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D 1993
Originaltitel:Cut Character
Länge:65:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Stephan Lenzen, Thomas Manglitz
Buch:Stephan Lenzen, Thomas Manglitz
Kamera:Jürgen Zitzen, Dieter Staniek, Thomas Wolff
Musik:Chris Hülsbeck
SFX:Rüdiger Schnorr, Wolfgang Wesemann, Andreas Winkel, Harald Roebers, Thomas Manglitz
Darsteller:Bernd Roebers, Kai Bentzin, Stephan Lenzen, Gerhard Comelli, Alfred Lengert, Jaqueline Piesche
Vertrieb:Unlimited Dreams Media
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Robert Sens lebt in einer verkommenen Zukunftsgesellschaft. Er ist ein teilnahmsloser Bürokrat in einer Gesellschaft ohne Werte. Von seinem Ziehvater erfährt er schließlich, dass er schon als Eizelle Opfer eines genetischen Experimentes geworden ist. Dieser hat Roberts Haupterbanlagen Vernunft, Genuss und Aggression abgetrennt und Kopien seiner Eizelle zerteilt. Dem gefühlskalten Robert ist nur die Vernunft geblieben, doch die späten Nebenwirkungen lassen seine Zellen verfallen. Um dem drohenden Zelltod zu entgehen, macht er sich auf die Suche nach seinen genetischen Brüdern.

Bild
Format1.33:1 (Vollbild)
NormPAL
 "Cut Character" hat reichlich 10 Jahre auf dem Buckel - für einen No Budget-Film reichlich viel Zeit, wobei man nicht genau sagen kann, ob das Alter für den Zustand des Materials verantwortlich ist oder ob die Produktionsstandards ein besseres Bild einfach nicht erzeugen konnten. Das klingt etwas schlimm als Einleitung, tatsächlich kann man nämlich, sollte man hin und wieder Filme auf DVD von Nachwuchsfilmern anschauen, mit der etwas schlechteren Qualität ganz zufrieden gestellt werden. Die üblichen Probleme treten auch hier auf, die sich hauptsächlich in der Farbgebung (ein wenig zu blass, manchmal etwas bleich rot) und dem Kontrast liegen (überhellte Stellen). Wobei dunkle Szenen nicht in ihrer Darstellung beeinflusst sind und ordentlich wiedergegeben werden. Selbes gilt auch für den Detailgrad. Der ist natürlich von vornherein nicht sehr hoch und Unschärfen sind immer wieder mit dabei, die DVD erbringt aber eine ganze Menge mehr als die üblichen Home Video-Tapesammlungen, die manchmal auf das digitale Medium gepresst werden. Zumal der Verschmutzungsgrad gering ist und die Kompression doch noch recht ordentlich arbeitet. Aber auch hier sind Abstriche zu machen, wie die Blockbildung auf der Wasseroberfläche in der Eingangssequenz beispielhaft zeigt. Außerdem sind kaum Qualitätsschwankungen auszumachen, was die Wertung letztlich auf 3 Punkte hebt.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Wie auch beim Bild gilt hier: Man kann damit in Anbetracht der Tatsachen zufrieden sein. Der Live-Ton ist bis auf wenige Ausnahmen (z.B. während eines Dialogs auf der Abschluss-Party) gut verständlich, wenn auch nicht sonderlich klar und ein wenig übersteuert. Manchmal sind nachsynchronisierte Stellen eingefügt, an denen man die Qualitätsunterschiede zwischen Vorortaufnahme und hellerem Studioklang heraushören kann. Die Stimmen sind aber insgesamt leicht dumpf und der Ton etwas kratzig. Störungen wie Ploppen gibt es keine und auch Rauschen ist nie von Dauer, fällt sogar meistens kaum auf, wenn man nicht gerade die Lautstärke übermäßig aufregelt.
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Extras
Extras
  • Making Of (7:13 Min.)
  • Bericht (8:37 Min.)
  • Slideshow (6:45 Min.)
  • Trailer (1:21 Min.)
  • Audiokommentar
  • Hidden Feature
 Making Ofs werden uns gleich zwei angeboten: Das Erste und eben jenem Namen ist ein unkommentierter Blick an die Sets, der mit dem Soundtrack untermalt wurde, das Zweite ist durch einen Kommentar begleitet. Beide insgesamt etwa 15minütigen Specials sind sehr interessant gehalten, weil man sehr hautnah beim Dreh dabei sein kann und auch die Entstehung einiger Effekte miterleben darf. Auch die sehr umfangreiche Slideshow zeigt hauptsächlich Fotomaterial während des Drehs. Besonders toll fand ich aber den Audiokommentar der Herren Lenzen und Manglitz, die den Film ja mittlerweile vor über 12 Jahren erdachten und umsetzten. Daher mischen sich Retrospektiven mit interessanten Erzählungen rund um die Kreation von Effekten und Kameraeinstellungen sowie die lustige Arbeit mit den Laiendarstellern. Zuletzt darf man noch nach einem lohnenswerten, versteckten Goodie suchen.
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Fazit
In Zeiten, wo digitale Effekte selbst Amateur-Sektor gebräuchlich sind, wirkt "Cut Character" wie ein Dinosaurier der Kleinfilmkunst - einer, der dem Jungvolk zeigt, dass handwerkliches Geschick und Einfallsreichtum mehr Wert sein können als opulenter "eye candy". Das Konzept "Passion vs. Budget", unter dem er wiederveröffentlichte wurde, scheint 100%ig aufzugehen. Die Idee, die üblicherweise gleichverteilten drei Grunderbanlagen des Menschen (Vernunft, Genuss und Agression) auf drei Personen aufzuspalten, sorgt schon einmal für skurrile Charaktere an abwechslungsreichen Schauplätzen. Robert selbst bekam den Anteil "Vernunft" ab, ist nun ein recht emotionsloser Beamte mit Hornbrille und schrecklich stinklangweiliger Frisur, der sich auf den Weg macht, um seinen Zellzerfall mit Hilfe seiner zwei ungleichen Brüder aufzuhalten. Die erste Etappe des kurzweiligen Werkes sorgt schon für eine Menge seltsamer und amüsanter Szenarien. Bevor sich Robert nämlich mit ein paar wilden Söldnern auf den Weg nach Sin City, der Stadt der Glückspiele und Heimat seines Bruders Thomas, dem Genussorientierten des verrückten Trios, feiert sein Patenonkel eine Selbstmord-Party (!!) und offenbart Roberts Schicksal. Bis dahin werden bereits so viele Einfälle präsentiert, dass man glaubt, jeder SciFi-Thriller nach "Cut Character" hätte sich hier und da ein wenig an dessen Ideen bedient. Dabei ist "Cut Character" eine Parodie zwischen Interner Link"Captain Cosmotic" und Interner Link"The 6th Day", der mit handgemachten Effekten (teils sogar aus dem Amiga!!) und einem tollen Soundtrack vom Computerspiel-Komponisten Chris Hülsbeck aufwarten kann. Die sehr actionreiche Handlung bietet viele Ansätze für weitere Ausarbeitungen und hat wesentlich mehr Tiefe als viele heutige Hollywood-Thriller. Auch die Budget-Grenzen sind dem Schauspaß nicht abträglich, weil sich die kreativen Köpfe Stephan Lenzen und Thomas Manglitz sehr um gute Sets gekümmert haben und sich auch einige Dinge leisten können, die im Showbiz vielleicht auf wenig Gegenliebe stoßen würden. Was der fetzige Trailer verspricht, kann der Film also durchaus halten.
Die DVD mit durchnummerierter 666er Auflage aus dem Hause Unlimited Dreams Media möchte ich weiterempfehlen. Nicht nur, dass die Umsetzung dieser frühen Amateurfilmkunst gelungen ist, zieht man Liveton und Hi-8-Aufnahmetechnik in Betracht, auch beim Bonusmaterial bietet man uns einige schöne Dinge an. Damit ist die Scheibe ihren Preis durchaus wert!



Bilder der DVD




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