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FR, IT 1974
Originaltitel:Gruppo di famiglia in un interno
Alternativtitel:Conversation Piece
aka. Violence et passion
Länge:116:29 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Luchino Visconti
Buch:Enrico Medioli, Suso Cecchi d'Amico, Enrico Medioli, Luchino Visconti
Kamera:Pasqualino De Santis
Musik:Franco Mannino
SFX:Eros Bacciucchi, Giovanni Bacciucchi
Darsteller:Burt Lancaster, Helmut Berger, Silvana Mangano, Claudia Marsani, Stefano Patrizi, Elvira Cortese, Claudia Cardinale, Philippe Hersent, Guy Tréjan, Jean-Pierre Zola, Umberto Raho, Enzo Fiermonte, Romolo Valli, Valentino Macchi, Vittorio Fanfoni, Lorenzo Piani
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Ein alternder Professor lebt zurückgezogen in einem römischen Palazzo. Seine Ruhe wird empfindlich gestört, als eine vulgäre 'Marchesa', ihr Liebhaber, ihre Tochter und deren Freund sich bei ihm als Mieter einnisten. Gegen seinen Willen wird er in ihre Affären und Auseinandersetzungen verwickelt. Während sich dem Professor Erinnerungen an seine eigene Familie aufdrängen, entwickelt sich besonders sein Verhältnis zu Konrad, dem Liebhaber der Marchesa, zu einer Art Hassliebe.

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Überraschend guter Transfer mit kräftigen Farben und einem etwas harten, insgesamt jedoch angenehmen Kontrast, welcher helle Flächen etwas überstrahlen lässt und in dunklen Sequenzen nötige Details verschluckt. Auch die Schärfe befindet sich auf einem verhältnismäßig guten Niveau, wobei das starke Bildrauschen die Detailschärfe deutlich beeinträchtigt. Defekte und Verschmutzungen sind ebenfalls vorhanden, stören aber kaum und selbst die Kompressionen machen einen guten Eindruck. Für einen 30 Jahre alten Film eine ordentliche Leistung.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch, Italienisch
UntertitelDeutsch
 Alle drei Monospuren bieten eine solide Sprachverständlichkeit, wobei der italienische Track noch am besten klingt. Rauschen und leichte Verzerrung, sowie gelegentliche Knackser gehören zum Standard einer Monospur und stören nicht weiter.
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Extras
Extras
  • 14seitiges Booklet
  • deutscher Trailer (3:35 Min.)
  • italienischer Trailer (3:35 Min.)
  • Interview mit Helmut Berger (23:28 Min.)
  • Bildergalerie (37 Bilder)
 Neben einem sehr informativen 14seitigen Booklet, welches von Fritz Göttler verfasst wurde, finden wir auf der DVD ein knapp 24minütiges Interview mit Helmut Berger, welches Koch Media exklusiv für diese Veröffentlichung produziert hat. Ein nicht gerade uninformatives Interview, doch leider stellt sich Helmut Berger schnell als eher unsympathische Persönlichkeit dar und wirkt recht arrogant. Dies ist natürlich nur der Eindruck, den man bei der Sichtung des Interviews bekommt. Weiterhin spendiert uns Koch Media noch eine umfangreiche Bildergalerie, sowie den deutschen und italienischen Trailer zum Film.
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Fazit
Nachdem uns Koch Media bereits mit der glanzvollen Veröffentlichung von Luchino Visconti "Der Leopard" im letzten Jahr in Verzückung versetzte, erscheint Viscontis vorletzter Film nach all den Jahren nun auch auf DVD und liegt hier erstmalig in seiner ungekürzten Form vor. Knapp 30 Jahre nach seiner Uraufführung im 1974 und Viscontis Tod nur zwei Jahre später, hat "Gewalt und Leidenschaft" nichts von seiner Schönheit verloren und offenbart sich als facettenreiches Kammerspiel über den Dächern Roms. Fantastisch fotografiert, windet sich die Kamera durch die Räume, welche ganz im Zeichen barocker Kunst stehen und lassen "Gewalt und Leidenschaft" trotz oder gerade wegen der auf Räumlichkeiten beschränkten Settings zu einem bildgewaltigen Meisterwerk ausarten, das zugleich mit fantastischen Schauspielern aufwartet, aber inhaltlich leider etwas schwächer ausfällt als z.B. "Der Leopard". Visconti versucht anhand von Charakterstudien das Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Kulturen zu repräsentieren, portraitiert aber auch zeitgleich sein wahres Verhältnis zu Helmut Berger, welcher hier in der Rolle des Geliebten der hübschen Silvana Mangano das Leben des Professors (hervorragend gespielt von Burt Lancaster) ins Chaos stürzt. Dabei gelangt man als Zuschauer oft an einem Punkt, an dem man das Verhältnis zwischen Konrad und dem Professor nicht so richtig einzuschätzen vermag und lässt somit sehr viel Spielraum für eigene Interpretationen. Dies ist insofern unglücklich, da der Zuschauer in wenigen Szenen die Chance bekommt, Viscontis Werk wirklich deuten zu können, zudem darf man "Gewalt und Leidenschaft" eine gewisse Langwierigkeit nicht absprechen, die dem Publikum viel Geduld abverlangt und ihn nicht für jedermann zugänglich werden lässt. Hier hilft dann auch weder die opulente visuelle Umsetzung, noch die hochrangigen Schauspieler. Schlussendlich ist "Gewalt und Leidenschaft" ein visuell mehr als ansprechendes Werk Viscontis geworden, wartet inhaltlich aber mit einigen Schwächen auf und so darf die Geschichte über Generationskonflikte, Liebe und Hass leider nur an der Oberfläche kratzen. Böse Zungen sprechen hierbei auch von Viscontis schwächstem Beitrag, dies ist er mit Sicherheit nicht, aber er zählt abgesehen von seiner visuellen Vielfalt auch nicht zu den besten seiner Art.
Die DVD selber entpuppt sich schnell als liebevoll gestaltete DVD-Umsetzung eines Klassikers, in einem schönen Digipack mit Schuber und goldfarbener Prägschrift.



Bilder der DVD




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