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D 2005
Originaltitel:Broadcast Killer
Alternativtitel:Have a Live!
aka. Slasher Party
Länge:66:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ulrich Meczulat
Buch:Ulrich Meczulat
Kamera:Martin Roth
Musik:Oliver Wenzlaff
Darsteller:Sebastian Achilles, Marika Elena David, Gianni Meurer, Tessa Nadjafian, Nicolai Tegeler
Vertrieb:Epix
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Wie viel Demütigung und Schmerz ertragen TV-Kandidaten für etwas Ruhm?

In der Show "Have a Life" sollen sich vier attraktive junge Menschen live durch die Wildnis schlagen. Um Punkte zu gewinnen, müssen sie Teamgeist, Eigeninitiative, Humor und - na klar - Sex-Appeal zeigen. Als plötzlich ein geistesgestörter Unhold auftaucht und die süße Sonja (Marika Elena David) verschleppt, ist Schluss mit lustig: Die Mitspieler müssen handeln - bloß wie? Die egozentrische Elke (Tessa Nadjafian) glaubt, das alles sei ein nur Test, der extra-coole Dirk (Sebastian Achilles) will den Bösewicht killen und der linksliberale Tim (Gianni Meurer) möchte erst mal drüber reden, du. Für Sonja wird die Lage derweil immer bedrohlicher ...

Bild
Format1.78:1 (anamorph)
NormPAL
 Die erste Texttafel im Film zeigt an, dass wir es hier mit Rohmaterial zu tun haben, das für eine fiktive Reality-Show aufgenommen wurde. Das im Hinterkopf kann man sich mit der Bildqualität ganz gut arrangieren. Es ist vor allem körnig, wobei es schön gewesen wäre, wenn man zum einen den Rauschfilter herausgelassen hätte (das Bild ist ein wenig starr, geht aber) und auch die Kompression ordentlich hinbekommen hätte. Besonders Letzteres fällt auf, wenn ein schneller Schwenk sich stabilisiert und Artefakte langsam verschwinden. Zu der realitätsnahen Aufnahmetechnik (wahrscheinlich Digital Video) gehören u.a. auch verwackelte Handkamera-Szenen, Helligkeitsschwankungen und Zoomunschärfen. Wobei der Detailgrad doch sehr ordentlich ist. Die Farben sind meist mit einem Filter belegt, meist blau.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Neben "Live-Bild" gibt es auch Live-Ton. Das äußert sich im dumpfen Lautbild, weil eben direkt auf freiem Feld gedreht wurde, wo die Stimmen etwas verwehen und blechern werden, sobald sich die Figur weiter entfernt. Effekte gibt es ohnehin nicht, da man diese nur äußerst schwer realisieren könnte. Auch sonst ist der Klang klar auf die Verständlichkeit der Dialoge abgestimmt, was meist auch gegeben ist. Zur Not kann man auch nicht ganz fehlerfreie Untertitel hinzuschalten. Die tolle Akustik angereichert mit guter Bass- und Höhendynamik bekommt man leider bis zu den abschließenden Credits nicht mehr zu hören.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar
  • Teen Shocker (10:43 Min.)
  • Flirt im Nachtbus (22:49 Min.)
  • Teaser (0:52 Min.)
  • Trailer (2:03 Min.)
  • Making Of (31:49 Min.)
  • Bildergalerie (1:33 Min.)
  • Figuren-Interviews (28:47 Min.)
  • Schauspieler (9:43 Min.)
  • Bühnenprobe (34:57 Min.)
  • Trailershow:
    • Der Teufel von Rudow
    • Shunned House - Haus der Toten
    • Blood & Donuts
    • Backyard
    • Clubland
    • Prom Queen
    • The Winner
    • Kopflos
    • The Big Empty
 Reichlich Extras beherbergt die DVD, auch wenn nicht alles davon unbedingt nötig erscheint. Klar zu gebrauchen ist der lockere Audiokommentar des Produzenten-Teams Ulrich Meczulat, Stefan Kobe und Martin Roth, der schon mal gern abschweift, dafür aber auch kurzweilig ist. Auch zwei Bonusfilme aus früheren Tagen wurden untergebracht. "Teen Shocker" mit Ulrich Meczulat in der männlichen Hauptrolle scheint an der selben Location wie "Broadcast Killer" entstanden zu sein und dreht sich um ein junges Pärchen, das irgendwo in der Wildnis im Auto sitzend über den perfekten Horrorfilm diskutiert. Am Anfang scheint alles wenig originell abzulaufen, man spielt ein wenig mit den Genrekonventionen, die Zwei verhalten sich wie typische Teenager, wie so oft folgt aber das interessante, sogar überraschende Ende. Sehenswert, wenn es auch zu Beginn nicht den Anschein hat! Der zweite Kurzfilm ist der vielleicht schon von der Kurzfilmauswahl Interner Link"Halloween Filmfest 2002" bekannte "Flirt im Nachtbus", der die Geschichte von "Broadcast Killer" bereits ein wenig vorwegnimmt. Vier Nachtschwärmer werden des Nachts in einer Haltestelle von einem kleinen TV-Team interviewt. Die Stimmung verschlechtert sich aber mit jeder Minute Warten auf den verspäteten Nachtbus und eskaliert bald, als durchdringt, dass das Ausharren in der Kälte fingiert ist von der nervigen Moderatorin. Weiter geht's mit Film relevanten Extras, wie dem Making Of, nach dessen Anschauen man sich gut vorstellen kann, in welcher Arschkälte eigentlich gedreht wurde. Die 30 Minuten sind eine lose, aber lustige Zusammenstellung aus unbeschönigten Blicken hinter die Kulissen (sehr interessant: Wie werden Filmrechte und Budgets direkt vor Ort ausgeknobelt!). Die im Trailer angeschnittenen Interviews mit den Charakteren nach der Show bekommen auch noch mal ein 10minütiges Feature, wobei klar sein dürfte, dass einige Charaktere nach der Show nichts mehr zu sagen haben. Auch die Darsteller dieser bekommen noch einmal eine Chance, ihre Eindrücke vom Dreh und dem Projekt insgesamt zu schildern. Wer Spaß hat, kann zuletzt noch gut eine halbe Stunde der exzessiven Proben betrachten und vielleicht auch mal in die Epix-Trailershow reinschauen. Die Trailer abgerechnet macht das fast 140 Minuten Bonusmaterial plus einen Audiokommentar!
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Fazit
Wenn man nicht allzu viel erwartet, wird man später umso mehr überrascht. Der in nur 4 Tagen abgedrehte Kurz-Spielfilm von Nachwuchstalent Ulrich Meczulat greift ein wenig die Stimmung seines "Flirt im Nachtbus" auf und versteht es, sich unter sicherlich sehr geringen Budgetbedingungen vollends entblättern zu können. Denn das Prinzip, den Beginn oder besser gesagt der Aufbruch zum Austragungsort einer Reality-Show, kommt mit nur einem einzigen Set in freier Natur und gerade einmal 5 sichtbaren Darstellern aus, bringt also denkbar beste Voraussetzungen für ein "umsetzbares" Projekt mit sich. Und trotzdem kein Wald- und Wiesenfilm? Ganz bestimmt nicht, denn wie schon Interner Link"Der Teufel von Rudow" ist auch der "Broadcast Killer" eine reflektierende Betrachtung des Mediengeschehens, sozusagen das böse Ende einer Nerven zehrenden "Big Brother"-Show, noch bevor diese wirklich begonnen hat. Dank einer sorgsamen Auswahl an jungen Darstellern überträgt sich die Psyche des Geschehens auf den Zuschauer, der nicht dran denken muss, dass da nur wieder fünf Darsteller stehen, die ihren Job erledigen, sondern die ihre Aufgabe hervorragend ausführen, die Charaktere lebendig und natürlich werden lassen, was sicherlich auch ein Verdienst der nachvollziehbaren Dialoge ist.
Nach einer kurzen Vorstellung der vier Kandidaten und des etwas sonderbaren Gastes gilt es die erste Aufgabe zu meistern, die bereits für Zwiste und Aufregung sorgt, nicht zuletzt, weil zwei der Kandidaten erst vor kurzem ihre gemeinsame Beziehung auflösten. Gegenüber dem in diesem Genre gängigen Standard sind die Charaktere wesentlich tiefer ausgearbeitet und beinhalten einige Überraschungen. Während Dirk zu Beginn noch als charmantes Arschloch gedeutet wird, klärt sich seine Rolle im späteren, dramatischen Verlauf stark, während andere für seine Charakterzüge einspringen dürfen. Denn bald outet sich der unter dem Arbeitstitel "Slasher Party" Entstandene als Anhänger des Psycho-Thrillers, wenn einer der Gruppe völlig ausrastet und sich eine Geisel nimmt. Zuviel darf ich hier nicht verraten, denn sonst würde sich die vorhandene Spannung lösen, aber ich konnte herrlich mitgehen mit dem Zwist der Figuren, sich zu entscheiden, ob es nun alles ein Teil des Spiels ist, dass ihnen bei Aufgabe ihre wertvollen Punkte kosten könnte, oder ob der "Killer" geschickt eingeschlichen hat und die Situation zu seinem Vorteil nutzt, also die Geisel wirklich in Gefahr ist.
Natürlich existiert die eine oder andere Szene, die etwas ungeschickt erscheint, einfach weil sie den Nervenkitzel länger aufrecht erhält, obwohl man ihn mit ein wenig Courage schnell auflösen könnte. Was zählt, ist die Reaktion der Charaktere, die klare Haltung des Stoffes gegenüber inszenatorischer Selbstverherrlichung und den Einfluss, den das Medium TV auf uns hat. Und im Angesicht dessen, der einfachen Mittel, derer man sich befähigt, und der Kurzweiligkeit der Umsetzung an sich kann ich nur davon sprechen, dass Independent-Liebhaber hier unbedingt reinschauen sollten. Die deutsche DVD von Epix ist dahingehend einladend, dass eine Menge Bonusmaterial bereitgestellt wird. Bild und Ton sind zwar nur vergleichsweise durchschnittlich, wobei in Betracht gezogen werden muss, dass auf freiem Feld gedreht wurde.



Bilder der DVD




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Halloween Filmfest 2002 - Die besten Kurzfilme
IMDb.com OFDb.de (Broadcast Killer)
OFDb.de (Teen Shocker)
OFDb.de (Flirt im Nachtbus)



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