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ESP 1973
Originaltitel:Jorobado de la Morgue, El
Alternativtitel:Rue Morgue Massacres
aka. Hunchback of the Morgue
aka. Hunchback of the Rue Morgue, The
Länge:78:52 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre (nach Neuprüfung 2008) - auf dem Cover steht "ungeprüft"
Regie:Javier Aguirre
Buch:Javier Aguirre, Alberto S. Insúa, Jacinto Molina
Kamera:Raúl Pérez Cubero
Musik:Carmelo A. Bernaola
SFX:Pablo Pérez
Darsteller:Jacinto Molina, Rosanna Yanni, Víctor Alcázar, Elena Arpón, Maria Perschy, Alberto Dalbés, Manuel de Blas, Antonio Pica, Joaquín Rodríguez, Adolfo Thous, Ángel Menéndez, Fernando Sotuela, Antonio Ramis, Alfonso De la Vega, Sofía Casares
Vertrieb:Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Der Buckelige Gotho arbeitet als Handlanger in der Leichenhalle des Krankenhauses von Feldkirch. Er ist unsterblich in die totkranke Ilsa verliebt, die leider schon nach kurzer Zeit stirbt. Gotho kann sich damit nicht abfinden und schleppt die Leiche in unterirdische Katakomben, die er behaust. Er bittet den skrupellosen Dr. Orla, Ilsa wieder zum Leben zu erwecken. Dieser wittert daraufhin die Chance, in Gothos Heim ein Laboratorium zu errichten, um dort illegale Reanimations-Experimente durchzuführen, für die ihm der ergebene Gotho das menschliche "Material" liefert. Doch Orla erschafft keine neue Ilsa, er erschafft ein Monstrum ...

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Dieser anamorphe Transfer kann sein Alter nicht verbergen und dennoch dürfen wir mit dem Ergebnis mehr als nur zufrieden sein. Der Kontrast ist zwar etwas hart ausgefallen und zeigt in dunklen Flächen leichte Schwächen, dafür erscheint der Schwarzwert für das Alter wirklich gut und auch die Farbgebung kann überwiegend zu überzeugen wissen. Zwar wirken einige Sequenzen etwas blass und helle Flächen etwas steil, aber störend wirkt sich das nie auf den Sehgenuss aus. Die Schärfe befindet sich noch auf einem guten Niveau, zumindest wenn man es im Verhältnis zur Produktion und zum Alter sieht. Detailreichtum wird uns zwar nie geboten und in den Totalen erscheint das Bild sogar recht weich und etwas schwammig, jedoch schaffte man es, durch Nachschärfung etwas Plastizität in das Ganze zu bekommen. Dadurch erscheinen die Kanten teilweise etwas hart und hin und wieder lassen sich leichte Doppelkonturen ausmachen. Dafür dürfen wir uns auf ein nahezu rauschfreies Bild freuen, welches allerdings etwas mit stehenden Rauschmustern und Blockrauschen im Hintergrund zu kämpfen hat. Ansonsten machen die Kompressionen einen ordentlichen Eindruck und lediglich Verschmutzungen in Form von Kratzern, Dropouts und Haarrisse sind in wechselnder Intensität auszumachen, trüben den Sehgenuss aber zur keiner Sekunden, sondern lassen schlussendlich noch einmal richtige Nostalgiestimmung aufkommen.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch, Spanisch
UntertitelDeutsch
 Anolis spendiert uns gleich drei Tonspuren, wobei die deutsche Tonspur aus dem Hause Brunnemann überraschend gut ausgefallen ist. Die Dialoge sind hierbei gut zu verstehen, wirken aber altersbedingt etwas dumpf und leichtes Kratzen und Verzerren im Hochtonbereich gehört einfach zu einem guten Monoton. Auch hier ist der Nostalgiewert sehr hoch und leichtes Rauschen ist ebenso zu bemerken wie leichtes Knacksen im Hintergrund. Dies fällt aber erst wirklich auf, sobald man den Klangpegel über die Norm aufdreht, was bei einem Monoton und der Tatsache, dass die Sprachverständlichkeit ohnehin recht gut ist, kaum von Vorteil ist. Der spanische Mono Track schneidet hier am besten ab. Die Dialoge klingen weniger dumpf und klarer als in den anderen Fassungen und auch die Geräuschkulisse ist viel ausgeprägter und gibt Nebengeräusche wie z.B. Vogelgezwitscher im Gegensatz zu den anderen Tonspuren deutlicher wieder. Dafür ist aber auch der Rauschfaktor höher als in den anderen Fassungen. Die englische Tonspur ist noch dumpfer als die deutsche Version und schließt von daher am schlechtesten ab, wobei die Sprachverständlichkeit immer noch auf einem guten Niveau ist. Dafür rauscht es auch hier und hinzu kommen leichte Brummgeräusche in einigen Szenen (z.B. 35:15 Min.)
Somit werden Fans neben der klassischen deutschen Synchronisation am besten mit dem spanischen Ton bedient. Optional lassen sich noch deutsche Untertitel hinzuschalten.
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Extras
Extras
  • Media Book mit 32seitigem Booklet
  • Deutscher Audiokommentar mit Paul Naschy und Ivo Scheloske (optionale englische Untertitel)
  • Einleitung durch Paul Naschy in deutsch (1:30 Min.)
  • Deutscher Trailer (2:48 Min.)
  • Spanische Titelsequenz (2:43 Min.)
  • U.S.-Titelsequenz (2:54 Min.)
  • Super 8-Fassung:
    • Teil 1. - Die Stunde der grausamen Leichen (16:21 Min.)
    • Teil 2. - Der Nervenhammer (16:32 Min.)
  • Nackt oder nicht nackt:
    • Deutsche Fassung (0:52 Min.)
    • Spanische Fassung (0:53 Min.)
  • Bildergalerie (55 Bilder)
  • Filmprogramm (1:13 Min.)
  • Werbeflyer (3:01 Min.)
  • Reise nach Feldkirch (4:14 Min.)
  • Paul Naschy zu Gast bei Buio Omega (60:50 Min.)
  • Filmografie Paul Naschy
  • DVD-Credits
  • Hidden Feature (33 Bilder)
VerpackungMediabook
 Direkt auf den ersten Blick wird man feststellen, dass beim Zusammentragen des Zusatzmaterials wahre Fans am Werk waren, denn wo sonst würden wir bei einem leider aus finanzieller Sicht recht unrentabeln Titel dermaßen viel Zusatzmaterial finden. Selbst ähnliche Titel, die dank einer geringeren Freigabe in jedem Kaufhaus zu finden sind, bekommen meist nicht mehr als einen Trailer spendiert und das mit der Begründung, dass sich ein Mehraufwand nicht rentiert. Man verkauft mit oder ohne Bonus die gleichen Stückzahlen. Das mag wohl sein, aber wahren Filmliebhabern (und man sollte meinen das Geschäftsführer von DVD-Labels welche sind) geht es nicht um den "Mehraufwand", sondern einzig und allein darum, von einem Film die ultimative Edition zu veröffentlichen und den Fans das Maximum an Inhalt zu bieten. So gesehen hat es Anolis wieder einmal geschafft, eine DVD zu veröffentlichen, an der sich viele andere deutsche wie auch ausländische Firmen messen müssen.
Allein die Aufmachung in einer Buch ähnlichen Verpackung (Media Book) mit einem eingefasten 32seitigen Booklet toppt die damalige Interner Link"Blutige Seide"-Edition noch einmal um Längen und macht einiges her. Das Booklet beinhaltet neben einer kurzen Abhandlung über den Film von Christian Kessler noch eine sehr interessante Biografie, welche ebenfalls von unserem geschätzten Filmgelehrten verfasst wurde. Zudem finden wir hier einmal den englischen Text, sowie die deutsche Übersetzung informativer Hintergrundinfos von Mirek Lipinski, Betreiber der Fan-Page www.naschy.com. Doch auch die DVD selbst hat einiges zu bieten und neben einem deutschen Kinotrailer, der spanischen Titelsequenz, sowie der U.S.-Sequenz, findet sich noch eine schön gestaltete Biografie, sowie eine umfangreiche Bildergalerie, der Original Werbeflyer und das Filmprogramm. Aber das ist noch längst nicht alles, denn der eigentliche Grund weshalb wir eine volle Punktzahl vergeben, was ja verhältnismäßig selten passiert, ist unter anderem der neu produzierte Audiokommentar mit Paul Naschy und Anolis Entertainment-Mitarbeiter Ivo Scheloske. Dabei wird uns nicht nur ein sehr unterhaltsamer und informativer Kommentar geboten, sondern auch ein komplett in Deutsch eingesprochener Kommentar, welcher auf Wunsch noch englisch untertitelt werden kann. Da Paul Naschy aber nur gebrochen deutsch spricht, müssen wir manchmal etwas genauer hinhören, aber es ist wirklich bewundernswert, dass er sich die Mühe macht für die deutschen Fans einen deutschsprachigen Kommentar aufzunehmen.
Beim weiteren Durchstöbern des Bonusmaterials werdet ihr auf das kurze Featurette "Nackt oder nicht nackt" stoßen. Hier sehen wir zwei Ausschnitte aus dem Film. Einmal die deutsche Fassung der Liebesszene zwischen Gotho und Elke, in der Elke oben ohne zu sehen ist und einmal die spanische Alternativversion dieser Szene, in der die Protagonistin bekleidet bleibt.
Zum Schluss wird es dann noch einmal sehr interessant und mehr als informativ, denn Anolis spendiert uns in Zusammenarbeit mit dem Geheimnisvollen Filmclub BUIO OMEGA zwei ganz besondere Featurettes. Reise nach Feldkirch zeigt uns in knapp vier Minuten wie die Naschy-Familie nach rund 30 Jahren in den schöne Ort Feldkirch zurückkehrt. Richtig krachen lässt es aber das zweite und letzte Featurette auf dieser DVD. Paul Naschy zu Gast bei BUIO OMEGA läuft knapp eine Stunde und stellt einen Mitschnitt des legendären BUIO OMEGA-Events dar, bei dem Paul Naschy im Oktober 2002 zu Gast war. In dieser Stunde bekommen wir kleine Impressionen von diesem denkwürdigen Tag geboten, sowie das komplette Interview, welches Christian Kessler mit Paul Naschy in deutsch führte.
Was bleibt jetzt noch zu sagen, außer dass die Extras mehr als imposant ausgefallen sind und das für einen Film der knapp 40 Jahre auf den Buckel hat. Das oben angegebende Hidden Feature beinhaltet 33 Fotos, welche teilweise sehr selten sind. Wie und wo diese zufinden sind, müsst ihr aber selbst herausfinden.
Zudem sei noch das DVD-Menü erwähnt, welches ebenfalls sehr schön teilanimiert wurde und den edlen Gesamteindruck nur noch verstärkt.
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Fazit
"... einer der primitivsten, dümmsten und geschmacklosesten aller bisher gedrehten Horrorfilme. Abzuraten." - Katholischer Filmdienst (1974)

Wenn der katholische Filmdienst im Zuge geistiger Umnachtung zu diesem Entschluss kommt, kann dies für uns doch nur bedeuten, dass wir "Die Stunde der grausamen Leichen" lieben werden. Und in der Tat, was uns hier spendiert wird ist die wohl beste Performance Naschys überhaupt, der diesen charmanten Trash, trotz einiger Drehbuchvergewaltigungen und im positiven Sinne bescheuerten Dialogen, Leben einzuhauchen versteht. Die Darbietung als "Glöckner von Notre Dame"-Verschnitt spielt die Horrorikone dermaßen überzeugend und mit Gefühl, dass er 1973 nicht umsonst beim Internationalen Festival von Paris mit dem "Prix George Meliès" geehrt wurde. Abseits von Naschys nachhaltig beeindruckendem Schauspiel wird uns ein bitterböser Mad-Scientist-Trasher geboten, der einer Mischung aus Interner Link"Frankenstein" und Interner Link"Re-Animator" gleichkommt, wobei Stuart Gordon sich sicherlich von diesem Meistwerk inspirieren ließ. Schmutzig und für die damalige Zeit äußerst brutal mit einer Vielzahl blutiger Goreszenen ließ "Die Stunde der grausamen Leichen" Paul Naschy über Nacht zur Horror-Ikone avancieren und machte Spanien immer bedeutsamer, wenn es um Horrorfilme geht. Dabei ist Javier Aguirre nicht einmal ein reiner Horrorfilm gelungen, denn im Mittelpunkt steht eindeutig Gotho und dessen Liebe zu der einzigen Frau, welche ihn immer als das akzeptierte, was er nun einmal ist: Ein Mensch! Von daher will die "Mad-Scientist"-Geschichte um Dr. Orla anfänglich nicht so ganz funktionieren, sorgt aber schlussendlich für ein Heidenspaß beim Publikum, wenn zum Ende hin das Dr. Orla-Monster die Leinwand betritt und Gotho gegenüber steht, dann sind Logiklöcher und die durchgebumste deutsche Synchronisation (O-Ton: Christian Kessler) wie weggeblasen und macht fühlt sich irgendwie wohl, zwischen einem buckligen Krüppel, einem wahnsinnigen Wissenschaftler, einem schleimigen Monster aus der Retorte, einem Haufen brennender Raten und bildhübscher Frauen. Und ich glaube, niemand von euch hat von diesem Klassiker viel erwartet, dafür schlussendlich aber umso mehr geschenkt bekommen und zwar mit Abstand den schönsten spanischen "Gruselfilm" aller Zeiten …

Zum Schluss sei noch einmal die auf 3000 Stück limitierte DVD aus dem Hause Anolis gelobpreist, denn optisch wie auch inhaltlich gibt diese Edition einiges her und Anolis wird keinen der Fans, welcher seit Jahren auf diesen Klassiker wartet, enttäuschen. Hier stimmt nahezu alles und wer mit dem Kauf zu lange wartet, der wird trotz des hohen Verkaufspreises von knapp 35 Euro, schnell das selbe Wunder erleben wie damals bei der "Blutige Seide"-DVD.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Stunde der grausamen Leichen, Die
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