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IT, USA 1971
Originaltitel:Cieco, Il
Alternativtitel:Pistolero cieco, Il
Länge:101:32 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:keine Jugendfreigabe
Regie:Ferdinando Baldi
Buch:Pier Giovanni Anchisi, Tony Anthony, Lloyd Battista, Vincenzo Cerami
Kamera:Riccardo Pallottini
Musik:Stelvio Cipriani
SFX:Luciano Anzellotti, Roberto Arcangeli
Darsteller:Tony Anthony, Ringo Starr, Lloyd Battista, Magda Konopka, Raf Baldassarre, Marisa Solinas, Franz von Treuberg, David Dreyer, Agneta Eckemyr, Gaetano Scala
Vertrieb:Koch Media
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Blindman (Tony Anthony), ein blinder Revolverheld, der sich auf sein Pferd und sein Gehör verlassen muss, jagt 50 Frauen nach, die er für texanische Minenarbeiter eingekauft hat. Die Schönheiten wurden von einem mexikanischen Banditen (Lloyd Battista) und seinem Bruder (Ringo Starr) entführt, um "El General" (Raf Baldassarre) und dessen Männer zu ködern und zu töten. Blindman gerät zwischen die Fronten der rivalisierenden Banden, die einen bleihaltigen, brutalen Krieg führen. Und dabei will er doch eigentlich nur seine 50 Weiber.

Bild
Format2.35:1 (anamorph)
NormPAL
 Das anamorphe, originale Breitbildformat macht einiges her, offenbart von Beginn an aber auch einige kleine Fehler. In den ersten Szenen ist es vor allem die leicht verschmutzte Mattscheibe, die vor dem Bild zu hängen scheint und die in Bewegungen etwas schliert. Später ist es die unterschiedliche Intensität des Rauschens, die auch mal zu stehendem Rauschen führt, manchmal aber fast nicht auffällt. Die Schärfe ist ebenso wechselhaft, im Durchschnitt aber gut. Vor allem Nahaufnahmen sehen sehr gut aus, einige Totalen dagegen wieder leicht unscharf. Der Verschmutzungsgrad ist angemessen, was bedeutet, dass man in einigen Szenen vermehrt Defekte erblickt, was aber nie in störende Regionen vortritt. Die Farbgebung ist westerntypisch kräftig mit besonderer Hervorhebung der erdigen Töne, der Kontrast ist erscheint makellos und auch die Kompression zeigt keine vordergründigen Probleme. Wären richtige Restaurationsbemühungen ersichtlich gewesen, die über das Anwenden von Rauschfiltern hinausgehen, dann wären möglicherweise sogar 5 Punkte drin gewesen, denn die Vorlage an sich scheint guter Qualität zu sein.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch, Italienischen
UntertitelDeutsch, Deutsch für nicht synchronisierte Szenen
 Die klarste Dialogwiedergabe hat die deutsche Version, die durchweg gut klingt, auch wenn der Ton nicht mehr besonders frisch, mitunter leicht dumpf ist. Leichte Verzerrungen bemerkt man vor allem in den Musikstücken, von älteren Western ist man das aber gewohnt. Die Fehlerrate und Verzerrungen sind hier aber recht gering. Einige Szenen, die keine alte deutsche Kinosynchro besitzen, wurden deutsch untertitelt, wie immer kann man aber auch für den gesamten Film die Untertitelung zuschalten. Beim englischen Ton ist das Rauschen etwas lästig und die Dialoge sind schwerer zu verstehen, im Italienischen erreicht man in etwa die Qualität der deutschen Synchro, denn auch hier ist das Rauschen recht gering, dafür aber die Synchro nicht so toll gelungen, insbesondere weil sie etwas steril und leise ist.
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Extras
Extras
  • 4seitiges Booklet
  • Trailer:
    • Dt. Kinotrailer (2:45 Min.)
    • Engl. Kinotrailer (2:46 Min.)
    • Ital. Kinotrailer (3:27 Min.)
  • Dokumentation Ferdinando Baldi (41:49 Min.)
  • Slideshow (37 Bilder)
  • Credits (1 Seite)
  • Hidden Features
 Das Herzstück dieser DVD, die wieder einmal in einem schönen Pappschuber im DigiPack steckt, ist ein eigens produziertes Featurette mit dem Regisseur. Dieses gut 40minütige Interview, welches mit beispielhaften Filmszenen unterlegt wurde, während im Hintergrund Baldi vom Dreh erzählt, ist qualitativ auf eine Stufe mit den hervorragenden Specials zu stellen, die beispielsweise von Blue Underground oder Anchor Bay produziert werden. Die interessanteste Stelle hier ist jene, in der Baldi über die Drehtage mit den vielen nackten Frauen erzählt, die wohl seine Crew völlig verrückt gemacht haben, so dass haltloses Chaos herrschte. Später geht er noch auf weitere Produktion und Darsteller ein, die nichts mit "Blindman" zu tun haben. Hier werden dann sogar Aufnahmen vom Set gezeigt, was für eine italienische Produktion dieses Jahrgangs eher selten ist. Die weiteren Extras sind mit 3 unterschiedlichen Filmtrailern und einer Slideshow zwar kurz zusammengefasst, gerade die Slideshow bietet aber sehr schönes und sicherlich auch sehr seltenes, aus aller Welt zusammengetragenes Bildmaterial zum Film. Und wer ganz genau sucht, findet sicherlich auch die versteckten Features.
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Fazit
Ein blinder Pistolero im wilden Westen, der herumgeschubst, getreten und gefoltert wird - bekommt man da nicht Mitleid? Mitnichten, denn "Blindman" ist ein hartes Stück Italo-Western, leicht komödiantisch, aber eiskalt, wie auch sein ursympathischer, markanter Protagonist mit den hellblau geblendeten Pupillen, der sich trotz seiner denkbar ungünstigsten Behinderung als hervorragender Schütze herausstellt und seinen Gegnern stets meilenweit voraus ist. Tony Anthony ist hierbei wie eine Klette, ein Stehaufmännchen, das sich unbekümmert durchschlägt, bis es sein Ziel erreicht hat, wobei er sein fehlendes Augenlicht auf glaubhaft Weise durch andere Sinne ausgleicht und die Geschichte mit zynischen Lebensweisheiten auflockert. Aber nicht nur seine Figur und die des unbarmherzigen Gringos, der ihm seine 50 importierten Schönheiten gestohlen hat, sind reizvoll, sondern auch die fast schon exploitative Ausreizung des Themas: Selten sah man derart viele junge Frauen nackt oder zumindest spärlich bekleidet in einem Western, selten ging man so grob wie hier mit ihnen um und wohl kaum ein zweites Mal durfte Ex-Beatle Ringo Starr einen derart widerlichen Halsabschneider verkörpern, der den Blindman unbarmherzig foltert und misshandelt. Zwar könnte man meinen, "Blindman" sei mit seinen 102 Minuten nicht besonders kompakt, Regisseur Baldi fesselt uns aber durch immer neue Eskapaden, hervorragende Settings (nicht nur hier werden Erinnerungen an Interner Link"Django" wach) und eine zackige Story, die actionreich und stilvoll durch die Prärie galoppiert. Auch der hervorragende Score von Stelvio Cipriani, der eine Auswertung auf CD verdient hat, geht mit seinen schrillen Gesängen und westerntypischen Rhythmen sofort ins Blut über.
"Blindman" kann nur jedem empfohlen werden, der extravagante, selbstironische Westernunterhaltung ohne Rücksicht auf politische oder moralische Korrektheit sucht. Die deutsche DVD von Koch ist sowohl durch ihre Verpackung als auch die zusätzlichen Inhalte mal wieder veredelt worden und Bild und Ton sind sehr ansprechend. Alles in allem also eine Veröffentlichung, über die man sich freuen kann.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Blindman, der Vollstrecker
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