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UK, D, USA 2005
Originaltitel:Jacket, The
Länge:98:39 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:John Maybury
Buch:Tom Bleecker, Marc Rocco, Massy Tadjedin
Kamera:Peter Deming
Musik:Brian Eno
SFX:David Harris
Darsteller:Adrien Brody, Keira Knightley, Kris Kristofferson, Jennifer Jason Leigh, Kelly Lynch, Brad Renfro, Daniel Craig, Steven Mackintosh, Brendan Coyle, Mackenzie Phillips, Laura Marano, Jason Lewis, Richard Dillane, Jonah Lotan, Angel Coulby, Paul Birchard, Nigel Whitmey, Ian Porter, Anthony Edridge, Kerry Shale, Angus MacInnes, Richard Durden, Tristan Gemmill, Colin Stinton, Tara Summers, Angelo Andreou, Teresa Gallagher, Anne Kidd, Charneh Demir, Frances Brady-Stewart, Lolly Susi, Garrick Hagon, Fish
Vertrieb:Constantin / Highlight
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Jack Starks bekommt im ersten Irak-Krieg eine Kugel in den Kopf und wird nach Hause geschickt. Aufgrund des traumatischen Erlebnisses leidet er unter Amnesie. Als er wegen des Mordes an einem Cop unschuldig vor Gericht steht, versagt sein Verstand. An Weihnachten 1992 wird er in eine Nervenheilanstalt eingeliefert und ist dort den experimentellen Methoden von Dr. Becker ausgeliefert. Der sperrt ihn in einem "Jacket" (einer Zwangsjacke) verpackt in einen Leichenschrank. Starks hyperventiliert - und findet sich plötzlich 15 Jahre in der Zukunft wieder, bei der inzwischen erwachsenen Jackie, der er kurz vor dem Cop-Mord bei einer Reifenpanne geholfen hat. Als er sich vorstellt, wird die junge Frau hysterisch - und erzählt Jack Starks, dass er tot ist, seit Anfang 1993. Wieder zurück in der Gegenwart bleiben ihm noch wenige Tage bis zu seinem Tod ...

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Trotz vieler visueller Verfremdungen und einem überwiegend kühlen Bild mit kalten und blassen Farben, welche je nach Szene einem sepiafarbenen, recht warmen Touch weichen, überzeugt der Transfer in vielen Belangen. Da wäre einmal der ausgewogene Kontrast, welcher mit einem satten Schwarzwert aufwartet, in dunklen Szenen aber keinerlei Details missen lässt. Dafür werden helle Flächen recht steil wiedergegeben und überstrahlen demzufolge, was aber ein bewusst eingesetztes Stilmittel im Film ist. Die Schärfe befindet sich ebenfalls auf einem überraschend angenehmen Niveau und auch wenn der Transfer im Detail etwas schwächelt, so wirkt das Bild doch überwiegend angenehm scharf und plastisch. Die Konturen, sowie die Kantenschärfe leisten eine saubere Arbeit, wirken insgesamt aber nicht so ausgewogen und erreichen von daher nicht immer Höchstwerte. Zudem fallen immer mal wieder dezente Doppelkonturen auf, welche auf Nachschärfung schließen lassen. Wie so oft ist es aber ach hier der Fall, dass der Transfer in den Totalen nicht so scharf wirkt, wie in den Close-Ups, welche stets eine gute Figur machen. Dafür fällt besonders in dunklen Szenen immer wieder ein dezentes Bildrauschen auf und in Bewegungen lassen sich stehende Rauschmuster ausmachen und bringen etwas Unruhe ins Bild. Die Kompressionen arbeiten ebenfalls nicht ganz sauber und zeigen hin und wieder leichtes Blockrauschen im Hintergrund, was Aufgrund einer sehr geringen Bitrate von gerade mal 4,88 Mb/Sek. doch etwas ärgerlich ist, denn Platz genug hätte man gehabt. Dafür ist der Transfer frei von Defekten und Verschmutzungen, was wir bei einem aktuellen Film wie "The Jacket" auch nicht anders erwartet haben.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1, DTS 5.1 (nur dt.)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch für Hörgeschädigte
 Der Unterschied zwischen der deutschen Dolby Digital 5.1 und der DTS 5.1-Version ist im Detail zu finden und dürfte kaum auffallen, denn bis auf einen etwas helleren Klang beim DTS-Track unterscheiden sich beide lediglich in punkto Lautstärke, wobei die DTS-Spur die lautere von beiden ist. Ansonsten wird uns ein wirklich guter Raumklang geboten, welcher stets darauf bedacht ist den Effektbereich ausreichend zu bedienen. So werden alle Kanäle sehr effektiv genutzt und es gibt kaum einen Moment, in dem wir nicht viele, die Atmosphäre unterstützende Effekte zu hören bekommen. Hier pfeift der Wind von vorne nach hinten, der Score schleicht über alle Kanäle und hämmert in der nächsten Sekunde wie ein Faustschlag auf den Zuschauer nieder, welcher sich in die Psyche des Protagonisten versetzt fühlt. Auch brachiale Surroundeinlagen dürfen nicht fehlen und die gezielt eingesetzten wuchtigen Basseinlagen erfreuen das Herz eines jeden Heimkinofans. Die Dialoge werden dabei nie unterdrückt und hallen Klar und verständlich aus dem Center, was man von der englischen Spur nicht erwarten kann. Hier klingen die Stimmen reichlich dumpf und leichte Verzerrungen machen sich breit, von der aber auch die deutsche Sprachfassung nicht gänzlich verschont geblieben ist. Dennoch bleibt die deutsche Tonspur die erste Wahl und unterstreicht gekonnt die ohnehin schon düstere Atmosphäre des Films. Ärgerlich ist es allerdings, dass der Layerwechsel mitten in einem Dialog stattfindet.
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Extras
Extras
  • Der Look von "The Jacket" (9:03 Min.)
  • Projektentwicklung und Deleted Scenes (28:16 Min.)
  • Filmografien (Texttafeln):
    • Adrien Brody
    • Keira Knightley
    • Kris Kristofferson
    • Jennifer Jason Leigh
  • Der besondere Filmtipp "Fantastic Four" (2:23 Min.)
  • Trailershow:
    • The Jacket (2:25 Min.)
    • Inside Deep Throat (2:20 Min.)
    • Dot the I (2:08 Min.)
    • Paradise Now (2:36 Min.)
    • Das Ende - Assault on Precinct 13" (2:16 Min.)
  • 4seitiges Booklet mit Filmografien
 Die Extras sind leider nicht so umfangreich geworden, wie man es sich gerne gewünscht hätte. So verbirgt sich hinter "Der Look von THE JACKET" zwar ein knapp 9 Minuten kurzes Featurette, in dem sich Regisseur John Maybury und einige andere beteiligte der Filmcrew über den optischen Aspekt des Filmes unterhalten und einige interessante Informationen über die Produktion zum Besten geben und auch das knapp 30minütige Featurette "Projektentwicklung und Deleted Scenes" darf sich sehen lassen, schlussendlich war es das aber und der Rest besteht aus Trailershows und Biografien. Um noch einmal kurz auf die "Projektentwicklung und Deleted Scenes" zurück zukommen: Hier finden wir entfallenes bzw. alternatives Material, sowie drei alternative Enden, eingebetet in Interviews einiger Cast & Crew Mitglieder, was wohl das informativste Special auf dieser DVD darstellen dürfte. Dennoch reicht es nicht aus um das Zusatzmaterial über die 2 Punkte hinweg zu helfen. Hier wären einzelne Interviews und ein richtiges Making of Pflicht gewesen.
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Fazit
Independentliebling John Maybury ("Love is the Devil") präsentiert mit "The Jacket" einen äußerst durchwachsen inszenierten Genremix, der stellenweise zu fesseln vermag, insgesamt aber einen unausgegorenen und wenig originellen Eindruck macht. Das zunächst geschickt erzeugte Unbehagen, einhergehend mit der inhaltlichen Entwicklung des von Adrien Brody ("Der Pianist", Interner Link"King Kong") solide gespielten Charakters, das es schwierig macht zu erahnen, welche Richtung der Film einschlagen wird, entwickelt sich rasch zu einer allzu konventionellen Zeitreisenstory, die vermutete Parallelen zu Filmen wie "Jacob’s Ladder" oder Interner Link"Donnie Darko" bestätigt. Maybury gibt sich zwar sichtlich Mühe, die etwas abgetretene, Orwellsche Thematik spannend aufzubereiten, scheitert aber letztlich an der spätestens nach der Hälfte eintretenden Vorhersehbarkeit. Die streng genommen absurde Ausgangssituation um die Schublade mit der Zwangsjacke erscheint in diesem Zusammenhang als etwas gewollt origineller Rahmen für den letztlich bekannten Plot, bei dem die interessante Variante einer fatalistischen Zukunftssicht dem herkömmlichen Prinzip, das Vorangehende sei nachträglich beeinflussbar, weicht. Die Liste der assoziierenden Filme ist lang: Von Interner Link"Einer flog übers Kuckucksnest" bis zu "12 Monkeys", dem Drehbuch gelingt nur selten eine eigenständig narrative und konsequente Haltung. Es wäre weitaus reizvoller gewesen, Jack Starks als limitierten Zeugen einer auch in kleinen Details festgelegten Zukunft zu porträtieren. Doch fehlt der Inszenierung insgesamt der Mut, neue Bahnen einzuschlagen: Mit der anfänglichen Golfkriegsszene hat der Film diese Option bereits verspielt. Optisch durchzieht "The Jacket" ein zwiespältiger Faden. Der mögliche Versuch, den Mangel an Eigenständigkeit mit ästhetisierten Videoclip-Flashs zu kompensieren, gelingt nur oberflächlich - dies hat der Film mit dem verwandten "The Butterfly Effect" gemein. Dass die Geschichte größtenteils trotzdem unterhalten kann, ist nahe liegend in der altbewährten Erzählweise begründet, trotzdem Mayburys erster Hollywood-Beitrag, der von Steven Soderbergh und George Clooney produziert wurde (und floppte), wenig eigenständig ist. Die Darsteller können im Rahmen ihrer zu spärlich ausgearbeiteten Figuren überzeugen, Genrefans werden vor allem mit Country-Legende Kris Kristofferson (Interner Link"Blade") als Mad Scientist ihre Freude haben.

Die DVD bietet rein technisch eine gute Bild- und Tonqualität mit kleineren Mängeln und die Extras sind etwas mager ausgefallen. Dennoch eine lohnende Anschaffung und eine durchweg gute Umsetzung des Titels.



Bilder der DVD




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