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USA 2001
Originaltitel:Donnie Darko
Länge:128:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Richard Kelly
Buch:Richard Kelly
Kamera:Steven B. Poster
Musik:Michael Andrews, Mike Bauer
SFX:Marcus Keys, Robbie Knott
Darsteller:Jake Gyllenhaal, Drew Barrymore, Jena Malone, Mary McDonell, James Duval, Holmes Osborne, Patrick Swayze, Katherine Ross, Noah Wyle, Fran Kranz, Stuart Stone, Alex Greenwald, Arthur Taxier, Gary Lundi, Maggie Gyllenhaal, Jack Truman, Rachel Winfree, Scotty Leavenworth
Vertrieb:McOne
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Auf den ersten Blick könnte Donnie Darkos (Jake Gyllenhaal) Leben das eines ganz normalen Kleinstadtteenagers sein. Doch Donnie plagen Furcht erregende Visionen: Nachts erscheint ihm Frank, der ihm im Hasenkostüm zerstörerische Aufgaben erteilt. Als Frank prophezeit, dass in genau 28 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden die Welt untergehen wird, weiß auch Donnies Psychologin keinen Rat mehr ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Was die einen bisher gestört hat und die anderen als nostalgisches Stilmittel auffassten, wurde auch hier übernommen: Das Bild scheint nach wie vor zu weich gefiltert und viele Szenen scheinen in träumerischen Bildern, geprägt von überhellten, ausfransenden Lichtquellen, zu schwelgen oder etwas zu düster auszusehen. "Donnie Darko" gehört mit dieser fast identischen Umsetzung im Vergleich zur Kinofassung immer noch zum oberen Drittel der DVD-Auswertungen, ist teils fast sehr gut. Die Farben sind beispielsweise prächtig geworden, man zieht es aber in einigen Szenen vor, auch sie in Finsternis zu hüllen und sie somit natürlich abzuschwächen. Ein wenig Rauschen liegt immer noch auf dem Bild, wobei hier eher das feine stehende Rauschen auffällig wird. Letztlich ist es fast nur die schwache Detailschärfe, die für 4 Punkte sorgt, denn trotz sauberem Bild und guter Erkennbarkeit liegt stets ein seicht verschwommener Effekt über dem Bild.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, En), DTS 5.1 (Deu)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Deutsch für Hörgeschädige, Englisch
 "Wach auf!" - Bei dieser Szene weiß man spätestens, was man mit dem Dolby Digital 5.1-Modus bzw. dem etwas dicker erscheinenden DTS hat, denn die Anlage richtig eingestellt, wird man hier schön aufschrecken. Dabei ist "Donnie Darko" kein Effektfilm im eigentlichen Sinne von ständig präsenten Surround-Orgien sondern hier macht sich der Raumklang als geschickt eingesetztes Werkzeug der Atmosphäre und des Suspense bemerkbar. Mal baut sich die Musik langsam auf, manchmal wird der hintere Bereich gezielt angesteuert, um Stimmen von dort verlauten zu lassen, was für diese kurzen Momente wirklich fantastisch gelungen ist, dazwischen wirkt das Klangbild dann aber wieder ein weniger ausgenutzt und dadurch ernüchternd. Schade, die teils sehr guten Ansätze im Raumklang und die gute Akustik insgesamt sind fast schon 5 Punkte wert. Wer noch die DVD mit der Kinofassung hat, dem wird auffallen, dass die Dolby Digital 2.0-Spur, eine speziell auf Kopfhörer zugeschnittene Surround-Spur hier weggefallen ist, was aber nicht wirklich stört. Neben den deutschen und englischen Untertitel gibt es noch Untertitel für Hörgeschädigte.
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Extras
Extras
  • 16seitiges Booklet
Film-DVD
  • Audiokommentar
  • Trailer (1:01 Min.)
  • Biografien:
    • Richard Kelly (3 Seiten)
    • Jake Gyllenhaal (3 Seiten)
    • Mary McDonnell (4 Seiten)
    • Holmes Osborne (4 Seiten)
    • Maggie Gyllenhaal (4 Seiten)
    • James Duval (4 Seiten)
  • Programmhinweise:
    • Riding The Bullet (1:27 Min.)
    • Angst über Amerika (1:03 Min.)
    • Ong Bak (2:11 Min.)
    • Devot (1:35 Min.)
    • Cypher (2:01 Min.)
    • Berserker (1:43 Min.)
    • The Musketeer (2:07 Min.)
    • Nirgendwo in Afrika (3:05 Min.)
    • Infernal Affairs (2:30 Min.)
    • Infernal Affairs 2 (2:51 Min.)
    • High Tension (1:45 Min.)
    • Wrong Turn (2:03 Min.)
  • DVD-Credits (5 Seiten)
Bonus-DVD
  • Making Of mit opt. Audiokommentar (52:54 Min.)
  • Storyboard/Film-Vergleich:
    • Flüssige Pfeile (1:38 Min.)
    • Halloween Party, Teil 1 (1:03 Min.)
    • Halloween Party, Teil 2 (1:49 Min.)
    • Grandma Deaths Haus (3:23 Min.)
  • Darkomentary (13:18 Min.)
  • Fotogalerie (17 Bilder)
  • Video Clip "Mad World" (4:01 Min.)
  • Interviews:
    • Jake Gyllenhaal (2:02 Min.)
    • Mary McDonnell (1:14 Min.)
    • Holmes Osborne (1:26 Min.)
    • Maggie Gyllenhaal (0:54 Min.)
    • James Duval (0:38 Min.)
    • Jena Malone (0:41 Min.)
    • Drew Barrymore (2:14 Min.)
    • Noah Wyle (0:57 Min.)
    • Katharine Ross (0:57 Min.)
    • Richard Kelly (1:36 Min.)
    • Sean McKittrick (0:33 Min.)
    • Nancy Juvonen (0:45 Min.)
    • Hunt Lowry (0:29 Min.)
    • Casey Lascala (0:18 Min.)
    • Steven Poster (0:34 Min.)
  • Cunning Visions:
    • Infomercial mit Originalton (5:42 Min.)
    • Infomercial mit Audiokommentar (5:42 Min.)
    • Artwork Gallery (11 Bilder)
  • The Philosophy Of Time Travel:
    • Buchversion (12 Seiten)
    • Dt. Textversion (16 Seiten)
    • Engl. Textversion (16 Seiten)
  • Theymademedoit.com:
    • Theymademedoit.com Clip (4:56 Min.)
    • Artwork Gallery (22 Bilder)
  • Filmmusik DD5.1 oder PCM-Stereo (16 Tracks)
  • Wissenswertes:
    • Graham Greenes "The Destructors" (5 Seiten)
    • Die Geschichte des DeLorean (12 Seiten)
    • Die Theorien von Stephen W. Hawking (5 Seiten)
  • DVD-Credits (6 Seiten)
 Wesentliches hat sich beim Bonusmaterial nicht geändert, das beginnt schon bei den gleichen, immer noch hervorragend animierten Menus und der Verpackung als aufwendige Tin-Box. Zum einen ist das gut, denn das Bonusmaterial der Kinofassung war schon sehr umfangreich, zum anderen ist es für diejenigen unter euch, die die DVD der Kinofassung schon besitzen, vielleicht ein wenig schade, dass ihr nun nicht mehr viel Neues geboten bekommt. Die Deleted Scenes sind für diese DVD natürlich weggefallen, da sie nun im Film integriert vorzufinden sind.
Es scheint zwar vorerst so, als ob gegenüber der älteren Fassung ein Audiokommentar weggefallen ist, tatsächlich hat sich Regisseur Richard Kelly zusammen mit seinem Freund Kevin Smith, der bekannte Regisseur und Darsteller des "Silent Bob" in vielen seiner Filme, noch einmal hingesetzt und einen neuen Audiokommentar eingesprochen, der natürlich deutsch untertitelt wurde. Es geht natürlich besonders um die Neuerungen und Änderungen des Director's Cut, aber auch die Hintergründe des Films möchten vermittelt werden, während Smith die Chose ein wenig auflockert und gut ergänzt. Daneben enthält die DVD nur noch kleinere Extras wie Bio- und Filmografien, ein paar Trailer und die DVD-Credits, die man auch auf der zweiten DVD wiederfindet.
Auf dieser bekommen wir dann die geballte Ladung an Specials. Das Making Of besitzt eine Laufzeit von fast einer Stunde und ist sehr sehenswert, da ungefilterte Aufnahmen hinter den Kulissen gemacht wurden, die die Arbeit der Crew zeigen. Zwar gibt es hierfür mal keine Untertitel, da aber nur kurze Passagen Liveton am Start sind, sprechen die Bilder meist für sich und außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Audiokommentar mit Untertiteln zuzuschalten. Neu hinzugekommen sind 4 Vergleiche zwischen dem Storyboard und der fertigen Szene, die gleichzeitig auf einem Bildschirm ablaufen. Ebenfalls neu ist die "Darkomentary", ein viertelstündiger Beitrag aus einem Wettbewerb, der den größten "Donnie Darko"-Fan ausfindig machen sollte. Der Gewinner ist ein echt schräger Typ, der das Fan-Sein vielleicht eine Spur zu ernst nimmt und dadurch schon ein wenig unheimlich erscheint, vor allem wenn er sich zum Regisseur und einem Darsteller durchdrängelt. Weiter geht es mit einer Bildergalerie und dem "Mad World"-Musikvideo von Tears For Fears. Zwar ist das Ding schon ein wenig angekratzt (eben Baujahr 1983), dafür aber erstmals mit dem Director's Cut auf der deutschen DVD zu erleben. Bei den nachfolgenden 15 Interviews hätte man gern noch etwas mehr Zeit aufbringen können, so sind die Ausführungen der Interviewten jeweils recht kurz. Vom esoterischen Selbsthilfe-Quatsch "Cunning Visions" darf man natürlich auch den kompletten Werbespot anschauen, sogar mit Audiokommentar des Commercial-Regisseurs und der Cunning Visions-Chefin, der natürlich getürkt ist und viel Quatsch angereichert wurde. Auch die Artworks zu "Cunning Visions", die sich überall im Film versteckt haben, werden hier gesammelt in einer Galerie vorgeführt. "The Philosophy Of Time Travel" enthält das komplette (für den Film entwickelte) Buch entweder in deutscher/englischer Textform oder als kaum erkennbare Druckversion. Der Wettbewerb unter britischen Graffiti-Künstlern, innerhalb von 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden ein Motiv aus dem Film zu erschaffen, wird unter "TheyMadeMeDoIt.Com" veröffentlicht. Hier hat man Zugriff auf ein kurzes Making Of in Musikclip-Form und natürlich die Werke zum einzelnen Betrachten innerhalb einer Galerie. Das war aber noch längst nicht alles, denn es folgt noch der komplette Soundtrack mit 14 Titeln, die DVD-Credits und Wissenswertes zu drei ausgewählten Themen des Filmes. Besonders bei Letzterem merkt man deutlich, dass man versucht, wirklich jede Ecke des Donnie Darko-Universums zu entblättern, denn wer hätte schon gedacht, dass gerade das Buch von Graham Greene, Stephen Hawkings Zeitreisetheorien oder das nur kurz erwähnte Kultauto DeLorean eine Rolle spielen im Bonusmaterial? Zum Schmökern gibt es zum Schluss noch das 16seitige Booklet, welches, abermals verfasst von Carsten Henkelmann (www.SenseOfView.de), besonders auf die Bedeutung und die Veränderungen des Director's Cut eingeht. Hier ist auch der komplette Text des Songs "Mad World" von Tears For Fears abgedruckt und sogar ins Deutsche übersetzt.
Das Höchste aller Gefühle wäre es natürlich gewesen, auch die Audiokommentare der Vorgänger-DVD mit vorzufinden, aber letztlich denke ich, dass das umfangreiche Material hier voll ausreichen wird und jeden Fan des Filmes noch ein Stück mehr für das Werk interessieren wird. Die Höchstwertung vergebe ich hier für das Vorhandensein dieser Extras, wer allerdings schon die Kinofassung von McOne hat, wird weit weniger Neues vorfinden.
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Fazit
Diese Einschätzung basiert größtenteils auf dem Director's Cut des Films und setzt die Kenntnis der Kinofassung voraus!

"Donnie Darko" ist ein Phänomen, das man weder zusammenfassen, noch genau erläutern kann, insbesondere durch das schier unvergleichliche Potential seiner universellen Deutungsmöglichkeiten. Der von Richard Kelly vielseitig inszenierte Mix aus nahezu allen Genres startete im Oktober 2001 in den US-Kinos und wurde ein sensationeller Flop, der mit 1,2 Millionen Dollar nicht einmal seine ohnehin verschwindend geringen Produktionskosten einspielen konnte. Erst im Zuge der europäischen Kinoauswertung und der Veröffentlichung auf DVD entwickelte sich der Film schlagartig zum einem Franchise tauglichen Kultobjekt. Die komplexe und auf mehreren Ebenen fragmentartige Verquickung technischer und epischer Stilmittel macht "Donnie Darko" zu einem unvergleichlich intensiven wie anrührenden Gesamtwerk.

- Donnie Darko? Was ist das eigentlich für ein Name? Klingt wie ein Superheld oder so was.
- Wer sagt, dass ich keiner bin?

Kellys als kommerzielle Folge veröffentlichter Director's Cut steht mehr oder weniger als ein Ausnahmebeispiel dafür, dass gewisse Vorgaben und Einschränkungen der Qualität eines Films zwangsläufig keinen Abbruch tun müssen - sondern mitunter im Gegenteil. Das Faszinierende an der Geschichte ist die unaufdringlich vermittelte Botschaft, die Möglichkeit, den Film in jede Richtung deuten und thesenartig zerlegen zu können. Dass dieser dem Zuschauer überlassene Freiraum gleichzeitig etwaige Schwächen einer in letzter Konsequenz nicht endgültig sinnvollen Idee überschatten mag, kann ein weiterer Vorteil sein. Die Intention des Regisseurs jedoch entflechtet die verwobene Vielfalt des Films und lenkt allzu offensichtlich in eine Richtung, an deren Ende nur noch eine originell aufbereitete Zeitreisengeschichte, ergänzt durch persönlich motivierte, gesellschaftlich-soziale Spuren einer New Age-Generation, keinesfalls aber ein Drama, das nur beiläufig auf Metaebenen funktioniert, wie dies in der Kinofassung der Fall war, stehen kann.

- Und was wäre, wenn du in die Vergangenheit reisen und alle schmerzhaften und dunklen Stunden durch etwas Besseres ersetzen könntest?

Mit seiner Science Fiction-Betontheit geht dem DC doch einiges von seiner vorherigen Wirkung verloren, denn neben seiner philosophischen Grundbeschaffenheit um die Reise eines Artefaktes (Turbine) durch ein über der Stadt Middlesex existierendes Wurmloch in ein Tangentenuniversum (in der vierten Dimension), welches für das primäre Universum eine große Gefahr darstellt und deshalb vom Auserwählten bzw. manipulierten Lebenden Donnie Darko vernichtet werden muss, ist der Film (besonders in seiner Kinofassung) auch ein wunderbares Drama, das grandios den "Think Positive"-Wahn der 80er einzufangen und ihm einer rebellischen Teenagergeschichte gegenüberzustellen versteht und dabei festgefahrene Denkmuster mit neuen Abläufen konfrontiert.

Neben inhaltlichen Veränderungen gegenüber der bisherigen Version wurde auch die Musikauswahl teilweise erneuert. Aus lizenzrechtlichen Gründen konnte Kelly bestimmte Songs z.B. von INXS nicht verwenden und setzte dafür Stücke von anderen Bands wie Echo & The Bunnymen ein. Auch diesbezüglich schneidet der DC schlechter ab, denn die Musik der Kinofassung war wesentlich gelungener (lediglich dem Schnitt passen sich die neuen bzw. ursprünglich gewählten Titel besser an) und setzte oftmals mehr auf die Klänge des Komponisten Michael Andrews.

- Jedes Lebewesen folgt einem vorbestimmten Weg. Und wenn man seinen Weg oder Kanal sehen kann, dann kann man auch in die Zukunft sehen, oder? Das ist eine Form von Zeitreise.

Der reduzierte Interpretationsspielraum lässt die Geschichte mit den neu eingefügten Szenen deutlicher in ihrer Intention erscheinen und mit Hilfe des (natürlich von Kelly selbst verfassten) "Philosophy of Time Travel"-Buchs bezüglich des Science Fiction-Gehalts dabei recht eindeutig entschlüsseln. Selbstverständlich bleibt die Idee als solche, auch wenn sie genauer präsentiert wird, faszinierend. Es mag Geschmacksache sein, welche Version man bevorzugt, doch rückt der nicht-phantastische Aspekt im DC etwas zu stark in den Hintergrund. Der pendelnde Ausgleich, den Kelly in der Kinofassung so perfekt beherrscht, hat einen ganz speziellen Reiz und weicht in der neuen Version einer relativ eindeutigen Position, welche den Director's Cut zur zweiten Wahl machen sollte.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Donnie Darko (Collector's Tin Edition)
News"Southland Tales" und "Donnie Darko" im Steelbook
Donnie Darko
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