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FR 2002
Originaltitel:Irréversible
Länge:93:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Gaspar Noé
Buch:Gaspar Noé
Kamera:Benoît Debie, Gaspar Noé
Musik:Thomas Bangalter
SFX:Rodolphe Chabrier
Darsteller:Monica Bellucci, Vincent Cassel, Albert Dupontel, Philippe Nahon, Jo Prestia
Vertrieb:Legend/Universal
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Irreversibel. Weil die Zeit alles zerstört. Weil bestimmte Taten nicht gut zu machen sind. Weil der Mensch ein Tier ist. Weil der Wunsch nach Rache ein natürlicher Impuls ist. Weil die meisten Verbrechen nicht bestraft werden. Weil der Verlust eines geliebten Menschen einen trifft wie ein Blitz. Weil die Liebe der Ursprung des Lebens ist. Weil Vorahnungen den Lauf der Dinge nicht ändern. Weil die Zeit alles aufdeckt. Das Schlimmste und das Beste. Alex wird auf dem Heimweg von einer Party brutal vergewaltigt und misshandelt. Sie ist alleine nachhause gegangen ohne ihren Freund Marcus, von dem sie ein Kind erwartet und der nicht in der Lage ist, die zarten Gefühle, die zwischen ihnen bestehen, zuzulassen. Ohne Pierre auch, ihren Ex-Freund, der sie noch immer liebt.
Was folgt, ist eine Jagd von Marcus und Pierre, getrieben von Verzweiflung und blinder Rache. Eine Irrfahrt durch die Nacht, die in einem Sado-Maso-Club der Schwulenszene mit einem Mord endet, der genauso sinnlos ist, wie die Tat an sich. Der Falsche wird gerächt, die Dunkelheit wird nicht vertrieben. Die Geschichte wird rückwärts erzählt, vom unfassbaren Dunkel ins alltägliche Licht, das uns nicht davor bewahrt, dass die Zeit alles zerstört.

Bild
Format2,35:1 (anamorph)
NormPAL
 Nicht nur das Rückwärtserzählen der Geschichte ist ein sonderbarer Stil, sondern auch die verspielte Kamerafürhung, die Regisseur Gaspar Noé in diesem Skandalfilm anwendet, ist alles andere als "normal". Die Farbgebung des überwiegend im dunkeln spielenden Films, beschränkt sich hierbei auf Erdtöne und so dominiert die Farbe Braun. Mit dem Einsatz von Farbfiltern unterstützt man nochmal den "besonderen" Stil, der "Irreversibel" ausmacht. Bei einem Großanteil an Nachtszenen erwartet man natürlich einen guten Kontrast, dieser wird uns leider nicht immer geboten. Teilweise gehen Details in den dunklen Szenen verloren, vorallem wenn Schwarz auf Schwarz trifft merkt man doch deutlich, dass der Kontrast hier zu dunkel ist. Die Schärfe hingegen ist durchweg gelungen, obgleich das recht starke Bildrauschen hier einiges an Grundschärfe raubt. Dafür fallen bei den extrem schnellen Kameraschwenks keinerlei Nachzieheffekte auf und auch die Kantenschärfe kann als durchweg gelungen bezeichnet werden. Die Detailschärfe hingegen lässt stellenweise etwas zu wünschen übrig, was wie oben schon erwähnt einmal an dem etwas zu starken Bildrauschen liegt und zum anderen wegen dem Einsatz der Filter, die oft keinerlei Detailtreue zu lassen. Insgesamt betrachtet ist die Bildqualiät recht ansehnlich geworden, man muss sich aber auf das Gezeigte einlassen, da man uns mit einer recht krassen Farbgebung und einer üngewöhnlich hektischen Kamerafürhung bombadiert. Das Bild im Originalformat von 2.35:1 wurde anamorph abgetastet und wartet mit einer überdurschnittlich hohen Bitrate auf, dessen Kompressionen keinen Anlass zu Kritik geben.
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Ton
FormateDTS 5.1, Dolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch für Hörgeschädigte
 Tonal dürfen wir bei diesem dialoglastigen Film nicht viel erwarten, außer einer sehr gute Dialogverständlichkeit. Surroundeffekte kommen wie erwartet weniger zum Einsatz und der Frontbereich dominiert hier deutlich. Die Rearspeaker werden hauptsächlich für den Score oder Umgebungsgeräusche sehr dezent eingesetzt, sind aber kaum der Rede wert. In eingen Szenen fällt der Bass doch sehr stark auf und sorgt für ordentlich Druck. Insgesamt fehlt es hier jedoch ein wenig an Räumlichkeit und Dynamik, die man trotz eines Dramas erwarten könnte. Wie so oft ist der deutsche DTS-Track lediglich etwas lauter als die Dolby Digital-Variante. Der französische Originalton unterscheidet sich in der Abmischung kaum von den anderen Tonspuren, lediglich die Dialoge klingen natürlicher und klarer als bei der Synchronfassung. Optional gibt es deutsche Untertitel.
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Extras
Extras
  • Kurzfilm "Intoxication"
  • Einblick in die Special FX
  • Nicht verwendete Szene
  • Original-Kinotrailer
  • Musikclip "Stress"
  • Musikclip "Rage"
  • 6 Teaser
  • 9 TV-Spots
 Obwohl dies nur die Verleih-Version ist, bekommen wir neben einem Wendecover noch etwas Zusatzmaterial geboten, was bei vielen Labels kaum noch der Fall ist. Zu allererst bekommen wir den knapp 5-minütigen Kurzfilm "Intoxication" von Gaspar Noé mit Stéhane Drouot zu sehen, welcher einen Aids kranken Regisseur spielt, der etwas über Ambitionen als Filmemacher erzählt. Unter "Nicht verwendete Szene" finden wir eine "auf den Kopf"-Einstellung von Monica Bellucci im Krankenhaus. Nicht besonderes spektakulär, aber dafür bietet uns das nachfolgende 7-minütige Feature "Einblick in die SpecialFX" schon deutlich mehr und zeigt uns die verschiedensten Filtertechniken, die den Film visuell verfremdet haben. Von einfachen Kadrieren bis zum Entfernen von Kameraschatten ist einfach alles an Manipulationen dabei, was man sich für einen Film denken kann. Wirklich erstaunlich wieviel bei diesem Film verändert wurde. Viele noch so kleine Details wurden von Gaspar Noé einfach abgeändert. So z.B. auch bei der Vergewaltigung, als man den Penis des Vergewaltigers sieht. Dieser war beim Drehen gar nicht zu sehen und wurde erst später virtuell eingefügt (im Film ist dieser jedoch wieder nicht zu sehen). Auch auf die harte Feuerlöscherszene wird eingegangen und erklärt wie diese realisiert wurde. Trotz der kurzen Laufzeit dieses Features absolut empfehlenswert. Als nächstes gibt es zwei abefahrene Techno-Clips die bestimmt nicht für jederman erträglich sind, vorallem wegen der total hektischen Kameraführung, die nur daraus besteht so schnell wie möglich durch die Gänge zu huschen. Ein Clip heißt "Stress" und spielt in der Unterführung, wo auch die Vergewaltigung stattgefunden hat und der andere heißt "Outrage" und spielt auf der Party. (Für mich als Rock´n Roller kaum zu ertragen)...
Zum Schluss gibt es dann noch den Original "Teaser", "9 TV-Spots" und "Kinotrailer". Ingesamt nicht gerade viel und wirklich interessant war hier nur das Feature zu den SpecialFX, aber eventuell gibt es bei der Verkaufsfassung ja etwas mehr.
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Fazit
Wer in "Irréversible" eine neue Moderscheinung sieht, liegt genauso falsch wie jene, die ihm Gewaltverherrlichung und moralische Verwerflichkeit vorwerfen. Mit "Irréversible" hat Gaspar Noé vielmehr einen der radikalsten, innovativsten und eindrucksvollsten Filme schlechthin geschaffen. Extreme Optik, ausgefeilte Kameraführung und einen starken Soundtrack machen "Irréversible" zu einem Erlebniss ohnesgleichen. Ein schwerverdauliches Meisterwerk, dennoch hohe Filmkunst, mit einer nicht immer ganz zündenden Aussage, die den Rest des Filmes alleine leider nicht tragen konnte. "Es gibt kein Leben ohne Tod..."

Die Verleih-DVD aus dem Hause Legend Film bietet eine ordentliche Bild- und Tonqualität, beides wäre jedoch verbesserbar gewesen. Das Zusatmaterial ist nett anzuschauen, obgleich die Infos zu den SpecialFX noch das Interessanteste waren. Für die Kauf-DVD würden wir uns Interviews, Behind-the-Scenes, einen Audiokommentar und eventuell ein hübschens Booklet wünschen. Aber auch wenn dieser Wunsch unerfühlt bleibt, gehört "Irréversible" in jeder Sammlung "besonderer" Filme.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Irreversibel
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