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USA 1960
Originaltitel:House of Usher
Alternativtitel:Caída de la casa Usher, La
aka. Edgar Allan Poe’s The Fall of the House of Usher
aka. Mysterious House of Usher, The
aka. Chute de la maison Usher, La
aka. Untergang des Hauses Usher, Der
aka. Verfluchten, Die
aka. Fall Of The House Of Usher, The
Länge:76:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Roger Corman
Buch:Richard Matheson nach Edgar Allan Poe
Kamera:Floyd Crosby
Musik:Les Baxter
Darsteller:Vincent Price, Mark Damon, Myrna Fahey, Harry Ellerbe, Eleanor LeFaber, Ruth Oklander, Géraldine Paulette
Vertrieb:MGM
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Philip Winthrop (Mark Damon) begibt sich auf die Reise zu seiner Verlobten Madeline Usher (Myrna Fahey), um sie mit nach London zu nehmen und sie dort zu ehelichen. Doch ihr Bruder Sir Roderick (Vincent Price) hält das Geschlecht der Familie Usher für verflucht und will die Hochzeit und die Abreise seiner Schwester verhindern. Noch mysteriösen Zwischenfällen kommt es zum scheinbaren Tod von Madeline und sie wird in der Familiengruft der Ushers beigesetzt. Und damit beschwört Roderick den Untergang des Hauses Usher herauf ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Wie auch schon bei der US-DVD beobachtet sieht das Bild zu Beginn recht unscharf aus und hat immer wieder mit Defekten zu kämpfen. Dies legt sich jedoch nach einigen Minuten und schlussendlich dürfen wir mit dem anamorphen Widescreen-Bild doch zufrieden sein. Die Farben sind kräftig und intensiv, vielleicht sogar manchmal etwas zu kräftig und auch der Kontrast macht über weite Strecken einen guten Eindruck. Allerdings wirken helle Flächen, welche es zum Glück nicht oft gibt, etwas zu grell und in dunklen Sequenzen können schon einmal feine Details verschluckt werden. Dafür bekommen wir aber einen durchweg hervorragenden Schwarzwert geboten und auch die Kompressionen arbeiten sauber, sind aber nicht gänzlich frei von Blockrauschen im Hintergrund. Das Bildrauschen wurde auch gut in den Griff bekommen, was jedoch zu Lasten der Schärfe geht. Zwar besser als in den ersten Minuten, kränkelt es hier trotzdem vor allem im Detailbereich und zeigt sich nie wirklich detailliert oder gar scharf. Plastizität wird hier nur durch Nachschärfung erreicht, wodurch man uns eine angenehme Kantenschärfe spendiert. Verschmutzungen in Form von weißen Punkten sind zwar nicht mehr so störend wie am Anfang, dafür kommt es aber immer wieder zu leichten Helligkeitsschwankungen.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch, Französisch
UntertitelFranzösisch, Deutsch, Englisch, Holländisch
 Der deutsche Monoton klingt leider sehr dumpf und kratzig. Stimmen neigen dazu zu übersteuern und zu verzerren. Dafür ist die deutsche Monospur ebenso rauschfrei wie der englische Track, welcher zum einen deutlicher klarer in den Bereich Musik und Geräuschkulisse ertönt und zum anderen nicht so kratzig in den Dialogen wirkt. Dennoch bekommen wir es auch hier mit keinem wirklich guten Monotrack zu tun und auch hier klingen die Dialoge mitunter etwas dumpf und kratzig. In Anbetracht des Alters sind beide Tonspuren aber noch akzeptabel. Optional lassen sich noch deutsche Untertitel hinzuschalten.
 ++----

Extras
Extras
  • Original-Kinotrailer (2:28 Min.)
 Auf den Audiokommentar der US-DVD müssen wir leider verzichten, dafür bleibt uns aber der Original-Kinotrailer. Ein schwacher Trost.
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Fazit
Natürlich ist "The Fall Of The House Of Usher" keine akribisch nacherzählende Literaturverfilmung, natürlich wird die Handlung als Zugeständnis an den Publikumsgeschmack mit einer unglücklichen Liebesgeschichte (zwischen Winthrop und Madeline) versehen; dennoch gelang es Corman und Drehbuchautor Matheson, die Essenz von Poe in diesem Film einzufangen: So findet sich die Degeneration der Ushers hier ebenso wie in der Geschichte in dem verfallenden Haus und dem toten Umland symbolisiert. Das Übel, die sprichwörtliche Krankheit, wird auf das marode Gemäuer projiziert, hat seine Wurzeln jedoch (ein immer wiederkehrendes Thema bei Poe) in den verborgenen Seiten der Psyche der Protagonisten, in diesem Fall Roderick Ushers, der von Vincent Price überzeugend verkörpert wurde.
Price, der durchaus auch zum gewollten Overacting neigte und ein großes komödiantisches Talent besaß, spielt den Antihelden Usher mit einer effektiven Zurückhaltung und frei von Ironie. Seine Bewegungen sind langsam, die ganze Gestalt wirkt Haltung und Gebahren fragil und verletzlich, und das schlohweiß gefärbte Haar, das eine Form von Albinismus suggerieren sollte (übrigens eine Idee von Vincent Price), verstärkt diesen Eindruck noch. In bester Poe-Tradition leidet Price-Usher in erster Linie an sich selbst: Er ist ein Gesamtkunstwerk aus Neurosen und psychosomatischen Beschwerden, und in all seiner Verzweiflung und der hingebungsvollen, über das geschwisterliche Verhältnis offensichtlich hinausgehenden, Liebe zu Madeline eine überaus tragische Figur. An krankhaften Überempfindlichkeiten gegen Geräusche, Farben und Gerüche leidend, hat er sich seit langem endgültig aus der realen Welt zurückgezogen und ist selbst nicht fähig, gegen die ihn quälenden Obsessionen - die Gewißheit um die Vorbestimmtheit des Familienschicksals und die daraus resultierenden Ängste - anzukämpfen.
Roger Corman hatte bei "The Fall Of The House Of Usher" erstmals die Möglichkeit, in Farbe und Cinemascope zu drehen, und nutzte diese Mittel für eine expressionistisch-psychedelische Bildsprache. Farben dienen hier nicht der naturalistischen Darstellung, sondern fungieren als symbolistische Stilmittel; eine gewollte Künstlichkeit durchzieht den ganzen Film und erschafft eine, der literarischen Vorlage angemessene, irreal-alptraumhafte Atmosphäre: Dem Vorspann - leuchtend bunten Nebelschwaden, die hinter den Credits ineinanderfließen - folgt die Anfangssequenz in dem toten Wald; hier dominiert ein blasses Grau, alles wirkt verödet, abgestorben. Corman nutzte für diese Szene die Gelegenheit, daß tags zuvor ein Brand in den Hollywood Hills gewütet hatte, und kombinierte hier Studioaufnahmen mit Bildern des realen verbrannten Waldstücks. Das Geschehen im Haus Usher schließlich gestaltet sich als verschwenderisch koloriertes, morbides Kammerspiel. Als Roderick von seinen Vorfahren erzählt, präsentiert er seinem Gast deren Portraits, die karikaturhafte Fratzen in kränkelnden Farben zeigen, und dem Betrachter ist in diesem Moment klar, dass die Ushers sich nicht unbedingt durch höchste geistige Gesundheit auszeichnen (diese Gemälde wurden von dem Künstler Burton Shonberg speziell für diesen Film angefertigt). Später folgt eine grandiose Alptraumsequenz, in der Winthrop der gesamten Ushersippe begegnet: Durch einen grellblauen Nebel steigt er in die Gruft hinab und findet sich dort den fleischgewordenen Portraits gegenüber wieder. Die meisten der Stilmittel, die Corman hier kreierte, sollten sich auch in seinen folgenden Poe-Verfilmungen wiederfinden. "The Fall Of The House Of Usher" wurde am 22. Juni 1960 uraufgeführt und Cormans Ideen machten sich bezahlt; der Film spielte sein Budget um ein Vielfaches wieder ein und bekam dazu auch noch exzellente Kritiken. Bei diesem Erfolg war es naheliegend, dass der nächste Poe-Film nicht lange auf sich warten lassen würde ...

Technisch solide umgesetzt, vermissen wir hier schmerzlich den Audiokommentar der US-DVD. Wer jedoch nicht auf den deutschen Ton verzichten möchte, ist mit dem deutschen Pendant gut bedient. Im übrigen einer der wenigen MGM-DVDs aus der Nice Price-Sektion, die noch ein "normales" DVD-Menü besitzen.



Bilder der DVD




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Fall Of The House Of Usher, The
NewsNeue Film-Klassiker bei 20th Century Fox
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