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FR, CAN, USA 2005
Originaltitel:Land of the Dead
Alternativtitel:Dead Reckoning
aka. George A. Romero's Land of the Dead
Länge:92:52 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:George A.Romero
Buch:George A.Romero
Kamera:Miroslaw Baszak
Musik:Reinhold Heil, Johnny Klimek, M.E. Law, Gabriel Isaac Mounsey
SFX:Gregory Nicotero & KNB Efx Group Inc
Darsteller:Lara Amersey, Pedro Miguel Arce, Asia Argento, Simon Baker, Boyd Banks, Jennifer Baxter, Michael Belisaro, Joanne Boland, Krista Bridges, Darrin Brown, Eugene Clark, Christian Estrada, Phil Fondacaro, Jason Gautreau, Dennis Hopper, Robert Joy, John Leguizamo, Max McCabe, Tony Munch, Tony Nappo, Christopher Allen Nelson, Simon Pegg, Sasha Roiz, Christopher Russell, Tom Savini, David Sparrow, Jeff Teravainen, Gary Ugarek, Alan Van Sprang, Jonathan Walker, Edgar Wright, Alex Zane
Vertrieb:Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Eine Armee der Untoten beherrscht die Welt und die letzten Überlebenden haben sich hinter den Mauern einer zerstörten Stadt verschanzt. Doch auch hier in der letzten Bastion der Menschheit herrscht Unruhe: Revolution liegt in der Luft, Straßenkämpfe sind an der Tagesordnung und mit jeder Nacht, die verstreicht, entwickeln sich die die Zombies vor den Toren der Stadt zu immer mächtigeren Kreaturen ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Bei einem Film wie "Land of the Dead", der überwiegend im Dunklen spielt, ist das A und O ein ausgleichender Kontrast und ein perfekter Schwarzwert. Über letzteres können wir uns wirklich nicht beschweren und auch der Kontrast macht einen überwiegend guten bis sehr guten Eindruck, verschluckt aber allzu oft nötige Details in dunklen Sequenzen. Die Farbgebung hingegen ist wirklich hervorragend ausgefallen und bietet satte und kräftige Töne und ein dominierendes Blau, welches sich als Stilmittel quer durch den ganzen Film zieht und den visuellen Look des Filmes ausmacht. Hin und wieder bekommen wir dann auch warme Erdtöne geboten, die aber just im nächsten Momenten durch andere Farbtöne aufgefressen werden (passend zu den Zombies die sich durch die Lebenden knabbern). Die Schärfe überzeugt durch überwiegend plastisch wirkende Bilder, welche aber nicht ganz Referenzwerte erreicht und gerade in Bewegungen für Einbußen sorgt. So wirken Nahaufnahmen noch recht detailliert und auch die Kantenschärfe hinterlässt trotz offensichtlichen Nachschärfens, welche man in einigen Einstellung leider deutlich erkennen kann, einen sauberen Eindruck. Jedoch wirkt der Transfer in den Totalen etwas schwach und detailarm. Bildrauschen fällt hierbei kaum auf und wenn, dann stört dies nicht sonderlich. Lediglich leichtes Nachziehen in Bewegungen trübt den Sehgenuss etwas, dafür ist der Transfer aber frei von jeglichen Defekten und Verschmutzungen und die Kompressionen arbeiten bis auf leichtes Blockrauschen sehr sauber im Hintergrund. Insgesamt können wir also von einem guten anamorphen Transfer sprechen, den uns Universal spendiert hat. Jedoch wäre ein etwas ausgewogenerer Kontrast wünschenswert gewesen, denn unter anderem werden auch einige der schönen Effekte in Mitleidenschaft gezogen.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Englisch für Hörgeschädigte
 Auch der Dolby Digital 5.1 Track kann als durchaus gelungen bezeichnet werden, wobei auch dieser noch ein ganzes Stück von einer Referenz trächtigen Abmischung entfernt ist. Neben einer sehr dynamisch wirkenden Front bietet man uns ein rundum gelungenes Klangbild, dessen ständig im Einsatz befindlichen Rear-Speaker für eine schöne Räumlichkeit sorgen. Dabei sollte jedoch erwähnt werden, dass trotz vieler Sourroundeffekte, welche mehr dazu dienen, eine atmosphärische Klangkulisse zu erzeugen, die Effektlautsprecher über weite Strecken einfach zu kurz kommen. Überwiegend für den Score in Benutzung, wirken gerade Actionsequenzen etwas zu devot in den hinteren Kanälen. Dank einiger wirklich überzeugender direktionaler Effekte und Surroundeinlagen wie z.B. Pistolenschüsse oder aber das Abfeuern einiger Raketen, wird es zu einem kleinen Rundumerlebnis, ohne uns dabei aber wirklich umzuhauen. Schuld daran dürfte der etwas zu lasche Bass sein, welcher in der englischen Sprachfassung viel prägnanter und voluminöser wirkt als in der deutschen Version. Hier hat man immer das Gefühl, dass man Angst hat das Tier aus dem Käfig zu lassen. Dafür sind die Dialoge jederzeit klar und deutlich verständlich, wirken im Vergleich zu englischen 5.1-Abmischung aber etwas zu gedrungen. Gerade der englische Track, welcher sich nicht sonderlich von seinem deutschen Pendant unterscheidet, wartet mit einer weiträumigeren und zudem im Bassbereich kräftigeren Abmischung auf, welcher der deutschen insgesamt überlegen ist und selbstredend deutsch untertitelt wurde. Hier wäre deutlich mehr machbar gewesen, dennoch kann man mit dem Ergebnis recht zufrieden sein. Wer jedoch auf die gute deutsche Synchronisation verzichten kann, greift hier zu etwas facettenreicheren englischen Dolby Digital-Fassung.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar mit Regisseur George A. Romero, Produzent Peter Grunwald und Cutter Michael Doherty (Eng mit dt. UT)
  • Zum Leben erweckt: Making of Land of the Dead (12:57 Min.)
  • Ein Tag mit den lebenden Toten (7:35 Min.)
  • Tote zum Leben erwecken (9:32 Min.)
  • Was übrig blieb (2:57 Min.)
  • Als Shaun George begegnete (13 Min.)
  • Szenen des Blutbads (1:44 Min.)
  • Zombie-Effekte von der Green-Screen zur fertigen Szene (3:19 Min.)
  • Die Storyboards zum Leben erwecken (7:56 Min.)
  • Kreisch-Tests: Aufruf zum Zombie-Casting (1:05 Min.)
  • 2 Trailer:
    • King Kong (2:29 Min.)
    • The Skeleton Key (2:19 Min.)
 Das hübsch designte, animierte und Musik unterlegte Hauptmenü (die Untermenüs sind leider recht leblos), wirken schon sehr einladend und die Auflistung der Extras lässt auf eine Fülle alternatives Verleih-Coveran Informationen hoffen. Doch leider ist das nicht ganz der Fall, denn auch wenn wir es hier mit einem George A. Romero-Zombiefilm zu tun haben, ist es immer noch eine Hollywood-Produktion und dementsprechend ist das Zusatzmaterial auch etwas zu oberflächlich ausgefallen. Den Anfang macht ein deutsch untertitelter Audiokommentar mit George A. Romero, Produzent Peter Grunwald und Cutter Michael Doherty, welche einiges an Hintergrundinformationen zur Produktion einbringen, doch neben etwas Smalltalk, Erläuterungen zur Zensur, sowie Lobpreisungen an Cast & Crew, bleibt die Fülle an Informationen recht überschaubar und des Öfteren darf man es sogar erleben, dass minutenlang einfach geschwiegen wird. Im eigentlichen Zusatzmaterial finden wir dann ein knapp 13minütiges Making of, welches ungewöhlich schnell geschnitten wurde und ein Mix aus Behind the Scenes-Material und Statements von Cast & Crew besteht. Dass dabei alles sehr stark nach PR stinkt, sollte jedem klar sein, aber zumindest ist es recht kurzweilig und unterhaltsam ausgefallen. Weiter geht es mit dem rund 8 Minuten langen Featurette "Tag mit den lebenden Toten". Hierbei führt uns John Leguizamo über das Set und gewährt uns ein paar Einblicke hinter die Kulissen. Leider recht kurz und um ehrlich zu sein, versucht da jemand krampfhaft komisch zu wirken, was schlussendlich etwas nervt, aber zumindest scheint das gesamte Team viel Spaß beim Dreh gehabt zu haben, zumindest laut diesem Featurette.
Zeigten uns die beiden vorhergegangen Featurettes schon einige Einblicke in die recht heftigen Spezialeffekte, toppt das folgende knapp 10minütiges Featurette namens "Tote zum Leben erwecken" alles. Hier geht es um die mehr als gelungene und äußerst gorige Effektkunst und diese wirden uns auch reihenweise im unfertigen, sowie auch im fertigen Stadium gezeigt. Dies hat zufolge, dass es hier gehörig suppt und bestimmt nichts für Zartbesaitete ist, aber der Informationsgehalt ist groß und es ist wirklich interessant zu sehen, wie all diese Effekte entstehen. Leider sind auch 10 Minuten wieder zu kurz und das Ganze ist eine Spur zu oberflächlich geraten. Anstelle etwas mehr ins Detail zu gehen, speist man uns leider überwiegend erneut mit Lobhudeleien über die Effekte und deren Macher ab. Das nächste Featurette mit dem Titel "Was übrig blieb" läuft knapp 3 Minuten und stellt einige geschnittenen Szenen dar, welche im Grunde nichtssagend sind, wobei eine Sequenz nicht nur gut, sondern vor allem recht blutig geworden ist. Hier fehlt jedoch ein Regiekommentar, der das Gezeigte noch mal kommentiert.
Bei "Als Shaun George begegnete" trifft Interner Link"Shaun of the Daed"-Darsteller Simon Pegg und Regisseur Edgar Wright auf George A. Romero und die beiden übernehmen sogar einen kleines Cameo als Zombies. Das Ganze geht knapp 13 Minuten und stellt keinerlei Anspruch auf Tiefgründigkeit, sondern dient nur Simons und Edgars Verehrung für ihr Idols kund zu tun. Wirklich nett ... Im nachfolgenden Featurette fragen wir uns langsam wirklich nach welchen Kriterien die FSK bei ihren Freigaben nun entscheidet! "Szenen des Blutes" stellt eine knapp 2minütige musikalisch unterlegte, schier sinnlose Ansammlung blutiger Fressszenen dar, welche bei anderen Filmen bereits des Öfteren für ein Verbot sorgten bzw. in dieser Form erst gar nicht durch die Prüfung kamen. Hier stellt sich dann auch vermehrt die Frage, ob man nicht langsam mal die alten Schätzchen aus den 80er Jahren von der Liste der "Video Nasties" streichen sollte. In "Zombie-Effekte von der Green-Screen zur fertigen Szene" bekommen wir in knapp 3 Minuten Bildvergleiche zwischen der unfertigen und fertigen Fassung des Filmes. Dabei ist es wirklich erstaunlich wie viele Szenen vor einer "Green-Screen" gedreht wurden, was der Zuschauer letztlich nicht merkt. Teilweise wurde ganze Straßen und Häuser in den Film hinein kopiert. Wirklich beeindruckend. "Die Storyboards zum Leben erwecken" ist im Grunde identisch mit dem vorangegangenen Featurette, nur dass diesmal in rund 8 Minuten Storyboards mit dem fertigen Film verglichen werden. Zum Schluss wird zum Kreischtest aufgerufen. "Kreischtests: Aufruf zum Zombie-Casting" zeigt computeranimierte Untote, welche eine knappe Minute lang vor sich hintanzen dürfen. Hier scheint man wohl ein wenig mit dem Computer herumexperimentiert zu haben.
Das war es dann in puncto Extras, welche zwar nicht sonderlich umfangreich geworden sind, dafür aber recht unterhaltsam und optional deutsch und englisch untertitelt vorliegen. Warum man mal wieder auf den Originaltrailer, sowie TV-Spots etc. verzichtete, wird wohl ewig ein Geheimnis von Universal bleiben. Lediglich ein Trailer zu Interner Link"King Kong" und Interner Link"The Skeleton Key" dürfen wir uns noch anschauen.
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Fazit
Seit George A.Romero mit Interner Link"Day of the Dead" seine Zombie-Trilogie abgeschlossen hatte sind fast 20 Jahre ins Land der Toten gezogen. Nicht unbeeinflusst vom Erfolg der ebenfalls aus dem Hause Universal entsandten Interner Link"Dawn of the Dead" (2004) und "Shaun of the Dead", entschloss sich der Altmeister ein weiteres Kapitel der lebenden Toten zu eröffnen und sein bereits 2001 geschriebenes, um politische Noten ergänztes Drehbuch zu verfilmen. "Land of the Dead" ist tatsächlich das, was alle im romeroesken Fahrwasser angesiedelten Konsorten, geführt von Zack Snyders sträflich überschätztem "Dawn"-Remake, der einen Meilenstein der Filmgeschichte zu einem subtextlosen, zynischen Actionfilm umzupolen versuchte, nicht sind - ein intelligenter, meisterhaft inszenierter Horrorfilm. Romeros vierte "Dead"-Episode kann nicht mehr mit einem erkennbar klassischen Plot aufwarten und stürzt den Zuschauer unmittelbar nach dem Prolog, einer vermeintlichen Ruhepause der Untoten, in einen Strudel aus Gewalt dominiertem Überlebens- und kapitalistisch definiertem Gesellschaftskampf. Erachtet der geneigte Kenner der Ur-Trilogie die inhaltlichen Zustände für logisch, mögen unvorbelastete Zuschauer dem Drehbuch Einfallslosigkeit vorwerfen wollen - was in Anbetracht der starken Kontextbezogenheit des Films verständlich, aber keinesfalls gerechtfertigt ist. Dass Romero sich nicht auf ausgefeilte und übermäßig dramatisierte Charaktere einlässt, ist Teil seiner stilistischen Inszenierung, denn während der Fokus sich in Interner Link"Night of the Living Dead" (1968) auf eine Handvoll Menschen richtete, so stand mit Bob in "Day of the Dead" bereits selbst ein Zombie im Mittelpunkt der Figurenzeichnung. Der Altmeister hat sich deshalb endgültig einer Wertung entzogen und nimmt eine beobachtende Position ein, eine Stärke, die den nüchternen Reiz des Films ausmacht. Die austauschbaren Figuren können letztlich nichts weiter als Marionetten sein - was neben der schwer zu durchschauenden, weil nicht vorsehbaren Geschichte einen weiteren Punkt darstellt, den der Großteil der Fans nicht akzeptieren wollte. Überspitzt ausgedrückt könnte man auch sagen, das Publikum ist noch nicht bereit, um "Land of the Dead" so zu schätzen, wie das einst auch erst Jahre nach Veröffentlichung des 68er-Originals der Fall war.
Romeros neuester Streich kann abermals mit Zombiemetaphorik der besten Sorte aufwarten, denn auch während manch sozialkritische Intention dieses mal ein wenig zu offensichtlich ausfällt, formuliert er hier die womöglich schärfsten politischen Understatements seiner Filme. Waren es einst die Komplexe Vietnamtrauma, bürgerlicher Rassismus, Konsumgesellschaftsproblematik und ausufernder Militarismus, welche in Romeros filmischen Umwegen eine kulturelle Verarbeitung fanden, wird sein viertes Zombiekapitel subthematisch zum terroristischen Konflikt. Ironischer Höhepunkt dieser gleichsam intelligenten wie faszinierenden Umsetzung ist Dennis Hoppers pedantisches Gegenbild zu Donald Rumsfeld. Treu bleibt uns der Altmeister auch, wenn es um die detaillierte Darstellung hungriger "Stinker" geht. Konnte bereits die für das amerikanische R-Rating zensierte Kinofassung mit reichlich Gore aufwarten, offenbart der Director's Cut ein regelrechtes Fest an Blood'n'Guts. Das jedoch ist freilich nur das i-Tüpfelchen eines in jeder Hinsicht großartigen Films.

Die DVD aus dem Hause der Universal Studios bietet eine gute, aber nicht tadellose Bild- und Tonqualität und zudem unterhaltsames, aber nie wirklich tiefgründiges Bonusmaterial. Die Erstauflage wird in einem schönen Schuber mit Prägeschrift ausgeliefert, wobei die identische Verleih-DVD mit einer auf der US-DVD basierenden, alternativen Variante mit Hologramm-Cover aufwartet. Dass der Directors's Cut wie auch die Kinofassung völlig unbeanstandet durch die FSK gekommen sind, grenzt langsam an ein Wunder, denn hier sind genau die Sorte von Szenen enthalten, welche den anderen Zombiefilmen Jahrelang zum Verhängnis wurden. Aber sei es drum: "Land of the Dead" liegt uns hier in einer wirklich guten Veröffentlichung vor und sollte in keiner Horrorfilm- bzw. Zombie-Sammlung fehlen.



Bilder der DVD




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Land of the Dead (Director's Cut)
News"Land of the Dead" als Director's Cut auch in Deutschland auf DVD
Land Of The Dead
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