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JP 2001
Originaltitel:Kakashi
Alternativtitel:Scarecrow
Länge:82:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Norio Tsuruta
Buch:Ryuta Mitaku, Junji Ito
Kamera:Wataru Kikuchi
Musik:Shinichiro Ogata
Darsteller:Maho Nonami, Kou Shibasaki, Grace Yip, Yoshiki Arizono, Mizuho Igarashi, Yoji Tanaka, Bob Suzuki, Yoshiyuki Morishita, Yukimi Koyanagi, Riri, Kenzo Kawarazaki
Vertrieb:Cult Movies/Media Target
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Die Suche nach ihrem verschwundenen Bruder führt die junge Kaoru (Maho Nonami) in ein abgelegenes Dorf in den Bergen Japans. Mysteriöse Dinge geschehen, die Anwohner, die sich auf das große Kakashi-Fest vorbereiten, verhalten sich ihr gegenüber sehr seltsam und des Nachts wird sie von schrecklichen Alpträumen geplagt.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Warum sehen japanische Horrorfilme immer älter aus, als sie tatsächlich sind? Die etwas anderen Farben, ein kulturell bedingtes Phänomen, könnten daran schuld sein, aber diese DVD hier kann im Grunde mit saftigen Farben aufwarten, die nur selten einen leichten Grünstich abbekommen, sonst aber die herbstliche Farbenpracht der Natur akkurat einfangen kann. Der Hauptfehler liegt bei der Schwammigkeit des anamorphen Bildes, denn bis auf ein paar still stehende Außenaufnahmen fehlt es jederzeit an Details. Stehende Rauschmuster hier, einige zähe Bewegungen da, Doppelkonturen an vielen Stellen und schon ist geklärt, dass Rauschfilter und Nachschärfung herangezogen wurden, um zu Verschlimmnachbessern. Zudem ist es der unruhige Bildstand (Gang durchs Tor Ende der 18. Minute), der mitunter ungewöhnlich schnell zittert und dadurch in jede Szene Unruhe einbringt. Selbst in Bewegungen kann man das noch gut sehen. Der Kontrast fällt auch etwas ab, man kann dem Geschehen in dunklen Szenen aber noch gut folgen.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Japanisch
UntertitelDeutsch
 Ein einzelner Schrei sagt mehr als tausend Worte. Im Falle dieser DVD bedeutet das, dass nach gesprochenem Einleitungstext ganz grässlich die erste Synchrostelle folgt, bei der es mich zweimal gruselt. Einmal wegen des Kontextes (eine Frau schreit schließlich nicht einfach so), das andere Mal wegen der unsäglichen Pornosynchro. Diese Bezeichnung wird ziemlich schnell vergeben, wenn es um schlechte Sprecher geht, aber hier darf man ihn bedenkenlos einsetzten. Die Stimmen sind gehaucht und naiv-emotional, die Abmischung leicht dumpf, was die Stimmung des Filmes billig werden lässt. Ansonsten bietet der Stereoton aber das, was man von ihm erwarten kann, nämlich eine annehmbare und auch bassstarke Akustik, die weder mit Unverständlichkeiten noch mit Kratzen zu kämpfen hat. Hört man genau hin, bemerkt man vielleicht, dass der sehr kraftvolle Ton in der Musik ein wenig übersteuert, was beim klanglich äquivalenten Originalton, der nur etwas leiser ist, nicht so sehr auffällt. Auch das ständige Hintergrundrauschen ist immer wieder auffällig, wobei man anfangs denkt, das wäre das Rascheln des Windes in den Bäumen. Für den lassen sich dann auch deutsche Untertitel einblenden.
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Extras
Extras
  • Trailer (1:23 Min.)
  • Making Of (4:50 Min.)
  • Bildergalerie (2:00 Min.)
  • Trailer:
    • White Badge (2:04 Min.)
    • Tomie Re-Birth (0:22 Min.)
    • Gate Of Destiny (1:46 Min.)
    • Tomie Forbidden Fruit (1:44 Min.)
 Neben qualitativ schlechten Trailern erwartet uns ein 5minütiger, originalsprachiger Einblick an den Sets und eine kunstvoll animierte Bildergalerie mit Fotomaterial und Coverabbildungen.
 +-----

Fazit
Da kann doch eigentlich nix schief gehen, wenn man eine etwas ängstliche junge Frau in ein schrulliges Dorf schickt, um sie dort ihren Bruder suchen zu lassen. Tatsächlich entsteht mit der ersten Minute des Filmes Spannung, die Erkundungen Karous sind schließlich von seltsamen Begegnungen mit wenig freundlichen Anwohnern geprägt und der übertriebene Strohpuppen-Kult lässt im herbstlichen, abgelegenen Bergland auch nicht grad fröhliche Stimmung aufkommen. Bereits hier sind einige kurze Schockmomente der klassischen Art platziert, den Karou ist schreckhaft und neugierig und träumt auch noch alptraumhaft, doch muss man sagen, dass es ebenso erschreckend ist, mit welchen billigen Mitteln uns das Drehbuch die Gänsehaut überziehen will. Die Defizite in innovativer Schreckensherrschaft können aber durch wunderbare Landschaftsaufnahmen und die Kakashis, also menschlische Verkörperungen aus Stroh, wieder wettgemacht werden. Diese, so findet man bald heraus, gehen eine seltsame Synthese mit den Menschen ein, indem Verstorbene in den raschelnden Körpern reinkarnieren. Karou, so wird uns bald erzählt, ist u.a. ein Auslöser für das feindliche Verhalten dieser Viecher, die im Film leider wenig bedrohlich wegkommen. Eine Konfrontation mit ihnen würde selbst ein Kind für sich entscheiden, nur ein Arzt lässt sich hemmungslos doof von einer kindlichen Puppe niederstrecken. "Kakashi" ist die zum einen die Naivität der gut spielenden Darsteller anzulasten, aber auch der fehlende Schrecken, denn obwohl die Grundstimmung wirklich jede Minute als düster zu bezeichnen ist, reicht es kaum, um darüber hinaus zu kommen. Leider kommt das Vogelscheuchen-Thema, das in der eingeschworenen Gemeinde bereits Gang und Gebe ist, zu selten wirklich zum Zuge, ein wenig Tragik um den verschollenen, aber bald wieder aufgefundenen Bruder hilft da auch nicht aus. Dass die Umstände, die dazu führen, dass Lebende nun "verstrohen", nicht näher erklärt werden, ist zu verschmerzen, hilft es doch, den Film unheimlicher zu machen, aber gern hätte ich mehr Szenen mit den zombieähnlich agierenden Wesen gesehen, vielleicht auch eine Verfolgung durch diese oder ein Überfall auf das Dorf. Stattdessen bleibt es schummrig und ein mystisch, aber eben nicht gruselig genug.
Da das Thema aber zu selten aufgegriffen wird, als dass es schon abgenutzt wäre, möchte ich von einem sachten Horror-Ereignis sprechen, welches auch von zartbesaiteten Zuschauern konsumiert werden kann, die sonst das Genre wegen blutiger Einzelheiten und Herzraserei meiden. Das passiert hier nicht. Die DVD ist noch etwas unausgereift beim Bild, muss sich mit einer schlechten Synchro herumschlagen, bietet aber ein paar kurze Extras.



Bilder der DVD




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Kakashi
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