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FR 1973
Originaltitel:Rose de Fer, La
Alternativtitel:Friedhof der toten Seelen
aka. Nuit de Cimitière, La
aka. Night In The Cemetry
aka. Rose Of Iron
Länge:76:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jean Rollin
Buch:Jean Rollin, Maurice Lemaitre
Kamera:Jaque Renois
Musik:Pierre Raph
Darsteller:Mireille Dargent, Françoise Pascal, Nathalie Perrey, Hugues Quester
Vertrieb:Cult Cinema International
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Ein junges Paar betritt einen alten Friedhof, um dort in aller Abgeschiedenheit ungestört zu sein. Als die Nacht hereinbricht, wollen sie zurück zum Ausgang, doch sie sind in der Dunkelheit nicht mehr in der Lage, den Weg nach draußen zu finden. Schon bald geraten sie in Panik und zwischen den labyrinthischen Gräbern der Toten scheinen sie immer mehr dem Wahnsinn zu verfallen.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Jean Rollins Klassiker hat mittlerweile 32 Jahre auf dem Buckel. Er wurde im bei der Wiederentdeckung vom Originalnegativ komplett neu abgetastet und erfuhr in verschiedenen Ländern seine Veröffentlichung auf DVD und Video. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen der Film seine Erstveröffentlichung im Zeichen der X-NK-Hartboxen-Serie erfuhr und jetzt auch fürs Kaufhaus von CCI erscheint. Die Bildqualität ist dem Alter entsprechend recht ordentlich ausgefallen und bietet sehr kräftige Farben und einen durchweg guten Kontrast. Die Schärfe befindet sich auf einem angenehmen Niveau, leidet aber unter den Folgen von Edge Enhancement, was zur Folge hat, dass durch Nachschärfung die Konturen zu überstrahlen beginnen. Desweiteren leidet das Bild unter einem verstärkten Aufkommen von stehenden Rauschmustern, sowie unschönen Treppeneffekten. Zudem wirkt das Bild sehr körnig und vor allem in Bewegungen recht schwammig und so wird leider kein durchweg gutes Niveau gehalten. Bei einem passenden Sichtabstand je nach Größe des TV-Gerätes fallen die Körnungen aber weniger ins Gewicht und lassen den anamorphen Transfer recht angenehm und stellenweise sogar schön plastisch erscheinen. Die Kompressionen zeigen im Hintergrund leichte Rauschmuster, welche aber nicht wirklich stören und Defekte und Verschmutzungen fallen hier in Form von leichten Blitzern auf, sind aber nicht weiter tragisch. Wir vergeben hier gute 3 Punkte, eine etwas dezentere Nachschärfung hätte dem Transfer aber gut getan.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch, Englisch
 Der deutsche Ton, welcher mit einer wirklich guten Synchronisation aufwartet, bietet eine gute Sprachverständlichkeit mit einer sauberen Dynamik. Lediglich der Rauschfaktor ist etwas zu hoch ausgefallen. Optional kann man den Film auch in Deutsch mit englischen Untertiteln anschauen oder in Französisch mit deutschen und englischen Texten. Leider sind diese Untertitel dann fest eingebrannt und lassen sich nur über das Menü einstellen.
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Extras
Extras
  • Deutscher Trailer (2:01 Min.)
  • Französischer Trailer (3:34 Min.)
  • Bildergalerie (143 Bilder)
  • Interview mit Jean Rollin (3:32 Min.)
 Neben dem deutschen und französischen Trailer, wird uns hier noch eine mit 143 Bildern große Fotogalerie geboten, welche sehr viele Drehfotos beinhaltet und eine Laufzeit von knapp 24 Minuten besitzt. Diese Galerie wurde dann auch noch mit etwas Musik unterlegt. Weiter geht es mit einem aktuellen, aber leider mit knapp 3 Minuten deutlich zu kurzen Interview mit Jean Rollin, der hier kurz auf die Dreharbeiten zu "La Rose de Fer" eingeht. Hier wäre ein ausführlicheres Interview schön gewesen. Dafür beinhaltet es aber deutsche Untertitel.
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Fazit
Kann eine Begräbnisstätte als Schauplatz morbider Romantik dienen, in der sich ein junges Paar liebt? Die Frage ist nicht das Kann, sondern viel mehr das Darf! In Jean Rollins Welt ist alles möglich und so zeigt Frankreichs Kultregisseur den Friedhof von seiner romantischen Seite und vermischt gotisch angehauchte Gruselstimmung mit einer Prise Poesie und lässt den ansonsten so von Trauer heimgesuchten Friedhof als Reich der Schönheit, ja sogar der Hoffnung und der Sehnsucht erscheinen. Jede Einstellung erscheint wie ein Kunstwerk und wurde vom Regisseur und dem Kameramann bedacht gewählt. Getragen durch die beiden Hauptdarsteller Mireille Dargent und Françoise Pascal, sowie einfach gehaltene, dafür aber umso glaubwürdigere Dialoge, liefert Rollin hier seine wohl beste Arbeit ab, ein visuell überzeugender Film mit hohem Kunstcharakter, dessen Interpretationsmöglichkeiten schier unzählig sind und Rollins Botschaft (wenn es für ihn denn eine gab) nicht klar zu deuten ist. Zum einen kann es eine morbide Liebesgeschichte mit einigen nekrophilen Andeutungen, aber stets ästhetische und zudem sehr erotische Sexaufnahmen sein und zum anderen eine Reflektion der rebellischen Jugendkultur, welche durch die Grabschändung und das Lachen und Toben auf den Friedhof deutlich gemacht wird. Desweiteren ist "La Rose de Fer" vor allem dann sehr stark, wenn es darum geht das Geschlechterverhalten in Extremsituationen aufzuzeigen, was wir des öfteren in Werken Rollins bewundern durften. Der Mann wird zu beginn noch als dominantes Wesen deklariert und wandelt sich im Verlauf des Filmes zur devoten Figur in diesem Spiel aus Begierde, Liebe und Hass. Und neben dem stets melancholisch eingefangenen Drehort, ist die Todessehnsucht der hübschen Mireille Dargent immer deutlicher zu erkennen und auch der Wahnsinn und die Angst prägt ihr immer morbideres Verhalten gegenüber ihren Freund.
Selten schaffte es ein Film in dieser Form Horror mit Psychothriller zu vermischen. Rollin verzichtet dabei komplett auf den Einsatz übernatürlicher Elemente und spielt stattdessen lieber mit den natürlichen Ängsten und Sehnsüchten der Menschheit und inszenierte somit ein unantastbares Meisterwerk, voller morbider Schönheit und melancholischer Poesie.

Bereits Mitte 2005 als Hartbox Edition unter dem etwas unpassenden Titel "Friedhof der toten Seelen" bei X-NK als deutsche Erstauflage erschienen, erscheint nun im Zuge der CCI-Sammler Edition "La Rose de Fer" unter dem Titel "Die Eiserne Rose" beim Independent-Anbieter und kommt wie üblich im Amaray mit Pappschuber daher. Die technische Umsetzung kann als grundsolide bezeichnet werden und bis auf kleinere Mängel im Bereich Bild gibt es auch nichts weiteres an dieser Veröffentlichung auszusetzen. Die DVD ist wie auch die Hartbox völlig ungeschnitten und wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Für Rollin-Fans Pflichtprogramm, aber auch alle anderen sollte einmal Probe schauen.



Bilder der DVD




Druckbare Version
NewsJean Rollin Collection ab 2016 bei Wicked-Vision Media
IMDb.com OFDb.de



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