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USA 1967
Originaltitel:Blast-Off Girls
Länge:83:07 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Herschell Gordon Lewis
Buch:Herschell Gordon Lewis
Kamera:Roy Collidi
Musik:Larry Wellington
Darsteller:Dan Conway, Ray Sager, Tom Tyrell, Ron Liace, Dennis Hickey, Lawrence J. Aberwood, Ralph Mullin, Neil Julien, Don Logay, Jack Horner, Harland Sanders, Sherri Lane, Sharon Camille, Ann Heath, Julia Ames
Vertrieb:CMV-Laservision
Norm:PAL
Regionalcode:0



Inhalt
Der schmierige Musikproduzent Boojie Baker (Dan Conway) sucht nach kleinen, unbekannten Bands, um sie groß herauszubringen. Er verspricht ihnen Ruhm, Erfolg, Frauen, Drogen und alles, was das Leben eines Musikers so lebenswert macht. In der unerfahrenen Band "The Faded Blue" findet er ein potentielles Opfer. Sie wird in "The Big Blast" umbenannt, bekommt ein neues Image und erhofft sich damit den großen Erfolg. Dieser bleibt zwar tatsächlich nicht aus, Boojie selbst ist jedoch der Einzige, der daran verdient. Somit kommt es zum Bruch mit der Band - doch Boojie hat noch lange nicht alle Karten ausgespielt ...

Bild
Format1.55:1 (Letterbox)
NormPAL
 Ohne große Erwartungen rangegangen, ist das Bild doch noch ein Stück schlechter als die durchschnittlichen Lewis-VÖs aus dem Hause CMV. Eine Restauration kann hier nur schwerlich stattgefunden haben, denn Bildfehler, von leichten Kratzern bis hin zu starken Aussetzern, findet man mal stärker und dann wieder schwächer vor. Ein wenig besser hätte es in diesem Bereich schon sein dürfen, auch wenn Alter und Material des Masters sicherlich ihren Tribut zollten. Die Farbgebung ist lasch, wirkt oft ausgewaschen und wechselt auch mal mitten in der Szene. Die Schärfe ist unterdurchschnittlich, was an sich nicht sonderlich schlimm gewesen wäre, nur hat man es mit der Nachschärfung deutlich zu weit getrieben, so dass Heiligenscheine an jeder scharfen Kante auftreten. Außerdem liegt ein seltsamer Schleier über dem Bild, der so aussieht, als hätte man das Material schlecht komprimiert und dann mit einem Bewegungsfilter etwas stabilisiert. Kein guter Eindruck, hier bekommt man nicht mehr als eine durchschnittlich nachgeschärfte Videokassette mit leicht ruckelnden Bildern (Ghosting) geboten. Dass das Format wohl auch nicht ganz stimmen kann, zeigt spätestens der Abspann, bei dem Texteinblendungen am oberen und unteren Rand durch die schwarzen Widescreen-Balken etwas verdeckt sind.
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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono
SpracheEnglisch
UntertitelDeutsch, Holländisch
 Da eine deutsche Auswertung nie stattgefunden hat, gibt es nur einen englischen Ton und wahlweise deutsche oder holländische Untertitel. Der englische Ton ist zwar nicht stark verschmutzt, aber mit kaum zu überhörenden Störgeräuschen und Rauschen versetzt. Auch die Lautstärkeschwankungen, zischende Laute und das insgesamt sehr flache Klangbild machen den Monoton nicht gerade zu einem Erlebnis, was etwas schade ist, da die Musikstücke der Band dadurch auch etwas untergehen.
 +-----

Extras
Extras
  • A Hot Night At The Go Go Lounge! (10:06 Min.)
  • Trailer:
    • Blast-Off Girls (1:10 Min.)
    • Something Weird (1:36 Min.)
    • Just For The Hell Of It (1:26 Min.)
    • The Gore Gore Girls (1:26 Min.)
    • She-Devils On Wheels (1:38 Min.)
  • Bildergalerie (13:56 Min.)
  • Bonusfilm: Bride Of The Monster (68:35 Min.)
VerpackungSuperJewelCase
 Beginnen wir beim Bonusmaterial mit dem Kurzfilm "A Hot Night At The Go Go Lounge!", den ich in die (grad erfundene?) Sparte "Tanzerotik" einordnen würde. Der Zehnminüter, der keine Angaben zu Regie und Produktionsjahr (vermutlich die 60er) macht, filmt zwei junge Mädchen beim Tanzen ab. Ob die zwei dabei besonders viel Spaß hatten, ist zwar nicht an den Gesichtern abzulesen, die Tatsache, dass die Showeinlage aber fast nackt über die Bühne geht, dürfte dafür sorgen, dass dieser Shortie seine Fans findet. Als weiterer Bonusfilm hat sich doch tatsächlich noch ein echtes Schmuckstück für Trash-Fans eingefunden: Bei Ed Woods fabelhafter "Mad Scientist meets Frankenstein meets Seeungeheuer"-Story wackeln nicht nur die pappigen Studiowände, wenn der glatzköpfige Handlanger des teuflischen Dr. Vornoffs gegen sie fällt. Natürlich ist an allen Ecken und Enden zu sehen, dass auch hier der Pleitegeier über die Produktion wachte, aber so herrlich unterhaltsam und fast schon schaurig, wenn Bela Lugosi als sinistrer Geselle seinen hypnotischen Fesselblick anwendet und das Orchester dramatisch aufbrausend das Geschehen quittiert, findet man B-Filme später kaum noch vor. Auf der absoluten Haben-Seite verbucht "Bride Of The Monster" eine riesige Krake - eigentlich ein ziemlich lebloses Gummitentakel, aber das macht ja nix, ganz im Gegenteil, es ist sogar umso besser - und eine melodramatische, natürliche unglückliche Romanze zwischen dem verunstalteten, tappsigen Handlanger und der hübschen Reporterin, die in die Fänge des verrückten Wissenschaftlers gerät. Der Showdown gibt sich dann unverhofft spannungsgeladen, auch wenn die Abläufe fast schon trivialer Natur sind! Vielleicht macht es gerade die Einfachheit aus, die wirkungsvollen Close-Ups, das langsame, staksige Agieren der Mimen, dass "Bride Of The Monster" ein vorzüglich unterhaltsamer Gruselklassiker ist, den man gern mal wieder aus der Mottenkiste hervorholt. Obwohl als vollwertiger Film zu verstehen, kann man dieses Featurette wirklich nur als Bonusmaterial bringen, denn Bild- und Tonqualität sind altersbedingt sehr dürftig. Das s/w-Bild ist oft etwas zu dunkel und im Vergleich zur wundervoll restaurierten US-DVD unscharf, der englische Monoton (auf Stereo) nur etwas für geübte Ohren, denn Untertitel sind keine vertreten. Das soll den Filmspaß aber trotzdem nicht vermiesen. Der Rest besteht aus Trailern und einer umfangreichen, musikalisch untermalten Bildergalerie, bestehend aus Material zu verschiedensten Lewis-Filmen.
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Fazit
Der rund um Chicago und Cleveland entstandene "Blast-Off Girls" ist bitterböse Gesellschaftskritik statt Gore-Hit, denn es gibt eigentlich keine einzige Szene, in der ein Darsteller zu Schaden kommt. Das Rock'n'Roll-Debakel um einen schmierigen Manager ist vielleicht harmlos, aber nicht uninteressant, auch wenn Lewis typischer Minimalismus, bedingt durch das niedrige Budget, keine Actioneinlagen oder großartigen Settings zulässt. Gedreht wurde wohl, wo es gerade ging, mit wenig begabten, insgesamt aber glaubwürdigen Darstellern, unter denen sich Ray "Montag" Sager als Produzentengehilfe einfachen Gemüts und ein Cameo von Col. Sanders, "Mr. Kentucky Fried Chicken", befindet. Die Szenen sind denkbar einfach aufgebaut und zeigen stets drei Grundszenarien: die Bands bei Proben/Aufnehmen, die Band während eines Gelages und Streitigkeiten zwischen Produzenten und der Band, die nach allen Regeln der Kunst beschissen wird. Boojie Baker nutzt vor allem den Charme seiner "weiblichen Mitarbeiter" (daher vielleicht der Titel?) aus, wobei die Geschädigten stets eine unverblümte Naivität an den Tag legen, die die Geschichte nach heutigen Maßstäben etwas konstruiert werden lässt.
Die Bildverarbeitung der deutschen CMV-DVD zeigt deutlich, dass es sich hier um einen Cheapie handelt, denn Störungen, schlechte Schärfe und ausgewaschene Farben hinterlassen keinen befriedigenden Eindruck mehr. Ebenso verhält es sich beim englischen O-Ton und in der 43. Minute tritt eine deutliche Asynchronität auf, was entweder ein derber Schnittfehler oder ein Ausfall der Vorlage ist. Die Extras sind mit einem kuriosen Kurzfilm passend zur Filmthematik und dem sehr interessanten "Bride Of The Monster" wieder gut ausgefallen, ansonsten existieren aber nur Trailer und eine Bildergalerie, die schon auf anderen Veröffentlichungen der Collection vertreten war.



Bilder der DVD




Druckbare Version
Rache des Würgers, Die
IMDb.com OFDb.de (Blast-Off Girls)
IMDb.com OFDb.de (Rache des Würgers, Die)



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