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UK, NL 1970/2003
Originaltitel:Festival Express
Länge:80:02 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Bob Smeaton
Kamera:Peter Biziou, Bob Fiore
Musik:Janis Joplin & Full Tilt Boogie Band, The Grateful Dead, The Band, ShaNaNa, Ian & Sylvia & The Great Speckled Bird u.a.
Vertrieb:Alamode/Alive
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Im Jahr 1970 charterten einige der einflussreichsten Rockbands jener Tage einen Eisanbahnzug, um auf eine einzigartige Tournee zu gehen. Fünf Tage und Nächte kreuzten Janis Joplin, Grateful Dead, The Band, The Flying Burrito Brothers und andere durch Kanada. Wo sie hielten gaben sie umjubelte Konzerte. Und unterwegs feierten sie die größte Party aller Zeiten. Ausgelassene Jam-Sessions, psychedelische Gedankenwanderungen und viel, viel Liebe gehörten ebenso zum Reisprogramm wie jede Menge legaler und illegaler Substanzen. Bei diesem "Woodstock On Wheels" gab es schließlich eigene Waggons für Sex, Drogen und jede Menge bestem Rock'n'Roll.

Bild
Format1.78:1 (anamorph)
NormPAL
 Wow! Erst habe ich gedacht, an dieser Stelle muss ich nicht viele Worte verlieren, weil es a) eine Dokumentation ist und b) laut Covertext das Material "über drei Jahrzehnte" lang verschollen war, wodurch anzunehmen ist, dass man mit ranzigen und kaputten Film vorlieb nehmen muss. Ganz im Gegenteil, das Material hat sich sogar gut gehalten und hat durch die grobe Körnung die richtige Authentizität. Hier hat man ein wenig versucht, das Rauschen einzudämmen, was in Bewegungen anhand von leicht schleppenden Mustern sieht. Sonst sieht man aber kaum Verschmutzungen, Kontrast und Schärfe sind überaus ok, wobei der Unterschied zwischen neuen Inserts und alten Aufnahmen durch eine leichte Weichzeichnung des Neueren kaum auffällt. Farben und Kontrast erinnern und ein wenig Super-8-Aufnahmen, aber auch hier wird man kaum enttäuscht werden.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1, DTS 5.1
SpracheEnglisch
UntertitelDeutsch, Arabisch
 Seltsamerweise hat grad die Dolby Digital 5.1-Spur ein schwächeres Bassvolumen als der Stereoton. Es gibt sogar eine DTS-Abmischung, wobei natürlich keine spektakulären Effekte zu erwarten sind. Die Live-Aufnahmen werden leise mit auf die Rears gemischt, ansonsten hört man von hinten nur das Publikum. Der Klang ist aber auch hier vergleichsweise klar, warm und bassstark, es gibt keine Abrutscher in verkratzte oder rauschende Tongefilde, was erstaunlich ist, und sämtliche Kommentare wurden deutsch untertitelt. Es wurden übrigens keinerlei Overdubs für die Live-Aufnahmen verwendet (zumindest hört man keine), so dass es schon mal vorkommen kann, dass einzelne Instrumente in der Lautstärke schwanken, der Ton insgesamt bleibt aber beständig und wird nicht verweht. Wer schon einmal eine elektrisch verstärkte Freiluftveranstaltung besucht hat, dem dürfte klar sein, dass sowas einfach dazugehört und auch ein wenig den Live-Sound ausmacht, solange es nicht übersteuert, was hier nicht vorkommt. Auch wenn 4 Punkte viel klingen mag, für die Umstände und den dargebrachten Klang ist es völlig legitim.
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Extras
Extras
DVD 1
  • Bonus Tracks with Interviews:
    • Thirteen Questions (2:43 Min.)
    • Child's Song (4:32 Min.)
    • Thirsty Boots (4:29 Min.)
    • As The Years Go By (4:11 Min.)
    • Tears Of Rage (5:32 Min.)
    • Hoochie Coochie Man (4:26 Min.)
    • Hard To Handle (5:49 Min.)
    • Easy Wind (7:44 Min.)
    • Move Over (3:36 Min.)
    • Kozmic Blues (5:07 Min.)
  • Track Selection
DVD 2
  • Extended Interviews (19:18 Min.)
  • Fotogalerie (20 Bilder)
  • The Making Of "Festival Express" (14:18 Min.)
  • Theatrical Trailer (1:59 Min.)
 Auf DVD 1 dieses Doppel-Disc-Sets kann man noch einmal alle Auftritte der Bands einzeln anwählen sowie 10 zusätzliche Performances anschauen, die nicht im Film enthalten sind und auch nicht in der hervorragenden Qualität wie der Film vorliegen. Natürlich gibt es hier, wie bei allen anderen Extras auch, deutsche Untertitel. Die zweite Disc besitzt ein ebenso schön animiertes Menu wie die erste DVD. Vor allem die aktuellen Interviews sind erste Sahne, weil hier noch mal viele Geschichten von der Strecke zur Sprache kommen, wie beispielsweise der Tourveranstalter den Bürgermeister eines Festivalortes niederstreckte oder die Musiker ein Freibad besetzten. Das Making Of beschäftigt sich vor allem mit der Wiederaufarbeitung des 25 Jahre lang in Garagen liegenden Materials in Form von Interviews der Mitwirkenden. Zuletzt ist hier noch der Trailer und eine kurze Galerie vertreten. Die DVD steckt in einem Pappschuber.
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Fazit
Woodstock war lange vor meiner Zeit, den Festival Express, eine Festival-Tournee durch Kanada, hab ich nie fahren sehen und auch Acts wie Janis Joplin oder Grateful Dead haben nie in meinem CD-Player rotiert. Und trotzdem ist der "Festival Express" eine faszinierende Erfahrung für den Zuschauer auf der einen Seite, eine hautnahe Dokumentation über die Musiker und ihr wohl intensivstes Erlebnis ihrer Karriere auf der anderen Seite. Für den Musikfan werden etliche komplett ausgespielte Live-Auftritte geboten, der musikhistorisch Interessierte bekommt Originalaufnahmen während der Fahrt, Anekdoten und interessantes Behind The Scenes-Material geboten, das jede aktuell produzierte Rockumentary einfach deswegen aussticht, weil man die Bilder von damals für sich sprechen lassen kann. Wir dürfen direkt den unzähligen Jam-Sessions im Zug beiwohnen und eine Horde Musiker und überzeugte Hippies bei ihren Exzessen und fröhlichen Parties begleiten. Die Stimmung scheint absolut überkochend gewesen zu sein, wenn der "Booze" zur Neige ging, hat man eben einfach einen Zwischenstopp eingelegt und den örtlichen Schnapsladen leer gekauft, aber auch ernsthafte Bilder von Ausschreitungen bei Konzerten wurden dokumentiert, wobei es nicht Aufgabe des Filmes ist, die musikalischen Referenzen aufzuzählen oder näher auf die Bands einzugehen. Dazu wurden viele Musiker herangezogen, um rückblickend die Ereignisse zu kommentieren, u.a. der damalige Tourveranstalter, der das gesamte Vorhaben mit einem dicken Minus verbuchen musste. Trotzdem sind sich alle einig, dass der Festival Express das Paradies für alle Anwesenden war, da man sich hier eine Woche lang austoben konnte und Gleichgesinnte traf, mit denen man sonst nur flüchtigen Kontakt hatte. Letztlich ist es nicht mal wichtig, ob man sich mit der damaligen Kultur identifizieren kann, die Art, wie das Ereignis dargestellt wird, dürfte jeden überzeugen.
Daher sind die 80 Minuten extrem sehenswert, weil sie eine für die Musiker unwiederbringlich gute Zeit aufnahmen, eine Zeit zwischen Hammond-Orgel, musikalischer Experimentierfreudigkeit und friedlicher Rock'n'Roll-Attitüde. Das Doppel-Disc-Set von Alive im Pappschuber sieht nicht nur chic aus, sondern überzeugt auch inhaltlich mit ausgereifter Technik und viel Bonus. Also, Fahrkarte lösen und aufsteigen, das sollte man nicht verpassen!



Bilder der DVD




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