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Südkorea 1992
Originaltitel:White Badge
Länge:124:43 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ji-yeong Jeong
Buch:Junghyo Ahn, Su Young Gong, Ji-yeong Jeong, Young Chel Jo, Seung Bo Shim
Kamera:Yong-kil You
Musik:Bung-Ha Shin
Darsteller:Sung-kee Ahn, Kyeong-yeong Lee, Hye-jin Shim, Do-hun Ahn, Koyeong-jae Dok, Jun-ho Heo, Seok Heo, Seok-yeon Hong, Se Jun Kim
Vertrieb:Cult Movies/Media Target
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Etwa 10 Jahre nach seinem Einsatz in Vietnam wird der koreanische Autor Han Kiju (Sung-kee Ahn) mit seiner Vergangenheit konfrontiert: Sein Verleger verlangt von ihm, eine Geschichte über die damalige Zeit im Krieg zu verfassen und sein Kamerad meldet sich zu Besuch Pyon an. Doch beiden fällt es schwer, die Erlebnisse des Krieges verarbeiten zu können. Während Han Ausflucht im Alkohol sucht, verliert Pyon (Kyeong-yeong Lee), immer noch verfolgt vom unmenschlichen Wahnsinn der Wehrzeit, den Blick für die Realität. Pyon bittet Han um Hilfe, ihn von seinen Leiden zu erlösen und gemeinsam durchleben sie erneut die grausame Vergangenheit.

Bild
Format1.55:1 (Letterbox)
NormPAL
 Es wäre seltsam, wenn ein Kriegsfilm fürs Vollbild-Format entwickelt worden wäre und so ist man ein wenig erleichtert, wenn es anstatt der Angabe auf der Hülle doch ein Letterbox-Bild gibt. Die dünnen Balken, die in etwa auf 1.55:1 abdecken, scheinen aber immer noch nicht dem Original zu entsprechen. Soweit zur Vorlage, die zwar fürs Produktionsjahr sauber genug ist, aber höllisch unscharf ausfällt. Wenn man auf Videoware steht, wird man vielleicht noch zufrieden sein, im DVD-Zeitalter ist es aber meist nur matschig. Der schlechte Eindruck setzt sich auch bei den Farben fort, die wegen des zu dunklen Bildes schwach aussehen. Der Schwarzwert schwingt manchmal in einen leicht grünlichen Ton um, Konturen laufen etwas aus und ein seltsames Rauschen, was nicht vergleichbar mit der Bewegung von grobkörnigem Filmmaterial ist, macht sich auch noch breit. Hinzu kommt ein gut sichtbares Blockrauschen und Ghosting, was beispielsweise im Schwenk über das Lager in der 11. Minute für Unruhe sorgt. Am störendsten empfinde ich aber den Kontrast: Wenn Private Pyon ins Dunkle schaut, sehen wir genauso wenig etwas wie er, wahrscheinlich sogar noch weniger. Der erste Nachtkampf ist ziemlich unkenntlich und richtige Schattenwürfe existieren eigentlich nicht, da der Kontrast zu schnell verschluckt. Insgesamt ein wenig befriedigendes Bild, das wieder nur schlechte VHS-Zeiten aufleben lässt, der Klasse des Filmes aber wenig dienlich ist.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch, Koreanisch
UntertitelDeutsch
 Bei der deutschen Spur hat man versucht, den originalen Stereoton etwas aufzupeppen. Der Bürolärm in der Redaktion, das Rauschen des Windes in der freien Natur oder das Kriegsgetümmel sind alles Geräuschkulisse, die im Original nicht existieren und etwas plump hinzugemischt wurden. Damit bekommt man zwar einen guten, wenn auch analogen Surround-Modus geboten, aber auch ein stellenweise nerviges, weil auf den Rears zu lautes Klangbild. Die Effekte sind nämlich stetige Geräusche, selten aufregend, im Klang beschränkt auf ein geringes Frequenzband und nie beweglich. So wird z.B. beim "Seach and Destroy"-Einsatz langes MG-Feuer eingestreut, als ob man sich vom Ton her grad bei der Landung in der Normandie befindet und auch die Musik gehört dort nicht hin. Kaum zu glauben, dass es sich hier um einen europäischen Mix handelt, der möglicherweise so für den Export erstellt wurde, denn nicht selten ist die Untermalung einfach nur unpassend oder lächerlich (man vergleiche einfach mal auf den Angriff der Vietcong in der 101. Minute). Die deutsche Dialogspur ist im Wesentlichen klar, wie aber das gesamte Klangbild wird hier nur Durchschnittliches geboten. Der Klang ist zwar gut verständlich, aber klingt wenig belebt, manchmal leicht dumpf und meist zurückhaltend. Beim O-Ton, nur in Stereo, schlägt noch ein leichtes Rauschen im Hintergrund mit zu Buche, außerdem ist der gesamte Klang hier noch minimal schlechter durch ein paar kleinere Aussetzer und seine völlige Zurückhaltung. Für deutsche Untertitel ist in beiden Fällen gesorgt, einige Fehler (z.B. der "Dorfkälteste" *bibber*) haben sich aber eingeschlichen und sehr oft sieht man Text am unteren Rand, wo gar nicht gesprochen wird.
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Extras
Extras
  • Bildergalerie
 Mit einer einzigen Bildergalerie ist nicht viel anzufangen, zumindest aber enthält sie "echtes" Material wie verschiedene Cover und Bildmaterial vom Dreh. Dass Cover dieser Veröffentlichung hat auch einen Ehrenplatz in der Galerie gefunden, glänzt aber im Vergleich zu den anderen DVDs nicht gerade durch Schönheit.
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Fazit
- "Warum hast du dich freiwillig gemeldet?"
- "Keine Ahnung, ich glaube das war sowas wie eine Massenhypnose."
- "Naja, das kann schon sein. Der Krieg ist nichts, wo man freiwillig hingehen sollte."

Auch die Koreaner haben einen wichtigen Beitrag zum Kriegsdrama zu machen, wie "White Badge" zeigt. Dass im Vietnamkrieg auch Korea-Truppen auf Seiten der U.S.-Streitkräfte gekämpft haben, war mir nicht nur neu, sondern wurde meines Erachtens bisher auch nicht verfilmt. Die bemerkenswerte Regiearbeit von Ji-yeong Jeong spielt sich hauptsächlich zwischen zwei Veteranen und auf zwei Ebenen ab, die gegen Ende hin immer fieberhafter ineinander überwechseln und eine kritische Betrachtung des Kriegsirrsinnes darstellen, wenn auch nicht auf solch epische Art wie es Oliver Stone oder Francis Ford Coppola zustande brachten. Die Wirkung auf den Zuschauer ist aber ebenso immens und verdichtet sich mit jeder Minute, mit der versucht wird, den Wahnsinn des im eigenen Lande stark kritisierten Vorhabens näher zu bringen. Zu Beginn schildert der Film glaubwürdig die entspannte Situation der Soldaten, die sich weiter hinter der eigentlichen Front und damit auch der Gefahr in Sicherheit wiegen und ihr Leben genießen. Doch bald schon gehören Erkundungstrupps, Angriffe der Vietcong und Kriegsverbrechen in den eigenen Reihen zum Tagesablauf und die Lage wird sichtlich ernst, was einigen der Männer den Verstand kostet. "White Badge" lässt es sich nicht nehmen, diese Angriffe auch grafisch in Szene zu setzen, obwohl sicherlich etwas weniger Budget zur Verfügung stand, um diese umzusetzen. Trotzdem hinterlassen die Kämpfe einen bleibenden Eindruck und nehmen Position zur unsinnigen Politik dieses Krieges ein. Es ist also gleichfalls Stoff für Actioninteressierte wie auch Freunde eines tiefgründigen, emotionalen Dramas geboten.
Leider verliert der Film schon allein wegen der Unkenntlichkeit einiger Bilder der deutschen DVD an Intensität und die deutsche Synchro ist auch wenig sensibel und macht vor allem in Kampfszenen durch unnötiges, vereinzeltes Gejammer und Geschrei die Atmosphäre kaputt. Außerdem ist die Authentizität des deutschen Mixes stark in Frage gestellt, ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass einige der bekannten Stücke des Soundtrackes hier wirklich Verwendung finden sollten (z.B. Song eines Morricone-Soundtracks ab der 118. Minute). Trotz des überzeugenden Films würd ich daher lieber die Finger von dieser DVD lassen.



Bilder der DVD




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