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HK 1973
Originaltitel:Siu lo foo
Alternativtitel:
aka. Grausame Tiger, Der
aka. Little Intention Tiger
aka. Young Tiger, The
aka. Xiao lao hu
aka. Ting Lu - Der grausame Tiger
Länge:83:54 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Wu Ma
Buch:k.a
Kamera:Chen Chian Yong
Musik:Chang Cheng
Darsteller:Meng Fei, Maggie Lee, Stanley Fung, Chen Yan Yan, Dean Shek, Wong Pau Gei, Lau Kar Wing, Mars Wong San, Fung Hak On, Ho Pak Kwong, Yeung Hung, Yip Wing Cho, Wu Ma, Law Keung, Wong Shu Tong, Lam Chi, Wong Mei, Lee Chiu, Jackie Chan
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Der Kampfschüler Billy Chang (Meng Fei) fightet wie ein junger Tiger und besiegt so auch den herausfordernden, schnöseligen Cheng Lung (Dean Shek). Als dieser danach von den Schergen des Erpressers Ko (Stanley Fung) wegen ausstehender Zahlungen attackiert wird, hilft er ihm allerdings und gerät dadurch in die Bredouille; wird ihm doch der anschließende Mord an Cheng Lung in die Schuhe geschoben. Da ihm die Polizei unter Kommissar Wang (Wong San) nicht glaubt, flieht er aus dem Gefängnis und versteckt sich bei seiner Freundin Tam Fong (Maggie Lee), von wo aus er den wahren Gangster zusetzt ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Umso älter und unbekannter ein asiatischer Film, umso schwieriger scheint es zu sein ein ordentliches Master aufzutreiben und auch bei "Ting Lu der grausame Tiger" ist alterbedingt einiges im Argen. Der löblicherweise anamorph kodierte Widescreen-Transfer hat mit unzähligen Defekten, Kratzern und Verschmutzungen zu kämpfen, welche dem Bild aber ein gewisses nostalgisches Flair verpassen und uns nicht sonderlich störten. Die Schärfe ist jedoch recht wechselhaft ausgefallen und befindet sich mal auf einem angenehmen Niveau, mit einer ordentlichen Kantenschärfe, nur um in nächsten Moment schwammig und unscharf zu wirken. Weiterhin fällt die stark schwankende Farbgebung auf, welche stets durch kräftig und satte Farben überzeugen kann, aber sehr häufig ins Extreme abfallen und z.B. Gesichter knallig rot und unnatürlich erscheinen lassen kann. Der Kontrast hingegen wirkt dem Alter entsprechend sauber, kränkelt jedoch an einem schwachen Schwarzwert, der hier deutlich ins Gräulichen tendiert und sogar stellenweise in Grün verfällt. Dafür arbeiten die Kompressionen aber unauffällig und lediglich Nachzieheffekte und Bewegungsunschärfen beeinträchtigen den Sehgenuss etwas. Dass man bei einer alten Perle wie "Ting Lu der grausame Tiger" kein Top-Bild erwarten kann, ist uns natürlich klar und man merkt den Jungs von CMV an, dass man versucht hat, das Beste aus dem Material herauszuholen und das wird von uns auch mit zwei guten Punkten honoriert.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Im Gegensatz zum sehr dumpfen und kratzigen englischen Ton wirkt die deutsche Tonspur etwas frischer, obgleich auch hier Rauschen wahrzunehmen ist und Defekte und Störungen auftreten. Insgesamt aber immer noch deutlich angenehmer als die englische Synchro, welche vor allem in den Dialogen kaum Freude aufkommen lassen wird. Die damals geschnittenen Szenen liegen hierbei allerdings in englisch vor und wurden deutsch untertitelt.
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Extras
Extras
  • Vorspann der deutschen Fassung (2:06 Min.)
  • Vor- und Abspann der US-Videofassung (1:26 Min.)
  • Trailer: "Der Rikschamann" (2:47 Min.)
  • Galerie - Eastern Collection (6:06 Min.)
  • Trailer - Eastern Collection (1:40 Min.)
VerpackungKleine Hartbox
 In puncto Bonusmaterial erwarten wir bei diesem Titel nicht viel, umso schöner ist es, dass man uns hier neben einer Bildergalerie diverser CMV-Easterntitel (darunter auch "Ting Lu der grausame Tiger") und einem selbsterstellen Trailer zu der Edition, noch den Trailer zu Interner Link"Der Rickschamann" , sowie der deutsche und amerikanische Vor- und Abspann der Videoversionen, bei der man erst einmal sieht, wie schlecht die Qualität der VHS Fassungen gegenüber der DVD ist.
 +-----

Fazit
Allein von den Stabangaben beeindruckender Film, der mit der vierten Regiearbeit von Wu Ma nach den Großproduktionen "Wrath of the Sword", "Deaf and Mute Heroine" und "The Water Margin" sowie einer durchweg prominenten Besetzung aufwarten kann, aber ansonsten nichts wirklich Berauschendes bietet. Die Story ist oft erzählt, eine Vorwegnahme von Interner Link"Auf der Flucht", vergisst dabei aber alle nötigen Elemente wie Würze, Aufregung und Spannung; statt eines Actionthrillers wird letztlich doch nur ein weiterer Martial Arts Flick geschrieben. Ist die Geschichte im Genre der Stereotypen schon nicht faszinierend kommt noch hinzu, dass sich der Film nie entwickelt, keine nötige Fahrt aufnimmt und auch handwerklich nicht wirklich was in Szene setzt; so dass sowohl der Konzentrations- als auch der Unterhaltungsgrad der Situation nur angedeutet wird. Heute lange nicht mehr "up to date", das narrative und inszenatorische Grundhandwerk fehlt entweder oder ist recht bescheiden; zudem die Figuren im Nachhinein ungünstig personifiziert werden, auch wenn es offensichtlich kein Schauspielerfilm ist. Sowohl ein Dean Shek als auch ein Stanley Fung kann man einfach nicht als ernst zu nehmenden Gegner aufstellen; selbst die Beteiligten scheinen die Lage nicht für voll zu nehmen. Einmal wird Billy von den Schergen in die Falle gelockt und dann lachen alle erst einmal herzlichst; ein anderes Mal hat er aus seiner Tarnung heraus nichts Besseres zu tun, als sichtbar für alle Turnübungen auf dem Balkon zu veranstalten.
Sowieso ist der Plot mit seiner kaum tragfähigen und lange nicht abendfüllenden Konstruktion innerhalb jeder gängigen Konvention nur ein besseres Argument für die Action, die aber auch nicht die heißen Kartoffeln aus dem Ofen holt, dafür passt sie sich zu sehr den langweiligen Momenten der Handlung an. Trotz der Action-Direktoren Lau Kar Wing und Wong Pau Gei wird keine reelle Effektivität erzeugt. Es fehlen durch die ökonomische Produktionsweise sowohl die Akzentuierungen als auch die Stunts.
Gewalt ist übrigens gar keine gegeben, Blut fließt schon deshalb nicht, weil man sich trotz des "modern day"-Settings komplett dem Schusswaffengestuss gegenüber abgeschlossen hat und erst ganz zum Schluss mal mit Spaten, Gartenschlauch und Heckenschere aufeinander losgeht. Die FSK18-Freigabe dürfte deswegen nur auf einer Sexszene beruhen: Die Erpresser schicken die Hobbynutte Sheila auf gut betuchte, aber verheiratete Herren los und setzen die danach mit kompromittierenden Fotos unter Druck.
Verfilmte Paraliteratur also, immer etwas unbeholfen zwischen vermeintlichen Realismus, Parodie und B-Movie-Heldentum pendelnd und mit einer Hauptfigur, die sich in unwirtlichen Gefilden bewähren muss. Mit so was hat man früher das Publikum in die Schmuddelkinos locken können, heute funktioniert es aufgrund des krankenden Alters nur über die Nostalgieschiene, die hierbei aber wie geschmiert läuft. Die Ansichten des urbanen Hongkongs sind zahlreich und auch mal etwas erfrischender als die üblichen Aufnahmen, wodurch sich die Atmosphäre der Zeit wie von selbst ergibt. Hinzu kommt, dass selbst die Gesichter der Nebendarsteller durch die Besetzung mit Mars, Fung Hak On, Tyrone Hsu Hsia, Danny Chow Yun Kin usw. dem Genrefan vertraut und heimisch ist, der Film als verklärende Erinnerung, einen Mythos bedienend. Aber nicht skurril oder trashig genug, um darüber hinaus noch stärker zu punkten und Filme mit dem Schema gibt es nun wahrlich genug.

Die dritte Veröffentlichung aus der CMV-Laservision Eastern Collection liegt erstmalig in seiner ungeschnittene Form vor und erscheint abermals in einer schönen Buchbox mit Nummerierung am Rücken. Qualitativ dürfen wir allerdings nicht allzu viel erwarten, aber es ist immer wieder schön, die alten Streifen in bestmöglicher Qualität wieder aufleben zu lassen.

(Anm. d. Red.: In einer Kurzrolle ist hier Jackie Chan zu sehen, der in vielen Ländern fälschlicherweise als Star des Filmes deklariert wird.)



Bilder der DVD




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