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USA 2004
Originaltitel:Sonata
Länge:90:10 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Boris Undorf
Buch:Boris Undorf
Kamera:Vance Piper
Musik:Vincent Gillioz
Darsteller:Nicole DuPort, AnnieScott Rogers, Gabriel Diamond, Tim Halpin, Josephine Zeitlin, Karl-Heinz Teuber, Stephen Pawley, Ted Herzberg, Jerry McDaniel, Charlene Piper, Marilyn Imes, George Simmons
Vertrieb:MC One
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Immer und immer wieder hört Megan die gleiche grausame Gute-Nacht-Geschichte vor dem Zu-Bett-Gehen: Ihre Mutter Samantha erzählt dem Märchen von der Schneiderstochter, die sich in einen schönen Prinzen verliebt. Als Bestrafung für diese "Untreue" näht die Märchenmutter ihrer Tochter die Augen zu. Samantha hält die musisch hoch begabte Megan strikt von äußeren Einflüssen fern und erlaubt ihr nur selten, das Haus zu verlassen. Doch eines Tages erhält das verschüchterte Mädchen eine rätselhafte Liebeserklärung von einem Mann, mit dem sie nie zuvor gesprochen hatte. Als ihre Mutter von diesem mysteriösen Kontakt erfährt, kippt ihr Beschützerinstinkt um: Konsequent erhöht Samantha die Härte ihrer Erziehungsmethoden. Mehr und mehr wird Megans mütterliches Heim zum Gefängnis. Das grausame, allabendliche Märchen droht zur bitteren Wahrheit zu werden ...

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Neben einem harten Kontrast, welcher in dunklen Szenen nötige Details vermissen lässt, dürfen die Farben zwar als recht natürlich deklariert werden, jedoch kränkelt das Bild hier sehr deutlich in puncto Schwarzwert, welcher das gesamte Bild etwas milchig und blass erscheinen lässt. Zudem wird die noch ansprechende Schärfe durch stehende Rauschmuster geschwächt und Bewegungsunschärfen sowie leichte Nachzieheffekte trüben den Sehgenuss etwas. Dafür ist das Bild frei von Defekten und Verschmutzungen und lediglich leichtes Blockrauschen, sowie Artefakte im Hintergrund fallen noch negativ auf. Für eine digital gedrehte Produktion mit Sicherheit kein schlechtes Ergebnis, dennoch hätten wir uns einen etwas ausgewogeneren Kontrast, sowie eine bessere Grundschärfe gewünscht.
 +++---

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Der deutsche 5.1 Mix bietet zwar eine gute Dialogverständlichkeit, aber auch eine insgesamt zu frontlastige Abmischung. Die Rears werden dabei nur geringfügig bis gar nicht genutzt. Lediglich bei dem Score werden die Effeklautsprecher eingesetzt, dabei entsteht aber nur bedingt ein räumliches Klangbild, was bei einem ruhigen Film wie "Sonata" aber auch sehr schwer fällt. Die englische Spur klingt etwas weiträumiger im Frontbereich und nicht so gedrungen. Im Effektbereich passiert aber ebenfalls so gut wie nichts. Optional lassen sich noch deutsche Untertitel hinzuschalten.
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Extras
Extras
  • Fotogalerie (22 Bilder)
  • Trailer (2:21 Min.)
  • Weitere Filmtipps:
    • Wrong Turn (2:02 Min.)
    • May (1:42 Min.)
    • High Tension (1:44 Min.)
    • Wishcraft (1:49 Min.)
    • Riding the Bullet (1:20 Min.)
    • The Untold (2:01 Min.)
    • Berserker (1:41 Min.)
    • The Musketeer (2:06 Min.)
    • Angst über Amerika (1:01 Min.)
    • Donnie Darko (2:26 Min.)
    • Cypher (1:59 Min.)
    • Der vierte Engel (1:51)
 Hier hätten wir uns so viel mehr gewünscht als eine Trailershow, dem Original-Trailer und eine Bildergalerie. Nun, zumindest wird das Alpha-Case von einem schönen Schuber mit Reliefdruck umschlungen.
 +-----

Fazit
Boris Undorfs Regiedebüt "Sonata" wurde mehrfach preisgekrönt und bei Kritikern und Fans gleichermaßen gelobt wie verrissen. So erwarteten viele einen Horrorfilm und auch die Inhaltsangabe des DVD-Covers versprach dem Publikum wahrlich mehr als "Sonata" schlussendlich zu bieten hatte. Dennoch gehört Boris Undorfs Erstlingswerk zu den beindruckendsten Genrebeiträgen der letzten Jahre und darf mehr als Psycho-Drama denn Horrorfilm bezeichnet werden. Er entpuppt sich nicht zuletzt durch seine sehr ruhige, gar stille Erzählstruktur als untypisch für den US-Genrefilm und erinnert vielmehr an italienische oder gar französische Produktionen.
Die hübsche Nicole Duport ("Next Exit") überzeugt in ihrer Rolle als Megan, einem erwachsen werdenden Mädchen, welches von ihrer Mutter immer noch wie ein kleines Baby behandelt wird. Diese Fürsorge für ihr Kind, welche in Perversion und Unterdrückung ausartet, untermauert Undorf damit, dass das gesamte Verhalten, bis hin zur Kleidung der eines unschuldigen kleinen Mädchens ähnelt. Bewusst filmt der Regisseur Megan in Kleidern, die man viel eher einer Puppe anziehen würde und positioniert die Kameras exakt so, dass Megan oftmals wie eine siebenjährige wirkt und alles um sie herum überdimensional groß wirkt. Dabei erscheint das gesamte Umfeld minimalistisch und entwickelt sich zu einem Kammerspiel, bei dem sehr viel Wert auf den visuellen Aspekt gelegt wird und dabei von teilweise minutenlangen dialoglosen Sequenzen begleitet wird, bei denen wir Megan beobachten, wie sie in ihrer eigenen "Traum"-Welt auf der Suche wahrer Liebe und Zärtlichkeit lebt. Dass hierbei auch mit einigen Traumsequenzen gearbeitet wird, welche immer stärkere Formen annehmen, erscheint nur logisch und festigt diesen visuell wirklich beindruckenden Film, dessen Kameraarbeit beim "New Yorker Vision Fest" ausgezeichnet wurde.
Beindruckend ist es ebenfalls, dass Undorf komplett auf Action verzichtet und selbst das Ende wirkt ruhig und verstörend, auf einer Weise aber sogar versöhnlich und harmonisch. Dazu trägt aber auch der sich auf Klavierklänge beschränkende Soundtrack bei, welcher "Sonata"s beklemmende Atmosphäre zu unterstreichen versucht. Bei dieser visuellen Raffinesse dürfte eine vorhersehbare und nicht mehr sehr realitätsbezogene Geschichte nicht weiter stören und auch wenn man sich etwas mehr Hintergrundwissen über Mutter und Tochter gewünscht hätte, eventuell sogar mehr Konfrontationen beider, ist es vor allem den optischen Einfällen, sowie den überzeugenden Darstellern zu verdanken, dass "Sonata" 90 Minuten zu fesseln vermag. Wer hier jedoch einen Horrorfilm vermutet, wird ebenso enttäuscht sein wie die Zuschauer, welche denken ein durchdachtes Psychogramm einen Teenagers aufgetischt zu bekommen. Vielmehr gewährt "Sonata" einen Einblick in die Gefühlswelt eines verschlossenen Mädchens, ohne dabei wirklich in ihr Innerstes zu gelangen. Man blickt als Außenstehender auf die Geschehnisse und darf schlussendlich nur Vermutungen anstellen. Dabei entsteht reines Kopfkino, dessen Terror zwischen Mutter und Kind bereits in anderen Filmen effizienter ausgearbeitet wurde und die eigentliche Schwäche im Film darstellt. Dies wird zur Folge haben, dass der Zuschauer diese schleichende Entwicklung als zu langatmig entfinden wird und wahrscheinlich keinen wirklichen Bezug zum Geschehnen aufbauen kann.
Ruhiges Kino, verstörend und betäubend - vielleicht nicht immer ganz so gut wie seine Kameraarbeit, aber ein überraschender Beitrag aus einem Land, von dem wir seit Jahren so etwas Intensives nicht mehr erwartet hätten.

Die DVD bietet leider keine nennenswerten Extras, was mit Sicherheit eines der größten Mankos der DVD sein dürfte. Technisch gesehen bekommen wir solide Kost, wobei gerade der anamorphe Transfer etwas unausgelichen erscheint.



Bilder der DVD




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