Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
D, LUX 2005
Originaltitel:Con Game
Alternativtitel:-
Länge:100:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Wolf Wolff
Buch:Wolf Wolff
Kamera:Heiko Rahnenführer
Musik:Max Würden, Crematory
SFX:Lightworks
Darsteller:Toni De Bruin, Viola Kunze, Axel Neumann, Helmut Rühl, Peter Silbereisen
Vertrieb:Epix
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Snowy D. White (Toni De Bruin) gerät bei einem Drogendeal in den Hinterhalt - bei der Übergabe erschießt seine Frau den Kurier und will aus Habgier auch ihn töten, aber er überlebt. Snowy findet auf einem Bauernhof fernab der Zivilisation Unterschlupf: er beschließt vorerst unterzutauchen - doch das ist ein folgenschwerer Fehler, denn seine vermeintlichen Retter benutzen ihn zu einem raffinierten Spiel von ungeahnter Größe ...

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Frisch und knackig ist der anamorphe Transfer und doch bleibt ein Resteindruck von den Produktionsverhältnissen des Filmes zurück, was nicht abwertend gemeint ist. Die sehr klaren, farbfreudigen, kontrastreichen, weil stets gut ausgeleuchteten Bilder sind oftmals von einem sehr natürlichen Rauschen bedeckt. Dies stört mich nichtmal, weil es gut zum Gesamteindruck zum Film passt, ohne dass er vielleicht ein wenig glatt aussehen würde. In einigen Szenen hat man aber den Fehler gemacht, diesem ein klein wenig zu stark zu Rande zu gehen, indem ein Rauschfilter eingesetzt wurde, der den überraschenden Detailreichtum etwas drückt und den Bildaufbau dann minimal schleppender gestaltet. So sind Bewegungen dann immer etwas schwimmend, kurze Ruhemomente dafür wieder sehr stabil. Negativbeispiel ist hier die Szene bei Minute 23:30. Dabei ist die Kompression nie überfordert und zeigt selbst bei schwierigen Bildwechseln keine Ermüdungserscheinungen. Schade, ohne den Filtereinsatz wäre hier ein dickes "sehr gut" fällig gewesen. Es ist aber trotzdem noch erfreulich, dass der Film so ordentlich aussieht.
 ++++--

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu, Eng), Dolby Digital 2.0 (Deu, Eng), Dolby Digital 2.0 Rough Mix (Eng)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch, Englisch
 Statt fünf verschiedener Tonmodi hätten auch drei gereicht, denn die Stereo-Varianten sind überflüssig. Bei Dolby Digital 5.1 sind es eigentlich nur die Synchronisation, die mir auf Anhieb nicht so recht gefallen wollen, der Rest stimmt. Es fehlt natürlich an Aggressivität, denn die hinteren Lautsprecher sind kaum mehr als sanfte Unterstützung, die mit leisen Signalen einen vorsichtigen Eindruck von Raumklang geben, an vielen Stellen aber besser hätten eingesetzt werden können. Trotzdem ist die Klangqualität einwandfrei, die Stimmen sehr direkt und zumindest die Stereofront sehr beweglich. Ein guter Bass und eine ebensolche Präzision, die vielleicht noch etwas mehr im Hochtonbereich übrig lässt, sind aber maßgeblich für die gute Gesamtwertung. Zusätzlich findet sich noch ein Rough Mix mit auf der Scheibe, der aber nicht in die Bewertung einfließt, weil er zum Bonusmaterial gehört. Für beide Sprachen gibt es Untertitel, die sich sehr genau ans Gesprochene halten.
 ++++--

Extras
Extras
  • Audiokommentar der Macher
  • Roughmix des Originaltons
  • Impressionen vom Filmset (7:40 Min.)
  • Entstehung des Originaltons (5:45 Min.)
  • Trailerversionen von "Con Game" (3:20 Min.)
  • Crematory-Musikclip "Tick Tack" (4:11 Min.)
  • Trailershow:
    • American Nightmare (1:46 Min.)
    • Sisters - Schwestern des Bösen (1:57 Min.)
    • Clubland (1:46 Min.)
    • Themrog (0:59 Min.)
    • UFO (1:37 Min.)
    • The Big Empty (4:46 Min.)
    • Attack Of The Killer Hog (1:34 Min.)
    • Lovesick - Sick Love (1:43 Min.)
    • Penetration Angst (1:37 Min.)
  • Hidden Feature
 Die stärkste Informationsquelle dürfte der hörenswerte Audiokommentar mit Regisseur, Kameramann und Set-Designerin sein, der, wie es bei vielen kleineren Produktionen so ist, sehr souverän von den Sprechern durchgezogen wird. Es kommt u.a. zur Sprache, dass viele der geplanten Szenen aus Zeitmangel nicht abgedreht werden konnten, die Produktion auf Grund großer Improvisationskünste aber trotzdem fortgeführt wurde. Der Rest sind kleinere Extras, so zum Beispiel der 8minütige Blick hinter die Kulissen ohne jegliche Kommentare und das moderierte Special zur Entstehung der Filmmusik. Den Ton gibt es noch als sogenannten Rough Mix, eine Variante, bei der die am Set aufgenommenen Dialoge Verwendung finden, die aber nicht selten übersteuern. Man will sich vielleicht nicht den gesamten Film in diesem Modus anschauen, es gibt aber einen guten Eindruck von den Dreharbeiten, da man näher am Entstehungsprozess dran sitzt als mit den beiden Synchronisationen. Auch ein Musikvideo von den deutschen Gothic-Metallern Crematory ist mit an Bord, das zum Teil aus Live-Aufnahmen, aber auch aus Filmausschnitten besteht und zeigt, wie sich die Band innerhalb der letzten Jahre doch stark künstlerisch verändert hat. Ein lustiges Versteck gibt es noch zu suchen und eine gut gemachte Trailershow bietet Überblick über 9 Titel aus dem Hause Epix.
 ++----

Fazit
Wie man sich doch täuschen kann! Zu Beginn glaubt man noch, diese deutsche Produktion würde sich schlechte, langweilige US-Billig-Action-Werke zum Vorbild nehmen, um schnell in der belanglosen Ramschware unterzugehen, die kein Label wirklich releasen und kein Mensch ernsthaft kaufen will. Hat man aber erst einmal die ersten 20 Minuten Standardskript hinter sich gebracht, wird "Con Game" minütlich hintergründiger und dadurch spannender. Mit nur fünf relevanten Darstellern, von denen man bisher nur wenig oder überhaupt nichts hörte, wird die Atmosphäre nicht nur beim Protagonisten immer unbehaglicher. Dieser wurde halbtot des Nachts aufgenommen vom starrköpfigen Bauern Josef (übrigens ein sehr charismatischer Typ) und nun dort festgehalten. Mühelos macht Josef jeden Fluchtversuch seiner hinzugewonnenen Arbeitskraft zunichte. Weite Felder, angrenzende Wälder und die Einöde kreieren ein sehr trostloses und realistisches Szenario, in dem Snowy gefangen ist, was mitunter Szenen von bekannten Backwood-Filmen ins Gedächtnis ruft, wenn das Opfer auf dem Hof allein gelassen wird und sich befreien muss, bevor der Täter zurückkehrt. An sich mag das kein großer Stoff für einen Film sein, die wenigen Charaktere sind aber allesamt außergewöhnlich, sogar etwas seltsam und gehen gleichgültig ihrem Tagewerk nach, als ob Snowy überhaupt nicht existieren würde. Man ahnt natürlich schnell, dass hier dahinter mehr als nur die Einfältigkeit eines kleinen Dorfes steckt, aber weitere Hinweise auf den Fortgang der Geschichte zu geben, würde euch den Spaß am Film nehmen. Nur so viel: Schon vor der Auflösung ist die Situation ganzzeitlich angespannt und es werden immer wieder actionreiche, rasant geschnittene Passagen geboten, die wie der gesamte Film handwerklich sehr professionell umgesetzt worden, obwohl man vielleicht merkt, dass kaum Geld in den Film geflossen ist.
Insgesamt nett, auch wenn ich vermute, dass er nur wenige Geschmäcker bedienen wird, weil er zu wenig Spektakuläres oder Aufwendiges bietet. Die Faszination daran entsteht ausschließlich über das rustikale Set und die Darsteller, die allesamt eine sehr gute Arbeit abliefern. Die deutsche DVD von Epix, die den Film mitproduzierten, ist mit einem überraschend klaren, rauschenden Bild und einem schnörkellosen, aber überzeugenden Ton versehen und bietet ausreichend Extras. Dass man übrigens keine Freigabe ab 16 Jahren rausschlagen konnte, find ich schade, so blutig geht es hier bei weitem nicht zu und ein paar Nacktszenen dürften doch nicht ausschlaggebend sein, oder?



Bilder der DVD




Druckbare Version
Con Game
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.