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D 2004
Originaltitel:Böhse Onkelz - Adios (CD & DVD)
Länge:57:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Markus Hollmann-Loges, Máns Nyman
Kamera:Marcel Neumann
Musik:Böhse Onkelz
Darsteller:Kevin Russel, Stephan Weidner, Matthias "Gonzo" Röhr, Peter "Pe" Schorowsky
Vertrieb:regel23 / SPV
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Trackliste: (CD & DVD identisch)

01.Feuer
02.Immer auf der Suche
03.Superstar
04.Sowas hat man
05.Ja, ja
06.Lass mich gehn
07.Fang mich
08.Einmal
09.Kinder dieser Zeit
10.Haas-tler
11.Onkels vs. Jesus
12.Überstimuliert
13.Prinz Valium
14.Ihr hättet es wissen müssen
15.A.D.I.O.Z.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Da der Inhalt der DVD nahezu komplett aus dem Computer entsprang, war damit zu rechnen, dass die Bildqualität dementsprechend gut ausfallen würde. So wird uns nicht nur ein anamorphes Widescreen-Bild präsentiert, sowie satte und kräftige Farben - Nein! - selbst der Kontrast ist hervorragend, was man vor allem im Video zu "Onkelz vs. Jesus" sieht. Als einziger richtiger Videoclip enthält er auch richtige Filmsequenzen, welche natürlich digital verfremdet wurden und die Musiker überwiegend schwarzweiß ablichten. Neben einem satten Schwarz, lässt sich hierbei auch jedes Detail erkennen und so gibt sich das Bild in den Trickaufnahmen schon sehr plastisch, kann man doch im Videoclip wirklich nahezu jede Pore in den Gesichtern der Onkelz sehen. Insgesamt hätte die Schärfe vielleicht noch ein Quäntchen besser ausfallen können, aber die leicht weich wirkenden Schriften, könnten auch im Zusammenhang mit den Bildern ein Stilmittel sein. Weiterer positiver Punkt ist die absolute Rauschfreiheit im Bild. Bis auf das "Onkelz vs. Jesus"-Video gibt es keinerlei Bildrauschen und auch die Kompressionen arbeiten unauffällig im Hintergrund. Über Defekte oder Verschmutzungen brauchen wir gar nicht erst sprechen; wären diese vorhanden gewesen, hätte uns das schon stark gewundert. So ist der Transfer nahezu perfekt und lediglich im offiziellen Videoclip ist etwas Rauschen (Stilmittel?!?) zu entdecken.
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Ton
FormateLPCM 48kHz 16bit, Dolby Digital 5.1
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Auch beim Ton wollte man hundert 100% geben und das ist nahezu gelungen. Neben einer LPCM-Spur, welche mit einer sauberen Stereofront aufwartet und den Bass richtig schön unterstützt, insgesamt natürlich etwas gedrungen und weniger klar wirkt, liegt noch eine Dolby Digital 5.1-Spur vor, welche einem die Ohren öffnet. Das gesamte Klanggerüst wurde perfekt auf alle Kanäle verteilt, wobei der Effektbereich optimal genutzt wurde. Nicht nur, dass wir direktionale Effekte geboten bekommen, in dem z.B. Weidners Stimme aus den Rears halt, sondern auch bei der Musik selbst wurden die Kanäle sauber getrennt und so wandern schon mal die einzelnen Instrumente über die Effektkanäle. Zudem klingt der ganze Track sehr weiträumig, bietet einen Gesang, der sauber aus dem Center hallt und einen Bass, der für ein Rock-Album dezent, aber passend zur Geltung kommt. Ein sehr dynamisch wirkender Dolby-Track, an dem es wirklich nichts auszusetzen gibt.
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Extras
Extras
  • 24seitiges Booklet
  • Audio-CD mit 15 Songs
Bonus-DVD:
  • komplettes Album animiert
  • Musikvideo "Onkelz vs. Jesus" (3:32 Min.)
  • Making of (4:51 Min.)
  • Interview (11:55 Min.)
VerpackungDigipack
 Neben einem schönen Digipack und einem Booklet mit den kompletten Texten gibt es noch bei diesem Album die so eben besprochene DVD als Bonus. Man könnte jetzt auch sagen, bei der DVD gibt es das Album als Bonus. Egal, zumindest ist es eine wunderbare Beigabe. Auf der DVD befindet sich dann noch das "Onkelz vs. Jesus"-Video, welches man separat anwählen kann, sowie ein knapp fünfminütiges "Making of" über die Dreharbeiten zum Videoclip, in dem man einen kurzen, aber informativen Einblick hinter die Kulissen bekommt. Zudem kommt der Künstler Pozo zu Wort, welcher sich für die abstrakten Bilder verantwortlich zeichnet. DIE GESTALTEN waren hierbei für die Umsetzung von Zeichnung zum Clip sowie das fertige Design des CD-Covers und die Animationen für die einzelnen Songs verantwortlich. Die Onkelz selber kommen in einem zwölfminütigen "Interview" zu Wort und stehen Rede und Antwort zu ihrem neuen und letzten Studioalbum, sowie zur 2004er Tournee und natürlich dem Schlussstrich, welche die Band mit ihrem Album nach rund 25 Jahren ziehen. Weiterhin sei das ansprechende Menü erwähnt, welches nicht nur in 5.1 vorliegt, sondern wie auch die anderen Extras anamorph codiert wurde und sich ganz dem Artwork des Albums anpasst.
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Fazit
Das ist es nun, das ultimative, das letzte Album der Frankfurter Jungs. Die Böhsen Onkelz verabschieden sich mit einem großen Knall und legen mit "Adios" ihr bestes Studioalbum seit "Heilige Lieder" und "E.I.N.S" vor, wobei man sagen muss, dass die Onkelz seit jeher Alben veröffentlichen, welche ein Highlight nach dem anderen offenbarte. Schlechte Songs gab es eigentlich nie und somit war jedes ihrer Werke als zeitliches Dokument zu sehen und für Millionen von Fans mehr als nur Songs. Onkelzfiziert zu sein gilt als Lebenseinstellung und trotz oder gerade wegen ihrer turbulenten Vergangenheit wirken sie auf ihre Fangemeinde so anziehend und haben sich jeden einzelnen ihrer Anhänger allein durch ihre Musik und ihrer Ehrlichkeit erkämpft. Keine teure PR, jahrelang ohne Konzerte und von allen großen Ketten boykottiert, so gingen sie geradezu auf die Pole-Position der deutschen Hitparaden zu, ohne auch nur ein Major-Label oder Sender wie MTV und VIVA im Schlepptau zu haben. Den Teufel im Nacken und "immer auf der Suche nach einer guten Zeit", eroberten sich die Onkelz in ihrer 25-jährigen Band-History Deutschland im Sturm und zeigten den Medien nicht selten den Mittelfinger und gaben sich trotz ihres immensen Erfolges in den letzten 10 Jahren stets kompromisslos und steckten ihr Geld lieber in gemeinnützige Hilfsorganisationen, anstelle in die Ärsche geldgeiler Medienbosse. Die Onkelz sind und waren eine Ausnahmeband, ein Phänomen zwischen den Stühlen politischer Organisationen und Subkulturen. Um so trauriger, dass die Geschichte der Onkelz in diesem Jahr und mit diesem Album ihr Ende finden soll. Aber vielleicht ist es auch der richtige Zeitpunkt aufzuhören. Ganz oben angekommen, noch einmal Gift und Galle spucken und dann sagen "Leckt uns am Arsch, das war's!" - so etwas gab es noch nie und die Onkelz sagten schon immer, dass sie nicht als "Rock-Opas" auf der Bühne stehen wollen. Und so war dies die einzige Konsequenz. Ob man es ihnen jetzt abnimmt oder nicht, aber es war genau das Richtige zur richtigen Zeit.
Wie Bassist und Texter Stephan Weidner im Interview auf der DVD bereits sagte, haben sie mit "Adios" ein hammermäßiges Album am Start, was man wohl in dieser Form kaum noch übertreffen kann. Zwar nicht so rotzig und ungeschliffen wie "Hier sind die Onkelz" oder so metallisch wie noch zu "Kneipenterroristen"-Zeiten, dafür aber auch nicht mehr so experimentell wie bei der "Dopamin", welche unverständlicherweise als ihr "schlechtestes" Album gehandelt wird. "Adios" ist schwer einzuordnen, auf jeden Fall aber wieder sehr rockig ausgefallen und aufwartend mit einem Ohrwurm nach dem anderen. Auch wenn man nach dem ersten Durchlauf noch nicht so richtig drin ist, wird man spätestens nach dem zweiten Anlauf das Album als Ganzes zu schätzen lernen. Diesmal mit deutlich weniger Pathos knallen einen Songs wie "Immer auf der Suche", "Superstar", "Kinder dieser Zeit" und "Hass-tler" ernste Themen um die Ohren, welche von den Onkelz typisch perfekt umgesetzt werden. Jede Note stimmt und Kevin hat im Gegensatz zu den letzten drei Alben stimmlich eine Menge mehr auf den Kasten. Seine Stimme wirkt zwar nicht mehr so rotzig und versoffen wie in den 80er Jahren, aber sie passt zu den heuten Songs und ist einfach nicht mehr weg zu denken. Selbst ältere Song klingen auf Konzerten heute teilweise deutlich besser, da Kevin einfach mehr Möglichkeiten hat, als zur damaligen Zeit. Song wie der Opener "Feuer" und die Single Auskopplung "Onkelz vs. Jesus" sind dann wider Onkelz typische Nummern, in dem das Fass nur so voller Eigenlob am Überquillen ist und entwickeln sich bereits nach einmaligen hören zu Liedern mit Kultpotenzial. Weiterhin verarbeiten die Jungs in ihren Liedern Alkohol- und Drogenproblematiken, welche teilweise wieder in Richtung Kevins damalige Heroinsucht zielen, sowie mit "Sowas hat man ..." und natürlich das "Ihr hättet es wissen müßen"-Lied über die Vergangenheit der Band, sowie ihren Lernprozess. Wobei es gerade in "Sowas hat man ..." mehr um Weidners "Wandlung" und Entwicklung geht. Textzeilen wie z.B. "Vom Prolet zum Prophet - ja so was geht, wie ihr seht" oder "Hass und Wut, stehen mir gut - ich kann´s nicht lassen - muss meine Wut in Worte fassen ..." sprechen dabei Bände. Weidner liefert mit "Adios" seit der "Heiligen Lieder" und dem "weißen" und dem "schwarzen" Album seinen textlichen Höhepunkt ab, was er glaubt selbst kaum noch toppen zu können. Musikalisch ist das Album sowieso ganz oben anzusiedeln, allein schon wegen den genialen Solis von Matthias "Gonzo" Röhr". Wie so oft darf auch ein Instrumentalstück, in diesem Fall "Adios", nicht fehlen. Eine ruhige aber dennoch rockige Nummer, welche man ähnlich "Baja" ("Das Schwarze Album", 1993) so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Die Onkelz haben es mal wieder bewiesen, dass sie perfekte Musiker, Songwriter und noch dazu die geilste deutsche Live-Band sind. Schade dass es hier endet, aber glaube fest daran, dass der eine oder andere Onkel uns noch musikalisch erhalten bleiben wird. Und immer dran denken. Einmal Onkel immer Onkel!

Da das letzte Studioalbum der "Böhsen Onkelz" eine zusätzliche DVD beinhaltete, fühlte ich mich einfach genötigt diese für euch zu besprechen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass sich allein soundtechnisch noch keine Band bei einer Album-Beilage soviel Mühe gemacht hat wie bei diesem Album. Der 5.1 Mix ist einfach super und entführt uns dank der hervorragenden Bildqualität (bei animierten Bilder, von Pozos Malereien auch kein Wunder) für knapp 75 Minuten in ein anderes Universum. Ein Universum von Pozo und das Schöne daran: hier läuft Onkelz-Musik ...



Bilder der DVD




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