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USA 1996
Originaltitel:Alferd Packer: The Musical
Länge:96:40 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Trey Parker
Buch:Trey Parker, Matt Stone
Kamera:Chris Graves, Robert Muratore
Musik:Trey Parker, Rich Sanders
SFX:Tim Drnec, Scott Thompson, Rex Whitney
Darsteller:Trey Parker, Dian Bachar, Stephen Blackpool, Ian Hardin, Edward Henwood, Jon Hegel, Andrew Kemler, Marty Leeper, Randy Parker, Masao Maki, Jason McHugh, Robert Muratore, Matt Stone, Toddy Walters, Tomomi, Aubrey Strafferd, Joe McHugh, Jessica James Kelly, Brad Gordon, Duster
Vertrieb:Legend/Universum
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Dies ist die wahre Geschichte des einzigen Mannes, der je in Amerika wegen Kannibalismus verurteilt wurde. Alfred Packer (Trey Parker) war der einzige Überlebende eines fluchbeladenen Trips in die winterlichen Rocky Mountains, und nun, während er in der Todeszelle auf seine Hinrichtung wartet, erzählt er der Reporterin Polly Pry (Toddy Walters), was auf dieser Reise tatsächlich geschah. Alfreds dramatische Geschichte enthüllt das unaussprechliche Grauen, dem die Reisenden hilflos ausgeliefert waren. Polly erfährt fassungslos von Schneestürmen, Hunger, Indianern, wilden Tieren ... und von großartigen Liedern über heißblütige Pferde, sexsüchtige Cowboys und blutgeile Trapper!

Bild
Format1.33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Wer noch die alte Veröffentlichung von One World dieses Filmes kennt, weiß, dass "Cannibal! The Musical" nicht unbedingt höheren Ansprüchen an die Bildqualität erfüllt. Um ehrlich zu sein, dass 16mm-Material besitzt durch die befremdlich wirkende Farbgebung ein wenig den Digital Video-Look. So sind grüne Wiesen stets übermäßig saftig, Gesichter haben leichte Gelbsucht und die Umgebung sieht oft aus, als ob man hier nachkoloriert hätte. Im Vergleich zur alten DVD kommen die Farben noch ein wenig besser zur Geltung, da die Helligkeit angehoben wurde und der seltsame Rotfilter der Vorgängerversion wurde bereinigt. Das bedeutet natürlich nicht, dass es zum Film nicht passen würde. Durch die Helligkeitserhöhung ist in einigen Szenen der Himmel etwas zu überstrahlend, das mag man aber nur bemerken, wenn man den direkten Vergleich zur alten DVD zieht. Bis hierhin also nichts, was wirklich negativ über das Vollbild auszusagen wäre. Nun zieht sich aber ein deutliches Rauschen über das gesamte Bild und Konturen laufen sichtbar ineinander aus. Auch die Kompression zeigt Muster auf hellen Flächen und Blockbildung und das Bild neigt generell zu leichten Unruhen im Bildaufbau und nicht ganz sauberen Bewegungen. Wer sich vor Augen hält, das der Film niedrig budgetierten Verhältnissen entspringt, dürfte ein den Ansprüchen genügendes, in der Schärfe gut verträgliches Bild bekommen, das ohne größere Verschmutzungen auskommt.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Deutsch für Liedtexte
 Ich muss sagen, dass ich nach wie vor kein Freund der deutschen Synchro zu diesem Film bin. Das liegt nicht etwa an der Arbeit der Sprecher, die zwar nur C-Movie-Niveau erreicht, zu einer wirren Comedy wie dieser hier aber bestens passt, sondern viel mehr an der Sterilität, die sich im Deutschen verbreitet. Selten hört man mehr als die Musik und die Stimmen. Das englische Original hat zum einen eine wesentlich bessere Abmischung, hat zum anderen auch ein paar Jingles und kurze Toneinspielungen mehr, die im Deutschen schlichtweg fehlen. Das erste Beispiel dazu spielt sich beim ersten Zusammentreffen zwischen Alferd und der Reporterin Polly ab, wenn sie ihn nach Liane fragt und er aufschreckt. Die eingespielte Hintergrundmelodie (kein Thema des Scores) fehlt im Deutschen. Dabei ist die englische Version, die insgesamt etwas lauter ist, qualitativ vergleichbar mit der sehr sauberen deutschen Version. Ein wenig Rauschen hört man zwar, die Sprecher wurden aber gut aufgenommen bzw. sind professionell nachsynchronisiert wurden. Natürlich sind leichte Verzerrung immer wieder zu hören, dem Klang der Gesangseinlagen schadet dies aber kaum, der Ton erreicht hierbei eine gute Akustik. Der andere Grund für die Bevorzugung des O-Tons, der sich in den Songs ohnehin automatisch einstellt und dann wahlweise deutsche Untertitel einblendet, ist die Authentizität der Gags. Zwar wurde versucht, alles professionell einzudeutschen, was insgesamt auch gelungen ist, aber Wörter wie "shpadoinkle" oder ein einfaches "Howdy" lassen sich nur schwer übersetzen. Auch die Gags zünden im Englischen besser, als wenn man sich die Untertitel dazu durchliest. Schließlich gibt es ja noch das beiliegende Songbook mit den Originaltexten zum Mitlesen und wer gleich komplett auf den englischen Ton umsteigen möchte, der kann komplette deutsche Untertitel zuschalten.
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Extras
Extras
  • 16seitiges Booklet "The Lyrics of Cannibal! The Musical"
  • Audiokommentar
  • Cannibal Live:
    • Shpadoinkle Day (1:24 Min.)
    • Shpadoinkle Day (Reprise, 0:45 Min.)
    • Trapper Song (2:26 Min.)
    • That's All I'm Asking For (2:59 Min.)
    • Ode To Liane (3:06 Min.)
    • Let's Build A Snowman (1:54 Min.)
    • Let's Build A Snowman (Reprise, 0:21 Min.)
    • Hang The Bastard (2:51 Min.)
  • Trailer:
    • Original-Trailer (1:26 Min.)
    • Dt. Trailer (2:47 Min.)
    • Alferd Packer-Trailer (2:43 Min.)
  • Behind The Scenes:
    • Die Bärenfalle (4:58 Min.)
    • Swan wird erschossen (2:05 Min.)
    • Lagerfeuer (6:32 Min.)
    • Albereien (0:59 Min.)
  • Zu Besuch bei Matt & Trey (6:58 Min.)
  • H.U.M.M.U.S. Promo (1:34 Min.)
  • Deleted Scene (0:28 Min.)
  • MTV Making Of (2:11 Min.)
 Beginnen wir beim für mich persönlich wichtigsten Teil des Bonusmaterials, das ausnahmsweise mal nicht auf die DVD gepackt wurde: das Buch mit den Liedtexten. Dieser Zusatz, der neben der Kapitelübersicht und den Texten in allen möglichen Variationen noch die Texte zu zwei weiteren Songs enthält (einer aus dem Trailer, einer aus der Deleted Scene) gestaltet das sonst eher passive Filmerlebnis zu einem kreativen Fest. Versucht's einfach mal, es macht Spaß!
Einige der Extras kennt man vielleicht von der früheren DVD-Veröffentlichung. Diese enthielt u.a. das kurze Making Of mit Eindrücken vom Set, die eher unwichtige Deleted Scene und den deutschen Trailer. Diesen gibt es gleich in 3facher Ausfertigung, einmal in 2 deutschen Varianten und einmal als Originaltrailer. Wer sich wundert, dass einige der Darsteller im Vergleich zum Film wechselten und die meisten Szenen so nicht im Film enthalten sind: Der Trailer wurde damals zur Gewinnung von Investoren gedreht. Man flunkerte ihnen damit vor, schon einen Großteil des Filmes abgedreht zu haben, um Geld für die Dreharbeiten des Projektes gewinnen zu können. Der Trailer enthält auch einige wenige Ideen, die ihren Weg nicht in den fertigen Film gefunden haben, z.B. das Gespräch über Schafe, das im Endprodukt (vielleicht als Insider-Gag) kurz aufgegriffen wird, wenn Noon das Lamm im Schnee sieht und seine Hose öffnet, und der gleichzeitige Einsatz zweier sich überschneidender Lieder. Insgesamt spiegelt der Trailer den Film aber ganz gut wieder, nur dass er verständlicherweise mit weniger Musiknummern vollgepackt wurde, da diese innerhalb der kurzen Zeit sowieso nicht gewirkt hätten.
Was nun folgt, sind erstmalig in Deutschland veröffentlichte Features: zum Beispiel ein auszugsweiser Mitschnitt der Bühnenversion von "Cannibal! The Musical", die dem Film in nichts nach steht. Hierfür hat man den Humor noch ein Stück weiter getrieben (z.B. ist ein berühmtes Zitat aus "Southpark" nach Swans Ableben eingebaut) und professionelle Künstler gewinnen können, die einige schöne Choreografien umsetzen. Auch wenn ich es erst nicht geglaubt hätte, haben mich diese einzeln anwählbaren Stücke doch begeistert. Weiter geht's mit 4 kurzen Blicken hinter die Kulissen (Gesamtspielzeit fast 15 Minuten), die zeigen, dass tatsächlich fast jeder der Darsteller auch irgendwie hinter der Kamera involviert war, schließlich entstand "Cannibal! The Musical" als Filmschulprojekt seitens Parker, der seine Kommilitonen natürlich gleich mit einspannte. Der "Besuch bei Matt & Trey", der von Scherzkeks und Troma-Chef Lloyd Kaufman höchstpersönlich auf Video gebannt wurde, lässt Parker, Stone und den Produzenten Jason McHugh in relaxter Umgebung zur Entstehung und späteren Vermarktung des Filmes zu Wort kommen. Einen alten Bekannten, Lemmy von Motörhead, trifft man beim kurzen Gagtrailer "H.U.M.M.U.S. Promo", der Parker und Stone als Hermaphroditen mit Alltagsschwierigkeiten zeigt - herrlicher Humor unterhalb der Gürtellinie! Das dicke Ende folgt aber noch: Der Audiokommentar mit Trey Parker (Alferd Packer), Dian Bachar (George Noon), Jason McHugh (Frank Miller), Matt Stone (James Humphrey) und Andrew Kemler (Trapper Preston Nutter) wird eingeleitet von Trey mit der Aussage, dass er keinen Bock auf einen normalen Regisseurkommentar hat und daher ein paar seiner Freunde eingeladen hat, um den Film gemeinsam mit viel Alkohol zu begießen. Die Stimmung lockert sich auch recht schnell und in den "crowd pleasing"-Szenen gröhlt, johlt und feixt es aus allen Ecken des Aufnahmeraumes.
Auch wenn die Gesamtspielzeit im Vergleich zu mancher proppenvoll gepackten Special Edition wenig erscheint, möchte ich für den Bonus 4 Punkte vergeben, weil einfach jedes Extra, so unsinnig es auch sein mag, Spaß macht.
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Fazit
"Hang the bastard, hang him high.
Hoist his body to the sky.
It's as nice as a day can be.
Won't you come to the hanging with me?"

- Auszug: "Hang The Bastard!"

Objektivität beiseite, "Cannibal! The Musical" wird man entweder vergöttern oder albern finden. Wobei Letzteres schwer fallen dürfte, denn die Geschichte ist derart pointiert erzählt und mit großartigen Ideen aus Musical, Splatter, Abenteuer und Comedy versetzt, dass selbst Zuschauer ohne Musical-Erfahrung - mich, der sowas eigentlich hasst, eingeschlossen - ihre Freunde haben werden. Jedes der Themen hat Ohrwurmcharakter, ist textlich sehr witzig aufgebaut, mitunter sogar sehr makaber und animiert zum Mitsingen. Schnappt euch einfach das mitgelieferte Textbuch und trällert mit! Ob nun das erfrischend leichtgängige "Shpadoinkle", der schrille, folkloristische "Trapper Song", das eingängige "Let's Build A Snowman"-Thema oder dem finalen, rabenschwarzen "Hang The Bastard!" - wer beim zweiten Durchgang immer noch nicht mitsingt und beim Dritten den Text noch nicht kann, der ist für diese mit kannibalistischen Motiven flanierende, in einigen Szenen schon splattrige Comedy (vergleichbar mit Interner Link"Decampitated") nicht geeignet. Zwar darf man nicht erwarten, dass gleich ein ganzes Orchester mit in die Melodien einsteigt, dem geballten Spaß tut dies aber keinen Abbruch. Natürlich hat sich der Anarcho-Humor des Interner Link"South Park"- und Interner Link"Team America"-Duos Trey Parker und Matt Stone, die sich erfolgreich in zwei Hauptrollen bemühen, auch schon hier festgefressen. Auch das niedrige Budget des Filmes, das sich in angeklebten Bärten und deutlich überzogenen Special Effects bemerkbar macht, kann dieses großartige Projekt nicht herunterziehen, es verstärkt eher noch den Eindruck einer liebevoll erarbeiteten Umsetzung mit einer Menge an kruden Trash-Charme.
Um es noch einmal in vier Buchstaben zusammenzufassen: KULT! Wer ihn also noch nicht hat, der sollte umgehend zur Legend-Neuauflage im Pappschuber greifen, die trotz Freigabe ab 16 Jahren völlig ungekürzt ist. Ich hoffe, es trifft euren Geschmack. Wird's schon, wenn ihr etwas für unkonventionelle Ideen und schwarzen Humor übrig habt. Wer ihn schon besitzt, der sollte beim Neukauf nicht unbedingt überdeutliches Bild- und Ton-Remastering erwarten, die zusätzlichen Extras und der grandiose Audiokommentar sind es aber wert. Zwar ist keine Doppel-Disc-Special Edition geworden, wie es vor vielen Jahren einmal von anderer Seite geplant war, aber die Ausstattung ist durchaus überzeugend und die DVD steckt in einem Pappschuber, der ein alternatives Coverartwork zeigt.



Bilder der DVD




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Cannibal! The Musical
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