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USA, NL, FR 2002
Originaltitel:Ken Park
Länge:92:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugenfreigabe
Regie:Larry Clark, Edward Lachman
Buch:Larry Clark, Harmony Korine
Kamera:Larry Clark, Edward Lachman
Musik:Howard Paar
SFX:Kam Cooney, Reinier van Brummelen
Darsteller:James Bullard, Tiffany Limos, Stephen Jasso, Wade Williams, Adam Chubbuck, Zara McDowell, Maeve Quinlan, James Ransone, Julio Oscar Mechoso, Harrison Young, Amanda Plummer, Patricia Place, Mike Apaletegui, Ashley Crisp
Vertrieb:Legend/Universum
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Hip Hop, Skateboards, das wärmende Licht eines kalifornischen Sommernachmittags. Dann ein Schuss in den Kopf ... Der Selbstmord des Teenagers Ken Park ist Auftakt für die Geschichten um vier befreundete Jugendliche aus Visalia.
Der Skatepark der Kleinstadt irgendwo zwischen Los Angeles und Fresno ist zum Refugium von Shawn, Tate, Claude und Peaches geworden. Hier erleben sie Freiheit und Unbeschwertheit. Daheim dagegen werden ihre Ideale und ihre unschuldige Lust pervertiert. Hinter der Fassade einer heilen Welt voll gepflegter Vorgärten herrscht Resignation, Aggressivität, religiöser Fanatismus und Alkoholismus. Zwei Welten prallen aufeinander.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Der gesamte Film ist in einem gelblichen, leicht bräunlichen Stil gehalten, der Kontrast passt sich dem aber nicht völlig an. Einige Szenen sind etwas milchig, der Schwarzwert wird dort dann etwas grau. Ansonsten kann man aber von guten Farben reden, denn der Look ist deutlich als Stilmittel zu sehen, wobei interessanterweise die französische DVD einen völlig anderen Grundfarbton zeigt. Da das anamorphe Bild frei von jeglichen Verschmutzungen ist, liegt es an der Schärfe, die Wertung festzulegen. Ein leichtes Rieseln ist zwar die gesamte Spielzeit über zu sehen, die Detailzeichnung bewegt sich aber meist auf gutem Niveau. Hier sind sicherlich noch Steigerungsmöglichkeiten zu sehen, nicht zuletzt, weil man das Gefühl hat, das, wenn auch in geringem Maße, ein Rauschfilter zur Anwendung kam. Die Kompression fällt nicht sonderlich auf, das Rauschen ist ohnehin leicht träge. Die Erstauflage soll übrigens schwere Aussetzer in der Kompression zeigen, wobei die DVD beim Hersteller umgetauscht werden kann.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Englisch
 Beide Tonspuren verhalten sich unscheinbar. Obwohl beide in Dolby Digital 5.1 abgemischt sind, wird man nur seltenst Geräusche aus dem Hintergrund hören. Die anfängliche Punk-Musik ist da eine Ausnahme, sonst bleiben die Rears aber unbenutzt. Der Film hat ohnehin viele ruhige Momente, in denen nur die Dialoge eine Rolle spielen. Die klingen wie der gesamte Ton ordentlich, es bieten sich aber selten Möglichkeiten, um mehr als durchschnittlich gut zu klingen. Als Stereoton ist es deutlich zu erkennen, mehr sollte man aber nicht erwarten. Für beide Sprachen stehen Untertitel zur Verfügung.
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Extras
Extras
  • 24seitiges Booklet
  • Im Gespräch mit Larry Clark:
    • Interview: Toronto Film Festival 2002 (5:42 Min.)
    • Talkrunde Offener Kanal: Oldenburg 2003 (Auszüge, 9:38 Min.)
  • Im Gespräch mit Ed Lachman:
    • Interview: Toronto Film Festival 2002 (4:36 Min.)
    • Interview: Filmfestival Rotterdam 2003 (9:15 Min.)
  • Im Gespräch mit Tiffany Limos:
    • Interview: Toronto Film Festival 2002 (Teil 1, 7:22 Min.)
    • Interview: Toronto Film Festival 2002 (Teil 2, 5:28 Min.)
  • Dt. Kinotrailer (1:25 Min.)
  • Trailer "Kino Kontrovers":
    • Irreversibel (1:36 Min.)
    • Menschenfeind (1:33 Min.)
 Legend legt abermals bei ihren Veröffentlichungen Wert auf ein ordentliches Booklet. In diesem befinden sich neben Fotos und der Kapitelübersicht eine ausführliche und meines Erachtens sehr objektive Auseinandersetzung von Sascha Westphal mit dem Film. Die DVD selbst setzt die Bemühungen, aussagekräftige Infos unterzubringen mit jeweils zwei Videointerviews der Regisseure und der Hauptdarstellerin um. Natürlich sind diese deutsch untertitelt. Es folgen drei Trailer aus dem "Kino Kontrovers"-Programm. Dass es keinen Audiokommentar gibt, ist zwar schade, die Interviews mit einer Gesamtspielzeit von über 40 Minuten sind aber schon sehr umfangreich.
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Fazit
Das Reizthema "Larry Clark". Während ich seinem zuletzt besprochenen Interner Link"Teenage Caveman" den Anspruch völlig absprechen musste, kann man das bei "Ken Park" sicherlich nicht ohne weiteres tun, denn der Grundgedanke, die Probleme Jugendlicher darzustellen, ist Clark in vielerlei Hinsicht gelungen. Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass beide Filme vom selben Menschen stammen sollen, denn wo auf der einen Seite Trash der dümmsten Sorte thronte, präsentiert er uns hier auf einmal ein soziales Drama - ein gutes sogar, mit einer Charakterzeichnung, die man kaum erwartet hätte. Wir bekommen Musterbeispiele für bröckelnde oder bereits kaputte Familienverhältnisse im lauschigen, ruhigen Vorort von Los Angeles zu sehen. Gleich die Eröffnungsszene wird den Zuschauer schockieren, doch die später geschilderten, sich langsam entfaltenden Probleme sind dem sicherlich ebenbürtig. Das Lächeln gefriert dem Zuschauer gleichfalls den Darstellern in einer verbissen offenen Diskussion eines in die Jahre gekommenen Ehepaars, ein fanatisch gläubiger Vater sieht in seiner Tochter die Reinkarnation seiner verstorbenen Frau und behandelt sie demnach auch so und das angespannte Verhältnis eines Jungen zu seinen Großeltern gipfelt in einer schrecklichen Tat. Für Clark typisch lässt er der Sexualität der durchweg hervorragend agierenden Darsteller freien Lauf und inszeniert auf seine Weise völlig natürliche Begebenheiten, die je nach Einschätzung des Zuschauers den schmalen Grat zwischen Sinnlichkeit und missglückten Fickfilmchen passieren, mitunter aber auch etwas in die sinnfreie Zone abrutschen. Besonders der Dreier unter den jungen Hauptdarstellern zum Schluss setzt ein etwas sonderbares Happy End, das die Ambitionen des Vorangegangen kläglich zu verdrängen versucht und so dem interessanten Projekt, das durchaus eine logische Fortführung Clarks Schaffens ist, einen seltsamen Beigeschmack verschafft. Die Provokation gelingt den Regisseuren trotz alledem oder gerade deswegen und der Eintrag in die Reihe "Kino Kontrovers" ist mehr als gerechtfertigt, die meisten von euch werden es aber wahrscheinlich genau an jenen Szenen festmachen, ob sie "Ken Park" etwas abgewinnen können.
Die DVD-Auswertung ist wegen des verfremdeten Bildes erst einmal ungewöhnlich, bei näherer Betrachtung aber als solide einzuschätzen. Die Ausstattung fällt mit Interviews und dem umfangreichen Booklet wieder einmal überdurchschnittlich gut aus.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Ken Park
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