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Dänemark 1994
Originaltitel:Nattevagten
Länge:102:28 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Ole Bornedal
Buch:Ole Bornedal
Kamera:Dan Laustsen
Musik:Joachim Holbek, The Sandmen, Sort Sol
SFX:-
Darsteller:Nikolaj Coster-Waldau, Sofie Gråbøl, Kim Bodnia, Lotte Andersen, Ulf Pilgaard, Rikke Louise Andersson, Stig Hoffmeyer, Gyrd Løfqvist, Niels Anders Thorn, Leif Adolfsson, Ulrich Thomsen, Chris Friis
Vertrieb:Alligator
Norm:PAL
Regionalcode:2



Inhalt
Gesucht wird ein Nachtwächter für die Gerichtsmedizin. Martin (Nikolaj Coster-Waldau) kriegt den Job. Die Opfer eines Serien-Sexualmörders kommen in seine Leichenhalle. Durch die Korridore zieht sich eine Blutspur ... Martin gerät selbst in Verdacht. Die Situation eskaliert zu einem alptraumhaften Showdown ...

Bild
Format1.85:1 (Letterbox)
NormPAL
 Man hat beinahe jedes Rauschen aus dem Bild herausgefiltert, was man erkennt, sobald man seine Nase mal etwas näher an den Bildschirm heranbewegt, wo immer noch die körnige Struktur des Ausgangsmaterials sichtbar wird, aber eingefroren stehen bleibt. Dies führt in Bewegungen zu deutlichen stehenden Rauschmustern und einem Detailverlust im gesamten Bild, der wiederum durch eine Nachschärfung versucht wurde aufzuholen. Dabei bleiben leichte Doppelkonturen und Nachzieher zurück und das Schärfeverhalten erreicht nur durchschnittliche Werte. Dies setzt sich im Kontrast fort, der zu hart ausfällt und den Farben, die gern etwas kräftiger sein dürften. Die Kompression fällt nicht sonderlich aus dem Rahmen, beim Bildformat muss aber mit einem von 2.35 auf 1.85 beschnittenen Widescreen-Format leben können, das auf ein 4:3-System "ver"bannt wurde.
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Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch
Untertitel-
 Der deutsche Ton rumpelt ja, als ob man den Subwooferleistung verdoppelt hat, obwohl da oftmals gar kein Effekt vorhanden ist, der solche Tieftonorgien verlangt. Das stört nach einer Weile ziemlich und man wünscht sich, den Subwoofer abklemmen zu können, da schon leichtes Rauschen zu einem merklichen Grummeln führt und eine zugeschlagene Tür klingt, als ob ein Laster umfällt. Auch die Stimmen klingen dadurch zu dumpf, könnten insgesamt sowieso direkter ausfallen. Es klingt zu sehr nach einem großen Raum, der den Ton schluckt, wie es beispielsweise in alten Kinosälen erscheint. Dass es Dolby Digital 5.1 sein soll, merkt man auch kaum, denn auf den hinteren Lautsprechern tut sich kaum was.
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Extras
Extras
  • Die Faszination des skandinavischen Thrillers (3 Seiten)
  • Der Sensationserfolg (2 Seiten)
  • Alligator Filmshow (10:14 Min.)
 Wären nicht zwei kurze Texte zum Film und dem Thema "Thriller in skandinavischen Gefilden", müsste man schon fast von einer "bare bones"-DVD sprechen. Zusätzlich gibt es noch ein 10minütiges Special, in dem sich das Label Alligator vorstellt, was aber bis auf ein paar große Sprüche und Filmvorschauen nichts Interessantes enthält.
 +-----

Fazit
Das Grauen kommt aus Dänemark - das will man gar nicht glauben, bis man es gesehen hat. Doch Ole Bornedals Thriller rund um einen Serienmörder, der einen studentischen Krankenhaus- und Leichenhallennachtwächter als potenziellen Schuldigen hinstellt, funktioniert unglaublich gut.
Da kommt einiges zusammen für den Studenten Martin: einerseits ist er irgendwie nicht reif dafür, sich einzugestehen, dass die unbeschwerte Jugendzeit vorbei und die Freundin wirklich fest ist (Hochzeit wird zum Thema), dann fordert sein ebenso unzufriedener Kumpel ihn ständig zu riskanten Sachen heraus, für die er sich immerhin revanchieren kann und dann muss er in einem Krankenhaus auch noch Nachtschicht als Wächter schieben, was einen Gang durch die Leichenkammer einschließt. Ach ja, und dann ist da noch der Serienkiller, der ausschließlich Frauen aufschlitzt ...
Bornedal hat seine Vorbilder gut studiert, kennt sich mit Thrillern und Horror aus und presst so Suspense und Unbehagen aus den kleinsten Kleinigkeiten, wie z.B. der Kabine, in der der Nachtwächter ausharrt. Ein Tisch, ein Stuhl, ein Foto an der Wand, Insekten in der Lampe, ein Radio, Bücher und eine rote Lampe an der Wand, Scheintotenalarm, der niemals anschlagen soll. Natürlich müssen wir nicht lange warten, bis er es doch tut. Solche Kleinigkeiten bleiben im Gedächtnis, ebenso wie ein Leichenhallenscherz und später sogar Sex an diesem Ort, wenn auch nicht mit Leichen ... Auch sonst greifen die Plotelemente ineinander. Eine Herausforderung rund um eine drogensüchtige Prostituierte führt zu einer folgenschweren Namensverwechslung, die später die eifersüchtige Freundin beinahe in die Arme des Killers treibt. Gleichzeitig wird die Situation für unseren Protagonisten fast unmerklich immer auswegloser. Dann allerdings, nach gut zwei Dritteln bricht man der Hitchcock-Tradition und der Täter wird enttarnt, was ihn aber noch immer nicht entlarvt. Tatsächlich ist der Showdown extrem aufreibend, denn die Situation wird selbst bei Verstärkung und Enttarnung nicht besser und endet in einer Selbstverstümmelungssequenz, wie man sie selten besser gesehen hat. Das kann man schon Terror nennen, der Puls geht hoch. Natürlich endet es glücklich und mit einer Doppelhochzeit, einer letzten fiesen Herausforderung und einem witzigen Dreh, alle Fäden gelungen auflösend.
In Dänemark selbst stand die Presse und die Öffentlichkeit hoch, aber weniger wegen des Bluts, den Leichenteilen, der angedeuteten Nekrophilie, sondern wegen zweier für uns eher harmloser Szenen: Einmal kotzt jemand in ein Taufbecken (das sollte man gesehen haben, während des Abendmahls) und dann ist da die Bierflasche, die auf das Andersen-Denkmal in einem Kopenhagener Park geschleudert wird, Majestätsbeleidigung fürwahr.
Alle Nicht-Dänen können sich auf einen schwarzhumorigen, gut geplotteten und wendungsreichen Thriller mit reichlich Härten freuen, den man gerne wieder sieht. Die deutsche DVD von Alligator, fast baugleich mit der Universal, ist leider nur mit durchschnittlichem Bild und Ton ausgestattet, bietet kaum Extras und ist somit keine Empfehlung wert. Dann doch lieber zur frischen Kinowelt-Veröffentlichung greifen, die so einiges mehr zu bieten hat.



Bilder der DVD




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Nightwatch - Nachtwache
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