen hat. Die Anreise verläuft schon morbide, wenn am Wegesrand zwei Männer die Leichen von Gefangenen fleddern und die Ankunft am von einem dichten Getreidefeld gesäumten Anwesen wird zur ersten Testprobe für die Pistoleros: Mitten im Feld erlegen sie ein seltsam gehäutetes Tier, welches fast Menschengröße besitzt. Würden die erschreckten, aber insgesamt wenig beeindruckten Reaktionen der Protagonisten im Umfeld einer modernen Zivilisation des 21. Jahrhunderts beim Zuschauer Kopfkratzen verursachen, nimmt man hier einfach an, die Einfachheit der Menschen hier würde sie zwar an Geister glauben lassen, sie aber auch weniger empfänglich für die Ängste im schaurig, kaum überschaubaren Gemäuer machen. So trifft einer nach dem anderen auf die vom Cover bekannten Geistergestalten, die zuerst zutraulich erscheinen, dann aber ihre Zähne zeigen. Die sehr langsamen Kameras in solchen Momenten, die nur vorsichtig die Nischen der Räume erkunden, ermöglichen eine ungeheure Spannung, auch wenn die Schocks fast schon mit berechenbarer Gewissheit drauffolgen mögen. Zwar verläuft sich die Handlung erst im "10 kleine Negerlein"-Prinzip, bei dem sich jeder auf eigene Faust auf die Geistererscheinungen macht, aber die Spannungskurve bekommt noch mal einen mächtigen Ausschlag, als man endlich die Ursache allen Übels erfährt, die mit schwarzer Magie, viel Folter und einem fehlgeschlagenen Reanimationsversuch zusammenhängt. Zum Positiven zählen neben garstigen Geisterszenen, u.a. im Folterkeller des Anwesens, ein bitterböses Ende mit dem Holzhammer, das auf intelligente Weise den Bogen zum Beginn spannt. Ob da eine Fortsetzung folgt? Inhaltlich gibt es hier wahrscheinlich nicht mehr viel zu erforschen, aber offen steht das Tor auf jeden Fall.
Insgesamt bin ich wirklich überrascht gewesen, wie gut "Dead Birds" doch funktioniert, auch wenn er keinen großen Wiederschauwert besitzt. Die DVD besitzt die nötigen Qualitäten, um als "kaufenswert" eingestuft zu werden.



Bilder der DVD




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