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AUS 2003
Originaltitel:Long Lunch, The
Länge:86:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Antony Redman
Buch:Antony Redman
Kamera:Conrad Slack
Musik:Roger Mason
Darsteller:Ian Bliss, Jeanette Cronin, Vincent Gil, Alex Menglet, Miles Paras, Victor Rodger, Julie Sobotta, Steph Song, Li Yang
Vertrieb:I-On
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Fünf gefährliche Kriminelle planen einen großen Diamantenraub. Alles soll perfekt ablaufen und nichts darf dem Zufall überlassen werden, denn die Beute soll der letzte große Coup vor dem Ruhestand sein. Doch die Gangster machen ihren ersten schweren Fehler, indem sie ihr Vorhaben in einem chinesischen Restaurant besprechen, denn dort haben die Angestellten mehr als nur große Ohren. Nun gibt es zwei planende Parteien, denn die Chinesen können die Diamanten ebenfalls gut gebrauchen und wollen den Gaunern zuvorkommen. Ein wildes Spiel gegen die Zeit nimmt seinen Lauf.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Jede Menge Farbfilter liegen über dem eigentlichen Bild, von dem man die ursprünglichen Farben kaum noch erkennt. Die meiste Zeit über wird ein gelblich-goldener Look wie in Sonnenuntergang simuliert, die fesche Stilistik des Filmes bedient sich aber mal jeder Verfremdungsmöglichkeit. Nachteilig ist dabei das feingliedrige, intensive Rauschen, das sichtlich auf die Detailschärfe einwirkt. Denn die Auflösung der Independent-Produktion ist meist nur durchschnittlich, in einigen Szenen auch mal gut, aber eben nicht wirklich zeitgemäß. An Kontrast und Kompression gibt es trotz Filter und starker Kompression wenig auszusetzen. Zwar könnten dunkle Szenen etwas knackiger sein, hier gibt es aber nur wenig Grund zur Beanstandung.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Deutsch und Englisch für Texttafeln
 Hilfe, der deutsche Ton klingt ja, als ob man ein Wochenende vor den Boxen eines Grind-Festivals genächtigt: irgendwie leblos und dumpf. Es fehlen sowohl Klarheit als auch Bass, als ob ein Hoch- und Tiefpassfilter eingesetzt worden wäre. Dazu hallt der Ton noch leicht, zischt bei den Dialogen und selbst die Surround-Kulisse leidet unter den dünnen Tönen. Zwar gibt es ein paar gute Effekte, die gehen aber in der Klangqualität unter. Die Rettung liegt im englischen 5.1-Ton, der gegenüber dem Deutschen ein großer Sprung im Klang ist. Er dürfte gern noch etwas lauter und brachialer bei den Effekten vorgehen, ist aber schon ok. Die Raumtonfähigkeiten werden übrigens in einigen interessanten Szenen vorgeführt, wie es sich für eine kleinere Produktion gehört, die Wert auf gute Effekte legt, diese aber nur als Beiwerk einsetzen kann, weil die Action allein nicht ausreicht.
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Extras
Extras
  • Deleted Scenes (10:45 Min.)
  • Storyboard to Screen (7:38 Min.)
  • Production Stills (6:32 Min.)
  • Interview mit Regisseur Antony Redman (13:11 Min.)
  • Werbeclips von Antony Redman (4:44 Min.)
  • Trailer (3:45 Min.)
  • Trailershow:
    • Casshern (2:03 Min.)
    • Dummy (1:55 Min.)
    • Ghost (1:40 Min.)
    • Gozu (1:27 Min.)
    • H (1:55 Min.)
    • No Blood No Tears (1:56 Min.)
    • Save The Green Planet (2:18 Min.)
    • Scarlet Letter (2:23 Min.)
    • Sympathy For Mr. Vengeance (1:46 Min.)
    • Six Ways To Sunday (1:57 Min.)
    • To Catch A Virgin Ghost (0:54 Min.)
    • Una De Zombies (2:02 Min.)
    • Unborn But Forgotten (1:46 Min.)
    • Undead (2:30 Min.)
    • Zebraman (1:37 Min.)
 Schade, schade, schade, dass der hervorragende Audiokommentar des Regisseurs keine deutsche Untertitelung bekommen hat. Redman gibt gleich zu Beginn sein Vorhaben bekannt, dass man nach dem Hören des Kommentars in etwa weiß, wie so ein unabhängiger Filmdreh abläuft. Genauso ist es auch, denn Redman lässt das Feature nicht zum sinnfreien Gequassel verkommen, sondern viel Dinge zu erzählen. Auch die Deleted Scenes muss man sich im Englischen anschauen. Hier werden noch einige lustige Weiterführungen einiger Szenen (z.B. die peinliche Begegnung auf dem Klo) gezeigt. Redmans Frühwerke - er begann als Werbefilmer im asiatischen Raum - werden unter "Werbeclips" von ihm mit sarkastischen, selbstironischen Texten eingeleitet und zeigen, dass er dort schon eine Vorliebe für lustige, wenn auch herbe Stoffe entwickelte. Auch das Interview mit ihm fällt ungewöhnlich (Nachtsichtkamera) und interessant aus und kann wahlweise im O-Ton oder mit deutschen Overdubs angeschaut werden. Die weiteren Extras sind Storyboard-Sequenzen, ein paar Fotos von der Produktion, der Trailer und die umfangreiche Trailershow von I-On.
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Fazit
Selten hat es das Label bisher mit seinen großspurigen Anpreisungen getroffen, hier kann man aber wirklich mal von einer gelungenen Mischung aus Interner Link"Snatch" und Tarantino-Epigonen sprechen. Der australische "The Long Lunch" ist witzig, spritzig, rabenschwarz, intelligent und auch ein wenig durchgedreht. Kein Charakter, der nicht mindestens einmal in einem der langen Monologe so richtig vom Leder ziehen kann, erklären darf, wie Elton John Lady Dis Tod fingiert hat oder mit Geschmacklosigkeiten (Fick-, Sauf-, Fäkal- und Essgewohnheiten - alles ist mal Thema) um sich werfen darf. Bereits in der Eingangssequenz beweist Regisseur Redman den Hang zum Extremen, wenn die Yakuza den Zahlungsunwilligen an der Fettabsaugmaschinerie anschließen und kurz darauf genüsslich den gesammelten Sud aus ekligen Fetten und menschlichen Reststoffen schlürfen. Yammi! Klingt vielleicht ein wenig hart, die Story ist aber durchweg spaßorientiert, was die schnippige Kameraführung unterstreicht, und die Charaktere, zwar allesamt einzigartige Gauner und Diebe, durchweg sympathisch. Ganz nebenbei schlägt "The Long Lunch" die Brücke zwischen westlicher Gangster-Komödie und asiatischer Kultur, nicht zuletzt weil Redman sich selbst einige Jahre im asiatischen Raum aufhielt und dort als Werbefilmer arbeitete.
Die Rahmenhandlung dreht sich, wie so oft, um einen Diamantenraub, den die Gaunertruppe, bevor es richtig losgeht, nochmal ordentlich begießen möchte und dabei nicht merkt, dass sie ihren bombensicheren Coup ausplaudert. Die Belegschaft der asiatischen Spezialitätenbude ist hellhörig, handelt fix und will selbst den Bruch erledigen. Aber natürlich steht da die eigene Unfähigkeit und das Unvermögen als Organisationstalent im Wege. Zwar stehen die vielen Dialoge der Action anfangs ein wenig im Weg, gegen Ende wird's aber nochmal rasant, blutig und skurril. Immer wieder wechseln sich ernst vorgetragene Lebensweisheiten mit den Asiaten ab, die unter herrlich bescheuerter Verkleidung versuchen, die Diamanten zuerst zu ergattern. Unter den "Rittern der Tafelrunde" findet man übrigens Mr. Vincent "I'am the Nightrider" Gil aus Interner Link"Mad Max", der seine Vorliebe zu dicken amerikanischen Wagen im Film beibehält.
Die DVD von I-On ist mal besser ausgestattet als üblich, bietet aber nur Durchschnittliches im Technik-Teil. Sei's drum, der Film an sich ist interessant gestaltet und die Anmerkungen des Regisseurs und seine Auswahl an Extras machen Lust auf diesen und seinen nächsten Film.



Bilder der DVD




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