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F 1959
Originaltitel:Testament du Docteur Cordelier, Le
Alternativtitel:Testament of Doctor Cordelier, The
aka. Horrible Doctor Hitchcock, The
aka. Doctor's Horrible Experiment, The
aka. Experiment in Evil
Länge:92:11 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Jean Renoir
Buch:Jean Renoir
Kamera:Georges Leclerc
Musik:Joseph Kosma
Darsteller:Jean-Louis Barrault, Teddy Bilis, Sylviane Margollé, Michel Vitold, Jacques Danoville, André Certes, Jean-Pierre Granval, Céline Sales, Ghislaine Dumont, Madeleine Marion, Didier d'Yd, Primerose Perret, Raymond Jourdan, Jaque Catelain
Vertrieb:e-m-s/Anolis
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Der in der Öffentlichkeit angesehene Arzt und Wissenschaftler Dr. Cordelier (Jean-Louis Barrault) birgt ein düsteres Geheimnis. Er vergeht sich an betäubten Patientinnen, da er seit seiner traumatischen Kindheit zu keiner normalen Beziehung fähig ist. Der Mediziner arbeitet an einem Serum, welches die menschliche Seele sichtbar machen soll. Ein Selbstversuch offenbart jedoch, dass nicht die Seele, sondern der Mensch in seinem ureigensten Wesen zum Vorschein kommt. Cordelier verwandelt sich in einen Menschen, der nur seinen Instinkten folgt und seinen Gelüsten frönt. Losgelöst von allen gesellschaftlichen Zwängen, terrorisiert Opale, wie er sich selbst nennt, ganz Paris. Durch das Fehlen jedweder Gewissensbisse schreckt Opale auch vor Mord nicht zurück. Als Cordelier versucht, sich selbst wieder unter Kontrolle zu bekommen, muss er mit Entsetzen feststellen, dass er nur noch ein Gefangener im eigenen Körper ist ...

Bild
Format1.33:1 (Vollbild)
NormPAL
 Da kann man nur staunen, wenn man die ersten Szenen betrachtet: Das s/w-Vollbild ist gut definiert, weist kaum Verunreinigungen auf und sieht einfach fein aus. Desöfteren sieht man auf hellen Flächen das feingliedrige Rauschen und die gute Schärfe, die nicht danach aussieht, als ob man sie erst mit allerlei digitaler Trickserei hätte hervorheben müssen, ist sicherlich nicht in jeder Szene so gut, der gute Eindruck bleibt aber bestehen. Die Kompression bleibt recht unauffällig und der Kontrast ist sehr gut ausgeregelt, so dass weiche Übergänge in Schattierungen problemlos mit einem guten Schwarzwert und bester Ersichtlichkeit kombinieren.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 Beim Ton gibt es nicht viel zu berichten, außer dass er bis auf ein geringes Hintergrundrascheln und -knistern sehr sauber klingt. Die Stimmen sind im Deutschen nicht allzu spitz, die Musik verzerrt nicht und vor plötzlich auftretenden Störungen wie Aufploppen ist man gefeit. Der französische Originalton ist noch eine Spur reiner, vor allem die Dialoge werden sehr fein aufgelöst wiedergegeben, sind aber ein wenig leise. Wie man beispielsweise zum Ende der 20. Minute mit Einsetzen der Musik deutlich erkennt, besitzt der französische Ton auch eine hörbar bessere Detailtreue in der Höhenwiedergabe. Der Score erklingt hier klarer und insgesamt gibt es nur wenige Stellen, die verraten mögen, dass der Film bereits so betagt ist. Beim deutschen Ton tritt das durch das etwas dünnere Klangbild schon eher zutage, aber auch hiermit wird sich jeder Filmfreund wohl fühlen, das dumpfe, zerstörte Klangbild ähnlich alter Werke bleibt nämlich aus. Da der deutschen Fassung wieder eine Szene (Einleitung) fehlte, ist hier der Originalton mit deutscher Untertitelung eingeblendet. Es existieren zusätzlich komplette deutsche Untertitel, die sich aber nur vage an die deutsche Synchro halten. Sie scheinen eher die Originaldialoge zu übersetzen, soweit ich das mit meinen schwachen Französischkenntnissen einschätzen kann.
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Extras
Extras
  • 4seitiges Booklet
  • Trailer (2:27 Min.)
  • Dt. Titelsequenz (2:12 Min.)
  • Bildergalerie (11 Bilder)
 Die DVD enthält den französischen Originaltrailer, zu dem sich deutsche Untertitel zuschalten lassen, die deutsche Titelsequenz (die DVD enthält das französische Master), der seltsamerweise eine unbearbeitete Szene vom Set folgt und eine Bildergalerie mit Covermotiven und Aushangmaterial. Das 4seitige Booklet zeigt neben einer doppelseitigen Biografie des Regisseurs die Kapitelübersicht und das französische Plakatmotiv.
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Fazit
Selten hat man eine Verfilmung von "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" gesehen, in der gespaltene Persönlichkeit auf eine derart glaubhafte Weise umgesetzt wurde. Nicht nur das Äußere des behaarten, koboldhaften Mr. Hyde (hier: Opale) sorgt dafür, dass man ihn später in seiner Rolle als angesehenen Humanmediziner und Forscher Dr. Cordelier kaum wiedererkennt, auch der Umgang der beiden Charaktere ist so verschieden wie ihre Wesenszüge. Während Jean-Louis Barrault als Doktor einen sittsamen, mitunter aber leicht diabolischen Eindruck erweckt, darf er als sich als böses Selbst jede Gemeinheit erlauben, ist des Nachts als Kinderschreck mit seltsam beschwipsten Gang unterwegs und verhöhnt boshaft hilflose Menschen. Mitunter kommt es zu handgreiflichen Zwischenfällen, für heutige Verhältnisse verläuft "Das Testament des Dr. Cordelier" doch etwas handzahm. Die Handlung, die vom Regisseur Jean Renoir höchstpersönlich innerhalb eines Fernsehstudios eingeleitet wird, bahnt sich als Krimi an, dem durchaus schauderliche Momente anhängen. So ist die Belegschaft des Doktors immer wieder beunruhigt von den Gepflogenheiten ihres Herrn, des Nachts im Labor am völlig von Sinnen befreiten Opale zu experimentieren. Immer wieder sorgt die Anwesenheit dieses Mannes, den niemand zu blicken oder zu fassen bekommt, für Unruhe, vor allem aber die nächtlichen Schmerzensschreie aus dem verschlossenen Labor. Renoir nutzt die klassische Horrormär, um daraus ein menschliches Drama zu gestalten, das er in der Auflösung mit gesellschaftskritischen Anliegen belegt.
Bis es dazu kommt, muss der Zuschauer sich mit dem gemächlichen, vielleicht aber auch gefälligen Stil des Filmes anfreunden, denn das Wissen über die zweite Persönlichkeit teilt er nicht mit den Charakteren des Filmes, die geblendet vom renommierten Ruf des Doktors sind und sich die Identität des Opales nicht erklären können. Erst mit der Entlarvung beginnt das "Hasch mich"-Spielchen bitterböse Formen anzunehmen und gleitet natürlich in eine Tragödie ab.
Die deutsche DVD ist mit handgezeichneten Originalmotiv ausgestattet und einigen kleineren Extras. Das Bild und der französische Ton scheinen mit sehr viel Sorgfalt aufgearbeitet worden zu sein, beim deutschen Ton ist schwankendes Rauschen vernehmbar, was sich aber mit dem s/w-Bild wunderbar in Einklang bringen lässt.



Bilder der DVD




Druckbare Version
News"Das Testament des Dr. Cordelier" im Juni
IMDb.com OFDb.de



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