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IT 1966
Originaltitel:Coltelli del vendicatore, I
Alternativtitel:Bladestorm
aka. Knives of the Avenger
aka. Raffica di coltelli
aka. Viking Massacre
Länge:84:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Mario Bava
Buch:Alberto Liberati, Giorgio Simonelli, Mario Bava (als John Hold)
Kamera:Antonio Rinaldi, Mario Bava
Musik:Marcello Giombini
Darsteller:Cameron Mitchell, Elissa Pichelli, Luciano Pollentin, Giacomo Rossi-Stuart, Fausto Tozzi, Sergio Cortona, Renato Terra, Amedeo Trilli, Goffredo Unger
Vertrieb:e-m-s
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Der Wikingerkönig Harald ist auf hoher See verschollen und wird von der Mehrzahl seiner Untertanen für tot gehalten. Nur seine junge Frau Karin glaubt aufgrund einer Weissagung noch an seine Wiederkehr. Der einst wegen seiner Missetaten verbannte Krieger Hagen nutzt die Situation aus und fällt mit seinen Männern in das Land ein, um die Herrschaft an sich zu reißen und die scheinbar verwitwete Königin zur Frau zu nehmen. Karin versteckt sich mit ihrem Sohn Moki in einer kleinen Waldhütte, doch es dauert nicht lang und sie wird von Hagens Bande entdeckt. Nur das Eingreifen eines mysteriösen Fremden, der virtuos die Kunst des Messerwerfens beherrscht, rettet die Beiden. Seine Name ist Rurik ...

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Wie auch schon bei Interner Link"Der Dämon und die Jungfrau" können wir mit dem Ergebnis mehr als nur zu frieden sein. Der anamorphe Transfer überzeugt durch eine altersbedingt gute Farbsättigung, welche stellenweise vielleicht eine Spur kräftiger hätte sein dürfen. Der Kontrast vermag hierbei ebenfalls zu gefallen und selbst in dunklen Szenen werden keine Details verschluckt. Wirklich hervorragend ist hier auch die Schärfe ausgefallen, die wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen knapp 40 Jahre alten Film handelt, ein wirklich durchweg scharfen Eindruck macht. Dies muss man natürlich in Anbetracht des Alters sehen und auch wenn das Bild in den Totalen etwas weicher wirkt, kann man überwiegend von einem plastisch wirkenden Bild sprechen, was in den Nahaufnahmen sogar eine überzeugende Detailschärfe offenbart. Bildrauschen ist hierbei nicht auszumachen, was auf Rauschfilter schließen und dem Transfer etwas an Schärfe raubt, wodurch die oben erwähnten "weichen" Stellen entstehen. Die Kompressionen arbeiten unauffällig im Hintergrund und auf Defekte oder Verschmutzungen sind kaum auszumachen. Einziger Wermutstropfen ist das leichte Nachziehen bei schnellen Bewegungen, ansonsten aber ein top Bild, vor allem für eine kleine italienische Produktion aus dem Jahre 1966.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0 (Mono)
SpracheDeutsch, Englisch, Italienisch
UntertitelDeutsch (optional)
 Die drei Monospuren wissen überzeugen ebenfalls. Vor allem die englische Fassung hat hier die Nase deutlich vorne und klingt nicht so blechern wie z.B. der italienische Track. Die deutsche Spur wirkt zwar gut verständlich, dafür aber etwas zu dumpf, was vor allem bei der Musik auffällt. Verzerrungen in den Dialogen gibt es dafür aber kaum. Die damals geschnittenen Szenen liegen hier in der englischen Sprachfassung vor und wurden deutsch untertitelt. Der englische Track klingt im Score sehr sauber, dafür in den Dialogen etwas unnatürlich. Alles in allem können sich alle drei Fassungen hören lassen und sind für einen Monoton recht sauber ausgefallen.
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Extras
Extras
  • 8-seitiges Booklet mit Text von Tim Lucas
  • Bildergalerie (18 Bilder)
  • Deutscher Vorspann (4:34 Min.)
  • US-Originaltrailer (1:29 Min.)
  • Biografien/Filmografien:
    • Cameron Mitchell
    • Mario Bava
  • Vorschau auf das Buch "All the colours of the dark" von Tim Lucas
  • Trailershow:
    • Blutige Seide (1:58 Min.)
    • Die Fahrten des Odysseus (2:17 Min.)
    • Der schwarze Seeteufel (2:16 Min.)
 Viel wird uns an Extras zwar nicht geboten, aber neben einem 8seitigen Booklet mit Infos vom Video Watchdog-Herausgeber Tim Lucas, einer Bildergalerie mit Auszügen aus dessen Mario Bava-Biografie, den US-Originaltrailer, einer Bildergalerie mit Werbematerial und Artworks, sowie Bio- und Filmografien von Cameron Mitchell und Mario Bava gibt es noch eine e-m-s-Trailershow, sowie den alte deutschen Videovorspann. Nicht viel aber immerhin hat man sich die Mühe gemacht möglichst schönes Material zusammen zu tragen.
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Fazit
"I coltelli del vendicatore" (zu deutsch: Die Messer des Rächers) war Mario Bavas zweiter - sein dritter, zählt man seine inoffizielle Regiearbeit bei Giacomo Gentilomos "L'ultimo dei Vikinghi" mit - Exkurs in mittelalterliche Wikingergefilde. Hauptdarsteller Cameron Mitchell erinnerte sich 1994 in einem Interview (in Video Watchdog No. 25), dass der Film ursprünglich von einem anderen Regisseur gedreht werden sollte (der Filmhistoriker Tim Lucas vermutet hier den Westernspezialisten Primo Zeglio). Einige Szenen wurden auch schon fertiggestellt, als den Produzenten das Geld ausging und die Dreharbeiten vorerst abgebrochen werden mussten. Als die finanziellen Probleme gelöst waren, wurde das Projekt Bava übertragen, der aller Wahrscheinlichkeit nach das bereits existente Material verwarf und den Film von Anfang an komplett neu drehte.
"I coltelli del vendicatore" wurde ursprünglich als Remake von George Stevens' 1951 entstandenem Western "Shane" geplant. Sieht man einmal von der mittelalterlichen Kulisse ab, versprüht der Film tatsächlich ein gewisses "Wildwest-Flair": Marcello Giombinis mitreißende Musik, die einfallsreichen Bildarrangements und der einzelgängerische Antiheld Rurik lassen durchaus an Sergio Leones epische Italowestern denken. Doch nicht nur das macht "I coltelli del vendicatore" zu einer ungewöhnlichen Ausnahmeerscheinung unter den Historienabenteuern. Obwohl hier in erster Linie eine actiongeladene Abenteuergeschichte erzählt wird, geraten die Kämpfe vor dem menschlichen Aspekt der Story in den Hintergrund und werden zu einem zwar gut choreographierten, doch letztendlich nebensächlichem Beiwerk. In oftmals einfallsreich arrangierten Bildern lässt Bava in diese Melange aus Wikingerspektakel und Italowestern die Stimmung einer elegischen Tragödie einfließen; es sind die absolut lebendigen, naturalistisch gezeichneten Charaktere, die die Handlung dominieren. Cameron Mitchells Darstellung des in sich zerrissenen Rurik ist überzeugend und zugleich anrührend: Von Schuldgefühlen geplagt, versucht er seine unverzeihlichen Verbrechen an Karin und ihrer Familie wiedergutzumachen. Doch er weiß genau, dass er die Qualen der Erinnerung und den Abscheu vor sich selbst dadurch niemals loswerden kann und dass in Karins Welt kein Platz für ihn ist. Im Finale des Films - er hat Moki aus der Gewalt Hagens gerettet und den Schurken getötet - überlässt er die wiedervereinte Familie ihrem Glück und reitet in bester Westerntradition in den Sonnenaufgang. Ob er jedoch jemals seinen Frieden finden wird, bleibt ungewiss.

Die nunmehr zweite DVD der Mario Bava Collection von der e-m-s bietet wieder ein wirklich gute Bildqualität und auch wenn die Extras nicht sehr umfangfreich geworden sind überzeugt die DVD in allen Belangen. Als Amaray-DVD mit hübschen Cover, umschlingt die Erstauflage noch ein passender, mit einem anderen Motiv bestückter Schuber. Hier kann man wirklich bedenkenlos zu greifen.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Newse-m-s bringt 3 Mario Bava-Filme im September
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