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FR, IT 1990
Originaltitel:Nikita
Alternativtitel:Femme Nikita, La
Länge:112:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Luc Besson
Buch:Luc Besson
Kamera:Thierry Arbogast
Musik:Eric Serra
SFX:Jacques Martin
Darsteller:Anne Parillaud, Jean-Hugues Anglade, Tchéky Karyo, Jeanne Moreau, Jean Reno, Roland Blanche, Marc Duret, Philippe Leroy, Jacques Boudet, Philippe Du Janerand, Jean Bouise, Patrick Fontana, Alain Lathière, Laura Chéron, Helene Aligier, Pierre-Alain de Garrigues, Patrick Pérez, Bruno Randon
Vertrieb:Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Sie ist jung, rauschgiftsüchtig und am Ende jeder Hoffnung: NIKITA. Ihre Verzweiflung und ihre Skrupellosigkeit macht sich der französische Geheimdienst zunutze. Nach einem Polizistenmord unterbreitet ihr der mehr als undurchsichtige Bob ein Angebot: statt der Todesstrafe oder lebenslänglich eine neue Identität und ein Dasein als Undercover-Agentin mit der Lizenz zum Töten. NIKITA greift zu. Der Geheimdienst arbeitet gründlich und kennt kein Pardon. NIKITA lernt Töten ohne Frage nach dem Warum! Ihre Feuerprobe: ein Attentat in einem vollbesetzten Restaurant. NIKITA besteht und geht ihren Weg in eine Welt bezahlter Mörder und Agenten, in eine Welt, in der ein Menschenleben nichts mehr gilt. Auch das ihre nicht. Da begegnet sie eines Tages dem jungen Marco. Ihre Liebe zu ihm scheint die einzige Rettung vor dem endgültigen Sturz in die Hoffnungslosigkeit ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Im Vergleich zur wirklich miserablen Erstauflage vor einigen Jahren weiß der anamorphe Transfer fast durchweg zu gefallen. Neben satten und kräftigen Farben, welche stellenweise durch den Einsatz diverser Farbfilter verfälscht wird ist auch der Kontrast überwiegend überzeugend und bietet uns ein kräftiges Schwarz, überstrahlt aber allzu deutlich in hellen Flächen, was aber ebenfalls ein Stilmittel des Regisseurs zu sein scheint. Die Schärfe überzeugt uns dafür nur bedingt und auch wenn das Bild durch Nachschärfung etwas plastischer erscheint, wirkt der Transfer immer noch eine Spur zu weich und unscharf, was vor allem in den Totalen sehr deutlich zu erkennen ist. Die Konturen zeigen zudem etwas unschönes Edge Enhancement, welches sich durch Treppenmuster und Doppelkonturen bemerkbar macht. In Kombination mit der restlichen Schärfe erscheint das Bild stellenweise recht unnatürlich. Rauschen fällt hierbei ebenfalls nicht auf, dafür lässt sich aber eine leichte Körnung erkennen und Defekte und Verschmutzungen sind ebenfalls kaum wahrzunehmen, stören aber auch nicht im geringsten. Die Kompressionen arbeiten recht sauber im Hintergrund und Blockrauschen lässt sich nur minimal ausmachen, dafür fällt aber eine leichte Bewegungsunschärfe in einigen Sequenzen auf. Insgesamt aber ein noch guter Transfer.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1, DTS 5.1 (dt.)
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 Anders als beim Bild ist tonal hier einiges im Argen und sorgte bereits für einige heiße Diskussionen in diversen Filmforen. Zwar möchte man beim ersten Reinhören meinen, dass mit der deutschen 5.1-Abmischung alles in Ordnung ist, aber leider ist hier einiges schief gelaufen. So wirkt die Dialogwiedergabe leider in einigen Szenen viel zu leise abgemischt und scheint in den Umgebungsgeräuschen unterzugehen. Daraus resultiert eine recht schlechte Dialogwiedergabe und in ganzen Szenen lassen sich Dialoge nicht verstehen. Desweiteren sind einige Szenen zu Beginn des Filmes asynchron, was sehr deutlich zwischen der Minute 24:45 und 25:15 zu erkennen war. Hier wurde ein ganzer Teil verschoben und die Dialoge passen nicht einmal ansatzweise zu der Lippenbewegung. Laut Kinowelt soll dies aber bereits schon in anderen Fassungen der Fall gewesen sein. Leider stimmt dies so nicht, denn die alte VHS-Kassette von Marketing Film zeigte diesen Fehler nicht auf. Weiterhin scheint grundsätzlich etwas in der Abmischung der Dolby Digital-Spur schief gelaufen zu sein. Diese fällt z.B. sehr deutlich zu Beginn bei der Schießerei in der Apotheke auf. Hier werden die Effektlautsprecher zwar recht ordentlich genutzt, insgesamt bietet man des öfteren direktionale Effekte und auch die Umgebungsgeräusche werden von den Rears meist passend wiedergegeben, jedoch scheint der Center einfach alles zu verschlucken. Nimmt man hier zum Vergleich die französische Dolby Digital-Spur, bei der die Schüsse sehr kräftig aus dem Center hallen, hört man in der deutschen Fassung lediglich ein paar dumpfe Klänge. Leider ist dies nicht das einzige Mal und ließe sich noch um einige Szenen ergänzen. Hier hat Kinowelt eindeutig Mist gebaut, gibt dies aber nicht zu. Der deutsche DTS-Ton bietet zudem keine nennenswerten Vorteile gegenüber der Dolby Digital-Variante, außer der Tatsache, dass das Rauschen, welches bei dem Dolby Track viel deutlicher zu hören war, hier nur bei der Lautstärkeanhebung zu orten ist.
Solltet ihr also keine Probleme damit haben die französische Sprachfassung mit optionalen deutschen Untertitel zu schauen, wäre es angebracht den Film in dieser Form zu genießen, denn hier wirkt die Abmischung überwiegend räumlich, bietet eine saubere Sprachverständlichkeit und eine korrekte Abmischung des Center-Kanals.
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Extras
Extras
DVD 1 (Hauptfilm):
  • Deutscher Kinotrailer (1:38 Min.)
  • Französischer Kinotrailer (2:29 Min.)
  • Trailer weiterer Filme:
    • Million Dollar Baby(2:29 Min.)
    • Mr. & Mrs. Smith (2:24 Min.)
    • Gangsters (1:28 Min.)
    • Der letzte Kaiser (2:29 Min.)
    • Léon - der Profi (1:33 Min.)
    • Control (1:58 Min.)
    • Edison ((2:07 Min.)
DVD 2 (Extras)
  • Featurette "The Sound of Nikita" (4:48 Min.)
  • "Enthüllt": Das Making of la femme Nikita (20:37 Min.)
  • Programming Nikita (1:40 Min.)
  • Interview mit Luc Besson (19:10 Min.)
  • Filmografien / Kurzbiografien (Texttafeln):
    • Luc Besson
    • Anne Parillaud
    • Tchéky Karyo
    • Jean-Hugues Angelade
    • Jeanne Moreau
    • Jean Reno
  • Bildergalerie (25 Fotos)
  • Hidden Feature (0:26 Min.)
  • Trailer weiterer Filme:
    • Das große Fressen (3:03 Min.)
    • Jaguar (1:59 Min.)
    • Erde Wasser Luft (8:45 Min.)
    • Four Roums (1:55 Min.)
    • Angel Heart (2:35 Min.)
  • 12seitiges Booklet
 Neben dem deutschen und französischen "Original-Trailer" auf der Hauptfilm-Disc, sowie sieben weiteren "Trailer" aus Lizenzstock der Kinowelt, finden wir das eigentliche Bonusmaterial auf der beiliegenden Extra-DVD. Dort geht es dann direkt los mit einem rund fünf Minuten langen Featurette mit dem Titel "The Sound of Nikita". Hier beschäftigt man sich ausschließlich mit der Arbeit von Eric Serra, welcher sich für den Score von "Nikita" verantwortlich zeigte. Gespickt mit Filmausschnitten kommen neben dem Komponisten selbst noch weitere Mitglieder der Produktion zu Wort und sprechen über Serras Arbeit. Als nächstes finden wir auf dem Silberling ein knapp 21minütiges "Making of", welches neben dem üblichen Filmausschnitten und Interviewblöcken nicht viel zu bieten hat, aber zumindest etwas Hintergrundinformationen beinhaltet und von daher doch sehenswert geworden ist. Das nächste Featurette lauft gerade mal 2 Minuten und beinhaltet drei kurze Clips mit Themen bezogene Filmausschnitten aus "Nikita", sowie kurze Statements der Beteiligten. Der Informationsgehalt ist hierbei gleich Null. Interessanter wird es dann bei dem knapp 19 Minuten langen "Interview" mit Luc Besson aus dem Jahre 1990: Es beglückt den Fan mit reichlich Informationen rund um "Nikita". Zum Schluss finden wir auf der Bonus-Disc noch eine "Bildergalerie" und ein paar "Filmografien". Desweiteren kann man sich noch fünf Trailer weiterer Kinowelt-Titel anschauen.
Insgesamt gesehen etwas mager und man hätte sich liebend gern etwas mehr "Hinter den Kulissen"-Material gewünscht, sowie einzelne Interviews oder ein Audiokommentar. Dafür gibt es aber ein "12seitiges Booklet" mit Produktionsnotizen.
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Fazit
Als ein inzwischen definitiver Luc-Besson-Klassiker brachte "Nikita" 1990 frischen Wind in den Profi-Killer-Thriller, indem er nicht nur eine Frau zur zentralen Figur machte, sondern dem "eiskalten" Engel zusätzlich Gefühle, eine Geschichte und die nötige Härte gab. Anne Parillaud ist keine ikonenhafte Heldenfigur mit Glätte und Idolstatus, sondern macht mit dem Zuschauer den beschwerlichen Weg vom Drogenwrack über die Todeskandidatin zu renitenten Killer-Elevin durch, bis später der Zwiespalt zwischen Auftrag und Berufung und einem immer echter werdenden Privatleben das tötende Element einer namenlosen Behörde/Organisation langsam zerstört. "Nikita" spricht jede Menge Gefühle an und dazu gehört ebenso Abschreckung wie Sympathie. Dabei kann Besson das Interesse für Charakter und Geschichte problemlos aufrecht erhalten, vor allem in der Ausbildung, gegen die sich Nikita mehrfach wehrt. Ist sie erst einmal wieder in Freiheit kommt der Drive automatisch mit den verschiedenen Tötungsaufträgen, die erst harmlos beginnen, dann spektakulärer werden, indem sie während eines Urlaubs mit ihrem Freund töten muss und schließlich in einem katastrophalen Auftrag enden, der zahlreiche Menschenleben kostet.
Besson ist dabei kein Moralapostel, für die Geschichte ist ihm Ethik egal. Weder wird hier über Schuld oder Unschuld diskutiert, noch wird jemals erwähnt, ob es nötig ist, die Leute umzubringen. Getötet wird hier kalt und gefühllos, bewundernswert professionell und immer unter Druck. Und der Film beschönt nichts. Besson macht die Leute kalt, brutal und hässlich. Unerfreulicher Höhepunkt dabei ist wohl der intensive Kurzauftritt Jean Renos als halb durchgedrehter "Cleaner", der bei dem letzten, fehlgeschlagenen Auftrag geschickt wird, um wirklich alle Spuren zu beseitigen. Wenn da dann scheinbar Tote in der Badewanne mit Säure übergossen werden, führt das zu grauenhaften Resultaten, die man sich aber selbst ausmalen muss.
Leider findet der Film keinen gelungenen Abschluss, weder romantisch noch kühl, sondern endet relativ offen mit dem Verschwinden Nikitas zu beiden Seiten hin, sowohl zu ihrem Freund, als auch zu der Vaterfigur/Hasslieberhaber Bob, der ihr Mentor war. Bis dahin unterhält der Film aber durch wunderbare Kompromisslosigkeit, speziell bei Nikitas erstem Tötungsauftrag, der zu einem Massaker in einem Restaurant führt. Wer Interner Link"Leon - Der Profi" als Hit ansieht, muss diesem Film als essentiellen Vorläufer und geistigen Vater betrachten.

Kinowelt liefert mit diesem Steelbook eine wirklich schöne Veröffentlichung ab, dessen Schönheitsfehler aber nicht von der Hand zu weisen sind. Gerade die Patzer im deutschen Ton stoßen bitter auf und können einfach nicht akzeptiert werden. Auch wenn Kinowelt diesbezüglich schon mehrfach Stellung genommen hatte, waren die Argumentationen leider alles andere als logisch und ärgerlich für den Kunden, denn eine Neuauflage wird es definitiv nicht geben. Aber trotzdem ist die DVD jeden Euro Wert und für einen empfohlenen Verkaufspreis von knapp 12 Euro auch sehr günstig. Das Steelbook ist schön verarbeitet und auch das 10seitige Booklet bietet reichlich Informationen. Für Fans ein Pflichtkauf, auch wenn wir mehr erwartet hätten.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Nikita (2-DVD-Box)
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