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FR 2004
Originaltitel:Immortel (ad vitam)
Alternativtitel:God Diva
aka. Immortel
Länge:98:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Enki Bilal
Buch:Serge Lehman, Enki Bilal
Kamera:Pascal Gennesseaux
Musik:Ralph Rainger, Goran Vejvoda
SFX:Matthieu Grospiron, Marine Tuloup, Seb Caudron, Jacquemin Piel
Darsteller:Linda Hardy, Yann Collette, Thomas Kretschmann, Frédéric Pierrot, Charlotte Rampling, Thomas M. Pollard, Derrick Brenner, Barbara Scaff
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
NEW YORK, im Jahre 2095 - Über der Mega-City schwebt unheilsvoll ein riesige Pyramide. Der altägyptische Gott Horus ist mit einem Raumschiff auf die Erde zurückgekehrt, um seine Unsterblichkeit zu retten. Viel Zeit bleibt ihm nicht, denn er muss sich innerhalb von sieben Tage mit der mysteriösen Jill vereinen und einen Nachkommen zeugen.
Um sich der auserwählten Frau - halb Mensch, halb Mutantin - zu nähern, braucht der Gott einen menschlichen Körper. Er trifft auf Nikopol, einen Dissidenten, der nach 30 Jahren Kälteschlaf auf der Flucht ist. Für seine Hilfe verspricht Horus dem Rebellen die Freiheit, doch keiner hat mit der Kraft der Liebe gerechnet ...

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Der anamorphe Transfer ist fast ebenso schwierig zu beurteilen wie der Film selbst. Hier trifft die reale Welt auf eine komplett aus dem Computer entsprungene, recht surreal wirkende Umgebung. Zudem wollte der Regisseur seinen Film einen düsteren Touch verpassen, demzufolge bekommen wir es hier überwiegend mit einer kühlen Farbgebung zu tun, welche insgesamt aber immer noch sehr ausgewogen und kräftig wirkt, jedoch je nach Szene variiert. Dasselbe gilt für das Schärfeverhalten: Kann die Grundschärfe in Nahaufnahmen und ruhigen Szenen als sehr angenehm und detailliert bezeichnet werden, wirkt das Bild sonst insgesamt sehr weich, aber nie wirklich unscharf. Leider erscheint die Kantenschärfe nicht ganz so gut und so werden wir Zeuge leichter Treppenmuster, welche auf eine nachträchliche Nachschärfung des Materials schließen lässt. Der Kontrast erreicht ebenfalls ein gutes Niveau, kann aber ebenfalls als Opfer des Stilmittel gesehen werden und erscheint recht steil und verschluckt hin und wieder dunkle Bildteile. Analoge Defekte oder Verschmutzungen in Form von Drop-Outs und Kratzern stören uns nicht und auch die Kompressionen, welche mit einer sehr hohen Bitrate von etwas unter sieben MBit/s auftritt, können zu gefallen wissen und lediglich leichte Bewegungsunschärfe trübt den Sehgenuss etwas. Zudem fällt leichtes Bildrauschen im Hintergrund auf und lässt den Transfer nicht ganz so ausgewogen erscheinen wie man es von einem nahezu komplett aus dem Computer entsprungene Film erwartet hätte. Hier wäre ein kompletter Transfer vom Rechner schön gewesen und hätte mit Sicherheit deutlich mehr aus dem Bild herausgeholt. So reicht es gerade noch für ein gut.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1, DTS 6.1 ES (dt.)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Wie bei Sunfilm üblich liegt auch dieser Veröffentlichung eine deutsche DTS-Spur bei, welche diesmal allerdings in einem 6.1 discrete-Modus anwählbar ist. Wer jetzt erwartet, dass wir den Ton als unwichtig deklarieren, liegt dieses mal komplett daneben. Löblicherweise wird der DTS-Ton optimal genutzt, liegt mit einer Bitrate von ganzen 1536 Kbps vor und verfügt über einen diskreten zusätzlichen Kanal. Beide Spuren erfreuen sich einer angenehmen Räumlickeit und warten mit einem guten bis sehr guten Einsatz der Effektlautsprecher für die Umgebungsgeräusche oder den Score auf. Jedoch sollte man bedenken, dass "Immortal" im Ganzen ein eher ruhiger Vertreter ist und lediglich in den wenigen Actionsequenzen in die Vollen geht. Hier trumpft dann aber auch der DTS-Mix auf, welcher nicht nur einen kräftigeren Subwoofer vorzuweisen hat, sondern auch in puncto Dynamik zu überzeugen weiß und insgesamt ausgewogener und differenzierter in der Abmischung klingt. Für die Höchstbewertung reicht es aber leider nicht, dafür fehlt noch das gewisse Etwas. Der englische 5.1 Track klingt hörbar dumpfer und leiser, weist einen prägnanteren Bass auf, kommt aber dennoch nicht an die DTS-Spur heran. Optional lassen sich deutsche Untertitel hinzuschalten. Der französischen Ton scheint wohl aus Lizenz rechtlichen Gründen nicht auf die DVD gepasst zu haben, aber es wäre ohnehin sehr eng mit dem Platz geworden.
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Extras
Extras
DVD 1: Hauptfilm
  • Trailer weiterer Filme:
    • Code 46 (2:04 Min.)
    • Kontroll (1:51 Min.)
    • Machuca (1:18 Min.)
    • Grand Theft Parsons (2:23 Min.)
    • Some (2:06 Min.)
DVD 2: Bonus
  • Making of (35:56 Min.)
  • Making of Special Effects (38:29 Min.)
  • Universum der Unsterblichkeit: Interview mit Thomas Kretschmann (3:19 Min.)
  • Gespräch mit Co-Autor Serge Lehmann (39: 40 Min.)
  • In Enki Bilals Atelier [optional mit Kommentar] (8:31 Min.)
  • Unveröffentlichte Filmmusik [18 Tracks]
  • Diskussion mit dem Publikum (20:53 Min.)
  • Premieren (8:08 Min.)
  • Originaltrailer [dt./engl.] (1:59 Min.)
  • Teaser 1 (32 Sek.)
  • Teaser 2 (32 Sek.)
  • 16seitiges Booklet
 Die Extras, welche sich auf der Bonus-DVD befinden, sind sehr umfangreich ausgefallen und lassen keine Fragen zur Entstehung und der eigentliche Geschichte des Filmes offen. Den Anfang macht ein rund 36minütiges Making of, welches sich komplett mit der Entstehung des Filmes beschäftigt und zeigt, wie diese komplett aus dem Computer entstandene Welt erschaffen wurde. Weiter geht es mit einem zweiten Making of, welches sich in knapp 30 Minuten mit den Special Effects im Film beschäftigt und die lange Entwicklung vom Storyboard bis hin zur fertigen Animation zeigt. Ebenfalls sehr informativ und nicht nur für Liebhaber des Filmes ein interessantes Featurette. Extra für die deutsche DVD produziert wurde das 13minütige Interview mit Hauptdarsteller Thomas Kretschmann, welcher hier eine Menge über den Film und vor allem den Regisseur zu erzählen hat. Dabei bringt er einen Sache auf den Punkt, dass Bilals Universum so vielschichtig ist, dass man zu jedem Charakter bzw. zu jeder Sekunde im Film ganze Geschichten erzählen könnte. Das bringt uns dazu, dass wir eines hier schmerzlich missen: Einen Audiokommentar des Regisseurs. Aber kommen wir zurück zu den vorhandenen Extras und dem Interview mit Thomas Kretschmann, welcher sich hier als sehr redefreudiger und sympathischer Gesprächspartner entpuppt und man könnte ihm noch Stunden lang zuhören, ohne dass man das Gefühl bekommt, er würde reine Promotion für den Film betreiben. Ebenfalls sehr umfangreich ist das 40minütige Gespräch mit dem Co-Autor Serge Lehmann, in welchem er sich nicht nur auf den Film und die Comics konzentriert, sondern auch auf die philosophische Ebene der Geschichte eingeht und diese versucht etwas zu erläutern. Das nächste Featurette heißt Enki Bilals Atelier, in dem wir acht Minuten lang einen kleinen Einblick in die beachtliche Arbeit des Künstlers erhalten. Optional kann man sich dieses Selbstporträt mit einem deutsch untertitelten Kommentar anschauen. Damit sind die Extras aber noch lange nicht zu Ende und weiter geht es mit 18 bisher unveröffentlichen Filmmusikstücken, welche man auf Wunsch auch einzeln anwählen kann.
Anlässlich des französischen Kinostartes fand eine Diskussionrunde mit dem Publikum statt, bei dem Enki Bilal über seinen Werdegang berichtet und mit sehr viel Energie und Leidenschaft dem Publikum versucht "Immortal" näher zu bringen. Das ganze läuft knapp 21 Minuten und gehört ebenfalls in die Kategorie "sehr sehenswert". Unter dem Menüpunkt Premieren findet wir eine rund 8minütige Abhandlung über die Geschichtes des Filmes, die Bilal bei der Premiere von "Immortal" dem Publikum vorträgt. Zum Schluss finden wir noch den Original Kinotrailer, welcher in deutsch und englisch abspielbar ist, sowie zwei Teaser zum Film. Abgerundet wird das doch recht tiefgründige und reichhaltige Bonusmaterial durch ein 16seitiges Booklet mit Kommentaren von Cast & Crew, sowie einer kurzen Biografie von Enki Bilal. Desweiteren weiß die komplette Digipack-Verpackung zu gefallen und beinhaltet noch ein sehr hübsches Hologrammcover. Wäre jetzt noch ein Audiokommentar des Regisseurs und einiger Beteiligter auf der DVD, dann hätte ich glatt sechs Punkte vergeben. So viele Informationen über einen Film und dessen Hintergründe findet man leider viel zu selten.
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Fazit
Ich glaube man muss schon etwas für die Comics von Enki Bilal übrig haben, um auch seine filmische Umsetzung honorieren zu können, wobei man ganz klar sagen muss, dass das gesamte Szenario stellenweise arg konstruiert und bedeutungsschwanger wirkt. "Immortal" wird für die Fans des extravaganten, aber recht überladenen Comics eine Offenbarung darstellen, für die anderen aber sicherlich eine viel zu lange Reise durch mystische Gefilde. Dabei geht es hier nicht annähernd so verquast zu wie in Bilals Comics, es dürfte dem Zuschauer sogar leichter zugänglich sein. Dennoch ist dieser Mix aus Science Fiction, Fantasy und religiösem Selbstfindungstrip gespickt mit Motiven der altägyptischen Mythologie immer noch surreal genug, um den Großteil der Kinogänger zu verärgern. Trotz dieser kleinen Ärgernisse wurde mir die Geschichte aber nicht unzugänglich - nein, ganz im Gegenteil, ich fand Bilals Umsetzung von der Geschichte her sogar sehr interessant. Jedoch ist es viel mehr die visuelle Umsetzung mit der ich hadere, denn was uns hier an CGI-Technik geboten wird, ist nahezu mit einem überlangem Intro eines guten Videospiels gleichzusetzen und einfach nicht mehr greifbar. Nahezu die gesamte Welt entsprang aus dem Rechner und lediglich eine handvoll Darsteller müssen sich in ihr behaupten. Dies sieht dann auch noch nett aus, aber sobald CGI animierte Lebewesen oder Menschen auftreten, sieht es einfach nur noch billig und schlecht aus. Ganz genau so, dass es den Spaß am weiteren Verlauf des Filmes verdirbt. Andere, deutlich positivere Kritiken ließen verkünden, dass die Computeranimationen genau in das Bild der Comics passen, was ich aber beim besten Willen nicht untermauern kann. So wunderschön der eigentliche Look des Filmes auch sein mag, umso grauenhafter wirken die Animation der Figuren und können nicht einmal mit denen eines "Final Fantasy" mithalten, der schon einige Jahre mehr auf dem Buckel hat. Die Protagonisten aus Fleisch und Blut, also Thomas Kretschmann (Interner Link"King Kong") und Linda Hardy, hauchen dem Gezeigten dann doch noch etwas Leben ein, obgleich es ihnen sichtlich schwer fällt, gegen die versammelte Künstlichkeit zu bestehen. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Jedoch muss ich für Enki Bilal in einem Punkt auch in die Bresche springen, denn die Kritik, dass "Immortal" hier von Klassikern wie Interner Link"Blade Runner" oder ähnlichen Science Fiction-Legenden klaut, ist in Anbetracht der Tatsache, dass sein Film lose auf zwei Geschichten seiner Nikopol-Trilogie aufbaut, welche zwischen den Jahren 1981 und 1992 entstanden, nicht haltbar und selbst Guillermo del Toro gab in einem Interview an, dass er für sein Interner Link"Blade 2" auf Motive von Bilals Trilogie zurückgriff.

Wie man schlussendlich zu "Immortal" steht, muss jeder für sich selber entscheiden. Er hat mit Sicherheit sehr starke Momente, die auf der anderen Seite durch bedeutungsschwangere Motive der ägyptischen Mythologie nicht Jedermanns Sache sein dürften. Zum anderen sind es die Effekte, welche den meisten wohl sauer aufstoßen. Wie man es dreht und wendet, man sollte "Immortal" einmal gesehen haben und sich einfach ein eigenes Urteil bilden. In diesem Sinne sei die Special Edition aus dem Hause Sunfilm empfohlen, welche mit einer guten Bild- und Tonqualität aufwarten kann, sowie reichlich Extras besitzt. Auch verpackungstechnisch überzeugt das Digipack mit Schuber und einem abnehmbaren Hologrammcover.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Immortal - New York, 2095: Die Rückkehr der Götter (2-Disc Special Edition)
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