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FR 1991
Originaltitel:Delicatessen
Länge:95:05 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Marc Caro, Jean-Pierre Jeunet
Buch:Marc Caro, Jean-Pierre Jeunet, Gilles Adrien
Kamera:Darius Khondji
Musik:Carlos D'Alessio
SFX:ACME Films, Duboi, Duran
Darsteller:Dominique Pinon, Marie-Laure Dougnac, Jean-Claude Dreyfus, Karin Viard, Ticky Holgado, Anne-Marie Pisani, Pascal Benezech, Boban Janevski, Mikael Todde, Edith Ker, Rufus, Jacques Mathou, Howard Vernon, Chick Ortega, Silvie Laguna, Jean-François Perrier
Vertrieb:Arthaus / Kinowelt
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Inmitten der Ödnis, am Rande der Stadt ragt ein einsames altes Haus empor. Die Bewohner sind seltsame Leute mit noch seltsameren Sitten. Alle interessiert nur das Eine: Essen. Und alle sind Kunden beim Fleischer im Erdgeschoss. Das rostige Aushängeschild "Delicatessen" ächzt im Wind. Tief unten in der Kanalisation leben die Troglodisten, rebellische Außenseiter, die kein Fleisch essen. Außerdem gibt es noch die wunderbare Welt von Julie, der Tochter des Fleischers, ein Schneewittchen unter diesen Kannibalen.
Eines Tages tritt Louison (Dominique Pinon) in diese Welt, ein arbeitsloser Clown, dem der Fleischer plötzlich nach dem Leben trachtet ...

Bild
Format1.85:1 (anamorph)
NormPAL
 Für den Film wurde der Sepiafilter ausgepackt und kräftig angewandt, weshalb es eher gelb bis bräunliche Schattierungen zu erblicken gibt, andere Tönungen aber nicht ausbleiben. Die Schärfe ist wechselhaft, im Durchschnitt aber äußerst zufriedenstellend. Wenn vernebelte Szenen einsetzen, was nicht selten passiert, dann sackt die Schärfe ab und das Rauschen wird deutlicher. Irgendwie muss man aber auch sagen, dass es zum außergewöhnlichen Film passt, dass dieser nicht in völlig glatt geschleckter Optik erscheint, auch wenn einige stehende Rauschmuster besser vermeidbar gewesen wären. Die Kompression arbeitet weitestgehend fehlerfrei, insgesamt also alles im grünen Bereich.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 (Deu, Frz, Ital), Dolby Digital 2.0 Mono (Spa)
SpracheDeutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch
 Der italienische und spanische Ton sind dürftig, dafür der französische Originalton, den es als Einzigen in Dolby Surround gibt, umso besser. Zwar werden die Rear Speaker nur selten und in geringer Lautstärke für ein paar Geräusche herangezogen, es macht jedoch schon einen besseren Eindruck als der etwas hallende deutsche Ton, der streckenweise nach einem zu großen Raum klingt, vor allem in den Dialogen. Sonst nimmt man aber keinerlei Störungen oder Verzerrungen, auch wenn der Hochtonbereich etwas zu kurz kommt.
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Extras
Extras
  • Kapiteleinleger
  • Audiokommentar von Jean-Pierre Jeunet
  • Aus dem Archiv von Jean-Pierre Jeunet (8:38 Min.)
  • Trailer (3:21 Min.)
  • Fein Geschnittenes von Diane Bertrand (13:32 Min.)
 Auffällig an dieser DVD ist erst einmal das tolle Hauptmenu. Zwar passiert hier nichts Aufregendes, die Gestaltung passt sich aber hundertprozentig an die verschrobene Stimmung des Filmes an. Das interessanteste Extra ist der Audiokommentar des Regisseurs, der in manchmal vergnüglicher, aber immer kurzweiliger Weise sehr vieles zu erzählen hat. Einziger Wermutstropfen hier ist das Fehlen des zweiten Masterminds Marc Caro. "Aus dem Archiv von Jean-Pierre Jeunet" zeigt Probeaufnahmen der Darsteller, wogegen "Fein Geschnittenes von Diane Bertrand" schon auf eine Art Making Of hinsteuert. Der Trailer im Hauptmenu entpuppt sich als Ansammlung von 6 Teasern und dem sehr witzigen Originaltrailer. Insgesamt eine kleine, aber gute Auswahl an Materialien.
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Fazit
Das kreative Gespann Jeunet und Caro ist ein Meister des Surrealen, das zeigt "Delicatessen" deutlich! Wir befinden uns in einem Mikrokosmos, die zeitlich wage in die 50er Jahre eingeordnet werden könnte, sich aber derart geschickt durch Eigenständigkeit und Liebe zum Detail von seiner Umwelt abhebt, dass sich jegliche Frage nach Ort und Zeit nach spätestens 5 Minuten Film verflüchtigt. Nichts zeugt hier von Durchschnittlichkeit oder gar Berechenbarkeit, die Charaktere werden dem Manko der Normalität durch ihre prägnanten Eigenarten, oft sogar schrulligen Macken komplett enthoben. Es mag absurd klingen, wenn ein Hausbewohner seine gesamte Wohnung in einen morastigen Tummelplatz für Schnecken und Frösche verwandelt oder die unglückliche, von Geisterstimmen Geplagte den Freitod durch immer einfallsreichere, ausgefallenere Tötungsvorrichtungen sucht, doch für all Anwesenden ist es die reine Normalität, die geduldet und vom Zuschauer mit vergnüglichen Lachsalven belohnt wird. Dabei ist "Delicatessen" keine platte Komödie, sondern ein mit skurrilen Witzen und warmherzigen Humor gefütterte Geschichte am Rande menschlicher Existenzen, sich nie den gängigen Plattitüden des Genres anbiedernd. Für mich vereint er die zeitweise Bedrohlichkeit und makabre Art eines Interner Link"Allein unter Nachbarn" mit der grenzenlosen Einfältigkeit, Verträumtheit und künstlerischen Freiheit eines "Brazil". Denn zwischen nie deutlich brutal werdenden, aber vehementer Gefahr, die den Mietern durch das Fleischerbeil droht - schließlich möchte jeder in diesen schlechten Zeiten satt werden, sei es auf Kosten des Nachbarn -, finden herrlich amüsante Auflockerungen Platz, wie das Bettquietschen, das sich zum Tanz entwickelt oder die ersten Annäherungsversuche zwischen dem Mauerblümchen Julie und dem neuen Hausmeister Louison. Zu viel möchte ich nicht verraten, aber es sei noch gesagt, dass später eine Terroristenorganisation aus den Abwasserkanälen und die Gier nach dem Fleisch in einem heillosen Chaos mit vielen erquickenden Momenten ausarten. Sollte man unbedingt gesehen haben!



Bilder der DVD




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