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D 2003
Originaltitel:Noctem
Länge:99:52 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Jens Wolf
Buch:Jens Wolf, Tom Ziora
Musik:Capella Nova, Jens Wolf, Tom Ziora, Johannes Raschke, Steffen Monzheimer, Werner Köchel
SFX:Jens Wolf, Frank Schwerdtfeger
Darsteller:Andrea Schönherr, Werner Köchel, Michael T. Hauber
Vertrieb:SOI
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
... wir gehen einer Nacht entgegen, ohne zu wissen, was der Morgen bringt, ohne Angst. Blickend auf den letzten Tag, treten wir in die Dunkelheit. Bangend um jede Sekunde miteinander. "Es wird Zeit" ruft die Stimme der Vernunft. Zeit den Moment zu erleben, ohne Erwartung auf Wiederkehr.
Zeit ...
Carpe diem,
carpe noctem
... erlebe den Tag,
erlebe die Nacht!

Bild
Format2:35:1 (Letterbox)
NormPAL
 Das Bildformat ist mit einem 2.35:1 breiten Widescreen ungewöhnlich für eine sehr kleine Produktion. Dass keine anamorphe Abtrastung vorgenommen wurde für die DVD ist durchaus verständlich, denn es wurde nur mit Digital-8 aufgenommen, was Vollbild entspricht und später abgedeckt werden. Die Bildqualität der Vorlage ist aber an sich sehr ansprechend. Natürlich sind Defizite beim Kontrast (Schwarz ist es nie ganz) und auch etwas flache Farben hinzunehmen, gerade in diesem Bereich ist man aber wesentlich Schlimmeres gewohnt, zumal die DVD einen angenehm scharfen Eindruck hinterlässt, eines der wesentlichsten Merkmale, um Filme wie "Noctem" an den Mann zu bringen. Abzüge müssen aber bei der Kompression hingenommen werden, da hier schon deutliche Fehler auftreten, die bei weitem nicht hätten sein müssen. Besonders in schnellen Bewegungen wurde der Stream zu unflexibel erstellt, so dass leichte Verwischungen und Muster entstehen. Auch auf dunklen Flächen ist deutliche Blockbildung zu sehen (ganz schlimm beim Gespräch im Auto ab der 15. Minute), wohl wegen des zu hellen Schwarzwertes. Insgesamt ist "Noctem" aber immer noch ein wesentlich augenfreundlicher Film als seine Konkurrenz, wenn es auch nur zu 3 Punkten reicht.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0
SpracheDeutsch
UntertitelEnglisch
 Der deutsche Ton, die beste, weil einzige Wahl, hat zwar ein leichtes Rauschen bzw. Brummen und auch die Abmischung ist stellenweise etwas ungünstig für die Dialoge, alles in allem gesehen wurde hier aber doch Know-how und viel Aufwand reingesteckt, um Schwächen im Aufnahmeprozess zu überdecken und den Klang weg vom dünnen, leicht gestörten Liveton zu bringen und ihn einen warmen, angenehmen Charakter zu verschaffen. Das gelingt vor allem im musikalischen Teil, der klar ist und dem Ton seine Stereofähigkeiten verleiht. Zwar sind auch Geräusche im Film klar auf eine Seite abgegrenzt, nur fällt das weniger auf. Um die Verständlichkeit der Dialoge muss man sich kaum Sorgen machen, für das englischsprachige Publikum gibt es sogar noch ebensolche Untertitel.
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Extras
Extras
  • Galerie (47 Bilder)
  • Drehbuch (3:27 Min.)
  • Outtakes (3:42 Min.)
  • Deleted Scenes (4:35 Min.)
  • Vertonung (4:29 Min.)
  • Storyboard (2:26 Min.)
  • Unfälle (5:18 Min.)
  • Kameratest (1:05 Min.)
  • Interview Andrea (5:11 Min.)
  • Interview Michael (5:34 Min.)
  • Interview Werner (6:37 Min.)
  • Interviews Propaganda (5:23 Min.)
  • Eine Szene entsteht (21:02 Min.)
  • Trailer (1:16 Min.)
 Das Bonusmaterial ist aufschlussreich, denn es bringt uns mit seinen vielen Aufnahmen hinter den Kulissen den Aufwand näher, der hinter "Noctem" stand. Die Bildergalerie ist noch recht unspektakulär, bei den Storyboards ist man aber schon erstaunt, dass es diese überhaupt gab. Sie werden auszugsweise, wie auch beim Punkt "Drehbuch" über die laufende Szene gelegt. Die Outtakes sind einige aufgenommene Patzer und bei den Deleted Scenes findet man einige Szenen aus dem Lager, die zu Recht aus dem fertigen Film genommen wurden. Ein sehr interessantes Special ist "Vertonung", was sich um die Aufnahme der Off-Texte dreht. Hier merkt man auch, wie professionell man für den Film zu Werke ging: Die kirchlichen Gesänge, die hervorragend zum Film passen, egal wie man nun zum Thema Religion stehen mag, wurden nämlich extra für den Film aufgenommen und stammen nicht wie ich erst vermutete von CD. Das "härteste" Extra sind die "Unfälle". Die haben mit mehrfach ausgerenktem und später schmerzvoll eingerenktem Knie, einem Pornodreh und einer fast zertretenen Hauptdarstellerin einiges zu bieten. Der Kameratest orientiert sich an eine kurze Wald-Zombie-Szene im Stile von Interner Link"Versus" und zeigt schon einen guten Special Effect. Die weiteren Extras sind Interviews mit den drei Hauptdarstellern, Impressionen von der Kinopremiere und ein längeres Making Of, das die Entstehung einer Szene inklusive Maskenvorbereitung zeigt. Zuletzt darf man sich noch den Trailer anschauen, der die Qualitäten des Filmes noch nicht so recht präsentieren mag, sich aber vom gängigen Zombie-Trailer-Klischee abhebt.
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Fazit
Meisterhaft! Ein Zombie-Drama mit religiöser Botschaft, dem die Geschichte weitaus wichtiger ist als der einzelne Effekt, den man hier und da mal platziert. Da rollt schon mal ein Kopf und wenn ein Zombie zu nahe tritt, wird die Szenerie deftig mit Blutfontänen und Gedärmen geschmückt (gut gemacht!), insgesamt überwiegt aber der melancholische Teil der Geschichte und wird - Überraschung - von den Laiendarstellern sehr wacker umgesetzt. Keine dusselige Situationskomik, keine überflüssigen One-Liner von übercoolen Heldencharakteren, sondern schlichte und sehr menschliche Figuren, die ihre gut überlegten Dialoge zwar manchmal etwas stockend rüberbringen, die Standards solcher Mini-Budget-Heimproduktionen aber bei weitem übertreffen. Zwar ist die Kamera noch etwas wackelig, was sich nicht ausschließlich auf die spannungsgeladene, hektische Action zurückführen lässt, dem verhältnismäßig guten Produktionsdesign merkt man aber einigen Aufwand an. So wird nicht nur in alten Häusern herumgestreunert, wo man sich mit den fiesen Untoten herumschlägt, sondern es wird ein ganzes Lager von Überlebenden aufgebaut und zu Beginn treibt man sich sogar in einer verlassenen Innenstadt samt Kaufhaus und Videothek herum (netter Cameo hier: "Mutation 3"). Am bedeutendsten aber für den Erfolg des Filmes dürfte die unglaublich apokalyptische, grimmige Stimmung sein, vergleichbar mit einem Interner Link"28 Days Later", bei dem man auch zwei Personen auf ihrem Überlebenskampf begeleiten durfte. Selbst die Laufzeit von 100 Minuten ist ein Segen, da ständig etwas Aufregendes passiert, sei es der Spießrutenlauf durchs Maisfeld oder die Verteidigung eines leer stehendes Hauses gegen eine Übermacht an Zombies. Hier wird übrigens noch einem weiteren Klassiker des Genres gehuldigt, denn um dem Chaos Herr zu werden greift man letztlich zum Häcksler. Aber auch hier bleibt die Stimmung bedrückend, sei es wegen der klassischen Hintergrundmusik oder auf Grund der aussichtslos erscheinenden Lage, in denen sich die Protagonisten befinden.
Für einen Film dieser Machart ist "Noctem" auf unglaublich hohem Niveau und bietet den besten Schlusspunkt, den je ein Zombiefilm erlebt hat. Gebt diesen Leuten etwas mehr Möglichkeiten und wir dürfen sicherlich auf einen weiteren Toptitel gespannt sein. Die DVD ist den technischen Gegebenheiten nach gut geworden und auch die Extras stimmen. Wer ein Herz für den kleinen Film hat, der greife zu, so gut wie hier hat man schon lange keinen Zombiefilm mehr erleben dürfen.



Bilder der DVD




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