Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
IT 2004
Originaltitel:Cartaio, Il
Alternativtitel:Card Dealer, The
aka. Cardplayer, The
aka. Card Player, The
aka. Kartenspieler, Der
Länge:99:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Dario Argento
Buch:Dario Argento, Jay Benedict, Franco Ferrini, Phoebe Scholfield
Kamera:Benoît Debie
Musik:Claudio Simonetti
SFX:Sergio Stivaletti
Darsteller:Stefania Rocca, Liam Cunningham, Silvio Muccino, Adalberto Maria Merli, Claudio Santamaria, Fiore Argento, Cosimo Fusco, Mia Benedetta, Giovanni Visentin, Claudio Mazzenga, Conchita Puglisi, Micaela Pignatelli, Luis Molteni, Carlo Giuseppe Gabardini, Alessandro Mistichelli, Francesco Guzzo, Pier Maria Cecchini, Jennifer Poli, Elisabetta Rocchetti, Irene Quagliarella, Vera Gemma, Ulisse Minervini, Antonio Cantafora, Mario Opinato, Gualtiero Scola, Robert Madison, Emanuel Bevilacqua, Robert Dawson, Adriana Fonzi Cruciani, Carla Fonzi Cruciani, Elena Falgheri, Michele Pellegrini
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Mit perfiden Frauenmorden hält ein geheimnisvolles Phantom die Polizei von Rom auf Trab. Dabei pflegt der Killer seine Opfer zu entführen und vor einer Webcam zu fesseln, um sodann die Staatsmacht zur Internetpokerpartie um das Leben und diverse Körperteile der Damen herauszufordern. Nach ein paar traurigen Niederlagen hält es Kommissarin Anna Mari für angeraten, dem Übelmann einen professionellen Kartenspieler entgegenzusetzen. Ihr Gegener wiederum nimmt daraufhin die junge Ermittlerin mal genauer ins Visier.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Groß beklagen kann man sich bei dem anamorphen Transfer zwar nicht, aber dennoch hätte man mit Sicherheit mehr aus dem Material herausholen können. Dies fällt vor allem im Bereich der Schärfe auf. Zwar wirkt das Bild überwiegend scharf und gibt sich in Nahaufnahmen sogar recht detailliert, andere Sequenzen wirken dann aber wieder etwas zu weich und glattgebügelt, was auf den Einsatz von Rauschfiltern zurückzuführen sein dürfte, denn Bildrauschen ist hier nicht auszumachen. Die Konturen fallen hierbei etwas hart aus und lassen auch Nachschärfung schließen. Auch der Kontrast wurde etwas zu dunkel gewählt und nicht selten werden nötige Details einfach verschluckt. Die Farbgebung erscheint überwiegend natürlich, wobei Argento insgesamt recht zurückhaltend bleibt und überwiegend einen kühlen, ins Bläuliche tendierenden Farbton gewählt hat, in dem Farben wie z.B. rot sehr auffallend wirken. Defekte und Verschmutzungen bleiben dem Transfer fern, lediglich leichtes Nachziehen in schnellen Bewegungen trübt den Sehgenuss etwas, sowie leichtes Blockrauschen im Hintergrund. Dennoch ein solider Transfer, in anbetracht des Alters aber verbesserungswürdig, aber wohl ein Opfer des Stilmittels.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 5.1, DTS 5.1 (dt.), Dolby Surround (dt.), Dolby Digital 2.0 (engl.)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Soundtechnisch wird uns nicht all zuviel geboten und so spielt sich der Dolby Digital Track auch überwiegend in den Frontkanälen ab. Dabei wird uns aber eine recht ordentliche Sprachwiedergabe geboten. Räumlichkeit entsteht hierbei meist nur beim Einsatz des Scores. In diesen Momenten werden die Rears sauber genutzt und auch der Bass kommt dezent zum Einsatz. Direktionale Effekte halten sich vornehmlich zurück, hin und wieder dürfen wir aber dennoch in den Genuss kleinerer, aber dafür um so effektivere Surroundeffekte kommen, welche man z.B. in vorbeifliegende Hubschrauber-, Autobahn- oder Reifengeräuschen hört. Für einen Thriller eine ordentliche Abmischung, welche sich auf das Nötigste beschränkt, aber etwas mehr Dynamik hätte vertragen können. Die Tonspuren lassen sich hierbei leider nicht separat anwählen, sondern müssen im DVD-Menü umgestellt werden. Der deutsche DTS-Track unterscheidet sich nicht sonderlich von der Dolby-Variante und die Surround-Spur war absolut überflüssig. Der englische Track kommt dem Deutschen gleich, klingt jedoch etwas natürlicher in den Dialogen und die Surround-Fassung wäre hier ebenfalls unnötig gewesen. Optional lassen sich hierbei deutsche Untertitel hinzuschalten.
 ++++--

Extras
Extras
  • Filmografien:
    • Dario Argento
    • Stefanie Rocca
    • Liam Cunningham
    • Claudio Santamaria
    • Fiore Argento
  • Slideshow (25 Bilder)
  • Original Trailer [deutsch/englisch] (2:03 Min.)
  • International Promo (8:50 Min.)
  • Behind the Scenes/Interviews (11:54 Min.)
  • Weitere DVDs:
    • Blessed (2:22 Min.)
    • Wake of Death (0:59 Min.)
    • The Process (1:56 Min.)
 Wir haben zwar keine überdimensional ausgestattete DVD-Edition erwartet, aber etwas mehr an Zusatzmaterial wäre schon wünschenswert gewesen. So beschränken sich Extras auf eine Bildergalerie mit 25 Bildern (leider nur Screenshots vom Film selber), fünf Filmografien, den deutschen und englischen Originaltrailer, sowie einen knapp 9minütigen internationalen Promotiontrailer. Dieser Promotiontrailer beinhaltet sehenswertes Behind the Scenes-Material und wurde mit Songs von Filmen wie z.B. Argentos Interner Link"Suspiria" unterlegt, welche von der Goblin Tribute-Band Daemonia performed wird und den Titel "Dario Argento Tribute" trägt. Zum Schluss gibt es noch ein 12 Minuten langes Behind the Scenes-Featurette. Neben der wirklich schlechten und mit üblen Kompressionen versehenen Bildqualität, stellt sich diese Featurette als reinste Enttäuschung da. Nicht nur, dass man die ersten 7 Minuten eine komplette Filmszene in schlechter Qualität sieht, sondern fast das gesamte "Hinter den Kulissen"-Material konnte man bereits bei dem "Promotiontrailer" sehen, nur dass hier noch kurze Statements von Argento mit reingeschnitten wurden, welche glücklicherweise deutsch untertitelt wurden. Interessanterweise ist die Bildqualität der Filmsequenz zwar übel komprimiert, dafür aber nicht so stark abgedunkelt wie im fertigen Film, in dem einiges an Details verloren geht.
 ++----

Fazit
Nichts würde ich wärmer empfangen, als endlich mal wieder ein neues Werk von Dario Argento, von dem man freimütig behaupten kann, dass der Altmeister zu der Stärke der Vergangenheit zurückgefunden hat. "The Card Player" ist allerdings eher sein schwächstes Werk, soweit ich zurückblicken kann, wobei übersteigerte Erwartungen aber nicht schmälern sollen, dass es sich um einen akzeptablen Film handelt.
"The Card Player" kann man als die biederste Form des Internet-Giallos, gänzlich bar jeder übernatürlichen Elemente, bezeichnen; ein Serienkillerfilm mit Online-Touch, aber ohne magische Momente. Wieder einmal bemüht Argento den Killer mit den schwarzen Handschuhen, der hier junge Frauen entführt und dann die Polizei zu Pokerspielen über das Web auffordert. Als Gegenspieler fungieren eine italienische Polizistin und ein britischer Austauschbeamter. Signifikant für die ganze Produktion ist irgendwie eine leichte Lustlosigkeit des Regisseurs, der auch das Drehbuch schrieb und nicht einen zündenden Funken unterbrachte. Die Elemente sind bekannt. Viele weibliche Opfer, die Polizei in der Defensive, eine Attacke auf die ermittelnde Beamtin, verschiedene hilfreiche Nebenfiguren, die ins Gras beißen, ein akustischer Fingerzeig auf einer Tonaufnahme, dem entscheidende Bedeutung zukommt. Nichts davon wirkt frisch.
Lauwarm synchronisiert wirkt Stefania Rocca wie eine blasse gealterte Version der ungleich intensiveren Argento-Tochter Asia. Liam Cunningham ist das nicht-italienische Extra und kann mit der eigentlich überflüssigen Rolle gar nichts anfangen. Zahlreiche Nebenfiguren machen sich kurzzeitig, was schon mal ein Hinweis darauf ist, dass sie es nicht sein können. Und das Motiv entpuppt sich als ein simpler Fall von verschmähter Liebe, die Motivation für die ganzen Exzesse bleibt gänzlich im Dunkeln. Noch dazu ist das Pokerspiel nicht dazu angetan, wirklich Spannung aufkommen zu lassen, zu behäbig schreitet es voran, mehr ein MacGuffin als ein Clou, der im Showdown so nachlässig integriert wird, dass man die Spielergebnisse auf einem normalen Fernseher kaum ausmachen kann. Auch auf technischem Gebiet herrscht Funkstille. Die atemberaubenden Sets sind nirgendwo zu entdecken, mussten gewöhnlichem TV-Film-Niveau britischer Bauart weichen, die Musik ist nervig und Kamerafahrten, das Markenzeichen Argentos, gibt es nur ganz selten und rudimentär, etwa bei der Autofahrt rund um den Gianocolo. In Sachen Gore hält man sich auch eher zurück, die Internet-Morde sind nicht im Detail gezeigt und auch sonst hält man sich mit Blut zurück. Lediglich eine tödliche Türfalle lässt kurzzeitig Spaß aufkommen.
Aber auch hier nimmt man es mit der Logik wieder nicht so genau, wenn der ermittelnde Polizist a) auf Teufel komm raus auf eigene Faust und allein handelt und dann auch noch b) beim Eindringen in das Gebäude simpelste Polizeiregeln außer acht lässt. Dass es der Täter speziell auf die Polizei abgesehen hat, ist dem Zuschauer auch schneller auffällig als den Beamten und warum die Opfer im Internet alle kreischen müssen wie blöde, während die Spiele laufen, wird mir wohl auch keiner erklären können.
Insgesamt solides, aber total unspektakuläres TV-Material, wie man es bei jedem Inspektor-Lynley-Mystery auch geliefert bekommt, eine bodenlose Enttäuschung für alle Fans, aber noch brauchbares Material für alle, dem der Billigschrott zu den Ohren raushängt, denn handwerklich gibt’s nichts groß zu deuteln.

Nach dem man "The Card Player" bereits als "limitierte" Holzbox-Edition, Hartbox-Variante oder Verleih-Disc begutachten konnte, welche uns allesamt ungeprüft einen "harten" Argento vorgaukeln wollten, ist nun an Koch Media am Zug und bringt Argentos jüngstes Werk ungeschnitten mit einer Freigabe ab 16 Jahren in die Kaufhäuser. Inwiefern die Labels diesbezüglich zusammenarbeiten lässt sich nur erahnen und wir denken, da Bronson Entertainment der Rechteinhaber ist, dass die anderen Editionen ausschließlich für den Verleih gedacht waren bzw. als kleine Auflage für Börsen-Fans gedacht waren und Koch Media die Kaufhausketten bedient. An sich ja legitim, wobei es aber schade ist, dass man durch ein rotes Freigabelogo sichtlich für Verwirrung bei den Fans sorgte und sich mit aller Wahscheinlichkeit auch heute noch viele die Börsen-DVDs kaufen werden. Technisch gesehen scheinen alle DVDs identisch zu sein und bieten eine solide Umsetzung und mageres Zusatzmaterial. Hier hat man wohl die Wahl der Qual. Entweder die recht kitische "Limited Edition Holzbox" von NEW, die Single Edition in einer kleinen Buchbox oder aber die Kaufhausfassung von Koch Media im Amarray, wobei letzteres auf langer Sicht die günstigere Variante darstellen wird.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Card Player, The - Tödliche Pokerspiele
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.