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USA 1974
Originaltitel:Dark Star
Alternativtitel:Dark Star - Finsterer Stern
Länge:82:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 6 Jahre
Regie:John Carpenter, Dan O'Bannon
Buch:John Carpenter
Kamera:Douglas Knapp
Musik:John Carpenter
SFX:Gregory Jein, Ron Cobb, Bob Greenberg, Dan O'Bannon, Dan O'Bannon, John C. Wash
Darsteller:Dan O'Bannon, Brian Narelle, Cal Kuniholm, Dre Pahich, Adam Beckenbaugh, Nick Castle, Cookie Knapp, Joe Saunders, Miles Watkins
Vertrieb:Atlantis/Alive
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Vier Astronauten befinden sich auf einer zwanzigjährigen Dienstreise durchs Weltall und sprengen aus der Umlaufbahn geratene Planeten mittels selbstständig denkender Atombomben. Dass der Kommandant dieser Mission seit Jahren tot und - was schwerer wiegt - der gesamte Toilettenpapiervorrat verbrannt ist, wäre ja noch zu verkraften, aber als eine der Atombomben ihre Existenz zu hinterfragen beginnt, spitzt sich die Situation unangenehm zu.

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Die gut 30 Jahre haben dem Material übel mitgespielt. Es sieht nicht wegen Verschmutzungen so verschlissen aus, obwohl diese in einigen Szenen auch in verstärktem Maße auftreten, sondern weil die Schärfe oft mangelhaft ist und der Rotanteil der Farben viel zu hoch ist, so dass sich auf Gesichtern oft ein ausgeblichenes Schweinchenrosa breit macht, auch wenn das teilweise durch die Beleuchtung entstanden sein mag. Daran mag es auch liegen, dass die Schärfe nie in der Lage ist, auch nur annähernd Details darzustellen oder wenigstens die Konturen klar abzugrenzen. Der Film hat daher einen sehr weichen Look mit einem schwammigen Rauschen drin, ist aber zumindest im Originalformat von 1.85:1. Bei Minute 64:14 friert das Bild für eine Sekunde ein und durch Ghosting verschwimmen Bewegungen leicht. Einzig der Kontrast ist nicht störend.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1 (Deu), Dolby Digital 2.0 Mono (Deu), Dolby Digital 2.0 (Eng)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Naja, über den 5.1-Ton muss man kaum Worte verlieren, denn hier ist nicht viel herauszuholen. Zumindest hat man nicht dauerhaft den Monoton gesplitted, sondern beispielsweise Stimmen aus dem Raumschiff durch das Aufmixen auf die hinteren Lautsprecher etwas hallend gemacht. Da die Dynamik des Tonmaterials aber nicht sonderlich ansprechend ist, kann man gern drauf verzichten und den deutschen Monoton anschalten, der sonst alle Vorzüglichkeiten mit sich bringt. Der rauscht und kratzt merklich im Hintergrund und manchmal auch an der Musik, die Dialoge sind aber weitestgehend klar und wohlklingend. Anders da das sehr dumpfe englische Original, das besonders während der Musik klingt, als ob diese von sehr weit draußen kommen würde. Hier ist das Rauschen dann auch mehr ein tiefer unterschwelliger Ton. Die Stereofähigkeit wird hier vereinzelt genutzt, meist von dazu gemischten Geräuschen, die sich plötzlich bei Explosionen oder sich öffnenden Schleusen hervorheben, das wiegt aber nicht den insgesamt schlechten Ton auf. Die zusätzliche Geräuschkulisse gibt es übrigens beim deutschen Ton nicht.
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Extras
Extras
  • Audiokommentar mit Mark Steensland
  • Bloopers (4 Seiten)
  • Trivia (6 Seiten)
  • Slideshow (53 Bilder)
  • Original Trailer (2:38 Min.)
  • Filmografien:
    • John Carpenter
    • Dan O'Bannon
  • DVD-ROM:
    • Drehbuch (33 Seiten)
 Der Audiokommentar mit dem Carpenter-Vertrauten Mark Steensland und einem weiteren Kommentator, dessen Namen ich nicht aufschnappen konnte, ist großartig. Hier wird man alles über den Film erfahren können, was es Wissenswertes gibt. Die restlichen Extras sind mit einem Trailer, einer längeren Slideshow (nur Aufnahmen aus dem Film), zwei selbst ablaufenden und nicht spulbaren Filmografien, leider schnell zusammengefasst. Aber es gibt ja noch Filmfehler, die anhand von Szenen vorgeführt werden und einige Fakten zum Film. Außerdem kann sich jeder Besitzer eines DVD-ROM-Laufwerks das komplette Drehbuch als PDF-Datei anschauen.
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Fazit
John Carpenters Debut - nicht etwa ein Horrorfilm, sondern eine saftige SciFi-Parodie der besonderen Art und noch dazu eine Arbeit auf der Filmhochschule. Zwar enthält auch "Dark Star" schon einige Suspense-Momente, die im Gesamtbild des Filmes aber kaum ernst wirken, auch wenn Carpenters herrlich schummrige Synthesizer-Einsätze seinen späteren Stücken ähnlich sind, in diesem Genre vielleicht sogar noch besser aufgehoben sind als irgendwo anders. Was er hier inszeniert ist für mich das Trash-Pendant zu Kubricks Interner Link"2001: Odyssee im Weltraum". Die Parallelen reichen von der beruhigenden, hier weiblichen HAL9000-Stimme des allwissenden Computersystems, über die unglaublich langsam ablaufende, spannende Geschichte bis hin zu leicht karikierten Philosophien über das Sein. Die Technik an Bord ist wesentlich intelligenter als die müde Besatzung und zwischen den Maschinen herrscht reger Austausch über Kompetenzen und Anordnungen, fast, als ob sich Menschen miteinander unterhalten. Einzigartiges Highlight ist das Streitgespräch zwischen Astronauten und einer Bombe, die partout nicht davon abzubringen ist, ihren durch eine Fehlfunktion eingeleiteten Zerstörungsmechanismus wieder zu deaktivieren. Den langweiligen Alltag im Weltall überbrückt die Besatzung am liebsten mit Unsinn, wenn er auch gefährlich ist und die Lage im Schiff ist durch die unzähligen Havarien angespannt, so dass man sich in gegenseitiger Ignoranz übt. Auch wenn die Situation an sich ernsthaft scheinen mag, sind einige Einlagen bedacht auf Auflockerung, wie das riesige Gummiballmonster, welches durch seine Flucht das Leben in der Raumstation gehörig durcheinanderwirbelt. Dieses dringt in unbekannte Regionen des Weltalls vor, um dort instabile Planeten zu sprengen oder bewohnbar zu machen, indem die ursprünglichen Rassen dort vernichtet werden. "Dark Star" hat definitiv Kultcharakter, denn seine Eigenheiten wie kurzweiligem Galgenhumor (schon der Schiffsname!!), nostalgisch anmutende Plastikmodelle im Wirrwarr des Kosmos, eine philosophierende Bombe, ein Trümmer surfender Astronaut und teils verrückte Charaktere, u.a. ein junger Dan O'Bannon (ebenfalls beteiligt am Drehbuch), die sich dem Schicksal völlig ergeben haben, machen ihn auch heute noch sehr sehenswert. Bedenkt man, dass viele der hier vorgestellten Ideen Jahre später noch für ganze Genres sorgten, ist die Leistung Carpenters noch höher einzuschätzen. Die auf dieser DVD vorliegende Fassung entspricht der erweiterten Fassung des Filmes.
"Dark Star" ist sowohl schwer unterhaltsam als auch inhaltlich von hohem Wert, sollte als von keinem Carpenter-Fan ausgeschlagen werden, auch wenn die späteren Werke deutlich höhere Budgets besaßen und einen etwas anderen Weg einschlugen. Die hier vorgestellte DVD darf ruhig ihren Eingang in die Sammlung finden, auch wenn Bild und Ton nicht berauschend sind - ein Tribut an das Alter. Dafür bietet man einen guten Audiokommentar und weiteres Zusatzmaterial.



Bilder der DVD




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