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HU 2003
Originaltitel:Kontroll
Alternativtitel:Control
Länge:106:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Nimród Antal
Buch:Jim Adler, Nimród Antal
Kamera:Gyula Pados
Musik:Neo
Darsteller:Sándor Csányi, Zoltán Mucsi, Csaba Pindroch, Sándor Badár, Zsolt Nagy, Bence Mátyási, Gyözö Szabó, Eszter Balla, Lajos Kovács, György Cserhalmi, Zsolt László, Balázs Mihályfi, Péter Scherer, János Kulka, László Nádasi, Károly Horváth, László Bicskei Kis, Balázs Lázár, József Tóth, Enikö Eszenyi, János Derzsi, Péter Galambos, Imola Gáspár, János Greifenstein, Andrew Hefler, Gábor Herendi, Tamás Pintér, Ilona Psota, Géza Schramek, Levente Törköly, Melinda Völgyi
Vertrieb:Sunfilm
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Sie haben den undankbarsten Job der Welt - das bekommt eine chaotische Truppe von Kontrolleuren der Budapester U-Bahn täglich zu spüren. Von ihren Chefs beschimpft, von den Schwarzfahrern verhöhnt und von rabiaten Fahrgästen angepöbelt, versehen sie mehr schlecht als recht ihren Dienst im Labyrinth der unterirdischen Schächte. Als ein unheimlicher Maskierter anfängt, Fahrgäste scheinbar wahllos vor die einfahrenden Züge zu stoßen, wird klar, dass ihr Arbeitsplatz zudem verdammt nahe an der Hölle liegt ...

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Der auf 35mm gedrehte Film macht im Bereich der Kompressionen einen guten Eindruck und auch Defekte und Verschmutzungen treten kaum bis gar nicht auf. Da "Kontroll" komplett in der Budapester U-Bahn angesiedelt ist, spielt der Kontrast vor allem in den überwiegend dunkeln Szenen eine wichtige Rolle, kann dann aber nur bedingt überzeugen. Zum einen wirkt der Schwarzwert nicht sonderlich gut und tendiert stark ins Gräuliche, ja lässt das Bild sogar aufgehellt erscheinen. Dadurch bleiben Details in dunklen Szenen zwar erhalten, dies wirkt aber nicht immer schön. Die Farben erscheinen jedoch sehr ausgewogen, insgesamt bedient man sich hier aber diverser Grün-, Blau- und Rotfilter und erzeugt somit die passend kalte und schmutzige Atmosphäre, welche die U-Bahn-Welt ausmachen soll. Wo die Konturen und die Kantenschärfe eine gute Leistung abliefert, kränkelt das Bild dann aber eindeutig im Bereich der Schärfe, welche sehr wechselhaft ausgefallen ist und den Transfer nie wirklich detailliert erscheinen lässt. Das gesamte Bild wirkt stets weichgezeichnet bzw. durch Rauschfilter und stehende Rauschmuster beeinträchtigt. In Nahaufnahmen ohne Bewegungen wird das Schärfeverhalten etwas besser, erreicht aber insgesamt gerade mal ein befriedigendes Niveau. Zudem stört das teilweise recht starke Nachziehen in schnellen Kameraschwenks, was aber zum Glück nicht besonders häufig auftritt. Insgesamt gesehen ein durchaus akzeptabler Transfer und in Anbetracht des Produktionsstandards sogar recht gut. Etwas mehr Schärfe und ein ausgewogeneren Kontrast wären aber schön gewesen.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1, DTS 5.1 (dt.)
SpracheDeutsch, Ungarisch
UntertitelDeutsch (optional)
 Die wirklich gute deutsche Synchronisation liegt hier einmal im üblichen Dolby Digital 5.1 und im DTS-Format vor. Letzteres erweist sich einmal mehr als überflüssig, raubt der DVD nur nötigen Speicherplatz und klingt schlussendlich nur etwas lauter. Der deutsche 5.1 Track überzeugt durch eine angenehme, obgleich nicht optimale Räumlichkeit, überzeugt aber durch eine recht homogene Abmischung der Umgebungsgeräusche oder des Scores, für den alle Kanäle gleichmäßig genutzt werden. Direktionale Effekte beschränken sich auf ein Minimum, dies dürfte aber daran liegen, dass "Kontroll" insgesamt recht ruhig ausgefallen ist. Jedoch, wenn die Rears eingesetzt werden, dann für vorbeifahrenden Bahnen oder Fahrgäste, welche einen ein dezentes aber gutes Mittendrinerlebnis offenbaren. Die Dialoge sind gut verständlich, vielleicht eine Spur zu dumpf und der Bass erscheint auch sehr kraftvoll, aber vielleicht ein wenig zu unausgeglichen. Der ungarische Originalton, welcher optional deutsch untertitelbar ist, hält sich in der Abmischung aber deutlich stärker zurück und wirkt wesentlich leiser und dumpfer als die deutsche Synchronisation. Dies fällt vor allem in den Dialogen auf.
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Extras
Extras
DVD 1: Hauptfilm
  • Trailer weiterer Filme:
    • Code 46 (2:04 Min.)
    • Immortal (1:58 Min.)
    • White Skin (1:13 Min.)
    • Cold & Dark (1:50 Min.)
    • Grand Theft Parsons (2:23 Min.)
    • Some (2:06 Min.)
DVD 2: Bonus
  • Deutscher Trailer (1:51 Min.)
  • Filmografien (Texttafeln):
    • Nimród Antal, Regie
    • Sándor Csányi
  • Produktionsnotizen (Texttafeln):
    • Drehen in der U-Bahn
    • Die U-Bahn von Budapest
  • Geschnittene Szenen: (jeweils mit einem Vorwort vom Regisseur auf einer Texttafel, ungarisch, optional deutsche UT)
    • Die Affentheorie (2:16 Min.)
    • Gonzos Mutter (1:32 Min.)
    • Kontrollen im Zug (9:11 Min.
    • Nach dem Kampf (1:57 Min.)
    • Die Geschichte von Nub (0:29 Min.
    • Kontrollen auf dem Bahnsteig (7:21 Min.
    • Muki auf der Bank (1:02 Min.)
    • Drehorte (1:32 Min.)
    • Bulcsú und Béla (1:43 Min.)
    • Der Kampf (0.56 Min.)
    • Bulcsú und Sofie (7:22 Min.)
    • Der Junge (0:52 Min.)
    • Alternative Schlussszenen (1:28 Min.)
  • Behind the Scenes: Making of (16:16 Min.)
  • Storyboard-Film-Vergleich:
    • Der Anfang (3:28 Min.)
    • Das Wettrennen (1:06 Min.)
    • Der Traum (4:44 Min.)
  • 4seitiges Booklet
 Das gesamte Bonusmaterial erstreckt sich bis auf eine Handvoll Trailer zu weiteren Sunfilm-DVDs auf eine Bonus-Disc, um dem Hauptfilm nicht unnötig Speicherplatz zu rauben. Leider sind die Extras nicht so umfangreich ausgefallen wie vielleicht erwartet, aber dafür sind sie frei von jeglicher Art des Eigenlobes, ohne die heutzutage wohl kaum eine Hollywood-Produktion auszukommen scheint. Neben dem deutschen Orignal Kinotrailer (wieso kein Ungarischer?), drei Storyboard-Vergleichen, Produktionsnotizen und Filmografien, welche neben einen kleinen Überblick der jeweiligen Personen auch noch allerhand Informationen zu "Kontroll" bieten, sollten die 14 Deleted Scenes nicht vergessen werden, welche deutsch untertitelt wurden und jeweils ein Vorwort in Form einer Texttafel des Regisseurs beinhalten. Diese "geschnittenen Szenen" sind nicht nur sehr interessant, sondern mit einer Laufzeit von knapp 40 Minuten auch sehr umfangreich ausgefallen. Zum Schluss finden wir unter Behind the Scenes noch ein Making of mit einer Spielzeit von knapp 16 Minuten. Dieses Featurette stellt sich schnell als sehr interessant und informativ heraus und bietet einen schönen Einblick hinter die Kulissen und wartet mit einer Menge Hintergrundinfromationen auf. Insgesamt also ein mehr als ansehnliches Bonusmaterial, was hier zusammengestellt wurde. Interviews, der Original-Trailer und ein Audiokommentar wären vielleicht noch schön gewesen, aber so wie es jetzt ist, wird man nicht enttäuscht sein. Zudem kommt die Erstauflage in einem Doppel-Amaray mit einen schönen Hochglanzschuber daher.
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Fazit
"There's no such thing as a free ride."

Möchte uns Aba Botond, der Leiter der Budapester U-Bahnbetriebe zu Beginn noch drauf hinweisen, dass alles, was wir hier sehen, reine Fiktion darstellt und die Metro sich immer auf Besucher freut (Antal musste dieses echte Statement einfügen, da sie sonst keine Drehgenehmigung bekommen hätten), zeigt uns Regisseur Nimród Antal keine Fiktion der Budapester U-Bahn, sondern die etwas überspitzte Realität einer schmutzigen und trostlosen Welt, die ihresgleichen sucht. Zu nah an der Wahrheit möchte man hier meinen und so werden wir Zeuge einer zugegeben recht durchgeknallten Geschichte um fünf Fahrkartenkontrolleure, deren Charaktere dermaßen überspitzt und desillusioniert wirken, sich eher schlecht als recht durch den harten Alltag der Budapester Metro kämpfen und sich mit "Flitzern", Zuhältern und Junkies herumschlagen müssen, dass dies fast schon wieder realistisch wirkt. Nichts passiert, was ihnen nicht auch in Wirklichkeit zustoßen könnte und egal, wie schräg die Kontrolleure um Bulcsú (Sándor Csányi) auch sein mögen, es scheinen Menschen zu sein, welche dir jeden Tag über den Weg laufen könnten ... nur eben etwas verrückter.
Nimród Antals achtet in seinen Film aber darauf, neben den wirklich schrägen und aufmunternden Momenten, "Kontroll" nicht als Komödie oder Gesellschaftssatire dastehen zu lassen, sondern drosselt in den richtigen Momenten das rasante Tempo und sorgt durch seine zwei Subplots für die nötige Atmosphäre. Zum einen wäre da die etwas merkwürdige Liebes- und Lebensgeschichte des Protagonisten Bulcsú, aus dessen Sicht die Geschichte gezeigt wird. Der stets in der U-Bahn schlafende Kontrolleur, den jeder mag und der ein sehr ruhiger verschlossener Typ zu sein scheint, verliebt sich in die hübsche Tochter (Eszter Balla) des U-Bahnfahrers Béla (Lajos Kovács, "Himmel über Berlin"), der nicht gerade für seine Nüchternheit am Steuer bekannt ist. Weiterhin ist man aber auf der Jagd nach dem Schwarzfahrer Bootsie (Bence Mátyási), der unseren fünf abgewrackten Protagonisten stets ein Dorn im Auge ist, ihnen jedoch einfach zu schnell davon läuft. Ein weiterer Dorn, aber in Augen der Budapester Polizei, ist der U-Bahn-Schuppser, der wie aus dem Nichts erscheint und seine Opfer vor die Gleise wirft und den zweiten, düsteren Subplot beschreibt, in dem Bulcsú eine Schlüsselrolle zu spielen scheint. Immer im Wechsel zwischen Kontrolleur-Chaos, Liebesgeschichte und U-Bahn-Thriller, erscheint das Gesamtbild nie unausgeglichen oder gar unruhig. Vielmehr ist "Kontroll" über die gesamte Laufzeit hinweg ein vielschichtiges und unbefangendes Stück ungarischer Filmgeschichte, welche man nach einmaligen Schauen nicht mehr missen möchte.
Nimród Antals erschuf mit einem Budget von umgerechnet lächerlichen 500.000 US-Dollar ein optisch und inhaltlich mehr als ansprechendes Meisterwerk. Facettenreich und vielschichtig, grotesk und dennoch spannend. Zudem lässt er am Ende genug Raum zur eigenen Interpretation der Geschichte und sorgt somit für viel Gesprächsstoff bei den Zuschauern, denn das Ende wirkt mehr als doppeldeutig, hinterlässt uns aber dennoch versöhnlich und beruhigt, ohne in irgendeiner Weise aufgesetzt zu wirken.
Nimród Antals Regiedebüt gehört somit zu der Kategorie von Filmen, welche einfach perfekt sind und den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann ziehen, woran nicht zuletzt der fast schon hypnotische Trance Soundtrack von Neo schuld ist.

Trotz kleinerer Mängel im Bild ist die Special Edition von "Kontroll" Pflichtprogramm und erfreut durch eine optisch wie auch inhaltlich ansprechende, wenn auch nicht perfekte Umsetzung des Titels. "Kontroll" ist ein Film, den man ganz Medium unabhängig lieben muss, Ungarns Beitrag gegen gehypte Hollywood-Produktionen und der bis Dato erfolgreichste Film aus diesen Landen, der 2004 als Gewinner des Prix de Jeunesse beim Filmfestival in Cannes die Herzen des Publikums im Sturm eroberte.



Bilder der DVD




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